Unter den Straßen unserer Städte tobt offenbar längst ein Krieg.
Und wir verlieren.
Während ahnungslose Bürger oben gemütlich Cappuccino trinken, Döner essen und Feuchttücher ins Klo werfen, wächst unten in den Abwasserkanälen eine neue Supermacht heran:
der Fettberg.
Ja, richtig gelesen.
Fettberge.
130 Tonnen schwer.
Hart wie Beton.
Stinkend wie die Hölle.
Und offenbar mittlerweile widerstandsfähiger als manche Infrastruktur Europas.
In London entdeckten Arbeiter bereits vor Jahren einen gigantischen Fettberg unter der Whitechapel Road.
130 Tonnen.
Also ungefähr elf Doppeldeckerbusse voller purem menschlichen Fehlverhalten.
Bestehend aus:
- Frittenfett,
- Öl,
- Feuchttüchern,
- Kondomen,
- Hygieneartikeln
und vermutlich den letzten Resten menschlicher Hoffnung.
Das Ganze entwickelte sich laut Experten zu einer Art unterirdischem Endgegner aus Fett und Verzweiflung.
Und jetzt kommt der beste Teil:
Nachdem Arbeiter neun Wochen lang mit Presslufthämmern, Wasserstrahlen und Schutzanzügen gegen das Monster gekämpft hatten, kam es einfach wieder zurück.
Wie in einem schlechten Horrorfilm.
„Fatberg 2 – Jetzt wird’s schmierig.“
Offenbar haben Städte weltweit inzwischen ein ernsthaftes Problem:
Die Kanalisation verwandelt sich langsam in ein gigantisches unterirdisches Fondue.
In Großbritannien bekämpfen Wasserbetriebe jedes Jahr rund 300.000 solcher Fett-Mutanten.
In New York kostet das Entfernen der Dinger fast 19 Millionen Dollar jährlich.
Und weil der Mensch technologisch natürlich immer erst dann kreativ wird, wenn alles bereits eskaliert ist, setzt man nun auf:
Künstliche Intelligenz gegen Fett.
Ja wirklich.
Sensoren in Gullideckeln.
KI-Algorithmen.
Drohnen.
Spezialroboter.
Alles nur, weil Menschen nicht gelernt haben, dass Feuchttücher NICHT magisch verschwinden.
Die KI analysiert inzwischen Wasserstände und sucht nach verdächtigen Fettbewegungen in den Rohren.
Praktisch CSI Kanalisation.
„Wenn der Wasserstand komisch aussieht, reagieren wir“, sagt ein Experte.
Man möchte hoffen, dass das nicht derselbe Satz ist, den Ärzte vor einer Darmspiegelung verwenden.
Besonders schön:
Forscher vermuten inzwischen, dass sogar Milchprodukte beim Entstehen der Fettberge helfen könnten.
Heißt:
Der morgendliche Cappuccino könnte direkt zur Bildung neuer Kanal-Monster beitragen.
Baristas weltweit vermutlich:
„Ups.“
Die Wissenschaft erklärt inzwischen ernsthaft, dass sich Fettberge ähnlich wie Käse entwickeln.
Anfangs weich.
Dann immer härter.
Großartig.
Unter unseren Städten reift also offenbar illegaler Kanal-Käse heran.
Natürlich arbeitet Europa bereits an der nächsten Eskalationsstufe:
autonome Kanal-Roboter.
Mit Kameras, Sensoren, KI und Greifarmen sollen sie künftig selbstständig Fettberge bekämpfen.
Im Prinzip also:
Transformers für Abwasserrohre.
Und ganz ehrlich:
Wenn eine hochentwickelte Zivilisation irgendwann an verstopften Toiletten und XXL-Fettklumpen scheitert, dann wäre das irgendwie auch die perfekte Zusammenfassung der Menschheit.
Die gute Nachricht:
Vielleicht müssen künftig wenigstens keine armen Arbeiter mehr wochenlang in giftigen Kanal-Tunneln gegen mutierte Fettmassen kämpfen.
Die schlechte Nachricht:
Die Fettberge gewinnen offenbar trotzdem weiter.
Und irgendwo unter London wächst wahrscheinlich gerade schon der nächste Bossgegner heran.
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