Während Paramount die milliardenschwere Übernahme von Warner Bros. Discovery möglichst rasch über die Bühne bringen will, sorgt ausgerechnet der hauseigene Nachrichtensender CBS News für immer neue Schlagzeilen – allerdings nicht wegen journalistischer Erfolge.
Im Mittelpunkt der Debatte steht Chefredakteurin Bari Weiss. Nach personellen Turbulenzen bei „60 Minutes“ und scharfer Kritik des ehemaligen CBS-Journalisten Scott Pelley wächst der öffentliche Druck auf das Management. Pelley warf Weiss vor, Einfluss auf die Berichterstattung genommen zu haben. CBS weist diese Vorwürfe entschieden zurück.
Juristisch dürfte die Kontroverse die geplante Fusion kaum gefährden. Die zuständigen Behörden prüfen den Zusammenschluss vor allem unter wettbewerbsrechtlichen Gesichtspunkten. Beobachter halten jedoch fest, dass die anhaltenden Negativschlagzeilen das öffentliche Bild des Unternehmens belasten könnten.
Zusätzlicher Gegenwind kommt aus der Politik. Mehrere demokratische Generalstaatsanwälte prüfen laut US-Medien eine Klage gegen die Fusion. Sie argumentieren, der Zusammenschluss könne den Wettbewerb einschränken, Arbeitsplätze kosten und die Marktmacht des neuen Medienkonzerns erheblich vergrößern.
Auch in Europa steht die Übernahme noch unter Beobachtung. Die EU-Kommission entscheidet bis Anfang Juli, ob sie grünes Licht gibt oder eine vertiefte Prüfung einleitet. Um Bedenken auszuräumen, soll Paramount notfalls bereit sein, sich von einzelnen Kinderfernsehsendern zu trennen.
Innerhalb von CBS News bleibt die Stimmung angespannt. Während viele Mitarbeiter die tägliche journalistische Arbeit unbeirrt fortsetzen, sorgt der Führungsstil des Managements für Diskussionen. Einige Redaktionsmitglieder sehen Bari Weiss als Hauptverantwortliche für die aktuelle Krise, andere halten die Kritik für überzogen. Einigkeit besteht jedoch darüber, dass die anhaltenden internen Konflikte dem Sender erheblich schaden.
Für Paramount-Chef David Ellison steht damit weit mehr auf dem Spiel als nur eine Personaldebatte. Sein Ziel war es, CBS News wieder zur vertrauenswürdigsten Nachrichtenmarke der USA zu machen. Stattdessen beschäftigt sich die Öffentlichkeit derzeit vor allem mit internen Machtkämpfen – und mit der Frage, ob ausgerechnet diese Unruhe den größten Mediendeal des Jahres überschatten könnte.
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