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Geplante Obsolenz

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Es klingt wie eine Verschwörungstheorie, zahlreiche Beispiele aus dem Alltag belegen aber: Viele Hersteller von Elektrogeräten entwickeln ihre Produkte so, dass die Lebensdauer absichtlich reduziert wird. Dieses Phänomen heißt „Geplante Obsoleszenz“ und ist Teil der Produktionsstrategie.

„Beim Herstellprozess werden bewusst Schwachstellen in die Produkte eingebaut“, informiert Roland Pause, Energieexperte der Verbraucherzentrale Sachsen, „Bauteile, wie unterdimensionierte Kondensatoren oder festverbaute Akkus sorgen dafür, dass Einzelteile frühzeitig und vor allem in absehbarer Zeit ausfallen und damit das komplette Gerät nicht mehr in vollem Umfang eingesetzt werden kann.“ Daran anknüpfend wird auch oft dafür gesorgt, dass Produkte nicht mehr repariert werden können oder eine Reparatur so teuer wird, dass ein Geräteneukauf günstiger scheint. Bestes Beispiel dafür sind handelsübliche Tintenstrahldrucker, die so günstig angeboten werden, dass eine Reparatur oftmals nicht lohnenswert erscheint.

Historisch geht die Problematik der geplanten Obsoleszenz auf das 1924 in den USA gegründete Phoebuskartell zurück. Diese internationale Vereinigung von Glühlampenherstellern steuerte die Entwicklung dieses Industriezweiges und vereinbarte, dass die Lebensdauer einer Glühlampe maximal 1.000 Stunden beträgt. Dahinter standen wirtschaftliche Interessen zur Absatzsicherung. Zur Erfüllung der Kartellanforderungen musste in einigen Ländern die Lebensdauer von Glühlampen drastisch reduziert werden. Anfang der vierziger Jahre erhob die US-Regierung Klage wegen illegaler Preisabsprachen und unlauterem Wettbewerb.

„Man kann zwar davon ausgehen“, informiert Pause, „dass es zwischen den Firmen keine Absprachen mehr gibt, aber der Spielraum für die Produktion von Geräten mit Schwachstellen sehr groß ist.“ So dient z. B. der schnelle Modellwechsel bei Handys dazu, sich von seinem alten vielleicht noch funktionierenden zu trennen.

Die Verbraucherzentrale Sachsen fordert von den Herstellern, nachhaltig zu produzieren und die einfachsten Grundregeln von Energie- und Ressourceneffizienz einzuhalten. Gleichzeitig sollte die Politik regulierend eingreifen und Geschäftspraktiken unterbinden, bei denen Gewinnmaximierung mit Müllmaximierung einhergeht. Private Verbraucher wiederum können Druck auf die Industrie ausüben, indem sie ihre Konsumentscheidungen überlegt und informiert treffen und beispielsweise bei einer Vertragsverlängerung auf ein neues Handy verzichten.

Quelle:VBZ Sachsen

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