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Friedensdiplomatie aus dem Trump-Katalog: Witkoff und Kushner jetten nach Pakistan

andsproject (CC0), Pixabay
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Wenn es um einen Krieg mit dem Iran geht, schickt Washington nicht etwa klassische Diplomaten – sondern Steve Witkoff und Jared Kushner. Fehlt eigentlich nur noch ein Immobilienprospekt und ein Golfcart.

Die USA setzen ihre ganz eigene Version von Hochdiplomatie fort:
Steve Witkoff und Jared Kushner fliegen nach Pakistan, um dort erneut über ein mögliches Ende des Iran-Krieges zu sprechen.

Man muss sich das kurz vorstellen:
Die Welt steht an einem geopolitischen Abgrund, Ölpreise drehen frei, die Straße von Hormus ist ein Pulverfass – und Washington denkt sich offenbar:
„Ruft mal Jared an.“

Wenn’s ernst wird, schickt Trump die Familienpackung

Wie die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, dem Haussender mit Nachrichtensimulation Fox News erklärte, sollen Witkoff und Kushner in Pakistan mit iranischen Unterhändlern zusammentreffen.

Also noch einmal langsam:

  • kein klassischer Krisendiplomat
  • kein Sondergesandter mit Nahost-Erfahrung im traditionellen Sinne
  • kein neutraler Vermittler

Sondern:

  • Steve Witkoff, Trumps Mann fürs Grobe mit Business-Charme
  • Jared Kushner, der Mann, der schon im Nahen Osten Frieden verkaufen wollte wie Luxusimmobilien mit Meerblick

Man kann nur hoffen, dass niemand beim Treffen fragt, ob man das Atomprogramm auch in Eigentumswohnungen umwandeln kann.

Iran ist schon da, Pakistan räumt die Konferenzräume frei

Der iranische Außenminister Abbas Araktschi ist laut pakistanischen Angaben bereits in Islamabad angekommen. Dort soll er mit hochrangigen Vertretern Pakistans über:

  • die jüngsten regionalen Entwicklungen
  • sowie laufende Bemühungen um Frieden und Stabilität

sprechen.

Diplomatisch klingt das natürlich sehr gepflegt.

Übersetzt heißt es vermutlich eher:
„Wie beendet man einen Krieg, den Washington angefangen hat, ohne dass Washington dabei so tut, als hätte es ihn gewonnen?“

JD Vance bleibt zu Hause – das Protokoll war beleidigt

Besonders hübsch ist der nächste Punkt:
US-Vizepräsident JD Vance reist laut CNN nicht nach Pakistan.

Nicht etwa, weil die Lage zu angespannt wäre.
Nicht etwa, weil man die Gespräche kleiner halten will.
Nein:

Weil der iranische Parlamentspräsident Mohammed-Bagher Ghalibaf ebenfalls nicht teilnimmt.

Im Weißen Haus gilt Ghalibaf offenbar als das iranische Gegenstück zu Vance.
Und wenn das Pendant nicht kommt, dann bleibt offenbar auch das amerikanische Original daheim.

Das ist internationale Krisendiplomatie anno 2026 also ungefähr auf dem Niveau von:

„Wenn Kevin nicht zum Kindergeburtstag kommt, dann kommt Luca aber auch nicht.“

Washingtons neue Friedensformel: Erst bombardieren, dann Verwandtschaft schicken

Man muss es den Amerikanern lassen:
Sie entwickeln die Außenpolitik konsequent weiter.

Früher hieß es:

  • erst Diplomatie
  • dann Drohung
  • dann Eskalation

Heute läuft es eher so:

  • erst Angriff
  • dann Ölpreis-Schock
  • dann globale Panik
  • dann schickt man Kushner nach Pakistan

Das ist ungefähr so, als würde jemand erst das Wohnzimmer anzünden und anschließend den Cousin mit einem Feuerlöscher schicken, auf dem „Dealmaker“ steht.

Fazit: Wenn Kushner landet, wird’s entweder Frieden – oder ein Bauprojekt

Dass Pakistan erneut als Vermittlungsort dient, ist geopolitisch nachvollziehbar.
Dass Washington in einer der gefährlichsten Krisen der jüngeren Zeit ausgerechnet auf Witkoff und Kushner setzt, ist dagegen vor allem eines:

bemerkenswert mutig – oder bemerkenswert verzweifelt.

Die Welt darf also gespannt sein:

  • Gibt es echte Fortschritte?
  • Wird wenigstens eine Waffenruhe greifbar?
  • Oder präsentiert Jared Kushner am Ende doch noch einen Masterplan mit dem Titel:
    „Hormus Riviera – Frieden mit Premiumlage“

Oder anders gesagt:

Wenn Trump Frieden will, schickt er keine Diplomaten.
Er schickt Leute, die aussehen, als wollten sie den Nahen Osten entweder befrieden, kaufen oder umwidmen.

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