Elon Musk wollte OpenAI vor Gericht ordentlich auseinandernehmen. Stattdessen scheiterte der Tech-Milliardär nun an einem Gegner, den selbst er nicht auf Marsmission schicken kann:
der Verjährungsfrist.
Eine Jury in Kalifornien entschied nämlich, dass Musk schlicht zu spät geklagt hat. Richterin Yvonne Gonzalez Rogers machte daraus direkt ein offizielles Urteil. Damit endet Musks Milliardenangriff auf OpenAI vorerst ungefähr so spektakulär wie ein Tesla mit leerem Akku.
Musk wollte praktisch alles
Die Forderungen waren dabei durchaus ambitioniert:
- bis zu 134 Milliarden Dollar Schadenersatz,
- die Absetzung von OpenAI-Chef Sam Altman,
- die Entfernung weiterer Manager
- und am besten gleich die Rückverwandlung von OpenAI in eine wohltätige Organisation.
Oder anders gesagt:
Musk wollte OpenAI ungefähr auf Werkseinstellungen zurücksetzen.
„Ihr habt meine Wohltätigkeit geklaut!“
Besonders emotional:
Musk warf seinen früheren Mitstreitern vor, sie hätten „eine Wohltätigkeitsorganisation gestohlen“.
Das klingt ein bisschen wie:
„Ich wollte die Menschheit retten — und plötzlich verdient jemand Geld damit!“
Dabei hatte Musk selbst OpenAI einst mitgegründet und rund 38 Millionen Dollar beigesteuert. Damals sollte künstliche Intelligenz der Menschheit dienen. Heute bewertet der Markt OpenAI womöglich bald mit einer Billion Dollar.
Man könnte sagen:
Aus „KI für alle“ wurde ziemlich schnell „KI für Investoren“.
Das Problem: Musk wartete zu lange
Die Jury interessierte sich allerdings weniger für philosophische KI-Fragen als für einen eher langweiligen juristischen Punkt:
Wann genau hätte Musk merken müssen, dass OpenAI profitabel wird?
Und da sagte das Gericht sinngemäß:
„Herr Musk… das hätte Ihnen vielleicht schon etwas früher auffallen können.“
In Kalifornien verjähren solche Ansprüche nach drei Jahren. Musk konnte die Geschworenen nicht überzeugen, dass er erst spät Verdacht geschöpft habe.
Was angesichts von Microsoft-Milliarden, Börsenfantasien und ChatGPT-Welteroberung vermutlich tatsächlich etwas schwierig war.
OpenAI kontert trocken
OpenAI wiederum erklärte:
Musk habe Profitmodelle ursprünglich selbst unterstützt und sei erst sauer geworden, als er nicht die Kontrolle über das Unternehmen bekam.
Kurz gesagt:
„Solange Elon dachte, er wird KI-König, war Gewinn offenbar okay.“
Der Krieg der KI-Milliardäre geht weiter
Natürlich kündigte Musks Anwalt sofort Berufung an:
„Dieser Krieg ist nicht vorbei.“
Das klingt inzwischen fast wie ein Marvel-Film:
„Avengers: Rise of the AI Billionaires“.
Denn parallel baut Musk längst seine eigene KI-Firma xAI auf — während OpenAI weiter Milliarden einsammelt.
Fazit
Am Ende bleibt ein herrlich absurdes Bild unserer Zeit:
Milliardäre streiten vor Gericht darüber, wem die künstliche Intelligenz gehört, die angeblich die Menschheit retten oder ersetzen soll.
Und irgendwo sitzt ein normaler ChatGPT-Nutzer, fragt einfach nach einem Lasagne-Rezept — und ahnt nicht, dass im Hintergrund gerade ein Billionenkrieg zwischen Tech-Egos läuft.
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