Während auf dem Rasen um den WM-Titel gekämpft wird, feiern die Fernsehsender in den USA ihren ganz eigenen Triumph. Sowohl Fox Sports als auch Telemundo verzeichnen Rekordquoten – und die Fußball-Weltmeisterschaft entwickelt sich für die TV-Anstalten zum absoluten Volltreffer.
Fox Sports meldet, dass bereits rund 84 Millionen Amerikaner zumindest einen Teil der Übertragungen verfolgt haben. Besonders kurios: Laut Nielsen haben fast 10.000 Zuschauer tatsächlich jede einzelne der ersten 48 WM-Partien mindestens eine Minute lang gesehen. Da dürfte selbst der Kühlschrank inzwischen Fan der Nachspielzeit sein.
Auch Telemundo erlebt einen Zuschauerboom. Der spanischsprachige Sender liegt bei den Einschaltquoten mehr als doppelt so hoch wie bei der WM 2022 in Katar und spricht von einer historischen Resonanz.
Der Erfolg hat mehrere Gründe. Die Spiele finden diesmal in den USA, Kanada und Mexiko statt und laufen zu deutlich günstigeren Fernsehzeiten als noch bei der WM in Katar. Statt morgens vor dem ersten Kaffee rollt der Ball nun zur besten Sendezeit. Dazu kommt: Fußball gewinnt in den USA seit Jahren immer mehr Anhänger, während Live-Sport für Fernsehsender zu den letzten echten Quoten-Garanten gehört.
Auch die modernisierte Zuschauererfassung trägt ihren Teil dazu bei. Erstmals werden Fans, die die Spiele in Bars, Restaurants oder öffentlichen Fan-Zonen verfolgen, umfassender erfasst – was die tatsächliche Reichweite realistischer abbildet.
US-Präsident Donald Trump ließ sich den Quoten-Erfolg ebenfalls nicht entgehen. Auf seiner Plattform Truth Social erklärte er, die FIFA-Zahlen seien „größer als bei jeder Weltmeisterschaft der Geschichte“ und wertete dies als Kompliment für die Vereinigten Staaten. Einen weltweit einheitlichen Vergleich der Einschaltquoten gibt es allerdings nicht.
Besonders stark schnitt das Gruppenspiel der USA gegen Australien ab: Durchschnittlich 16,2 Millionen Zuschauer machten diesen Spieltag laut Fox zum erfolgreichsten WM-Tag der englischsprachigen US-Fernsehgeschichte. Selbst das bereits sportlich bedeutungslose Gruppenspiel gegen die Türkei lockte noch 15,8 Millionen Menschen vor die Bildschirme.
Für Fox könnte sich der milliardenschwere Rechte-Deal damit als echter Glücksgriff erweisen. Branchenbeobachter sind überzeugt: Die Investition in die WM-Übertragungsrechte dürfte sich mehrfach auszahlen – und vielleicht sogar als einer der besten TV-Deals der vergangenen Jahre in die Geschichte eingehen.
Kommentar hinterlassen