Wer glaubt, Florian Silbereisen marschiere einfach geschniegelt auf die Bühne und lege los, irrt gewaltig. Hinter jedem seiner TV-Auftritte steckt ein streng gehüteter Schlager-Fahrplan – inklusive Powernap, Fitnessprogramm und einer Portion Glück.
Bevor der Entertainer seine Millionen Zuschauer begrüßt, wird zunächst einmal gegessen. Keine Festtafel, sondern nur eine Kleinigkeit. Danach heißt es: Augen zu und eine Stunde schlafen. Während andere kurz vor einer Live-Show vor Aufregung im Kreis laufen, gönnt sich Silbereisen lieber ein Nickerchen.
Nach dem Weckruf übernimmt Maskenbildnerin Sylvia das Kommando und sorgt dafür, dass der Moderator wieder kameratauglich aussieht. Doch damit ist die Vorbereitung noch längst nicht abgeschlossen. Um den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen, stehen einige Liegestütze auf dem Programm.
Dann kommt der wohl ungewöhnlichste Teil des Rituals: Silbereisen schlüpft nach eigenen Angaben in seine rote Glücksunterhose. Offenbar ein Kleidungsstück, das bei großen Shows ebenso unverzichtbar ist wie Mikrofon und Glitzerjacke.
Kurz bevor sich der Vorhang öffnet, wird es noch einmal ruhig. Mit einem kurzen Gebet sammelt der 44-Jährige die letzten Kräfte – erst dann geht es hinaus ins Rampenlicht.
Beim diesjährigen „Schlagerbooom Open Air“ in Kitzbühel musste der Ablauf allerdings leicht angepasst werden. Die Show wurde wegen der Fußball-Weltmeisterschaft bereits Wochen vor der eigentlichen Ausstrahlung aufgezeichnet. Dem Publikum war davon jedoch nichts anzumerken – die Stimmung war wie gewohnt ausgelassen.
Und wie sieht es bei Ex-Partnerin Helene Fischer aus? Während Silbereisen auf Powernap und Glücksunterwäsche setzt, bringt sich die Sängerin mit der berüchtigten „Bring Sally Up“-Liegestütz-Challenge auf Betriebstemperatur. Drei Minuten Muskelzittern statt Mittagsschlaf – offenbar führen viele Wege zu einer erfolgreichen Bühnenshow.
Bleibt nur eine Frage offen: Ob die rote Glücksunterhose inzwischen längst Kultstatus erreicht hat oder ob sie nach jeder Show ihren wohlverdienten Ruhestand in der Wäscheschublade genießen darf.
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