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Dynamo Dresden:Endlich wieder Fußball statt „Moin Leute, heute sind wir bei Dynamo!

jorono (CC0), Pixabay
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Ich sag’s als Dynamo-Fan, wie es ist: Danke.

Einfach danke.

Denn irgendwann war der Punkt erreicht, an dem man im Stadion nicht mehr wusste, ob man gerade Fußball schaut oder unfreiwillig Statist in irgendeinem YouTube-Kanal geworden ist.

„Moin Leute, wir sind heute in Dresden!“
Ja, sehen wir. Du stehst seit zehn Minuten vor mir und filmst dich selbst.

Dynamo zieht jetzt die Reißleine und sagt sinngemäß: Wer im Stadion Content produziert, damit Reichweite macht und damit Geld verdient, braucht dafür eine Genehmigung. Punkt.

Private Fotos? Natürlich weiter erlaubt.

Ein kurzes Video von der Choreo? Kein Problem, solange man sich an die Regeln hält.

Aber dieses permanente Kamera-Hochhalten, Moderieren, Reagieren, Reinzoomen und anschließend mit dramatischer Musik „DIE KRASSESTE KURVE DEUTSCHLANDS!!!“ hochladen – darauf können viele Fans ganz hervorragend verzichten.

Ganz ehrlich: Der K-Block ist kein Filmstudio.

Wenn Dynamo spielt, möchte ich das Spiel sehen. Ich möchte fluchen, jubeln, leiden und mich über den Schiedsrichter aufregen. Ich möchte aber nicht plötzlich hinterher feststellen, dass mein völlig entsetztes Gesicht nach einem Gegentor 400.000 Klicks bekommen hat.

Dynamo nennt neben der Stimmung auch die Verwertungsrechte als Grund. Verständlich. Wenn jemand mit Aufnahmen Geld verdient, während Verein und Rechteinhaber leer ausgehen, wird es irgendwann schwierig.

Vor allem geht es aber ums Stadiongefühl.

Ein Fußballstadion lebt davon, dass Menschen gemeinsam etwas erleben. Nicht davon, dass zwanzig Leute gleichzeitig versuchen, ihre eigene Version davon für TikTok zu produzieren.

Und bevor jetzt jemand ruft: „Aber die Reichweite!“

Dynamo Dresden hatte schon Reichweite, als Influencer noch Menschen waren, die ihren Freunden sagten, welche Kneipe gut ist.

Unser Verein braucht niemanden, der fünf Minuten vor Anpfiff erklärt:

„Heute testen wir mal, wie laut die Dynamo-Fans wirklich sind.“

Keine Sorge.

Wenn du im K-Block stehst, wirst du es merken.

Ganz ohne Mikrofon.

Und wahrscheinlich noch zwei Tage später.

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