Die Lage im Nahen Osten spitzt sich erneut dramatisch zu. Nach Angaben des US-Militärs haben die Vereinigten Staaten in der Nacht umfangreiche Luftangriffe auf Ziele im Iran begonnen. Washington bezeichnet die Operation als Reaktion auf iranische Angriffe auf drei Handelsschiffe in der strategisch wichtigen Straße von Hormus.
Nach Informationen des US-Regionalkommandos CENTCOM richten sich die Angriffe gegen militärische Einrichtungen sowie Hafenanlagen des Iran. Mehrere Stunden andauernde Luftschläge seien vorgesehen. Unbestätigten Berichten zufolge gehört auch der Hafen von Bandar Abbas zu den Angriffszielen.
Die US-Regierung wirft Teheran vor, mit den Attacken auf zivile Handelsschiffe gegen die bestehende Waffenruhe verstoßen zu haben. In einer Erklärung sprach das Militär von einer „gefährlichen und nicht hinnehmbaren Eskalation“, für die der Iran einen hohen Preis zahlen müsse.
Auslöser der jüngsten Entwicklung waren Angriffe auf drei Tanker in der Straße von Hormus. Die britische Seehandelsaufsicht UKMTO hatte zuvor bestätigt, dass mehrere Schiffe durch Geschosse beschädigt worden seien. Die Meerenge zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt, über die in Friedenszeiten rund ein Fünftel des global gehandelten Erdöls und Erdgases transportiert wird.
Die iranische Regierung verurteilte die amerikanischen Luftschläge umgehend. Der stellvertretende Außenminister und Chefunterhändler Kasem Gharibabadi erklärte, die USA hätten mit ihrem Vorgehen gegen das bestehende Übergangsabkommen verstoßen. Gleichzeitig kündigten Vertreter des Mullah-Regimes an, auf die Angriffe reagieren zu wollen.
Bereits wenige Stunden vor Beginn der Militäraktion hatte Washington die erst vor kurzem gelockerten Sanktionen gegen iranische Ölexporte wieder in Kraft gesetzt. Die ursprünglich auf 60 Tage befristete Ausnahmegenehmigung war Bestandteil eines vorläufigen Verständigungsabkommens zwischen beiden Staaten und sollte begrenzte Ölexporte ermöglichen sowie weitere Verhandlungen über das iranische Atomprogramm erleichtern.
Trotz der militärischen Eskalation hält die US-Regierung nach eigenen Angaben grundsätzlich an einer diplomatischen Lösung fest. Ziel bleibe weiterhin ein umfassendes Abkommen zur Begrenzung des iranischen Atomprogramms sowie eine dauerhafte Stabilisierung der Sicherheitslage im Persischen Golf.
Beobachter warnen jedoch, dass die jüngsten Ereignisse den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus erneut erheblich beeinträchtigen und die Spannungen in der gesamten Region weiter verschärfen könnten. Welche politischen und wirtschaftlichen Folgen die neue Eskalation haben wird, dürfte sich in den kommenden Tagen zeigen.
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