Beim britischen Energieriesen BP herrscht plötzlich Unruhe an der Konzernspitze. Der Aufsichtsratsvorsitzende Albert Manifold wurde mit sofortiger Wirkung abgesetzt – und die Gründe klingen brisant.
Wie BP mitteilte, gebe es „ernste Bedenken“ im Zusammenhang mit wichtigen Fragen der Unternehmensführung, Kontrolle und des persönlichen Verhaltens. Konkrete Details nannte der Konzern bislang allerdings nicht.
Besonders bemerkenswert:
Manifold war noch nicht einmal ein Jahr im Amt.
Die Entscheidung traf die BP-Führung offenbar kurzfristig. Amanda Blanc, unabhängige Direktorin des Konzerns, erklärte, der Vorstand sei „überrascht und enttäuscht“ gewesen, nachdem Probleme bei Governance und Verhalten bekannt geworden seien, die man als „inakzeptabel“ einstufe. Deshalb habe man „entschlossen gehandelt“.
An der Börse sorgte die Nachricht sofort für Nervosität:
Die BP-Aktie verlor nach Bekanntwerden des Führungswechsels rund vier Prozent.
Übergangsweise übernimmt nun Ian Tyler den Vorsitz des Unternehmens.
Der Zeitpunkt der Affäre könnte für BP kaum sensibler sein. Erst vor kurzem hatte der Ölkonzern überraschend starke Geschäftszahlen vorgelegt. Hintergrund waren die massiv gestiegenen Ölpreise infolge des Konflikts mit dem Iran.
Allein zwischen Januar und März erzielte BP einen Gewinn von rund 3,2 Milliarden Dollar. Besonders stark lief laut Unternehmen das Ölhandelsgeschäft.
Umso größer ist nun die Aufmerksamkeit rund um den überraschenden Rauswurf des Vorsitzenden. Denn gerade in internationalen Großkonzernen gelten Fragen rund um:
- Unternehmensführung,
- Transparenz,
- Compliance
und persönliches Verhalten
als extrem sensibel.
Bislang bleibt offen, welche konkreten Vorwürfe letztlich zur Absetzung von Albert Manifold geführt haben. Genau das dürfte in den kommenden Tagen für weitere Spekulationen sorgen.
Der Fall zeigt jedoch erneut:
Selbst milliardenschwere Weltkonzerne geraten heute schneller denn je unter Druck, wenn Zweifel an internen Kontrollmechanismen oder am Verhalten von Führungskräften entstehen.
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