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Erst Vandalen, dann Pfusch: Trumps Reflecting Pool löst sich selbst auf

sbgonti (CC0), Pixabay
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Die Trump-Regierung hat eine Anklage wegen angeblicher Sachbeschädigung am berühmten Reflecting Pool in Washington fallengelassen. Der Grund ist ebenso überraschend wie peinlich: Nicht „kranke, gestörte Vandalen“ sollen das Becken beschädigt haben, sondern offenbar ein hastig ausgeführter und gründlich vermurkster Anstrich.

Mit anderen Worten: Der Täter war wohl kein Mensch mit Messer, sondern ein Bauauftrag mit Zeitdruck.

Betroffen war der frühere Olympionike und Kanute David Hearn. Er war festgenommen worden, nachdem er nach einer Radtour die Oberfläche des Beckens berührt hatte. Ihm drohten im schlimmsten Fall bis zu zehn Jahre Haft.

Nun räumt die Staatsanwaltschaft ein, dass sich die Farbe vermutlich ganz ohne kriminelle Hilfe vom Boden gelöst hat. Schuld seien eine fehlerhafte Installation und der Wunsch gewesen, das Becken rechtzeitig vor den Feierlichkeiten zum 250. Unabhängigkeitstag besonders hübsch aussehen zu lassen.

Das Ergebnis: 16 Millionen Dollar Kosten, abblätternde Farbe, Algen und ein erneut trockengelegtes Becken.

Donald Trump hatte zuvor behauptet, Vandalen hätten mit einer Klinge eine mehrere hundert Fuß lange Furche in das Bauwerk geritzt. Die Realität war offenbar weniger dramatisch: Der neue Belag hielt ungefähr so zuverlässig wie eine Wahlkampfversprechen nach dem Wahltag.

Hearns Anwälte sprechen von Machtmissbrauch und fordern eine Entschuldigung. Sie fassen das Vorgehen der Behörden mit den Worten zusammen: erst schießen, dann zielen.

Besonders pikant ist, dass der Auftrag nach Medienberichten ohne übliches Ausschreibungsverfahren an einen von Trump persönlich ausgewählten Unternehmer vergeben wurde. Das ursprünglich mit weniger als zwei Millionen Dollar kalkulierte Projekt verteuerte sich auf rund 16 Millionen.

Für diesen Preis hätte man offenbar erwartet, dass die Farbe zumindest länger hält als die Anklage.

Das Innenministerium soll der Staatsanwaltschaft zunächst nur unvollständige Informationen geliefert haben. Erst später sei klar geworden, dass nicht Hearn, sondern der Baupfusch für die Schäden verantwortlich war.

Der Reflecting Pool wurde inzwischen zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate abgelassen. Er ist leer.

Ein passendes Symbol für den gesamten Vorgang: viel Geld hineingeschüttet, große Worte gespiegelt – und am Ende nichts drin.

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