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Erst Iran bombardieren, dann in Peking auf Staatsmann machen

GabrielDouglas (CC0), Pixabay
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Donald Trump reist im Mai nach China. Am 14. und 15. Mai will er Xi Jinping treffen, später soll Xi dann in Washington empfangen werden. Das Weiße Haus spricht bereits von „historischen Besuchen“. Das klingt feierlich. Tatsächlich wirkt es eher wie der Versuch, einem geopolitischen Brandstifter schnell noch einen Staatsmann-Anzug überzuziehen.

Denn der China-Besuch war ursprünglich schon für Ende März geplant. Dann kam allerdings ein kleiner Terminkonflikt dazwischen: ein Krieg mit Iran, ausgelöst durch US-israelische Angriffe, gefolgt von Vergeltungsschlägen, einem toten obersten Führer, einer blockierten Straße von Hormus und einer globalen Energiekrise. Mit anderen Worten: Trumps Außenpolitik hat mal wieder jene seltene Qualität erreicht, bei der man nicht mehr sicher ist, ob man Strategie oder Live-Action-Chaos betrachtet.

Also wurde verschoben. Xi habe „Verständnis“ gezeigt, heißt es aus Washington. Sicher. China musste schließlich nur zusehen, wie die USA im Nahen Osten einen weiteren Flächenbrand erzeugen, der Ölpreise hochtreibt, Märkte nervös macht und die Weltwirtschaft belastet. In Peking nennt man so etwas vermutlich nicht „Verständnis“, sondern nützliche Bestätigung eigener Vorurteile über amerikanische Führungskultur.

Jetzt soll Trump in China wieder den großen Dealmaker geben. Der Mann, der sich zu Hause gerade erklären lassen muss, warum seine Wirtschaftswerte abstürzen und warum amerikanische Autofahrer für seine geopolitische Muskelshow an der Zapfsäule blechen, will also in Peking den globalen Taktgeber spielen. Das hat Charme. Oder Größenwahn. Je nach Zeitzone.

Natürlich wird die Reise genau beobachtet werden: Gibt es Signale der Entspannung? Fortschritte im Handelsstreit? Neue Vereinbarungen bei Technologie, Taiwan, Zöllen? Vielleicht. Vielleicht gibt es auch einfach nur die übliche Choreografie: rote Teppiche, ernste Gesichter, strategische Floskeln und anschließend drei widersprüchliche Wahrheiten – eine für Washington, eine für Peking und eine für Truth Social.

Das eigentliche Problem bleibt:
Trump versucht gerade, gleichzeitig Kriegspräsident, Wirtschaftsretter und Weltverhandler zu spielen. Nur leider merkt der Wähler meist zuerst, wenn der Benzinpreis steigt – nicht wenn ein Gipfelfoto gelingt.

Kurz gesagt:
Erst Nahost anzünden, dann in Peking Friedensmiene machen.
Trump nennt das Außenpolitik.
Der Rest der Welt eher: Schadensbegrenzung mit Staatsbankett.

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