Ich hatte genau vor diesem Szenario Angst. Schon seit Wochen lag dieses ungute Gefühl über dem VfL Wolfsburg. Und jetzt ist das passiert, was man sich als Fan niemals vorstellen wollte: Nach 29 Jahren steigt der VfL tatsächlich aus der Bundesliga ab.
Die Niederlage im Relegations-Rückspiel in Paderborn war kaum zu ertragen. Nach der frühen Gelb-Roten Karte gegen Maehle musste die Mannschaft fast das gesamte Spiel in Unterzahl kämpfen. Trotzdem hat man gehofft, gebangt und bis zur Verlängerung an ein Wunder geglaubt. Doch am Ende stand dieses bittere 1:2 – und mit dem Schlusspfiff war klar: Wolfsburg spielt kommende Saison nur noch zweitklassig.
Für viele Außenstehende ist Wolfsburg vielleicht einfach nur „der VW-Klub“. Aber für uns Fans ist dieser Verein ein wichtiger Teil unseres Lebens. Umso schlimmer ist es zu sehen, wie tief der Klub sportlich gefallen ist. Vor wenigen Jahren sprach man noch von Europa, von internationalen Ambitionen und großen Transfers. Jetzt geht es plötzlich um Zweitliga-Stadien, Sparkurse und den kompletten Neustart.
Besonders gespannt bin ich darauf, wie Volkswagen jetzt reagiert. Schon vor Monaten hatte VW angekündigt, alles beim VfL auf den Prüfstand zu stellen. Laut Berichten soll der Etat nun von rund 80 auf etwa 55 Millionen Euro sinken. Natürlich bleibt das im Vergleich zur 2. Liga immer noch enorm viel Geld, aber allein die Tatsache, dass überhaupt so drastisch gekürzt wird, zeigt die Dimension dieses Absturzes.
Auch personell wird sich vieles verändern. Dieter Hecking konnte den Abstieg am Ende nicht verhindern. Trotzdem scheint seine Zeit beim VfL noch nicht vorbei zu sein. Offenbar plant der Verein intern weiter mit ihm – möglicherweise sogar als Geschäftsführer oder Berater mit viel Einfluss. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, was ich davon halten soll. Einerseits bringt Hecking Erfahrung mit, andererseits steht er eben auch für diesen bitteren Abstieg.
Bei den Spielern wird ebenfalls kaum ein Stein auf dem anderen bleiben. Dass Leistungsträger wie Amoura, Majer oder Grabara den Verein verlassen könnten, überrascht niemanden. Und Spieler wie Patrick Wimmer oder Christian Eriksen werden in der 2. Liga kaum zu halten sein. Dazu kommen massive Gehaltseinbußen von angeblich 35 Prozent. Viele Profis werden sich jetzt genau überlegen, ob sie diesen Weg überhaupt mitgehen wollen.
Aber nicht nur der Verein leidet unter dem Abstieg. Auch die Stadt Wolfsburg wird die Folgen spüren. Weniger Gästefans, weniger Aufmerksamkeit, weniger Einnahmen für Hotels und Gastronomie – all das gehört leider ebenfalls zur Realität eines Abstiegs.
Und während Wolfsburg am Boden liegt, feiert Paderborn völlig verdient den Aufstieg in die Bundesliga. Dort wird mit deutlich kleineren Mitteln gearbeitet, aber offenbar mit einem klareren Plan und mehr Leidenschaft. Genau das hat dem VfL zuletzt gefehlt.
Jetzt beginnt die schwerste Phase überhaupt: der Wiederaufbau. Als Fan bleibt einem nichts anderes übrig, als weiter hinter dem Verein zu stehen. Aber eines ist klar: Dieser Abstieg wird Wolfsburg noch lange beschäftigen.
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