Die TGI AG will ihr Kapitel Liechtenstein offenbar beenden. In einem vorliegenden Transkript eines Gesprächs wird dargestellt, dass der Schritt nach Liechtenstein vor rund zweieinhalb Jahren mit großen Erwartungen verbunden gewesen sei: Man habe die Regularien als passend für den Goldhandel gesehen, eine Aktiengesellschaft gegründet und sogar einen Börsengang im Blick gehabt. Rückblickend heißt es jedoch, in Liechtenstein habe man „keine Chance“ gehabt.
Der Ton des Gesprächs ist deutlich. Der Sprecher beschreibt, das Unternehmen sei in Liechtenstein medial und behördlich massiv unter Druck geraten. Nach seiner Darstellung sei es unmöglich geworden, dort weiterzuarbeiten. Zugleich wird angekündigt, man wolle die Situation nun nutzen, um „noch was Größeres“ zu machen.
Konkret wird im Gespräch ausgeführt, dass bis zum 31. Juli um Mitternacht jeder, der Gold gekauft habe, die jeweilige Grammatur zum Ankaufspreis angerechnet bekommen solle. Dieser Betrag solle im Backoffice eingestellt werden. Damit, so die Darstellung, sollten die bestehenden Verträge beendet werden.
Zugleich wird auf laufende beziehungsweise verlangte Rückabwicklungen verwiesen. Genannt werden in diesem Zusammenhang die FMA Liechtenstein, die BaFin und Österreich. Nach Angaben des Sprechers sei entschieden worden, „alle Verträge“ aufzulösen und alle Kunden auszuzahlen. Die Behörden in Liechtenstein seien informiert worden, dass man ab 1. August mit dem Vertrieb in Liechtenstein „auf Wiedersehen“ sage. Zugleich wird eingeräumt, dass eine Aktiengesellschaft nicht „gleich wegschnippen“ könne; es seien noch Bilanzthemen und eine spätere Liquidation zu erledigen.
Für Kunden werden im Gespräch zwei Möglichkeiten beschrieben. Sie könnten entweder eine Auszahlung anstoßen, wobei eine Bearbeitungszeit von sechs bis acht Wochen genannt wird. Oder sie könnten veranlassen, dass der Betrag aus dem Backoffice zur Trust Gold International übertragen wird.
Die Trust Gold International wird in dem Gespräch als neue Struktur auf Mauritius vorgestellt. Der Sprecher bezeichnet Mauritius als Finanzplatz und spricht von einer „Full-Service-Lizenzfirma“, die als Investmentfirma beziehungsweise Wertpapierfirma weltweit vieles machen dürfe. Gleichzeitig wird betont, man wolle weiterhin Goldhändler bleiben.
Angekündigt werden zudem neue Modelle, ein neues Backoffice und ein neuer Marketingplan. In dem Gespräch ist von einem Fonds und einem Bond die Rede, die mit der neuen Struktur zusammenhängen sollen. Außerdem wird behauptet, der Fonds beziehungsweise Bond sei in Luxemburg eingetragen und bei Euroclear gelistet. Diese Aussagen werden im Transkript als Behauptungen des Sprechers wiedergegeben; eine unabhängige Prüfung ergibt sich aus dem Dokument nicht.
Für Kunden soll es nach der Darstellung künftig möglich sein, über Mauritius in verschiedenen Währungen zu kaufen, darunter Euro, Dollar, Yen und Kryptowährungen. Der Sprecher beschreibt die neue Struktur als „solide“ und äußert die Erwartung, dass Kunden mit Mauritius „viel mehr Freude“ haben würden.
Auch für Deutschland werden im Gespräch neue beziehungsweise angepasste Modelle angesprochen. Der Sprecher erklärt, man wolle sich weiterhin nach den Vorgaben der BaFin richten. Gleichzeitig wird ein Modell mit zwei Monaten Laufzeit und acht Prozent Rabatt beschrieben; außerdem ist von weiteren Modellen mit zwölf und 24 Monaten die Rede.
Besonders auffällig sind die Ausführungen zum geplanten Marketingmodell. Kunden sollen nach Angaben des Sprechers künftig am weltweiten kumulierten Umsatz beteiligt werden können. Ab einem Kauf beziehungsweise Umsatz von 10.000 Euro wird ein sogenannter „World Pool“ beschrieben. Dabei ist von monatlichen Beteiligungen und mehreren „Whirlpools“ die Rede.
Das Gespräch enthält außerdem Hinweise darauf, dass bestimmte Länder wegen regulatorischer Vorgaben ausgeschlossen sein könnten. Genannt werden unter anderem die USA, Kanada, die Emirate und China. Zugleich wird eine internationale Ausrichtung in Euro, Franken, Dollar und Kryptowährungen angekündigt.
Zum Ende des Gesprächs wird die neue Struktur nochmals als „Trustgold International reguliert“ dargestellt. Zudem ist von getrennten Fonds- und Bond-Strukturen, mehr Rabatten, kürzeren Laufzeiten und umfangreichem physischem Goldhandel die Rede. Der Sprecher behauptet, man werde künftig im großen Stil Gold kaufen und verkaufen und daraus erhebliche Gewinne erzielen.
Für Anleger ergeben sich aus diesen Aussagen erhebliche Prüfungsfragen. Wer eine Auszahlung wählt, sollte dokumentieren, wann die Auszahlung beantragt wurde, welcher Betrag im Backoffice ausgewiesen ist und auf welcher Grundlage die Berechnung erfolgte. Wer eine Übertragung zu einer neuen Gesellschaft auf Mauritius in Betracht zieht, sollte vorher sehr genau prüfen, wer künftig Vertragspartner ist, welches Recht gilt, welche Aufsicht tatsächlich zuständig ist und ob bestehende Ansprüche gegen die TGI AG dadurch verändert werden.
Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Kunden aufgefordert werden, bestehende Ansprüche in neue Modelle, Pools, Fonds-, Bond- oder Umsatzbeteiligungsstrukturen zu übertragen. Solche Entscheidungen können rechtliche Folgen haben. Anleger sollten daher keine Erklärungen abgeben, keine Vertragsänderungen akzeptieren und keine neuen Zahlungen leisten, ohne die Unterlagen zuvor fachkundig prüfen zu lassen.
Presserechtlich ist zu beachten: Die in diesem Artikel wiedergegebenen Aussagen beruhen auf dem vorliegenden Gesprächstranskript. Ob die genannten gesellschaftsrechtlichen, aufsichtsrechtlichen, finanziellen und produktbezogenen Angaben zutreffen, ist damit nicht unabhängig bestätigt. Soweit Behörden, Lizenzen, Fonds, Bonds, Versicherungen, Rückversicherungen oder Auszahlungsmechanismen erwähnt werden, handelt es sich um Darstellungen aus dem Gespräch.
Für Anleger bleibt die zentrale Frage: Wird tatsächlich ausgezahlt, oder sollen bestehende Ansprüche in eine neue internationale Struktur übertragen werden? Genau dieser Unterschied kann entscheidend sein. Wer Geld, Goldansprüche oder sonstige Forderungen gegenüber der TGI AG hat, sollte alle Unterlagen sichern und rechtlich prüfen lassen, bevor er eine Entscheidung trifft.
Ich möchte darauf aufmerksam machen, daß dieses Video – wie bei Betrügern üblich – nicht gelistet worden ist! Es taucht im Bestand also nicht auf. Nur wer den Link kennt, kann dieses Video aufrufen.
https://postimg.cc/dhXnvMn7
https://www.youtube.com/watch?v=-bWBWOwEXI0
Bei Streitfällen ist der Gerichtsstandort dann Mauritius…..🫣😂🤣⚠️
Aber noch immer trudeln 5* Bewertungen bei Trustpilot ein, unverständlich.
Ist doch cool, da kann man einen Gerichtstermin gleich mit einem Traumurlaub verbinden 😊
Und die 5-Stern-Trustpiloten werden uns noch lange erhalten bleiben. „Alles wurde nach Mauritius übertragen – sehe ich ja in meinem Dashboard“.
Die Fragen des Abends: Was Kunden am Mittwoch von der TGI wissen wollten
Rund 3.000 Teilnehmer waren in der Zoom-Konferenz vom 29. Juli, in der Helmut Kaltenegger das Ende der Geschäftstätigkeit in Liechtenstein per 31. Juli verkündete. Alle Kundenverträge werden zum Stichtag zwangsweise beendet und zum tagesaktuellen Ankaufspreis zurückgekauft. Interessanter als die Ankündigung selbst waren die Fragen, die danach kamen. Die folgenden Punkte sind Aussagen aus einer öffentlich zugänglichen Veranstaltung; sie wurden nicht auf ihre Richtigkeit geprüft.
Das Büro hatte tags zuvor noch das Gegenteil gesagt
Eine Teilnehmerin berichtete, sie habe am Vortag beim Office nachgefragt und die schriftliche Auskunft erhalten, das WIP-Modell und das Modell mit Treuerabatt seien nicht betroffen und liefen normal weiter. Kaltenegger dazu: „Das würde mich sehr wundern, nein, ist definitiv nicht so.“ Ihr Treuerabatt von 36 Prozent wäre zwei Tage nach dem Stichtag fällig gewesen und entfällt damit ersatzlos. Der Rat: einfach neu kaufen.
Die Verluste, die es angeblich nicht gibt
Gleich mehrere Anrufer schilderten konkrete Einbußen durch den Zwangsrückkauf.
Ein Teilnehmer beschrieb nach eigener Darstellung einen Verlust von rund 700.000 Euro, weil zwei Kilogramm Gold im VIP-Modell mit hohen zugesagten Rabatten erst in 14 Monaten fällig gewesen wären. Antwort: Eine Auszahlung dieser Rabatte sei nicht erlaubt, das führe in ein Einlagengeschäft hinein.
Eine Teilnehmerin gab an, im Jänner 500 Gramm für rund 66.000 Euro gekauft zu haben und nun etwa 55.000 Euro zurückzubekommen. Kaltenegger: „Das ist uns bewusst“ – rund 90 Prozent hätten das Gegenteil erlebt. Empfehlung auch hier: wieder einsteigen, dann hole man das über die Rabatte zurück.
Ein weiterer Teilnehmer bezifferte seinen Realverlust auf rund 1.500 Euro. Die Antwort lautete sinngemäß, er solle „egoistisch“ sein und sich die vier Prozent monatlich holen.
Bemerkenswert daran: Über Monate hinweg lautete die zentrale Botschaft, es habe nie Geschädigte gegeben. An diesem Abend nannten Kunden selbst Zahlen – und die Antwort war jeweils nicht Ausgleich, sondern Wiederanlage.
Und die Steuern?
Ein Teilnehmer wies darauf hin, dass die erzwungene Umwandlung von Gold in Geld im deutschsprachigen Raum eine Steuerlast auslösen könne, und fragte nach einer Bescheinigung, dass der Wechsel aus regulatorischen Gründen erfolgt sei. Eine Zusage gab es nicht. Stattdessen: „Man muss halt ab und zu ein paar Steuern zahlen“, im Übrigen möge man den Steuerberater fragen.
Die aufschlussreichste Antwort des Abends
Eine Kundin fragte, ob die Rabatte künftig weiterhin auf ihr normales Bankkonto überwiesen werden könnten. Ja, hieß es – empfohlen werde aber das geplante eigene Konto beim neuen Unternehmen. Die Begründung, wörtlich sinngemäß: weil dann die eigene Bank „nicht mehr jedes Mal fragt, von wo sind die Rabatte, was ist das, warum hier, warum dort“.
Dass Rückfragen der Hausbank als Nachteil dargestellt werden, den ein hauseigenes Konto beseitigen soll, ist aus Verbrauchersicht kein Vorteil. Es sind genau diese Rückfragen, mit denen Banken ungewöhnliche Zahlungsströme prüfen.
Kommt eine öffentliche Klarstellung?
Ein Empfehlungsgeber berichtete, ihm würden täglich kritische Presseberichte zugeschickt, und fragte, ob es künftig eine Klarstellung mit belastbaren Daten geben werde. Die Antwort war knapp: „Da kommt keine, da kommt keine.“ Man werde stattdessen rechtlich gegen Medienberichte vorgehen.
Auf seine Nachfrage nach der ISIN wurde diese dann allerdings erstmals live buchstabiert. Damit liegt zum ersten Mal eine Angabe vor, die sich grundsätzlich überprüfen lässt. In frei zugänglichen Quellen war dazu bislang nichts auffindbar; das ist für sich genommen noch kein Beweis, da nicht börsennotierte Papiere dort oft nicht erscheinen. Die Prüfung über eine Bank oder ein Depot steht damit jedem offen.
Und was ist mit den offenen Altbeständen?
Mehrere Teilnehmer fragten nach Dingen, die seit Jahren im Raum stehen: nach den Beteiligungen beziehungsweise Umsatzbeteiligungen aus dem Aulicio-Komplex, nach der früher zugesagten Lieferausfallsgarantie aus GGMT-Zeiten und nach dem Schicksal der Kunden des Dubai-Ablegers. Antworten: Man werde sich melden, eine Lösung komme im August, die Garantie werde übertragen. Zu den Dubai-Kunden hieß es, die Gelder seien nicht bei der TGI angekommen, sondern „woandershin“ geflossen; man übernehme dort nur, falls nicht mehr ausbezahlt werde.
Ein Kunde fragte, ob bereits bestellte Lieferungen noch ausgeführt würden. Nein – es wird alles angekauft, auch bestellte, noch nicht gelieferte Ware.
Praktisches, das viele treffen wird
Wer sein Guthaben auszahlen lässt, wartet sechs bis acht Wochen. Wer zur neuen Gesellschaft wechselt, kann sofort weiterkaufen – aber nur mit dem vollen Betrag, eine Teilung ist ausgeschlossen. Mehrere Konten, etwa für Enkelkinder, lassen sich nicht zusammenlegen. Eine Rentnerin schilderte, dass ihr damit nur der Weg über Auszahlung und Neueinzahlung bleibt – mit entsprechend monatelanger Lücke.
Das Muster
Fast jede Frage nach einem Nachteil endete bei derselben Antwort: neu kaufen, dann sei es in ein paar Monaten wieder aufgeholt. Fragen nach Nachweisen, nach einer Klarstellung, nach Bescheinigungen oder nach den Altbeständen wurden vertröstet oder abgelehnt. Wer am Mittwoch zugehört hat, hat vor allem eines erfahren: Die Antwort auf jedes Problem ist ein neuer Vertrag.