Bei einem schweren Bootsunglück in der Bucht von San Francisco ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Drei weitere Personen wurden nach dem Kentern eines Ausflugsbootes in der Nähe der Gefängnisinsel Alcatraz vermisst. An der groß angelegten Suchaktion beteiligten sich die US-Küstenwache, Feuerwehren, Polizeieinheiten, Hubschrauber sowie private Schiffe.
Das Unglück ereignete sich am 14. Juli gegen 15.30 Uhr Ortszeit zwischen Alcatraz Island und der Golden Gate Bridge. Zunächst meldeten Anrufer ein brennendes Schiff. Später stellte sich heraus, dass sie offenbar Wasserdampf mit Rauch verwechselt hatten.
Als die ersten Rettungskräfte eintrafen, fanden sie ein gekentertes, mehrstöckiges Boot vor. Nach Angaben der Feuerwehr wurden 17 Menschen aus dem Wasser gerettet. Bei einer schwer verletzten Person leiteten die Einsatzkräfte Wiederbelebungsmaßnahmen ein. Sie starb jedoch wenig später.
Drei der geretteten Passagiere wurden in stabilem Zustand in Krankenhäuser gebracht. Auch ein Hund, der sich an Bord befand, überlebte das Unglück nicht.
Insgesamt sollen sich rund 20 Menschen auf dem Boot befunden haben. Die Behörden hatten zunächst unterschiedliche Angaben zur Zahl der Passagiere und Vermissten gemacht. Spätere Aussagen von Zeugen führten dazu, dass die Zahl der vermissten Personen auf drei und die Gesamtzahl der Beteiligten auf etwa 20 korrigiert wurde.
Das rund 15 Meter lange Schiff war in Kalifornien registriert und zuvor von einem Yachtclub in San Francisco ausgelaufen. Nach Angaben örtlicher Medien handelte es sich bei den Passagieren überwiegend um Familienmitglieder, die während der Fahrt eine Gedenkfeier veranstalteten.
Zeugen berichteten, dass das Boot bei unruhigem Seegang Wasser aufgenommen habe. Kurz darauf kenterte es. Mehrere Menschen sollen ohne Rettungswesten in die Bucht geraten sein.
Die Bedingungen in dem Gewässer gelten als besonders schwierig. Starker Wind, wechselnde Strömungen und Gezeiten erschwerten die Suche nach den Vermissten. Die Wassertemperatur lag zum Zeitpunkt des Unglücks bei ungefähr 16 Grad Celsius.
An der Rettungsaktion waren elf Schiffe, mehrere Hubschrauber, Taucher und Marineeinheiten verschiedener Behörden beteiligt. Die Einsatzkräfte durchsuchten das Gebiet zwischen Alcatraz und der Golden Gate Bridge bis in die Abendstunden.
Überlebende wurden zunächst nach Fort Mason gebracht. Dort richteten die Behörden eine Sammel- und Behandlungsstelle ein. Sanitäter versorgten mehrere Verletzte. Nach ersten Erkenntnissen wurden viele Verletzungen durch den Sturz in das Wasser oder während des Kenterns verursacht.
Das Boot sank schließlich in etwa 36 Metern Tiefe. Nach Angaben der Behörden trat Kraftstoff aus dem Wrack aus. Auf der Wasseroberfläche waren weiterhin persönliche Gegenstände und Trümmerteile zu sehen.
Die Einsatzleitung kündigte an, die Suche über einen längeren Zeitraum fortzusetzen. Wegen der schwierigen Strömungsverhältnisse könne die Operation jedoch erhebliche Zeit in Anspruch nehmen.
Der Bürgermeister von San Francisco sprach der Familie des Todesopfers sein Mitgefühl aus. Er bezeichnete den Einsatz als umfassende Such- und Rettungsaktion und dankte den beteiligten Behörden aus San Francisco, Oakland und der US-Küstenwache.
Die genaue Ursache des Unglücks ist noch unklar. Ermittler müssen nun klären, weshalb das Boot Wasser aufnahm, ob es technisch einwandfrei war und ob ausreichend Rettungsausrüstung für alle Passagiere vorhanden war.
Der Unfall macht erneut auf die Gefahren der Bucht von San Francisco aufmerksam. Das Gebiet rund um Alcatraz ist für starke Strömungen, rasch wechselnde Wetterbedingungen und kaltes Wasser bekannt. Selbst erfahrene Bootsführer können dort innerhalb kurzer Zeit in Schwierigkeiten geraten.
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