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Frankreich verbietet Alkohol bei Musikfesten – die Nation kurz vor dem Ausnahmezustand

Chickenonline (CC0), Pixabay
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Frankreich erlebt derzeit zwei Katastrophen gleichzeitig: eine Hitzewelle mit bis zu 41 Grad – und die staatlich verordnete Vorstellung, dass Franzosen auf einem Straßenfest auch ohne Alkohol existieren könnten.

Zum traditionellen Musikfest „Fête de la Musique“, das jedes Jahr Millionen Menschen auf die Straßen lockt, hat die Regierung unter Premierminister Sébastien Lecornu in besonders betroffenen Regionen den Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum untersagt.

Oder anders gesagt:

40 Grad sind offenbar weniger gefährlich als ein warmes Rosé in der Hand eines Franzosen.

Gesundheitsminister gegen Rotwein

Die Begründung klingt logisch: Die Krankenhäuser sollen entlastet werden, Rettungsdienste sich auf gefährdete Personen konzentrieren können und niemand soll bei 40 Grad und drei Gläsern Pastis auf die Idee kommen, den Eiffelturm zu erklimmen.

Doch die Maßnahme sorgt für Verwunderung.

Denn viele Franzosen fragen sich:

„Wenn wir bei 40 Grad nicht trinken dürfen – warum haben wir dann überhaupt Frankreich erfunden?“

Fête de la Musique ohne Wein

Seit über 40 Jahren gehört die Fête de la Musique zu den heiligen Feiertagen der Republik.

Das Konzept war bisher denkbar einfach:

  • Musik auf der Straße
  • Freunde treffen
  • Wein trinken
  • Mehr Wein trinken
  • Über Politik diskutieren
  • Noch mehr Wein trinken

Nun soll daraus werden:

  • Musik auf der Straße
  • Wasser trinken
  • Nach Hause gehen

Kritiker sprechen bereits vom kulturellen Ausnahmezustand.

Parks die ganze Nacht offen

Immerhin zeigt sich die Stadt Paris großzügig.

Parks und Grünanlagen bleiben nachts geöffnet, damit Einwohner und Touristen Abkühlung finden können.

Die Idee:

Man sitzt bei 38 Grad nachts auf einer Parkbank, hört Straßenmusik und trinkt Mineralwasser.

Französische Philosophen diskutieren bereits, ob dies überhaupt noch als Leben gilt.

Die eigentliche Herausforderung

Meteorologen warnen, dass die Temperaturen am Montag historische Höchstwerte erreichen könnten.

Météo-France weiß noch nicht genau, wie lange die Hitzewelle anhält.

Viele Bürger dagegen haben eine andere Sorge:

„Wie lange hält die Alkohol-Sperre an?“

Denn gegen Hitze helfen Schatten, Klimaanlagen und kalte Duschen.

Gegen ein Musikfestival ohne Wein gibt es bislang noch keine wissenschaftlich bestätigte Therapie.

Fazit

Frankreich kämpft derzeit an zwei Fronten:

  1. Gegen Temperaturen von bis zu 41 Grad.
  2. Gegen die Vorstellung, dass Franzosen auf einem Musikfest nüchtern bleiben.

Welche Herausforderung größer ist, darüber gehen die Meinungen noch auseinander.

Die Meteorologen beobachten die Temperaturen.

Die Regierung beobachtet die Alkoholflaschen.

Und ganz Frankreich beobachtet misstrauisch die Wasserstände in den Mineralwasserregalen.

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