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Ex-Politiker erschossen: Mord an Andrij Portnow wirft Fragen auf – und bringt alte Wunden ans Licht

NoName_13 (CC0), Pixabay
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Der tödliche Anschlag auf den umstrittenen ukrainischen Ex-Politiker Andrij Portnow in einem Vorort von Madrid hat international für Aufsehen gesorgt – in der Ukraine jedoch vor allem für gemischte Reaktionen. Der 51-Jährige wurde am Dienstagmorgen auf einem Parkplatz vor der renommierten American School erschossen, nachdem er seine Kinder abgesetzt hatte. Der Mord an einer der schillerndsten und zugleich umstrittensten Figuren der ukrainischen Politik sorgt für Spekulationen – über die Täter, die Motive und die bleibenden Schatten seines Wirkens.

Portnow war in den 2010er-Jahren ein einflussreicher Strippenzieher unter dem prorussischen Präsidenten Wiktor Janukowytsch. Kritiker werfen ihm vor, das ukrainische Justizsystem systematisch korrumpiert und im Sinne russischer Interessen umgestaltet zu haben. Der Jurist hatte sich durch Einschüchterung von Journalisten, Einfluss auf Richter und eine aggressive Medienstrategie einen berüchtigten Ruf erarbeitet. Die USA belegten ihn wegen dieser Aktivitäten mit Sanktionen.

Nach dem Sturz Janukowytschs infolge der Maidan-Proteste 2014 floh Portnow zunächst nach Moskau, wo er enge Kontakte zu russischen Machtzirkeln pflegte. 2019 kehrte er kurzzeitig in die Ukraine zurück, verließ das Land jedoch erneut nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs 2022.

Dass er nun – ironischerweise – in Spanien lebte und seine Kinder auf eine amerikanische Eliteschule schickte, sorgt in der Ukraine für Spott. In sozialen Medien und Kommentarspalten überwiegt Häme. Doch trotz seiner zahlreichen Feinde bleibt die zentrale Frage unbeantwortet: Wer steckt hinter dem Mord?

Während einige Beobachter auf russische Geheimdienste deuten, halten andere eine Tat aus dem organisierten Verbrechen für wahrscheinlicher – aus wirtschaftlichen Motiven oder Rache. Die spanischen Behörden ermitteln in alle Richtungen, bislang ohne konkreten Verdacht.

Der Mord an Portnow ist für viele ein Symbol. Für seine Kritiker markiert sein Tod das Ende einer Ära der politischen Straflosigkeit. Doch Experten warnen: Das System, das Portnow mitgeprägt hat, existiere weiterhin. Viele seiner Weggefährten sitzen noch immer in einflussreichen Positionen. Der Fall zeigt, wie eng die Vergangenheit der Ukraine mit den aktuellen politischen Herausforderungen verknüpft bleibt.

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