Die Verlegung der verurteilten Epstein-Komplizin Ghislaine Maxwell in ein Mindestsicherheitsgefängnis in Texas sorgt weiter für massive Diskussionen in den USA. Nun berichten ehemalige Mitgefangene, sie seien bestraft worden, nachdem sie öffentlich Kritik an Maxwell oder ihrer Unterbringung geäußert hatten.
Mehrere frühere Insassinnen des Federal Prison Camp Bryan schilderten gegenüber CNN, dass sie nach Gesprächen mit Journalisten verlegt oder disziplinarisch belangt worden seien. Die Frauen werfen der Gefängnisleitung vor, jede öffentliche Kritik an Maxwell unterdrücken zu wollen.
„Warum ist sie überhaupt hier?“
Besonders empört zeigte sich die ehemalige Insassin Julie Howell. Sie hatte sich gegenüber einem britischen Journalisten kritisch zur Verlegung Maxwells geäußert.
Howell erklärte demnach, viele Gefangene hätten Angst gehabt, weil Maxwell wegen Menschenhandels und sexuellen Missbrauchs Minderjähriger verurteilt worden sei. Ihrer Ansicht nach passe eine solche Straftäterin nicht in ein Gefängnis für gewaltfreie Täterinnen.
Kurz nach ihren Aussagen sei sie von Gefängnisbeamten verhört und anschließend in ein anderes Gefängnis nach Houston verlegt worden.
Vorwürfe gegen Gefängnisleitung
Mehrere ehemalige Insassinnen berichten übereinstimmend, die Gefängnisleitung habe deutlich gemacht, dass Kommentare über Maxwell unerwünscht seien.
Eine frühere Gefangene schilderte, die Leiterin des Gefängnisses habe Insassinnen angeschrien, nachdem diese Maxwell als „Pädophile“ bezeichnet hätten.
Andere Frauen berichten zudem von angeblichen Sonderbehandlungen für Maxwell:
- bewaffnete Begleitung,
- besondere Besuchsmöglichkeiten,
- zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen,
- und privilegierter Zugang zu bestimmten Bereichen der Einrichtung.
Experten sprechen von außergewöhnlichem Fall
US-Gefängnisberater bezeichneten die Unterbringung Maxwells in einem Mindestsicherheitsgefängnis als höchst ungewöhnlich. Für wegen Sexualdelikten verurteilte Straftäter seien solche Einrichtungen normalerweise nicht vorgesehen.
Die Verlegung hatte bereits zuvor Spekulationen ausgelöst, wonach Maxwell möglicherweise bevorzugt behandelt werde.
Diskussion über Rechte von Gefangenen
Der Fall wirft erneut Fragen über Meinungsfreiheit und Rechte von Gefängnisinsassen in den USA auf. Experten betonen zwar, dass Gespräche mit Medien grundsätzlich möglich seien, in der Praxis hätten Gefängnisleitungen jedoch oft großen Ermessensspielraum.
Die US-Justizbehörden wollten sich zu den konkreten Vorwürfen bislang nicht detailliert äußern.
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