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Trump, Iran und der Tankstellenwahlkampf: Wenn Außenpolitik an der Zapfsäule scheitert

PuppypawsAZ (CC0), Pixabay
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Donald Trump wollte Stärke demonstrieren, Entschlossenheit zeigen, Weltpolitik machen. Herausgekommen ist bislang vor allem eines: ein Präsident, der zunehmend dafür verantwortlich gemacht wird, dass Amerika wieder fluchend an der Zapfsäule steht.

Denn so funktioniert Politik in den USA erstaunlich zuverlässig:
Geostrategie ist abstrakt.
Der Benzinpreis ist persönlich.

Neue Umfragen zeigen nun, was eigentlich absehbar war: Trumps ohnehin schwache Werte in Wirtschaftsfragen rutschen weiter ab – und der Iran-Krieg wirkt dabei wie ein Brandbeschleuniger auf einem ohnehin schon lodernden Inflationsfeuer.

Besonders unerquicklich für das Weiße Haus: Trumps Zustimmungswert für die Wirtschaft liegt laut Reuters/Ipsos nur noch bei 29 Prozent. Das ist nicht nur schlecht. Das ist sogar schlechter als Joe Biden in seinen schlimmsten Inflationszeiten. Und in Washington ist es fast schon eine politische Naturgesetzverletzung, wenn ein Republikaner beim Thema Wirtschaft schlechter dasteht als ein Demokrat mit Teuerungsproblem.

Die Wähler senden dabei eine erstaunlich klare Botschaft:
Uns interessiert weniger, ob Teheran atomar ambitioniert ist – wir möchten vor allem wissen, warum Super Plus schon wieder wie flüssiger Luxus riecht.

Laut AP-NORC halten fast genauso viele Amerikaner es für extrem wichtig, steigende Öl- und Gaspreise zu verhindern, wie Iran vom Bau einer Atombombe abzuhalten. Das ist die wahre Weltmachtarithmetik des Jahres 2026:
National Security = Preis pro Gallone.

Trump argumentiert, der Krieg werde langfristig die Ölpreise senken. Das mag geopolitisch vielleicht irgendwann in einem Thinktank-Papier funktionieren. Für den Durchschnittswähler in Ohio klingt es eher wie:
„Bitte zahlen Sie jetzt mehr, damit ich Ihnen später erkläre, warum das strategisch klug war.“

Das Problem: Selbst wenn der Krieg bald endet, bleiben die wirtschaftlichen Folgen. Ölpreise steigen wie Raketen und fallen wie Federn. Und höhere Energiepreise verteuern bekanntlich alles – vom Pendeln bis zum Frühstücksei.

Trump hat also geschafft, was politisch eigentlich schwer ist:
Er hat eine ohnehin fragile Wirtschaftslage aktiv verschlechtert und verkauft das als Führungsstärke.

Im Weißen Haus nennt man das vermutlich geopolitische Entschlossenheit.
An der Zapfsäule heißt es schlicht:
„Wegen diesem Typen zahl ich schon wieder mehr.“

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