Früher freute man sich auf den Sommer.
Heute freut man sich, wenn das Thermometer unter 40 Grad bleibt.
Europa erlebt die nächste Hitzewelle der Superlative – und mittlerweile scheint sich jedes Land gegenseitig bei den Temperaturrekorden überbieten zu wollen.
Deutschland meldete am Samstag vorläufige 41,5 Grad. Damit wurde der Rekord vom Vortag gleich wieder einkassiert.
Offenbar gilt inzwischen selbst bei Hitzerekorden:
Heute ist das neue Gestern.
Auch Dänemark stellte mit 37 Grad einen historischen Höchstwert auf.
Die Dänen waren darauf ungefähr so vorbereitet wie Bayern auf eine Schneekanone in der Sahara.
In Tschechien kletterte das Thermometer auf 40,8 Grad, während die Schweiz zum dritten Mal innerhalb weniger Tage ihren heißesten Juni-Tag überhaupt registrierte.
Kurz gesagt:
Europa entwickelt sich klimatisch langsam zur erweiterten Mittelmeerzone.
Nur ohne Meer.
Und mit deutlich mehr Stau.
In Berlin griff die Polizei sogar zu Wasserwerfern – allerdings diesmal nicht gegen Demonstranten, sondern zur Abkühlung der Bevölkerung.
Ein Bild, das wohl niemand auf seiner Sommer-Bingo-Karte hatte.
Die Weltwetterorganisation spricht bereits von erheblichen Gesundheitsrisiken.
Forscher erklären, eine derart frühe und heftige Hitzewelle wäre vor 50 Jahren praktisch unmöglich gewesen.
Der Klimawandel schickt inzwischen offenbar keine Warnungen mehr.
Er liefert direkt.
Während Spanien bereits hunderte hitzebedingte Todesfälle registriert und Frankreich vor unbewachten Badestellen warnt, hoffen Millionen Europäer auf eines:
Eine Wolke.
Irgendeine.
Zur Not auch eine mit schlechtem Charakter.
Fazit:
Früher fragte man im Urlaub:
„Wie wird das Wetter?“
Heute lautet die wichtigere Frage:
„Wo kann ich mein Handy laden, nachdem der Ventilator den ganzen Strom verbraucht hat?“
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