In Dresden ist den Ermittlern ein besonders schwindelerregendes Fahrgeschäft aufgefallen: Drei Herren im besten Alter – zwischen 49 und 61 Jahren – sollen ein Geldkarussell betrieben haben, das so rasant drehte, dass 470 Anleger den Überblick verloren und am Ende mit leeren Taschen ausstiegen.
Die Polizei rückte am Mittwoch mit einem ganzen Jahrmarkt an: acht Wohn- und Geschäftsräume wurden durchsucht, die Gewinne – pardon, Beweismittel – sichergestellt. Die Staatsanwaltschaft spricht von einem „Geflecht aus 19 Firmen“. Oder, wie man in der Finanzwelt sagt: ein Spinnennetz mit besonders dicker Beute.
Das Trio soll über ein eigenes Finanzierungsunternehmen das Geld von Anlegern eingesammelt haben – angeblich, um Projekte zu finanzieren. Tatsächlich aber wurde das Kapital offenbar nur im Kreis geschickt – wie bei einer Polonäse durchs Firmenkonstrukt. Nur dass am Ende keiner mehr wusste, wer eigentlich führt.
Der Schaden? Rund neun Millionen Euro. Dafür bekommt man in Dresden immerhin ein ganzes Riesenrad – oder eben drei mutmaßliche Hauptdarsteller im Finanzzirkus, die jetzt hoffen, dass sich das Karussell vielleicht doch noch ein letztes Mal zu ihren Gunsten dreht.
Motto des Tages: Wer zu lange im Geldkarussell mitfährt, dem wird irgendwann nicht nur schwindlig – sondern arm.
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