Start Meine Meinung Bilanzen Dr. Marc Vietor und seine audibene GmbH (Hörgeräte) – bilanziell überschuldet?

Dr. Marc Vietor und seine audibene GmbH (Hörgeräte) – bilanziell überschuldet?

0

Dramatisch so könnte man den Anstieg in der Position „nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag“ innerhalb eines Jahres wohl nennen. Von 4 Millionen auf über 16 Millionen! Da wird man schon mal „hinterfragen müssen“, was da passiert ist und was man dagegen von Seiten der Geschäftsführung tun will. Das Unternehmen audibene GmbH ist Teil der Sivantos Holding Germany GmbH / Bilanz siehe unten.

audibene GmbH

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2016 bis zum 30.09.2017

Bilanz zum 30. September 2017

Aktiva

30.9.2017 30.9.2016
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 3.798.681,06 3.660.188,54
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 18.147,22 3.816.828,28 15.084,60 3.675.273,14
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 771.066,74 701.294,53
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 193.721,53 193.721,53
4.781.616,55 4.570.289,20
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Waren 1.199.889,83 849.459,17
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 11.240.484,01 5.883.351,17
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 2.240.992,35 1.161.028,25
3. Sonstige Vermögensgegenstände 1.292.616,25 14.774.092,61 547.476,92 7.591.856,34
– davon aus Steuern EUR 265.052,22 (i.Vj. EUR 105.863,42) –
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 654,09 27.616,92
15.974.636,53 8.468.932,43
C. Rechnungsabgrenzungsposten 673.193,66 348.170,78
D. Aktive latente Steuern 0,00 7.659.726,10
E. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 16.214.971,19 4.468.552,60
37.644.417,93 25.515.671,11

Passiva

30.9.2017 30.9.2016
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 55.382,00 55.382,00
II. Kapitalrücklage 11.524.078,21 11.524.078,21
III. Verlustvortrag -16.048.012,81 -13.175.808,61
IV. Jahresfehlbetrag -11.746.418,59 -2.872.204,20
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag
– Umgliederung 16.214.971,19 4.468.552,60
0,00 0,00
B. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen 2.222.819,52 755.816,80
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.651.644,31 3.602.618,95
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 32.446.868,65 19.811.043,46
3. Sonstige Verbindlichkeiten 323.085,45 538.704,93
– davon aus Steuern EUR 187.071,13 (i.Vj. EUR 0,00) – 35.421.598,41 23.952.367,34
D. Passive latente Steuern 0,00 807.486,97
37.644.417,93 25.515.671,11

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Oktober 2016 bis 30. September 2017

1.10.2016-30.9.2017 1.10.2015.-30.9.2016
EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 34.015.360,36 20.534.794,94
2. Andere aktivierte Eigenleistungen 1.458.854,68 1.765.108,38
3. Sonstige betriebliche Erträge 5.097.797,36 6.994.370,16
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -7.401.782,20 -5.633.053,42
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -6.745.014,13 -14.146.796,33 -5.335.942,73 -10.968.996,15
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -13.236.150,26 -8.387.231,75
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -2.139.499,67 -15.375.649,93 -1.937.483,31 -10.324.715,06
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -1.749.454,62 -1.082.697,46
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -12.759.158,70 -10.171.049,69
– davon aus Währungsumrechnung EUR 129.208,60 (i. Vj. EUR 43.634,01) –
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 17.914,21 0,00
– davon aus verbundene Unternehmen EUR 0,00 (i. Vj. EUR 0,00) –
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.305.838,04 -792.099,49
– davon an verbundene Unternehmen EUR 1.211.551,30 (i. Vj. EUR 792.099,49) –
10. Abschreibungen auf Finanzanlagen 0,00 -25.999,00
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -6.999.447,58 1.199.079,17
– davon für latente Steuern EUR 6.852.239,13 (i. Vj. EUR 1.199.079,17) –
12. Jahresfehlbetrag -11.746.418,59 -2.872.204,20

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2016 bis 30. September 2017

Allgemeine Angaben zu Inhalt und Gliederung des Jahresabschlusses

Die audibene GmbH hat ihren Sitz in Berlin und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Charlottenburg (Register Nummer HRB 141089 B). Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 01. Oktober 2016 bis zum 30. September 2017 wurde gemäß den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches für Kaufleute (§§ 242 ff. HGB) in der Fassung des Bilanzrichtilinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG), den ergänzenden Vorschriften für Kapitalgesellschaften (§§ 264 ff. HGB) und den Regelungen des GmbH-Gesetzes aufgestellt.

Der Abschluss umfasst die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung und den Anhang (einschließlich Anlagenspiegel). Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Nach den in § 267 HGB angegebenen Größenklassen hat die Gesellschaft erstmalig bei der Bilanzsumme und der Mitarbeiterzahl die Größenkriterien für eine große Kapitalgesellschaft überschritten. Da die Rechtsfolgen der Merkmale nach den Absätzen 1 bis 3 Satz 1 § 267 nur eintreten, wenn sie an den Abschlussstichtagen von zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren überschritten werden, sind für dieses Geschäftsjahr die Vorschriften für mittelgroße Kapitalgesellschaften zu beachten.

Die Gesellschaft hat von den Erleichterungsvorschriften entsprechend § 288 Abs. 2 HGB teilweise Gebrauch gemacht.

Der Fortbestand der Gesellschaft ist von der Aufrechterhaltung der finanziellen Unterstützung durch die Sivantos Gruppe (unter Berücksichtigung des Cash-Pools) abhängig. Da die Geschäftsführung auf Grundlage der Business-Planung und der Patronatserklärung des Gesellschafters davon ausgeht, diese Unterstützung auch künftig zu erhalten, sieht sie den Fortbestand als überwiegend wahrscheinlich an und hat den Jahresabschluss unter Zugrundelegung der Going-Concern-Prämisse aufgestellt.

Mit Inkrafttreten des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) und damit der Anwendung der Neudefinition der Umsatzerlöse nach § 277 Abs. 1 HGB ergeben sich in der Gesellschaft Verschiebungen zwischen den Umsätzen und den sonstigen betrieblichen Erträgen. Sonstige betriebliche Erträge mit verbundenen Unternehmen soweit sie nicht lediglich eine Weiterbelastung von Leistungen Dritter darstellen wurden in die GuV-Position Umsatzerlöse umgegliedert. Die Vorjahreszahlen wurden nicht angepasst. Insoweit ist die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr eingeschränkt.

Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Gesellschaft hat in Übereinstimmung mit dem Ansatzwahlrecht des § 248 Abs. 2 HGB im Geschäftsjahr Aufwendungen für die Entwicklung von Software als selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens aktiviert. Die Bewertung erfolgte zu Herstellkosten gem. § 255 Abs. 2 und Abs. 2a HGB. Dabei wurde die handelsrechtliche Wertuntergrenze gem. § 255 Abs. 2 HGB zur Anwendung gebracht. Die Abschreibung abnutzbarer selbstgeschaffener immaterieller Vermögensgegenstände erfolgt linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer von 3 bis 5 Jahren.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterlagen, um planmäßige Abschreibungen gemäß der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer vermindert. Die Abschreibung erfolgt linear und entspricht im Wesentlichen den steuerlichen Abschreibungssätzen.

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Grundlage der planmäßigen Abschreibung ist die voraussichtliche Nutzungsdauer des jeweiligen Vermögensgegenstandes. Die Abschreibungen werden nach der linearen Methode vorgenommen und entsprechen im Wesentlichen den steuerlichen Abschreibungssätzen.

Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis zu EUR 410 werden im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben.

Die Finanzanlagen enthalten Anteile an verbundenen Unternehmen. Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten angesetzt.

Soweit bei einem Vermögensgegenstand des Anlagevermögens eine dauerhafte Wertminderung vorliegt, erfolgt eine Abwertung auf den niedrigeren beizulegenden Wert. Wertaufholungen erfolgen unter Beachtung des Anschaffungskostenprinzips.

Die Vorräte werden zu Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips angesetzt.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden zum Nennwert bzw. unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken zum niedrigeren beizulegenden Wert bewertet.

Die Bewertung der flüssigen Mittel erfolgt zum Nennwert.

Rückstellungen werden nur für die in § 249 Abs. 1 HGB genannte Fälle gebildet. Die Rückstellungen werden mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag bewertet. Dabei werden Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt, soweit für ihren Eintritt hinreichend konkrete Anhaltspunkte vorliegen. Soweit Rückstellungen eine Laufzeit von über einem Jahr aufweisen, werden sie nach § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB abgezinst.

Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden zum Abschlussstichtag zum Devisenkassamittelkurs gemäß § 256a HGB umgerechnet. Zum Bilanzstichtag eingetretene Kursgewinne werden realisiert, soweit die Restlaufzeit der Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten bis zu einem Jahr beträgt. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden Vermögensgegenstände mit dem niedrigeren und Verbindlichkeiten mit dem höheren relevanten Stichtagskurs angesetzt. Wertaufholungen erfolgen unter Beachtung des Anschaffungskostenprinzips.

Latente Steuern werden auf unterschiedliche Wertansätze zwischen Handels- und Steuerbilanz sowie bestehende Verlustvorträge gebildet. Der Berechnung latenter Steuern wurde ein Steuersatz von 30,175 % (Gewerbesteuersatz von 14,35 %, Körperschaftsteuersatz von 15 % und Solidaritätszuschlag von 5,5 %) bzw. 35% für die französiche Betriebsstätte zugrunde gelegt. Die latenten Steuern wurden in diesem Geschäftjahr verrechnet. Die aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge wurden sowohl für Deutschland als auch für die französische Betriebsstätte im Geschäftsjahr bis zur Höhe der bestehenden passiven latenten Steuern aufgelöst (Steuersatz 35 % für Frankreich, 30,175 % für Deutschland). Die Auflösung i. H. v. TEUR 6.852 resultiert aus der anhaltenden Verlustsituation und hat die Ertragslage wesentlich belastet. Verrechnet wurden die passiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 844 (i. Vj. TEUR 807) insoweit steuerliche Verlustvorträge diese in Zukunft ausgleichen.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel (Anlage zum Anhang) dargestellt. Entwicklungskosten selbst geschaffener Software wurden vom 01.10.2016 bis zum 30.09.2017 in Höhe von EUR 1.458.854,68 zzgl. direkt aktivierter Fremdleistungen in Höhe von EUR 166.373,32 aktiviert. Der Buchwert der selbst erstellten immateriellen Vermögensgegenstände unter Berücksichtigung der bereits im Vorjahr aktivierten Beträge und der kumulierten Abschreibung beträgt zum 30. September 2017 EUR 3.798.681,06.

Die Finanzanlagen beinhalten folgende Beteiligungen an verbundenen Unternehmen:

Sitz Ort/Land Höhe des Anteils Eigenkapital Jahresergebnis
Firma Ort/Land % EUR EUR
audibene GmbH 1 Zürich, Schweiz 100 -1.544.630,00 – 425.481,00
audibene B.V. 2 Apeldoom, Niederlande 100 -1.019.343,00 -415.912,00
Ihre Hörgeräte Beratung GmbH 3 Berlin, Deutschland 100 -14.820,00 -806
Audicare Hearing Experts Malaysia Snd Bhd 4 Kuala Lumpur, Malaysia 100 -1.997.640,00 -1.169.210,00
hearcom Ltd. West Sussex, Großbritannien 100 – 504.843,00 Liquidation im Geschäftsjahr
hear.com – Simply Good Hearing Inc. 5 Kitchener, Kanada 100 -1.191.370,00 -952.587,00

1) Gem. letztem vorliegenden Jahresabschluss, erstellt von einem externen Steuerberater (30.9.2016). Feststellung liegt nicht vor.
2) Gem. letztem vorliegenden Jahresabschluss, erstellt von einem externen Steuerberater (30.09.2015). Feststellung liegt nicht vor.
3) Festgestellter Jahresabschluss 31.12.2016
4) Festgestellter und geprüfter Jahresabschluss 30.09.2016
5) Gem. Reporting 16/17 da noch keine geprüften, festgestellten Zahlen vorliegen

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig. Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten eine Forderung an das Finanzamt aus Umsatzsteuern in Höhe von EUR 265.052,22 (i. Vj. EUR 105.863,42).

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 1.222.157,46 (i. Vj. EUR 1.161.028,25) und Forderungen aus dem gewährten Darlehen an die Tochtergesellschaft in Malaysia in Höhe von EUR 1.018.834,89 (i. Vj. EUR 0,00).

Eigenkapital

Unter Berücksichtigung des Jahresverlustes von EUR 11.746.418,59 ergibt sich ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag von EUR 16.214.971,19.

Angabe nach § 285 Nr. 28 HGB – Ausschüttungssperre

In Höhe der folgenden Beträge ergibt sich gemäß § 268 Abs. 8 HGB eine Ausschüttungssperre:

aus der Aktivierung selbstgeschaffener Software (Restbuchwert) 3.798.681,06 EUR
Zwischensumme 3.798.681,06 EUR
abzüglich passive latente Steuern (in diesem Jahr verrechnet) 0,00 EUR
Angabe nach § 285 Nr. 28 HGB 3.798.681,06 EUR

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für ausstehende Rechnungen (EUR 1.698.621,46, i. Vj EUR 140.799,00), Bonuszahlungen für Mitarbeiter (EUR 129.600,00, i. Vj. EUR 259.784,14), ausstehenden Urlaub (EUR 126.810,25, i. Vj. EUR 136.100,13), Provisionen (EUR 108.501,49, i. Vj. EUR 111.072,50), Abschluss- und Prüfungskosten (EUR 55.680,02, i. Vj. EUR 25.000,00), Beiträge für die Berufsgenossenschaft (EUR 36.997,55, i. Vj. EUR 37.280,03) sowie für Beträge für die Schwerbehindertenabgabe (EUR 31.608,75, i. Vj. EUR 25.781,00) gebildet.

Der Anstieg der Rückstellungen für ausstehende Rechnungen um TEUR 1.558 auf TEUR 1.699 resultiert hauptsächlich aus dem Anstieg für ausstehende Lieferanten-Rechnungen in Höhe von TEUR 1.104.

Verbindlichkeiten

davon mit einer Restlaufzeit
Gesamtbetrag 30.09.2017 bis zu einem Jahr von einem bis zu fünf Jahren über fünf Jahre
EUR EUR EUR EUR
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.651.644,31 2.651.644,31 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 32.446.868,65 32.446.868,65 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 323.085,45 323.085,45 0 0
Insgesamt 35.421.598,41 35.421.598,41 0 0

Der Betrag der Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr beträgt EUR 35.421.598,41 (i. Vj. EUR 23.952.367,34).

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stellen die Verbindlichkeiten aus dem Cash Pooling gegenüber der Sivantos Pte. Ltd., Singapur, dar.

Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 323.085,45 (i. Vj. EUR 538.704,93) umfassen im Wesentlichen solche aus Lohn- und Kirchensteuern sowie Löhnen und Gehältern.

Latente Steuern

Die latenten Steuersalden entwickelten sich im Lauf des Geschäftsjahres wie folgt:

in EUR 01.10.2016 Veränderung 30.09.2017
Aktive latente Steuer 7.659.726,10 -7.659.726,10 0,00
Passive latente Steuer 807.486,97 807.486,97 0,00

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum 30.09.2017 beliefen sich die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus Mietverträgen auf insgesamt EUR 4.608.768,00 (bis 1 Jahr EUR 572.857,00, 2-5 Jahre EUR 2.343.728,00 und über 5 Jahre EUR 1.692.183,00).

Neben den Mietverhältnissen bestehen Zahlungsverpflichtungen aus 11 KFZ-Leasingverträgen mit einer monatlichen Gesamtbelastung von EUR 7.099,20. Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus Leasingfahrzeugen betrugen zum 30. September 2017 EUR 145.104,08 (bis 1 Jahr EUR 79.393,12, 2-5 Jahre EUR 65.710,96).

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse beinhalten in Abweichung zum Vorjahr die Erlöse aus der Weiterbelastung von Personalkosten an die Tochtergesellschaften inklusive Markup von EUR 7.324.111,26. Diese wurden im Vorjahr (vor BilRUG) unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Die Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Hörgeräten belaufen sich somit auf EUR 26.691.249,10 (i. Vj. EUR 19.347.338,62). Die Umsatzerlöse d. Vj. i. d. F. d. BilRuG würden TEUR 24.792 betragen.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge betragen TEUR 5.097. Im Vorjahr waren TEUR 6.994 ausgewiesen. Von den im Vorjahr ausgewiesenen TEUR 6.994 entfielen TEUR 4.257 auf die Weiterbelastung von Personalkosten an die Tochtergesellschaften inklusive Markup. Diese Erträge werden nach BilRUG nunmehr unter den Umsatzerlösen ausgewiesen.

Materialaufwand

Der Materialaufwand für den Verkauf von Hörgeräten belief sich auf EUR 14.146.796,33 (i. Vj. EUR 10.968.996,15).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die Aufwendungen betreffen überwiegend Marketingkosten, IT-Kosten, Reisekosten und Verwaltungskosten.

Forschungs- und Entwicklungskosten

Die Gesellschaft betreibt keine Forschung. Die Entwicklungskosten des Geschäftsjahres betragen EUR 1.458.854,68. Diese sind unter den selbst erstellten immateriellen Vermögensgegenständen aktiviert worden.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Position enthält im Wesentlichen einen Aufwand von EUR 7.696.767,67 aus der Auflösung der aktivierten latenten Steuern sowie einen Ertrag von EUR 844.528,54 (bezogen auf die selbst erstellten immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögen zum 30.09.2017) aus der Auflösung der passiven latenten Steuern. Die Auflösung erfolgte unter Berücksichtigung, dass die Verlustvorträge bzw. deren latenten Steuern ausreichend vorhanden sind. Es erfolgt ein saldierter Ausweis, so dass netto TEUR 6.852 Aufwendungen aus latenten Steuern gebucht ausgewiesen sind.

Vorschlag zur Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt dem Gesellschafter die folgende Ergebnisverwendung vor: der Jahresfehlbetrag beträgt EUR 11.746.418,59 und soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.

Sonstige Pflichtangaben

Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr waren neben den Geschäftsführern durchschnittlich 320 (i. Vj. 246) Angestellte bei der Gesellschaft beschäftigt. Darunter waren 163 (i. Vj. 120) Frauen und 157 (i. Vj. 126) Männer.

Mutterunternehmen und Konzernzugehörigkeit

Die Anteile an der audibene GmbH werden zu 100% von der Sivantos Holding Germany GmbH, Erlangen, gehalten.

Die audibene GmbH, Berlin, wird im Rahmen der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss des mittelbaren Mutterunternehmens Auris Luxembourg II S.A., Luxemburg, der nach den IFRS, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt wird, einbezogen. Dieser stellt den größten und zugleich kleinsten Kreis der Unternehmen, in den die audibene GmbH einbezogen wird, dar. Der Konzernabschluss und Konzernlagebericht der Auris Luxembourg II S.A. für das zum 30.09.2017 endende Geschäftsjahr werden in deutscher Sprache im elektronischen Bundesanzeiger durch die Sivantos Holding Germany GmbH bekannt gemacht. Gemäß § 291 Abs. 1 HGB ist die audibene GmbH von der Verpflichtung, einen eigenen Konzernabschluss und Konzernlagebericht aufzustellen, befreit.

Geschäftsführung

Die Geschäfte des Unternehmens werden durch folgende Personen geführt:

Erster Geschäftsführer: Dr. Marco Vietor (Kaufmann) Business development, Finanzen, HR
Weiterer Geschäftsführer: Paul Crusius (Kaufmann) Sales, Procurement, Operations, Product
Weiterer Geschäftsführer: Marco Wiesmann (Kaufmann) Marketing, Plattform, IT Conversion-Management

Die Bezüge der Geschäftsführer für das Geschäftsjahr betragen TEUR 290.

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag haben sich nicht ergeben.

Unterschrift der Geschäftsleitung

 

Berlin, 22. Dezember 2017

audibene GmbH

Anlagenspiegel zum 30. September 2017
audibene GmbH, 10437 Berlin

Anschaffungs- und Herstellungskosten
historische AHK 30.09.2016 Zugänge in Periode Abgänge historische AHK 30.09.2017
Posten des Anlagevermögens EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 4.820.411,09 1.625.228,00 0,00 6.445.639,09
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 17.468,60 5.966,62 0,00 23.435,22
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 4.837.879,69 1.631.194,62 0,00 6.469.074,31
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.120.727,36 331.698,87 60.032,11 1.392.394,12
Summe Sachanlagen 1.120.727,36 331.698,87 60.032,11 1.392.394,12
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 219.720,53 219.720,53
Summe Finanzanlagen 219.720,53 0,00 0,00 219.720,53
6.178.327,58 1.962.893,49 60.032,11 8.081.188,96
Abschreibungen
Abschreibungen kumuliert 30.09.2016 Abschreibungen des Geschäftsjahres Abgänge Abschreibungen kumuliert 30.09.2017
Posten des Anlagevermögens EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.160.222,55 1.486.735,48 0,00 2.646.958,03
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.384,00 2.904,00 0,00 5.288,00
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 1.162.606,55 1.489.639,48 0,00 2.652.246,03
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 419.432,83 259.815,14 57.920,59 621.327,38
Summe Sachanlagen 419.432,83 259.815,14 57.920,59 621.327,38
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 25.999,00 0,00 0,00 25.999,00
Summe Finanzanlagen 25.999,00 0,00 0,00 25.999,00
1.608.038,38 1.749.454,62 57.920,59 3.299.572,41
Buchwert 30.09.2016 Buchwert 30.09.2017
Posten des Anlagevermögens EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 3.660.188,54 3.798.681,06
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 15.084,60 18.147,22
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 3.675.273,14 3.816.828,28
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 701.294,53 771.066,74
Summe Sachanlagen 701.294,53 771.066,74
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 193.721,53 193.721,53
Summe Finanzanlagen 193.721,53 193.721,53
4.570.289,20 4.781.616,55

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2016 bis 30. September 2017

1. Grundlagen der Gesellschaft

Geschäfts- und Rahmenbedingungen

Die audibene GmbH (kurz „audibene“) wurde 2012 gegründet und hat ihren Firmensitz in Berlin. Die Erlöse des Unternehmens werden im Wesentlichen durch den Verkauf von Hörgeräten und Zubehör an Endkunden erzielt.

Die audibene GmbH hält 100 % der Anteile an mehreren Tochterfirmen (audibene GmbH, Schweiz; audibene BV, Niederlande; Audiocare Hearing Experts Malaysia Sdn Bhd, Malaysia; Ihre Hörgeräte Beratung GmbH, Berlin; hearcom Ltd., Großbritannien und hear.com – Simply Good Hearing Inc., Kanada. An der Soundrise hearing solutions Pvt. Ltd, Indien, wird eine Aktie gehalten, was einem Anteil von 0,1 % entspricht. Die Gesellschaft hat zudem eine Niederlassung in Paris, Frankreich.

Die Sivantos Holding Germany GmbH in Erlangen (ehemals Auris Holding GmbH) hält 100 % der Anteile der Gesellschaft.

Alle Tochtergesellschaften verkaufen in ihren jeweiligen Märkten Hörgeräte und Zubehör an Endkunden.

Kunden von der audibene GmbH sind zum ganz überwiegenden Teil Endverbraucher. Der Verkauf erfolgt dabei in einem mehrstufigen Prozess, der eine Online-Kundenansprache, eine intensive telefonische Beratung sowie eine Anpassung der Hörgeräte vor Ort durch Partnerakustiker miteinander verbindet.

Der Hörgerätemarkt ist in Deutschland um 5,5% im Jahr 2016 gewachsen. Erstmals waren im Jahr 2016 die Receiver-in-Canal-Geräte (RIC) mit einem Anteil von 46 Prozent die umsatzstärkste Bauform. Hierbei handelt es sich um ein hinter dem Ohr getragenes Hörgerät. Allerdings befindet sich dabei nicht die komplette Technik hinter dem Ohr wie bei konventionellen Modellen, sondern der Lautsprecher/Hörer (engl. receiver) liegt direkt im Gehörgang (engl. in canal). Am dynamischsten wuchs weiterhin das Segment der Hörgeräte, die im Ohr getragen werden (IdO). Der Umsatz mit dieser Bauform steigerte sich in 2016 um 27 Prozent auf einen Anteil von 11 Prozent am Gesamtumsatz. 1

Sowohl bei den RIC- als auch bei den IdO-Geräten zeichnete sich ein deutlicher Trend hin zu technisch hochwertig ausgestatteten Modellen ab. Dies trug maßgeblich zur Erhöhung des Gesamtdurchschnittspreises im Hörgerätemarkt bei. Das Wachstum von audibene geht über dieses Marktwachstum bei weitem hinaus.

1 Pressemitteilung GFK, Nürnberg, 16. März 2017

Die audibene GmbH wurde im Jahr 2012 gegründet und befindet sich weiterhin in der Wachstumsphase, die durch konstant starkes Wachstum und Investitionen in Kapazitäten und Technologien geprägt ist. Audibene erwirtschaftete daher auch im abgelaufenen Geschäftsjahr ein negatives Ergebnis. Die operative Effizienz wurde allerdings in einer ganzen Reihe von Dimensionen / KPIs deutlich gesteigert, so wurde die Anzahl der Verkäufe pro Mitarbeiter gesteigert sowie die Sales- und Marketingkosten pro verkauften Gerät deutlich gesenkt.

Entwicklung

Audibene betreibt keine eigenen Forschungsaktivitäten. Audibene betreibt eine eigene Softwareentwicklung, die die wesentlichen Sales Systeme weiterentwickelt und an die Bedürfnisse der Kunden und Partner anpasst.

2. Wirtschaftsbericht

Geschäftsverlauf

Innovative Produktneuerungen, die konsequente Ausrichtung der Marketing-Aktivitäten auf die relevante Zielgruppe sowie eine gute Reputation als anerkannter Anbieter für eine Versorgung mit hochwertigen Hörgeräten mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis sicherten audibene im vergangenen Geschäftsjahr ein sehr starkes Wachstum von über 38% (Umsatz Hörgeräte: TEUR 26.691 (i. Vj. TEUR 19.347). Trotz der wachsenden Anforderungen im relevanten Markt konnte sich audibene den Marktanteil in Deutschland weiterausbauen. Audibene investiert weiterhin massiv um die Kunden- und die Partnerzufriedenheit weiter deutlich zu steigern. Der weitere Umsatzanstieg ist im Wesentlichen auf den BilRuG-Effekt zurückzuführen.

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Die Ertragslage der Gesellschaft stellt sich wie folgt dar:

Okt 2016 bis Sept 2017 Okt 2015 bis Sept 2016
TEUR TEUR
Umsatzerlöse 34.015 20.535 2
– Andere aktivierte Eigenleistungen 1.459 1.765
– Sonstige betriebliche Erträge 5.098 6.994
– Materialaufwand -14.147 -10.969
– Personalaufwand -15.376 -10.325
– sonstige betriebliche Aufwendungen -12.759 -10.171
EBITDA -1.710 -2.170
– Abschreibungen -1.749 -1.083
EBIT -3.459 -3.253
± Finanzergebnis -1.288 -818
davon Zinsaufwendungen Verb. Unternehmen -1.212 -792
Steuern vom Einkommen und Ertrag -6.999 1.199
Ergebnis nach Steuern/Jahresfehlbetrag -11.746 -2.872

2 Umsatz 2015/2016 in der Fassung des BilRuG: TEUR 20.535+ TEUR 4.257 = TEUR 24.792

Die audibene GmbH konnte im Geschäftsjahr 2016/2017 den monatlichen Umsatz (erster wesentlicher finanzieller Leistungsindikator) gegenüber der Vergleichsperiode deutlich steigern. Das prognostizierte deutliche Umsatzwachstum für das Geschäftsjahr konnte somit erreicht werden. Die Umsätze der audibene GmbH werden dabei fast ausschließlich in Deutschland erzielt.

Durch die Anwendung des BilRuG wurden EUR 7,3 Mio in die Umsatzerlöse umgegliedert. Die Erträge aus Weiterbelastungen von Kosten an andere audibene Gesellschaften wurden im Vorjahr in Höhe von EUR 4,3 Mio in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.

Der Materialaufwand betrug TEUR 14.147 (TEUR 10.969) im Geschäftsjahr.

Die Summe der Aufwendungen für Personal lag bei TEUR 15.376. Die Anzahl der beschäftigten Personen stieg vom 01.10.2016 zum 30.09.2017 von 259 auf 368. In Verbindung mit dem deutlich gestiegenen Umsatz ist die Personalaufwandsquote von 50 % auf 45 % gefallen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr absolut gestiegen (prozentual zum Umsatz allerdings von 50 % auf 38 % gefallen). Absolut betrachtet haben sich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen durch einen Anstieg der variablen Kosten (IT-Kosten, Reisekosten, Office-Kosten, sonstige) und weiterhin angestiegenen Marketingkosten gegenüber dem Vorjahr erhöht.

Es wurde die Prognose für das EBT (Vorjahr) auf Grund von Investitionen in Sales, Marketing und IT nicht erreicht.

Das EBITDA (zweiter wesentlicher finanzieller Leistungsindikator) ist mit TEUR -1.710 entsprechend der festgelegten Wachstums- und Investitionsstrategie noch negativ. Es erfolgte eine Anpassung des zweiten finanziellen Leistungsindikators von EBT auf EBITDA, da das EBITDA im Sivantos Konzern und aus unserer Sicht die zentrale KPI zur Messung der Planerreichung ist. Die Gesellschaft hat in Deutschland im Zeitraum Juni bis September des Geschäftsjahres auf Grund des stark gestiegenen Umsatzes erstmalig auf Monatsbasis positive EBITDAs erwirtschaftet.

Der Jahresfehlbetrag betrug TEUR -11.746 (i. Vj. TEUR -2.872). Ursächlich für den Verlust war, neben dem Aufwand aus der Auflösung der aktiven latenten Steuern von TEUR 6.852 ebenso wie im Vorjahr, eine massive Investition in zukünftiges Wachstum wie z.B. Sales, IT, Marketing etc. Audibene investiert weiterhin massiv in den Ausbau der Gesellschaft um auch in den nächsten Jahren ein sehr hohes Wachstum aufzuweisen.

Das Geschäftsjahr war geprägt durch Investitionen in Wachstum im In- und Ausland, um das Geschäft weiter zu skalieren und die Kunden- und Partnerzufriedenheit deutlich zu erhöhen.

Die nachfolgende Übersicht zeigt wesentliche Posten zur Finanz- und Vermögenslage:

30.09.2017 30.09.2016
TEUR TEUR
Anlagevermögen 4.782 4.570
Umlaufvermögen (ohne Liquidität), ARAP 15.974 8.441
Kasse, Bank 1 28
ARAP 673 348
Aktive Latente Steuern 0 7.660
nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 16.215 4.469
Summe Aktiva 37.644 25.516
30.09.2017 30.09.2016
TEUR TEUR
Eigenkapital 0 0
Rückstellungen 2.223 756
Verbindlichkeiten 35.422 23.952
Passive Latente Steuern 0 807
Summe Passiva 37.644 25.516

Insbesondere getätigte Investitionen in das immaterielle Vermögen in Höhe von TEUR 1.631 und die Investitionen in Betriebs- und Geschäftsausstattung von TEUR 332 haben zu einem Aufbau des Anlagevermögens um TEUR 211 auf insgesamt TEUR 4.782 geführt.

Die Vorräte haben sich um TEUR 350 auf TEUR 1.200 aufgrund des höheren (auch geplant höheren) Geschäftsvolumens erhöht.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen erhöhten sich auf um TEUR 1.080 auf TEUR 2.241 durch das Gewähren eines Darlehens an die Tochtergesellschaft in Malaysia über 5 Mio MYR. Der geringe Kassenbestand beruht auf der Anbindung an das Clearing der Konten über das Cash Pooling.

Die aktiven latenten Steuern wurden aufgrund der anhaltenden Verlustsituation netto i. H. v. TEUR 6.852 aufgelöst.

Das Eigenkapital hat sich gegenüber dem 30.09.2016 durch den Jahresverlust von TEUR 11.746 reduziert, der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag hat sich auf TEUR 16.215 erhöht.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben sich um TEUR 951 auf TEUR 2.652 reduziert. Im ähnlichen Maße hat sich die Rückstellung für ausstehende Rechnung erhöht.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (Cash Pooling) haben sich im Berichtszeitraum infolge des Mittelabflusses aus der operativen Tätigkeit sowie der Finanzierung des Wachstums und der weltweiten Expansion um TEUR 12.636 auf TEUR 32.447 deutlich erhöht. Den Gesellschaften in der Sivantos Gruppe stehen gute Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung. So kann die Expansion in neue Märkte deutlich schneller realisiert werden. Zudem können Investitionen zur Steigerung der Effizienz deutlich schneller durchgeführt werden.

Finanzlage

Durch den Cash-Zufluss aus der Cash-Pool-Finanzierung in Höhe von TEUR 12.636 wurde der Gesellschaft durch ein verbundenes Unternehmen Liquidität zugeführt. Diese wurde zum Ausgleich negativer operativer Cashflows und für Investitionen verwendet. Am 30. September 2017 waren flüssige Mittel in Höhe von TEUR 1 vorhanden. Die Cash-Pool-Verbindlichkeit beträgt TEUR 32.447 (i. Vj. TEUR 19.811). Das Working Capital (Umlaufvermögen abzgl. Rückstellung und Verbindlichkeiten) ist stark negativ.

Die Gesellschaft war im Geschäftsjahr durch die Teilnahme am Cash Pooling jederzeit in der Lage, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Die Inanspruchnahme des CashPools ist betragsmäßig nicht limitiert. Wir verweisen auf die Ausführungen zu den Finanzierungsrisiken im Risikobericht.

Gesamtaussage

Die Vermögens- und Finanzlage ist unter Berücksichtigung der finanziellen Unterstützung durch die Sivantos-Gruppe geordnet. Die Ertragslage im Geschäftsjahr 2016/2017 war von deutlichem Wachstum geprägt.

3. Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Kunden

Da die Gesellschaft im Wesentlichen im Endkundenbereich tätig ist, ist die Zufriedenheit unserer Kunden entscheidend für den langfristigen Geschäftserfolg und eine zentrale KPI. Die zentrale Bedeutung einer kundenorientierten Unternehmensausrichtung offenbart sich in vielen Bereichen. So verfügt audibene z. B. über einen eigenen kostenlosen Kundenservice, der sehr professionell die entstehenden Kundenkontakte abdeckt. Zudem wurde die Messung des NPS (Net Promotor Score) als KPI weltweit eingefügt, um die Kundenzufriedenheit nach jedem Kauf oder Nicht-Kauf zu messen und auszuwerten.

Mitarbeiter

Zentraler Bestandteil für den Erfolg von audibene ist eine hochmotivierte und qualifizierte Belegschaft. Von daher ist eine nachhaltige Personalpolitik entscheidend für unseren Unternehmenserfolg. Um das nachhaltige Wachstum der Gesellschaft kontinuierlich mit entsprechendem Fachpersonal zu unterstützen, wurde der Personalbestand von 259 zum 30.09.2016 auf 368 zum 30.09.2017 erhöht.

Dank dieser und weiterer Personalinstrumente, wie z. B. der Weiterbildung, Familienfreundlichkeit und flexibler Arbeitszeiten, erreicht die audibene GmbH eine hohe Mitarbeitermotivation, die sich in Kennzahlen wie einer geringen Fluktuation und einem geringen Krankenstand widerspiegelt.

Marketing & Vertrieb

Der Vertriebskanal der audibene GmbH ist der Onlinehandel, dort wiederum der eigene Webshop. Entsprechend hohe Aufmerksamkeit wird auf Online-Marketing-Instrumente und deren Steuerung gelenkt. Die relevanten Steuerungskennzahlen unterteilen sich hierbei in reine Vertriebskennzahlen, aber auch auf den Onlinehandel fokussierte Kennzahlen zur Erfolgsmessung des Onlineshops und entsprechender Marketinginstrumente. Auf der Vertriebsseite steht der Auftragseingang im Fokus. Im Bereich Online Marketing sind Kennzahlen wie Besucherzahlen und Warenkorbwert von hoher Bedeutung.

Zudem wurden wesentliche Kooperation mit großen deutschen Krankenversicherungen wie der ERGO und der Allianz eingegangen.

4. Risiko-/Chancenbericht für 2017/2018

Die audibene GmbH verfügt über ein internes Überwachungs- und Frühwarnsystem, welches kontinuierlich erweitert, präzisiert und aktualisiert wird.

Die Gesamtrisikosituation der audibene GmbH setzt sich aus verschiedenen Einzelrisiken zusammen. Zur Bewertung der Risiken wurde das Bruttoverfahren angewendet, um eine möglichst umfassende Darstellung der Risiken vorzunehmen. Die Gegenmaßnahmen werden unter den jeweiligen Risiken aufgeführt.

Aus Sicht der Geschäftsführung überwiegen die Chancen deutlich mögliche Risiken.

Folgende berichtsrelevanten Einzelrisiken wurden identifiziert:

Finanzwirtschaftliche Risiken

Die Gesellschaft weist einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Jahresfehlbetrag, ein negatives working capital und geringe liquide Mittel aus. Begründet ist dies durch das starke Wachstum, in der die Gewinnschwelle noch nicht erreicht ist. Die Gesellschaft hat in Deutschland im Zeitraum Juni bis September des Geschäftsjahres auf Grund des stark gestiegenen Umsatzes erstmalig auf Monatsbasis positive EBITDAs erwirtschaftet. Unter dem Gesellschafter Sivantos Holding Germany GmbH und dessen strategischer Ausrichtung in Bezug auf die Gesellschaft sehen wir in 2018 und 2019 keine Liquiditätsrisiken – die zur Durchführung des für 2017/2018 beschlossenen Businessplans notwendige Finanzierung wird mit dem alleinigen Gesellschafter nach Bedarf geklärt. Darüber hinaus hat der Gesellschafter eine bis zum 30.09.2019 befristete und betragsmäßig auf TEUR 18.000 begrenzte Patronatserklärung ausgestellt. Aufgrund der erwarteten Ergebnisverbesserung, die sich auch auf die Liquidität auswirken wird, der Patronatserklärung des Gesellschafters und der erwarteten weiteren finanziellen Unterstützung durch die Sivantos-Gruppe gehen wir von einer positiven Fortführungsprognose aus. Mithin ist der Fortbestand der Gesellschaft von der Aufrechterhaltung der finanziellen Unterstützung durch die Sivantos-Gruppe (unter Berücksichtigung des Cash-Pools) abhängig. Daher wird die Bedeutung als hoch und die Eintrittswahrscheinlichkeit als gering eingeschätzt.

Steigender Preiswettbewerb im Hörgeräte-Markt

Ein steigender Preiswettbewerb im Hörgerätemarkt würde die Profitabilität von audibene belasten, insbesondere sind hierbei eine verstärkte Konzentration unter den deutschen Hörgeräte Akustikerketten hervorzuheben. audibene differenziert sich mit seinem kundenspezifischen Angeboten, ausgefeilten und innovativen Marketing und kundenorientierten Service gegenüber dem Wettbewerb, der hauptsächlich über den Preis konkurriert, und reduziert somit deutlich das Margenrisiko auf ein adäquates Maß. Daher wird die Bedeutung als mittel und die Eintrittswahrscheinlichkeit als mittel eingeschätzt.

Nachfragerisiko

Die Nachfrage nach Hörgeräten ist abhängig von der Höhe der durch die Krankenkassen übernommen Kostenanteile (sog. Festbeiträge). Bei einer Absenkung der Festbeiträge wäre mit geringerer Nachfrage und geringeren Umsätzen zu rechnen. Dies ist jedoch sehr unwahrscheinlich. Die Gesellschaft schätzt dieses Risiko als gering ein. Aktuell ist keine gegenläufige Entwicklung erkennbar. Audibene beobachtet das regulatorische Umfeld in dieser Hinsicht sehr genau. Daher wird die Bedeutung als gering und die Eintrittswahrscheinlichkeit als gering eingeschätzt.

Preiserhöhungen durch Lieferanten

Auf Grund des starken Wachstums und des damit einhergehenden stark erhöhten Einkaufsvolumens wurden wesentliche Preissenkungen mit allen wesentlichen Hörgeräte-Herstellern im FY17 vereinbart. Es verbleiben Preisrisiken im Bereich der Online Marketing Dienstleister wie Google und Facebook, die auf Grund ihrer Stellung im Markt, die Preise signifikant anheben könnten. Es ergeben sich zum derzeitigen Zeitpunkt keine Anhaltspunkte auf einen wesentlichen Anstieg der Preise. audibene pflegt zu allen relevanten Herstellern sehr gute Geschäftsbeziehungen auf globalem Niveau. audibene wird von unterschiedlichen Herstellern beliefert. Durch Lieferantendiversifizierung wird das Risiko einer Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten minimiert und somit ebenfalls das Preissteigerungsrisiko, das sich auf das EBITDA auswirken würde, reduziert. Daher wird die Bedeutung als gering und die Eintrittswahrscheinlichkeit als gering eingeschätzt.

Den Risiken stehen folgende Chancen gegenüber:

Weitere Internationalisierung: Der globale Hörgerätemarkt ist sehr groß und bietet noch viele Entwicklungsmöglichkeiten für innovative Anbieter wie audibene. Eine Übertragung des Geschäftsmodells von audibene in andere Märkte bietet große Chancen für weiteres Umsatzwachstum und hiermit einhergehend zur Erzielung eines Jahresüberschusses.

Ausbau des Produktportfolios: audibene plant die Einführung innovativer Produktkonzepte. Damit können weitere Zielgruppen erreicht werden, die dem Thema Hörgerät bisher skeptisch gegenüberstanden. Die Erreichung weiterer Zielgruppen geht einher mit einer Verbesserung des Jahresergebnisses.

Ausbau von Marketing: Noch immer sind auch in westlichen Ländern nur 20 % der Menschen, die unter eine Hörminderung leiden, mit Hörgeräten versorgt. Hieraus ergibt sich ein erhebliches Marktpotenzial für audibene durch Erschließung der verbleibenden 80 % Unversorgten. Sollte audibene die Erschließung gelingen, ergibt sich hieraus ebenfalls die Chance auf Steigerung des Ergebnisses.

Alle Chancen sind für die Gesellschaft von hoher Bedeutung und mittlerer Eintrittswahrscheinlichkeit.

Prognose

Voraussichtliche Entwicklung mit ihren Chancen und Risiken

Das große Marktpotenzial unversorgter Menschen mit Hörminderung und die Positionierung von audibene als Experte für Erstversorger bilden sehr gute Voraussetzungen für ein weiterhin starkes Umsatzwachstum von audibene.

Als bedeutsamster finanzieller Leistungsindikator wird die Erzielung von Umsatzerlösen gesehen. Die audibene GmbH plant für das Geschäftsjahre endend 2018 mit einem jährlichen Umsatzwachstum im deutlich zweistelligen Prozentbereich auf etwa 41,4m€. Wir planen im Geschäftsjahr 18/19 den Umsatz in Deutschland auf 62,1m€ zu steigern. Das Umsatzwachstum soll durch eine Ausweitung des Kundenstamms und den Partnernetzwerkes erreicht werden.

Das EBITDA als zweiter wesentlicher finanzieller Leistungsindikator wird sich voraussichtlich im Geschäftsjahr 17/18 auf 4,2m€ deutlich positiv entwickeln. Im Geschäftsjahr 18/19 werden wir das EBITDA weiter deutlich auf 8,7m€ erhöhen und eine zweistellige EBITDA Marge zu erreichen. Die Ertragslage wird sich voraussichtlich durch Skaleneffekte und Effizienzgewinne deutlich verbessern. Insgesamt wird für die Geschäftsjahre endend 2018 und 2019 ein leichter Jahresüberschuss erwartet.

Audibene hat auch im Geschäftsjahr vom 01.10.2016 bis 30.09.2017 weiterhin stark in die Rekrutierung von qualifizierten Mitarbeitern in allen Bereichen investiert und insbesondere das Kundenberaterteam ausgebaut. Damit wurden auch intern die Grundlagen für weiteres Wachstum geschaffen. Wir planen auch im folgenden Geschäftsjahr deutlich das Personal aufzustocken.

 

Berlin, den 12. Januar 2018

Paul Crusius, Dr. Marco Vietor, Marco Wiesmann

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang – unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der audibene GmbH, Berlin, für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2016 bis 30. September 2017 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der Geschäftsführung der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz-und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der Geschäftsführung sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Ohne diese Beurteilung einzuschränken, weisen wir auf die Ausführungen im Lagebericht der Gesellschaft, Abschnitt 4. „Risiko-/Chancenbericht 2017/2018“ hin. Dort wird ausgeführt, dass der Fortbestand der Gesellschaft von der Aufrechterhaltung der finanziellen Unterstützung durch die Sivantos Gruppe abhängig ist.

Berlin, den 12. Januar 2018

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Sternberg, Wirtschaftsprüfer/ Hanauer, Wirtschaftsprüfer

Sivantos Holding Germany GmbH

Erlangen

Befreiender Konzernabschluss gem. § 291 HGB
zum Geschäftsjahr vom 01.10.2016 bis zum 30.09.2017

AURIS LUXEMBOURG II S.A.

Luxemburg

Dieses Dokument ist eine Übersetzung der englischen Originalversion des Konzernabschlusses zum

30. September 2017 vom 30. November 2017, des dazugehörigen Lageberichts sowie des Prüfungstestats.

Im Falle von Unterschieden zwischen beiden Versionen ist die englische Version maßgeblich.

(mit Bericht des Réviseur d’Entreprises agréé)

INHALTSVERZEICHNIS

I. Bericht des Réviseur d’Entreprises agréé

II. Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

III. Konzern-Gesamtergebnisrechnung

IV. Konzernbilanz

V. Konzern-Kapitalflussrechnung

VI. Konzern-Eigenkapitalspiegel

VII. Konzernanhang

VIII. Konzernlagebericht

BERICHT DES RÉVISEUR D’ENTREPRISES AGREE

Bericht über die Konzernabschlussprüfung

Prüfungsurteil

Wir haben den Konzernabschluss der Auris Luxembourg II S.A. und der Tochtergesellschaften (der „Konzern“), bestehend aus der Konzernbilanz zum 30. September 2017, und der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das an diesem Datum endende Geschäftsjahr sowie dem Konzernanhang, mit einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden, geprüft.

Nach unserer Beurteilung vermittelt der beigefügte Konzernabschluss in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. September 2017 sowie der Ertragslage und der Zahlungsflüsse für das an diesem Datum endende Geschäftsjahr.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir führten unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit dem Gesetz über die Prüfungstätigkeit („Gesetz vom 23. Juli 2016“) und nach den für Luxemburg von der Commission de Surveillance du Secteur Financier („CSSF“) angenommenen internationalen Prüfungsstandards („ISA“) durch. Unsere Verantwortung gemäss diesem Gesetz und diesen Standards wird im Abschnitt „Verantwortung des Réviseur d’Entreprises agréé“ für die Konzernabschlussprüfung weitergehend beschrieben. Wir sind unabhängig von dem Konzern in Übereinstimmung mit dem für Luxemburg von der CSSF angenommenen International Ethics Standards Board for Accountants‘ Code of Ethics for Professional Accountants („IESBA Code“) zusammen mit den beruflichen Verhaltensanforderungen, welche wir im Rahmen der Konzernabschlussprüfung einzuhalten haben und haben alle sonstigen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Verhaltensanforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Sonstige Informationen

Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die sonstigen Informationen. Die sonstigen Informationen beinhalten die Informationen, welche im Konzernlageberichtenthalten sind, jedoch beinhalten sie nicht den Konzernabschluss oder unseren Bericht des Réviseur d’Entreprises agréé zu diesem Konzernabschluss.

Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss deckt nicht die sonstigen Informationen ab und wir geben keinerlei Sicherheit jedweder Art auf diese Informationen.

Im Zusammenhang mit der Prüfung des Konzernabschlusses besteht unsere Verantwortung darin, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu beurteilen, ob eine wesentliche Unstimmigkeit zwischen diesen und dem Konzernabschluss oder mit den bei der Abschlussprüfung gewonnenen Erkenntnissen besteht oder auch ansonsten die sonstigen Informationen wesentlich falsch dargestellt erscheinen. Sollten wir auf Basis der von uns durchgeführten Arbeiten schlussfolgern, dass sonstige Informationen wesentliche falsche Darstellungen enthalten, sind wir verpflichtet, diesen Sachverhalt zu berichten. Wir haben diesbezüglich nichts zu berichten.

Verantwortung des Verwaltungsrats für den Konzernabschluss

Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Aufstellung und sachgerechte Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind und für die internen Kontrollen, die der Verwaltungsrat als notwendig erachtet, um die Aufstellung des Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen, beabsichtigten oder unbeabsichtigten, falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses ist der Verwaltungsrat verantwortlich, für die Beurteilung der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit und, sofern einschlägig, Angaben zu Sachverhalten zu machen, die im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit stehen, und die Annahme der Unternehmensfortführung als Rechnungslegungsgrundsatz zu nutzen, sofern nicht der Verwaltungsrat beabsichtigt den Konzern zu liquidieren, die Geschäftstätigkeit einzustellen oder keine andere realistische Alternative mehr hat, als so zu handeln.

Verantwortung des Réviseur d’Entreprises agréé für die Konzernabschlussprüfung

Die Zielsetzung unserer Prüfung ist es eine hinreichende Sicherheit zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen, beabsichtigten oder unbeabsichtigten, falschen Darstellungen ist und darüber einen Bericht des „Réviseur d’Entreprises agréé“, welcher unser Prüfungsurteil enthält, zu erteilen. Hinreichende Sicherheit entspricht einem hohen Grad an Sicherheit, ist aber keine Garantie dafür, dass eine Prüfung in Übereinstimmung mit dem Gesetz vom 23. Juli 2016 und nach den für Luxemburg von der CSSF angenommenen ISAs stets eine wesentliche falsche Darstellung, falls vorhanden, aufdeckt. Falsche Darstellungen können entweder aus Unrichtigkeiten oder aus Verstößen resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise davon ausgegangen werden kann, dass diese individuell oder insgesamt, die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Im Rahmen einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit dem Gesetz vom 23. Juli 2016 und nach den für Luxemburg von der CSSF angenommenen ISAs üben wir unser pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus:

Identifizieren und beurteilen wir das Risiko von wesentlichen falschen Darstellungen im Konzernabschluss aus Unrichtigkeiten oder Verstößen, planen und führen Prüfungshandlungen durch als Antwort auf diese Risiken und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und angemessen sind, um als Grundlage für das Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Angaben bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

Gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.

Beurteilen wir die Angemessenheit der von dem Verwaltungsrat angewandten Bilanzierungsmethoden, der rechnungslegungsrelevanten Schätzungen und den entsprechenden Anhangsangaben.

Schlussfolgern wir über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch den Verwaltungsrat sowie auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen könnten. Sollten wir schlussfolgern, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet im Bericht des „Réviseur d’Entreprises agréé“ auf die dazugehörigen Anhangsangaben zum Konzernabschluss hinzuweisen oder, falls die Angaben unangemessen sind, das Prüfungsurteil zu modifizieren. Diese Schlussfolgerungen basieren auf der Grundlage der bis zum Datum des Berichts des „Réviseur d’Entreprises agréé“ erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzernseine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

Beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses, einschließlich der Anhangsangaben, und beurteilen ob dieser die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse sachgerecht darstellt.

Erlangen wir angemessene und ausreichende Prüfungsnachweise in Bezug auf die Finanzinformationen der Gesellschaften und der Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abgeben zu können. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unser Prüfungsurteil.

Wir kommunizieren mit den für die Überwachung Verantwortlichen, unter anderem den geplanten Prüfungsumfang und Zeitraum sowie wesentliche Prüfungsfeststellungen einschliesslich wesentlicher Schwächen im internen Kontrollsystem, welche wir im Rahmen der Prüfung identifizieren.

Bericht über weitere gesetzliche und aufsichtsrechtliche Verpflichtungen

Der Konzernlagebericht, steht im Einklang mit dem Konzernabschluss und wurde in Übereinstimmung mit den geltenden rechtlichen Anforderungen erstellt.

 

Luxemburg, 30. November 2017

KPMG Luxembourg Société coopérative
Cabinet de révision agréé

Ch. Schmitt

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2016 bis 30. September 2017

(in Tausend EUR, sofern nicht anders angegeben)

Anhangangabe 1. Oktober 2016 bis 30. September 2017 1. Oktober 2015 bis 30. September 2016
Umsatzerlöse 37 967.290 932.508
Umsatzkosten (415.679) (403.460)
Rohergebnis 551.611 529.048
Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen 17 (55.723) (49.693)
Vertriebs- und allgemeine Verwaltungsaufwendungen (399.812) (398.408)
Sonstige betriebliche Erträge 8 14.483 2.168
Sonstige betriebliche Aufwendungen (1.382) (3.785)
Gewinn- oder Verlustanteil von assoziierten Unternehmen, nach Steuern 19 143 118
Zinserträge 9 8.753 7.117
Zinsaufwendungen 9 (81.607) (83.174)
Sonstige Finanzerträge/(-aufwendungen), netto 9 104.520 (11.819)
Ergebnis vor Ertragsteuern 140.986 (8.428)
Ertragsteuern 10 (8.328) (23.700)
Jahresergebnis 132.658 (32.128)
Davon entfallen auf:
Nicht beherrschende Anteile (393) 1.007
Anteilseigner der Gesellschaft 133.051 (33.135)

Der beigefügte Anhang ist integraler Bestandteil dieses Konzernabschlusses.

Der Konzernabschluss wurde am 30. November 2017 vom Board of Directors der Auris Luxembourg II S.A. zur Veröffentlichung freigegeben.

 

EQT Luxembourg Management S.à r.l.

Willem-Arnoud van Rooyen, Manager

Karl Heinz Horrer, Manager

KONZERN-GESAMTERGBNISRECHNUNG für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2016 bis 30. September 2017

(in Tausend EUR, sofern nicht anders angegeben)

Anhangangabe 1. Oktober 2016 bis 30. September 2017 1. Oktober 2015 bis 30. September 2016
Jahresergebnis 132.658 (32.128)
Sonstiges Ergebnis
Posten, die nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Pensionsplänen und ähnlichen Verpflichtungen
Veränderung der versicherungsmathematischen Gewinne/(Verluste) 24 11.576 (13.162)
Steuereffekt (2.644) 3.100
Versicherungsmathematische Netto-Gewinne/(Verluste) aus Pensionsplänen und ähnlichen Verpflichtungen 8.932 (10.062)
8.932 (10.062)
Posten, die in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden können
Währungsumrechnungsdifferenzen
Veränderung der unrealisierten (Verluste)/Gewinne, netto (10.632) 6.434
Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Cashflow Hedges 118 135
Steuereffekt (6) (7)
Unrealisierte (Verluste)/Gewinne (10.520) 6.562
Sonstiges Ergebnis, nach Steuern (1.588) (3.500)
Gesamtergebnis 131.070 (35.628)
Davon entfallen auf:
Nicht beherrschende Anteile (920) 1.036
Anteilseigner der Gesellschaft 131.990 (36.664)

Der beigefügte Anhang ist integraler Bestandteil dieses Konzernabschlusses.

Konzernbilanz zum 30. September 2017

(in Tausend EUR, sofern nicht anders angegeben)

Anhangangabe 30. September 2017 30. September 2016
Vermögenswerte
Kurzfristige Vermögenswerte
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 11 111.692 65.939
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 12 157.942 152.109
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 13 19.629 7.601
Vorräte 14 48.119 56.728
Laufende Ertragsteueransprüche 2.597 2.989
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 15 22.539 21.610
Summe kurzfristige Vermögenswerte 362.518 306.976
Langfristige Vermögenswerte
Geschäfts- oder Firmenwert 16 1.416.568 1.407.429
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 17 607.193 671.970
Sachanlagen 18 66.655 64.917
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 19 6.160 2.197
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 20 67.659 40.005
Latente Steuererstattungsansprüche 10 49.506 54.656
Sonstige Vermögenswerte 15 5.715 3.374
Summe langfristige Vermögenswerte 2.219.456 2.244.548
Bilanzsumme 2.581.974 2.551.524

Passiva

Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Schulden und kurzfristige Fälligkeiten langfristiger Schulden 32 4.678 5.094
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 32 73.053 69.353
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 21 18.596 13.582
Kurzfristige Rückstellungen 22 31.855 31.528
Laufende Ertragsteuerschulden 31.009 33.347
Sonstige kurzfristige Schulden 23 69.439 66.648
Summe kurzfristige Schulden 228.630 219.552
Langfristige Schulden
Langfristige Schulden 32 1.122.115 1.149.741
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 24 12.139 22.664
Latente Steuerschulden 10 106.819 116.058
Rückstellungen 22 14.368 14.670
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 21 6.483 66.288
Sonstige Schulden 25 14.914 17.115
Summe langfristige Schulden 1.276.838 1.386.536
Summe Schulden 1.505.468 1.606.088
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 26 31 31
Kapitalrücklage 1.047.108 1.047.108
Gewinnrücklage 24.281 (117.702)
Rücklagen (3.643) 6.350
Summe Anteilseignern des Unternehmens zuzurechnendes Eigenkapital 1.067.777 935.787
Nicht beherrschende Anteile 33 8.729 9.649
Summe Eigenkapital 1.076.506 945.436
Bilanzsumme 2.581.974 2.551.524

Der beigefügte Anhang ist integraler Bestandteil dieses Konzernabschlusses.

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2016 bis 30. September 2017

(in Tausend EUR, sofern nicht anders angegeben)

Anhangangabe 1. Oktober 2016 bis 30. September 2017 1. Oktober 2015 bis 30. September 2016
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit
Jahresergebnis 132.658 (32.128)
Anpassungen des Ergebnisses für die Überleitung auf Mittelzuflüsse
Planmäßige Abschreibungen 17, 18 102.414 112.671
Ertragsteueraufwand, netto 10 8.328 23.700
Zinsaufwand, netto 72.854 76.057
(Gewinn)/Verlust aus dem Verkauf und Abgang von immateriellem Vermögenswerten und Sachanlagen, netto (11.252) 316
Gewinn- oder Verlustanteil von assoziierten Unternehmen, nach Steuern (143) (118)
Sonstige zahlungsunwirksame (Erträge)/Aufwendungen 28 (27.422) 3.453
Veränderungen der kurzfristigen Vermögenswerte und Schulden 3.311 1.223
Abnahme der Vorräte 4.856 27.992
Zunahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen (11.896) (29.489)
Abnahme/(Zunahme) der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte (6.826) 13.151
Zunahme/(Abnahme) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.039 (6.572)
Zunahme der kurzfristigen Rückstellungen 1.778 655
Zunahme/(Abnahme) der sonstigen kurzfristigen Schulden 9.360 (4.514)
Veränderungen der sonstigen Vermögenswerte und Schulden (91.825) 5.455
Gezahlte Ertragsteuern (18.098) (14.356)
Erhaltene Zinsen 1.036 643
Nettomittelzufluss aus betrieblicher Geschäftstätigkeit 171.861 176.916
Cashflow aus der Investitionstätigkeit
Erwerb von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen (45.032) (40.304)
Erwerb von Anteilen an assoziierten Unternehmen (4.132) (2.069)
Erwerb von Tochterunternehmen und aus Asset Deals, ohne Berücksichtigung von Zahlungsmittel 7 (9.503) (1.343)
Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Gegenständen des Sachanlagevermögens 12.814 712
Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit (45.853) (43.004)
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
Rückzahlung aus der Kapitalrücklage (107.950)
Für die Ausgabe und Zinsanpassung des SFA gezahlte Transaktionskosten 27 (1.062) (2.547)
Einzahlungen aus langfristigen und kurzfristigen Schulden 27 446 110.412
Auszahlungen aus der Tilgung von kurzfristigen und langfristigen Schulden 27 (10.330) (37.290)
Gezahlte Zinsen 27 (62.290) (66.117)
Veränderungen der kurzfristigen Schulden und sonstiger Finanzaktivitäten 27 (9.089) (2.620)
Dividendenausschüttung an nicht beherrschende Anteile (262)
Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit (82.325) (106.374)
Auswirkungen von Wechselkursänderungen auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 2.070 (475)
Nettoveränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsäquivalente 45.753 27.063
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu Beginn der Periode 65.939 38.876
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Ende der Periode 11 111.692 65.939

Der beigefügte Anhang ist integraler Bestandteil dieses Konzernabschlusses.

KONZERN-EIGENKAPITALSPIEGEL

(in Tausend EUR, sofern nicht anders angegeben)

Davon den Anteilseignern zuzurechnen
Anhangangabe Gezeichnetes Kapital Eingezahltes Kapital Rücklage für Fremdwährungsdifferenzen
Saldo zum 1. Oktober 2016 31 1.047.108 6.222
Gesamtergebnis
Nettoergebnis
Sonstiges Ergebnis (10.105)
Gesamtergebnis (10.105)
Stand am 30. September 2017 26 31 1.047.108 (3.883)
Davon den Anteilseignern zuzurechnen
Rücklage für Sicherungsgeschäfte Gewinnrücklagen Summe Nicht beherrschende Anteile Summe Eigenkapital
Saldo zum 1. Oktober 2016 128 (117.702) 935.787 9.649 945.436
Gesamtergebnis
Nettoergebnis 133.051 133.051 (393) 132.658
Sonstiges Ergebnis 112 8.932 (1.061) (527) (1.588)
Gesamtergebnis 112 141.983 131.990 (920) 131.070
Stand am 30. September 2017 240 24.281 1.067.777 8.729 1.076.506
Davon den Anteilseignern zuzurechnen
Anhangangabe Gezeichnetes Kapital Einzahlung Kapitalrücklage/ (Auszahlung) Rücklage für Fremdwährungsdifferenzen
Saldo zum 1. Oktober 2015 31 1.155.058 (183)
Gesamtergebnis
Jahresfehlbetrag
Sonstiges Ergebnis 6.405
Gesamtergebnis 6.405
Transaktionen mit Eigentümern des Unternehmens
Einzahlungen und Ausschüttungen
Kapitalauszahlungen (107.950)
Dividendenausschüttung an nicht beherrschende Anteile
Kapitaleinzahlungen
Summe Einzahlungen und Ausschüttungen (107.950)
Stand am 30. September 2016 26 31 1.047.108 6.222
Davon den Anteilseignern zuzurechnen
Rücklage für Sicherungsgeschäfte Gewinnrücklagen Summe Nicht beherrschende Anteile Summe Eigenkapital
Saldo zum 1. Oktober 2015 (74.505) 1.080.401 8.875 1.089.276
Gesamtergebnis
Jahresfehlbetrag (33.135) (33.135) 1.007 (32.128)
Sonstiges Ergebnis 128 (10.062) (3.529) 29 (3.500)
Gesamtergebnis 128 (43.197) (36.664) 1.036 (35.628)
Transaktionen mit Eigentümern des Unternehmens
Einzahlungen und Ausschüttungen
Kapitalauszahlungen (107.950) (107.950)
Dividendenausschüttung an nicht beherrschende Anteile (262) (262)
Kapitaleinzahlungen
Summe Einzahlungen und Ausschüttungen (107.950) (262) (108.212)
Stand am 30. September 2016 128 (117.702) 935.787 9.649 945.436

Konzernanhang für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2016 bis 30. September 2017

(in TEUR, sofern nicht anders angegeben)

Grundlagen der Aufstellung des Konzernabschlusses

Ausgangslage

Die Auris Luxembourg II S.A., Luxemburg, (nachstehend die „Gesellschaft“ bzw. das „Unternehmen“, „Auris II“ oder „Gruppe“ bzw. „Konzern“) ist eine Kapitalgesellschaft nach luxemburgischen Recht (Société Anonyme) mit Sitz in Luxemburg. Der Sitz der Gesellschaft befindet sich in 26A, Boulevard Royal, L-2449 Luxemburg, und die Gesellschaft ist im Luxemburger Handels- und Gesellschaftsregister (Registre de Commerce et des Sociétés Luxembourg) unter der Nummer B191.405 eingetragen. Das Grundkapital entspricht dem von der Gesellschaft in ihrem Jahresabschluss angegebenen Kapital und ist voll eingezahlt.

Der vorliegende Konzernabschluss wurde vom Mutterunternehmen Auris II gemäß den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie von der EU übernommen wurden, erstellt. Der Abschluss wurde am 30. November 2017 von dem Verwaltungsrat zur Veröffentlichung genehmigt.

Profil der Gruppe

Wichtigste Tätigkeiten der Gruppe sind die Herstellung und der Vertrieb audiologischer Produkte (Hörgeräte) und damit verbundener Produkte sowie Zubehör und Serviceleistungen. Die Gruppe umfasst, wie in Anhangangabe 40 (Liste der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften) definiert, 47 Tochtergesellschaften, die sich ausschließlich dem Audiologie-Geschäft widmen. Alle sind unter der gemeinsamen Beherrschung und Leitung der Gruppe tätig („Geschäftsleitung“).

Reorganisation der Gruppe im Geschäftsjahr 2016 und 2017

Im Vorjahr vollzog die Gruppe eine interne Reorganisation, im Rahmen derer die Anteile von Sivantos Pte. Ltd. und ihrer Tochtergesellschaften auf eine neue konzerninterne Holdinggesellschaft, die Sivantos Holding Singapore Pte. Ltd., übertragen wurden. Die Anteile von Sivantos Pte. Ltd. wurden bis dahin von der Sivantos GmbH gehalten.

Die Sivantos Holding Singapore Pte. Ltd. wurde als 100%ige Tochtergesellschaft von Auris Luxembourg III S.à r.l. übernommen, und ihr gehören 100 % der Anteile an Sivantos Pte. Ltd.

Hauptziel der internen Reorganisation war die Anpassung der rechtlichen Struktur der Gruppe an die Führungsstruktur, da sich der Hauptsitz der Gruppe in Singapur befindet.

Am 14. Dezember 2016 hat die Gruppe den letzten Schritt der internen Reorganisation abgeschlossen. Auris Luxembourg III S.à r.l. hat ihre Anteile an der Sivantos Holding Germany GmbH an Sivantos Pte. Ltd. veräußert. Aufgrund der internen Reorganisation hält die Sivantos Pte. Ltd. nun 100 % der Anteile an der Sivantos Holding Germany GmbH.

1. Grundlagen der Aufstellung des Konzernabschlusses

Die Berichtsperiode der Gruppe stimmt mit dem Geschäftsjahr von Auris II überein, d. h. vom 1. Oktober bis zum 30. September.

Der Konzernabschluss wird in Euro dargestellt. Dies ist auch die funktionale Währung von Auris II. Sofern nicht anders angegeben, sind alle Werte auf die nächsten Tausend (in EUR) gerundet. Differenzbeträge von 1 Tausend EUR können sich aufgrund von Rundungen ergeben.

Das Board of Directors hat den Konzernabschluss unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt.

2. Konsolidierungsgrundsätze

Unternehmenszusammenschlüsse

Die Gesellschaft bilanziert Unternehmenszusammenschlüsse nach der Erwerbsmethode gemäß IFRS 3, wenn die Beherrschung auf die Gruppe übergeht. Die für den Erwerb übertragene Gegenleistung wird in der Regel zum beizulegenden Zeitwert bewertet, dies gilt auch für die erworbenen identifizierbaren Nettovermögenswerte. Ein etwaig geschaffener Geschäfts- oder Firmenwert wird jährlich auf Wertminderung überprüft. Ein Gewinn aus einem Erwerb zu einem Preis unter dem Marktwert wird unmittelbar erfolgswirksam erfasst. Transaktionskosten werden sofort aufwandswirksam erfasst, es sei denn, sie beziehen sich auf die Emission von Schuld- oder Eigenkapitalinstrumenten.

Die übertragene Gegenleistung enthält keine Beträge, die mit der Abwicklung von Geschäftsbeziehungen, die bereits vor dem Unternehmenszusammenschluss bestanden, in Beziehung stehen. Diese Beträge werden grundsätzlich erfolgswirksam erfasst.

Die Bewertung von bedingten Gegenleistungen erfolgt zum Erwerbszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert. Wenn die Verpflichtung zur Zahlung einer bedingten Gegenleistung, die der Definition eines Finanzinstruments entspricht, als Eigenkapital eingestuft wird, wird sie nicht neu bewertet, und ihre Abgeltung wird im Eigenkapital bilanziert. Andernfalls werden spätere Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts der bedingten Gegenleistung erfolgswirksam erfasst.

Transaktionen zwischen Unternehmen unter gemeinsamer Beherrschung, die rein organisatorische Veränderungen der Konzernstruktur widerspiegeln, werden mit dem Buchwert bilanziert.

Tochtergesellschaften

Tochtergesellschaften sind Unternehmen, die von der Gruppe beherrscht werden. Die Gruppe beherrscht ein Unternehmen, wenn sie aufgrund ihres Engagements bei dem Unternehmen variablen wirtschaftlichen Erfolgen ausgesetzt ist oder Rechte daran hat und die Möglichkeit hat, diese wirtschaftlichen Erfolge durch ihre Bestimmungsmacht über das Unternehmen zu beeinflussen. Der Konzernabschluss berücksichtigt die Abschlüsse von Tochtergesellschaften ab dem Tag, an dem die Beherrschung beginnt, bis zu dem Tag, an dem die Beherrschung endet.

Nicht beherrschende Anteile

Nicht beherrschende Anteile entsprechen dem Anteil am Ergebnis und am Nettovermögen, der nicht der Gruppe zugeordnet wird. Nicht beherrschende Anteile werden getrennt vom Eigenkapital des Mutterunternehmens unter Eigenkapital in der Konzernbilanz ausgewiesen. Der den nicht beherrschenden Anteilen zurechenbare Gewinn oder Verlust in der Periode wird gesondert in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung bzw. in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung ausgewiesen.

Nicht beherrschende Anteile werden zum entsprechenden Anteil des identifizierbaren erworbenen Nettovermögens des erworbenen Unternehmens zum Zeitpunkt des Erwerbs bewertet.

Änderungen des Anteils der Gruppe an einem Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, werden als Eigenkapitaltransaktionen bilanziert.

Verlust der Beherrschung

Bei Verlust der Beherrschung über eine Tochtergesellschaft bucht der Konzern die Vermögenswerte und Schulden der Tochtergesellschaft, nicht beherrschende Anteile und die sonstigen Eigenkapitalkomponenten aus. Ein bei Verlust der Beherrschung entstehender Gewinn oder Verlust wird erfolgswirksam erfasst. An der ehemaligen Tochtergesellschaft behaltene Anteile werden zum beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt des Verlustes der Beherrschung bewertet.

Beteiligungen an nicht beherrschten Unternehmen

Die Beteiligung des Konzerns an nicht beherrschten Unternehmen umfasst Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen. Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, bei denen die Gruppe einen maßgeblichen Einfluss, jedoch keine Beherrschung oder gemeinschaftliche Führung in Bezug auf die Finanz- und Geschäftspolitik hat. Ein Gemeinschaftsunternehmen umfasst eine vertragliche Vereinbarung, bei der die Gruppe eine gemeinschaftliche Führung ausübt und Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung (statt Rechten an den Vermögenswerten und Verpflichtungen für die Schulden der Vereinbarung) hat.

Aufgrund der geringfügigen Bedeutung der Beteiligungen des Konzerns an 6 nicht beherrschten Unternehmen sowie des geringen Geschäftsumfangs dieser Unternehmen wurde entschieden, die Beteiligung an diesen Unternehmen als zur Veräußerung verfügbare Vermögenswerte zu bilanzieren. Die 6 assoziierten Unternehmen, die gegenwärtig als zur Veräußerung verfügbare Vermögenswerte bilanziert werden, machen weniger als 1 % der Umsatzerlöse des Unternehmens für die Geschäftsjahre 2017 und 2016 aus.

Andere Beteiligungen und Unternehmen, bei denen der Konzern maßgeblichen Einfluss, aber keine Beherrschung ausübt, werden nach der Equity-Methode bilanziert.

Bei der Konsolidierung eliminierte Transaktionen

Sämtliche konzerninternen Salden, Erträge und Aufwendungen und unrealisierte Gewinne und Verluste, die sich aus konzerninternen Transaktionen ergeben, werden grundsätzlich eliminiert.

3. Zusammenfassung sonstiger wesentlicher Rechnungslegungsmethoden

Die folgenden Rechnungslegungsmethoden wurden durchgehend für sämtliche in dem Konzernabschluss dargestellten Berichtsperioden angewandt.

Wichtige rechnungslegungsbezogene Schätzungen und Ermessensentscheidungen: Die Erstellung des Konzernabschlusses verlangt von der Geschäftsleitung die Abgabe von Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen, die Auswirkungen auf die Anwendung der Rechnungslegungsmethoden und den ausgewiesenen Werten von Erträgen, Aufwendungen, Vermögenswerten und Schulden haben. Die tatsächlichen Ergebnisse können von den Schätzungen der Geschäftsleitung abweichen. Schätzungen und Annahmen werden regelmäßig überprüft, und Veränderungen bei Schätzungen und Annahmen werden in der Periode erfasst, in der die Veränderungen eintreten, sowie in künftigen Perioden, auf die sich die Veränderungen auswirken. Die im Konzernabschluss auf der Grundlage der Aufstellung gemachten Schätzungen entsprechen den gemäß IFRS-Kriterien im Rahmen der Konsolidierung von Auris II vorgenommenen Schätzungen zum selben Zeitpunkt, es sei denn, es liegen objektive Hinweise vor, dass diese Schätzungen auf Stand-alone-Basis nicht gemäß IFRS erfolgt sind. Zudem sind die Bereiche, die ein hohes Maß an Ermessensentscheidungen beinhalten, oder in denen Schätzungen und Annahmen von Bedeutung für den Konzernabschluss sind, in den folgenden Abschnitten aufgeführt.

Geschäftsvorfälle in Fremdwährung: Geschäftsvorfälle von Konzernunternehmen in Fremdwährung werden unter Verwendung des zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls geltenden Wechselkurses in die jeweilige funktionale Währung der Konzernunternehmen umgerechnet.

Monetäre Vermögenswerte und Schulden, die auf Fremdwährungen lauten, werden mit dem Kurs zum Bilanzstichtag in die funktionale Währung umgerechnet. Nicht monetäre Vermögenswerte und Schulden, die mit ihrem beizulegenden Zeitwert in einer Fremdwährung bewertet wurden, werden mit dem Kurs in die funktionale Währung umgerechnet, der am Tag der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts gültig war. Nicht monetäre Posten, die zu historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten in einer Fremdwährung bewertet wurden, werden mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Fremdwährungsdifferenzen werden in der Regel erfolgswirksam erfasst.

Fremdwährungsdifferenzen, die sich jedoch aus der Umrechnung der folgenden monetären Posten ergeben, werden im sonstigen Ergebnis (Other Comprehensive Income, „OCI“) erfasst:

Zur Veräußerung verfügbare Eigenkapitalinstrumente (mit Ausnahme von Wertminderung, in diesem Fall werden Fremdwährungsdifferenzen, die im sonstigen Ergebnis erfasst wurden, in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert);

Eine als Sicherungsgeschäft für die Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb designierte finanzielle Verbindlichkeit in dem Umfang der Wirksamkeit des Sicherungsgeschäfts; und

Qualifizierte Cashflow-Hedges im Umfang der Wirksamkeit dieser Sicherungsgeschäfte.

Ausländische Geschäftsbetriebe: Vermögenswerte und Schulden ausländischer Geschäftsbetriebe, einschließlich des Geschäfts- oder Firmenwerts und der Anpassungen des beizulegenden Zeitwerts, die beim Erwerb entstanden sind, werden mit dem Wechselkurs zum Abschlussstichtag in EUR umgerechnet. Erträge und Aufwendungen aus ausländischen Geschäftsbetrieben werden mit dem durchschnittlichen Wechselkurs des jeweiligen Monats in EUR umgerechnet.

Differenzen, die sich aus solchen Umrechnungen ergeben, werden im sonstigen Ergebnis erfasst und in der Währungsumrechnungsrücklage kumuliert, soweit die Umrechnungsdifferenz nicht den nicht beherrschenden Anteilen zugewiesen ist.

Bei einem vollständigen oder teilweisen Abgang eines ausländischen Geschäftsbetriebs, der zum Verlust der Beherrschung, des maßgeblichen Einflusses oder der gemeinschaftlichen Führung führt, wird der entsprechende, bis zu diesem Zeitpunkt in der Währungsumrechnungsrücklage kumulierte Betrag als Teil des Gewinns oder Verlusts aus dem Abgang erfolgswirksam umgegliedert. Bei einem teilweisen, nicht zum Verlust der Beherrschung führenden Abgang einer Tochtergesellschaft ist der entsprechende Anteil am kumulierten Betrag den nicht beherrschenden Anteilen wieder zuzuordnen. Bei einem teilweisen, mit Erhalt des maßgeblichen Einflusses bzw. der gemeinschaftlichen Führung verbundenen Abgang eines assoziierten oder gemeinschaftlich geführten Unternehmens wird der entsprechende Anteil am kumulierten Betrag erfolgswirksam umgegliedert.

Die Konzern-Kapitalflussrechnung wird mit den während des Jahres geltenden monatlichen durchschnittlichen Wechselkursen umgerechnet, während Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente mit dem Umrechnungskurs am Abschlussstichtag umgerechnet werden.

Die Umrechnungskurse der wichtigsten, bei der Aufstellung des Konzernabschlusses verwendeten Fremdwährungen stellen sich wie folgt dar:

Devisenkassakurs EUR 1 in Relation zu den unten angegebenen Währungen Jahresdurchschnittskurs EUR 1 in Relation zu den unten angegebenen Währungen
Berichtswährung ISO‑Code 30. September 2017 30. September 2016 1. Oktober 2016 bis 30. September 2017 1. Oktober 2015 bis 30. September 2016
US-Dollar USD 1,1806 1,1161 1,1064 1,1064
Singapur-Dollar SGD 1,6031 1,5235 1,5397 1,5283
Japanischer Yen JPY 132,8200 113,0900 123,0454 124,2840
Chinesischer Renminbi Yuan CNY 7,8534 7,4463 7,5301 7,2233

Umsatzrealisierung: Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Waren werden erfasst, wenn die mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen auf den Käufer übergegangen sind, in der Regel bei Lieferung der Waren. Unter der Bedingung, dass überzeugende Hinweise auf eine Vereinbarung vorliegen, werden die Erlöse erfasst, sofern es wahrscheinlich ist, dass der wirtschaftliche Nutzen der Gruppe zufließen wird, und die Erlöse verlässlich gemessen werden können, unabhängig davon, wann die Zahlung geleistet wird. In Fällen, in denen der Zufluss wirtschaftlichen Nutzens aufgrund kundenbezogener Ausfallrisiken nicht wahrscheinlich ist, richten sich die erfassten Erlöse nach den unwiderruflich erhaltenen Zahlungsbeträgen. Die Erlöse werden mit dem beizulegenden Zeitwert der erhaltenen oder zu beanspruchenden Gegenleistung abzüglich der gewährten Preisnachlässe und Rabatte sowie ohne Steuern oder Zölle bewertet.

Im Falle eines Rückgaberechts wird der Verkauf auf Einzelfallbasis geprüft, um festzustellen, ob die Lieferung unter Berücksichtigung der einschlägigen Vertragsbedingungen und sonstiger Umstände sowie Erfahrungen aus der Vergangenheit und aktueller Prognosen als wahrscheinlich eingestuft wird. Nur wenn die Rücknahmen zum Zeitpunkt des Verkaufs verlässlich geschätzt werden können, werden die Erlöse erfasst, und gegenüber den Erlösen wird eine Rückstellung für Rücknahmen gebildet. In allen übrigen Fällen werden die Umsatzerlöse erst dann erfasst, wenn das Rücknahmerecht endet oder die Rücknahmen verlässlich geschätzt werden können. Die Gruppe bewertet ihre Erlösvereinbarungen nach bestimmten Kriterien, um festzustellen, ob sie als Auftraggeber oder Vermittler auftritt.

Der Verkauf von Waren und Dienstleistungen erstreckt sich bisweilen auf mehrere Komponenten. In diesen Fällen legt der Konzern fest, ob der Vertrag oder die Vereinbarung mehr als eine Bilanzierungseinheit enthält. Wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind, insbesondere wenn die gelieferte(n) Komponente(n) einen eigenständigen Wert für den Kunden darstellt/darstellen, wird die Vereinbarung getrennt, und auf jede einzelne Bilanzierungseinheit wird die geeignete Vorschrift zur Erfassung von Umsatzerlösen angewandt. Grundsätzlich wird die gesamte vereinbarte Gegenleistung den einzelnen Bilanzierungseinheiten anhand der jeweiligen beizulegenden Zeitwerte zugeordnet. Liegen die Kriterien für eine Trennung von Bilanzierungseinheiten nicht vor, werden die Umsatzerlöse abgegrenzt, bis diese Kriterien erfüllt sind oder die letzte nicht gelieferte Komponente geliefert ist.

Preisnachlässe und Rabatte, Kaufanreize für Kunden: Bei der Bewertung von Umsatzerlösen werden Handels- und Mengenrabatte vom Umsatz abgezogen. Grundsätzlich werden Vertriebsanreize ertragsmindernd zum Abzug gebracht, wenn sie im Wesentlichen dazu dienen, den Preis zu senken, den der Kunde an die Gruppe zahlt, es sei denn, die Gruppe erhält im Gegenzug zum Preisnachlass einen erkennbaren Nutzen, der eindeutig vom Kauf der Produkte der Gruppe durch den Kunden abgrenzbar ist, und der beizulegende Zeitwert des vom Kunden erhaltenen Nutzen kann in angemessener Weise geschätzt werden.

Erträge aus Leasingverträgen: Erträge aus Operating-Leasingverhältnissen für den Verleih von Geräten werden über die Laufzeit des Leasingvertrages linear erfasst. Eine Vereinbarung, die nicht die rechtliche Form eines Leasingverhältnisses aufweist, wird als Leasinggeschäft erfasst, wenn sie die Nutzung eines spezifischen Vermögenswerts oder mehrerer spezifischer Vermögenswerte vorsieht und ein Recht zur Nutzung des Vermögenswerts beinhaltet.

Funktionskosten: Allgemein werden betriebliche Aufwendungen je nach Art den Funktionen nach Funktionsbereichen der jeweiligen Kostenstellen zugeordnet.

Produktbezogene Aufwendungen und Verluste aus belastenden Verträgen: Gewährleistungsrückstellungen werden in Höhe der geschätzten Kosten im Posten Umsatzkosten zum Zeitpunkt der jeweiligen Veräußerung erfasst und basieren auf Erfahrungswerten aus der Vergangenheit zu Gewährleistungskosten und auf anderen relevanten Informationen. Erwartete Verluste aus belastenden Verträgen werden in dem Zeitraum erfasst, in dem die aktuelle Schätzung der gesamten Auftragskosten die Auftragserlöse übersteigt.

Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen: Kosten für Forschungstätigkeiten, die mit der Aussicht unternommen werden, zu neuen wissenschaftlichen oder technischen Erkenntnissen zu gelangen, werden zum Zeitpunkt ihres Entstehens aufwandswirksam erfasst.

Kosten für Entwicklungstätigkeiten, mit denen Forschungsergebnisse in einen Plan oder Entwurf für die Produktion von neuen oder beträchtlich verbesserten Produkten und Prozessen einfließen, werden aktiviert, wenn (1) die Entwicklungskosten verlässlich bewertet werden können, das Produkt oder der Prozess (2) technisch und (3) wirtschaftlich umsetzbar ist, (4) der künftige wirtschaftliche Nutzen wahrscheinlich ist und (5) die Gruppe beabsichtigt und (6) über ausreichende Ressourcen verfügt, um die Entwicklung abzuschließen und den Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen. Die aktivierten Kosten beinhalten die Materialkosten, direkt zurechenbare Personalkosten und andere direkt oder indirekt zurechenbare Kosten, die der Vorbereitung des Vermögenswerts für den für ihn vorgesehenen Verwendungszweck dienen. Diese aktivierten Kosten werden als sonstige selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte unter „Sonstige immaterielle Vermögenswerte“ erfasst. Sonstige Entwicklungskosten werden zum Zeitpunkt ihres Entstehens aufwandswirksam erfasst. Aktivierte Entwicklungskosten werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen mit einem Abschreibungszeitraum von generell drei Jahren angesetzt. Der Abschreibungsaufwand wird als Forschungs- und Entwicklungskosten ausgewiesen, da die Verwendung der aktivierten Entwicklungskosten nicht direkt Teil des Herstellungsprozesses ist.

Allgemeine Verwaltungsaufwendungen: Die allgemeine Verwaltung beinhaltet die Funktionskosten des Unternehmens wie z. B. für Informationstechnologie („IT“), Finanzen, Personal („HR“), Rechtsabteilung und das Beschaffungswesen. Eine Zuordnung dieser Kosten zu anderen Arten von Funktionskosten wurde nicht vorgenommen.

Finanzerträge und Finanzaufwendungen: Das Finanzergebnis des Konzerns schließt ein:

Zinserträge und Zinsaufwendungen

Nettogewinne oder -verluste aus finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet

Fremdwährungsgewinne oder -verluste aus finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten

Nettogewinne oder -verluste aus Sicherungsinstrumenten, die erfolgswirksam erfasst werden

Umgliederung von Nettogewinnen, die zuvor im sonstigen Ergebnis erfasst wurden

Zinsaufwendungen für finanzielle Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfasst. Sonstige Zinsaufwendungen oder -erträge werden zum Zeitpunkt ihrer Entstehung erfasst.

Ertragsteuern: Der Ertragsteueraufwand umfasst tatsächliche und latente Steuern. Sie werden erfolgswirksam erfasst, sofern sie sich nicht auf einen Unternehmenszusammenschluss oder auf Posten beziehen, die erfolgsneutral im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis erfasst werden.

Die tatsächlichen Ertragsteuern der Gruppe werden auf der Grundlage des Gewinns oder Verlusts des Geschäftsjahres vor Steueraufwand und gemäß den lokalen Steuergesetzen der jeweiligen Steuergebiete berechnet. Ebenso werden erwartete bzw. entrichtete zusätzliche Steuerzahlungen und Steuererstattungen für vorangegangene Jahre berücksichtigt. Sie werden auf der Grundlage von Steuersätzen bewertet, die am Bilanzstichtag gültig oder gesetzlich angekündigt sind. Tatsächliche Steueransprüche und tatsächliche Steuerschulden werden nur saldiert, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind.

Aktive und passive latente Steuern werden nach der Verbindlichkeitenmethode für künftige Steuerauswirkungen erfasst, die auf temporäre Differenzen zwischen den Buchwerten bestehender Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Jahresabschluss und deren jeweiligen steuerlichen Wertansätzen zurückzuführen sind. Latente Steuern werden nicht bilanziert für:

Temporäre Differenzen beim erstmaligen Ansatz von Vermögenswerten und Schulden im Rahmen eines Geschäftsvorfalls, bei dem es sich nicht um einen Unternehmenszusammenschluss handelt und der sich weder auf den bilanziellen noch auf den zu versteuernden Gewinn oder Verlust auswirkt;

Temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und gemeinschaftlich geführten Unternehmen, sofern die Gruppe in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären Differenzen zu steuern und es wahrscheinlich ist, dass sie sich in absehbarer Zukunft nicht auflösen werden; und

Zu versteuernde temporäre Differenzen, die beim erstmaligen Ansatz des Geschäfts- oder Firmenwerts entstehen.

Latente Steueransprüche werden erfasst, sofern es wahrscheinlich ist, dass ein künftiges zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen, noch nicht genutzte steuerliche Verluste und nicht genutzte Steuergutschriften verwendet werden können. Künftige zu versteuernde Gewinne werden auf der Grundlage von Geschäftsplänen für die einzelnen Tochtergesellschaften des Konzerns bestimmt. Latente Steueransprüche werden an jedem Abschlussstichtag überprüft und entsprechend vermindert, sofern es nicht mehr als wahrscheinlich gilt, dass die Steuervorteile ausgenutzt werden; eine solche Minderung wird aufgeholt, sobald sich die Wahrscheinlichkeit für künftige zu versteuernde Gewinne erhöht.

Nicht erfasste latente Steueransprüche werden zu jedem Abschlussstichtag neu bewertet und in dem Umfang erfasst, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass künftig zu versteuernde Gewinne zur Verfügung stehen, mit denen sie verrechnet werden können.

Latente Steuern werden anhand der Steuersätze bewertet, deren Gültigkeit für die Periode, in der die temporären Differenzen sich auflösen werden, erwartet wird, basierend auf den Steuersätzen, die zum Abschlussstichtag gültig oder gesetzlich angekündigt sind.

Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden nur saldiert, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind.

Geschäfts- oder Firmenwert: Der Geschäfts- oder Firmenwert wird nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich auf Wertminderung geprüft sowie immer dann, wenn Ereignisse oder Änderungen der Umstände eintreten (auslösende Ereignisse), die darauf hindeuten, dass der Buchwert nicht mehr erzielbar sein könnte. Der Firmen- oder Geschäftswert wird zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt.

Die Werthaltigkeitsprüfung des Geschäfts- oder Firmenwerts wird auf Ebene einer zahlungsgenerierenden Einheit (ZGE) durchgeführt, der untersten Ebene, auf welcher der Geschäfts- oder Firmenwert für interne Steuerungszwecke überwacht wird.

Im Hinblick auf die Werthaltigkeitsprüfung wird der sich aus einem Unternehmenszusammenschluss ergebene Geschäfts- oder Firmenwert der ZGE zugeordnet, die voraussichtlich am meisten von den Synergien des Zusammenschlusses profitieren wird. Ein Wertminderungsaufwand wird dann erfasst, wenn der Buchwert der einzelnen ZGE, welcher dem Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist, deren erzielbaren Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert der ZGE abzüglich Veräußerungskosten und seinem Nutzungswert. Bei der Beurteilung des Nutzungswerts werden die erwarteten Cashflows auf ihren Barwert abgezinst, wobei ein Abzinsungssatz angewendet wird, der gegenwärtige Marktbewertungen des Zinseffekts und der speziellen Risiken der ZGE widerspiegelt. Wertminderungen des Geschäfts- oder Firmenwerts werden erfolgswirksam erfasst. Die Zuordnung erfolgt in der Weise, dass zuerst der Buchwert des der ZGE zugewiesenen Geschäfts- oder Firmenwerts reduziert wird und dann die Buchwerte der sonstigen Vermögenswerte der ZGE anteilig vermindert werden. Für Wertminderungsaufwendungen bei Geschäfts- oder Firmenwerten sind keine Wertaufholungen möglich.

Sonstige immaterielle Vermögenswerte: Sonstige immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen ausgewiesen. Sonstige immaterielle Vermögenswerte umfassen Software und andere selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte, erworbene Rechte an geistigem Eigentum, Kundenbeziehungen, Marken, Patente, Lizenzen und ähnliche Rechte. Der Konzern schreibt immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer linear über den Zeitraum ihrer geschätzten Nutzungsdauer auf den geschätzten Restwert ab. Die geschätzte Nutzungsdauer von Software, Patenten, Lizenzen und sonstigen ähnlichen Rechten beträgt in der Regel zwischen drei und zehn Jahren mit Ausnahme immaterieller Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer, die bei einem Unternehmenszusammenschluss erworben wurden. Die bei einem Unternehmenszusammenschluss erworbenen immateriellen Vermögenswerte bestehen in erster Linie aus Kundenbeziehungen und Marken. Die geschätzte Nutzungsdauer erworbener Kundenbeziehungen beläuft sich auf zwei bis zwanzig Jahre.

Die geschätzte Nutzungsdauer erworbener Marken wurde auf zwanzig Jahre angesetzt, die Nutzungsdauer erworbener Rechte an geistigem Eigentum liegt zwischen acht und zwölf Jahren.

Sachanlagen: Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Wenn die Kosten bestimmter Teile einer Sachanlage im Verhältnis zum gesamten Wert des Gegenstands bedeutsam sind, werden diese getrennt erfasst und abgeschrieben. Die Abschreibungsaufwendungen werden nach der linearen Methode verbucht. Restwerte und Nutzungsdauern werden jährlich überprüft und entsprechend angepasst, wenn die Erwartungen von früheren Schätzungen abweichen. Im Einzelnen werden folgende betriebliche Nutzungsdauern zu Grunde gelegt:

Nutzungsdauer
Betriebs- und Geschäftsgebäude 20 bis 50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 4 bis 10 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 5 Jahre

Wertminderung von Sachanlagen und sonstigen immateriellen Vermögenswerten: Die Gruppe überprüft die Werthaltigkeit von Sachanlagen und sonstigen immateriellen Vermögenswerten immer dann, wenn Ereignisse oder Änderungen der Umstände darauf hindeuten, dass der Buchwert eines Vermögenswerts nicht mehr erzielbar sein könnte. Zudem werden immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer und noch nicht zum Gebrauch verfügbare immaterielle Vermögenswerte jährlich auf Wertminderung überprüft. Die Werthaltigkeit von Vermögenswerten wird durch den Vergleich des Buchwerts eines Vermögenswerts mit dem erzielbaren Betrag gemessen, bei dem es sich um den höheren der beiden Beträge aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten handelt. Wenn Vermögenswerte keine Mittelzuflüsse generieren, die weitgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder Gruppen von Vermögenswerten sind, wird der Werthaltigkeitstest nicht auf Einzelebene durchgeführt, sondern auf Ebene der ZGE, welcher der Vermögenswert zugeordnet ist. Wenn für derartige Vermögenswerte eine Wertminderung festgestellt wird, so wird die zu erfassende Wertminderung anhand des Betrags gemessen, um den der Buchwert des Vermögenswerts oder der ZGE deren erzielbaren Betrag überschreitet. Ist der beizulegende Zeitwert nicht ermittelbar, ist der Nutzungswert als der erzielbare Betrag anzusehen. Der Nutzungswert des Vermögenswerts wird durch Abzinsung erwarteter künftiger Cashflows bestimmt. Bestehen Hinweise darauf, dass die Gründe für eine Wertminderung weggefallen sind, überprüft der Konzern die Notwendigkeit einer vollständigen oder teilweisen Zuschreibung.

Vorräte: Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet, wobei die Anschaffungs- und Herstellungskosten generell nach der Durchschnittsmethode oder dem First-in-First-out-Verfahren ermittelt werden. Die Produktionskosten umfassen direkte Material- und Personalkosten sowie etwaige Fertigungsgemeinkosten auf der Grundlage eines normalen Produktionsniveaus, einschließlich Abschreibungsaufwand. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsgang erzielbare Verkaufspreis abzüglich der geschätzten Kosten für die Fertigstellung und des Vertriebsaufwands.

Leistungsorientierte Pläne und sonstige Pläne für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses: Ansprüche aus leistungsorientierten Plänen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) ermittelt. Dieser Ansatz führt zu einem versicherungsmathematisch berechneten Nettobarwert der künftigen Anwartschaft für bereits geleistete Dienstzeiten. Bei der Ermittlung des Nettobarwerts der künftigen Anwartschaft für bereits geleistete Dienstzeiten (leistungsorientierte Verpflichtung) berücksichtigt der Konzern künftige Vergütungs- und Leistungserhöhungen, da die endgültige Anwartschaft des Arbeitnehmers zum regulären Renteneintrittsalter von künftigen Vergütungs- oder Leistungserhöhungen abhängt. Die für die Berechnung der leistungsorientierten Verpflichtung verwendeten Annahmen per Jahresende des vorhergehenden Geschäftsjahres werden zur Durchführung der Berechnung von Dienstzeitaufwand sowie Zinserträgen und -aufwendungen des Folgejahres benutzt. Die Nettozinserträge und -aufwendungen für das Geschäftsjahr basieren auf dem Abzinsungssatz für das entsprechende Jahr, multipliziert mit der Nettoschuld zum Abschlussstichtag des vorhergehenden Geschäftsjahres. Der beizulegende Zeitwert von Planvermögen und leistungsorientierten Verpflichtungen und somit die Zinserträge auf Planvermögen und die Nettozinsaufwendungen für leistungsorientierte Verpflichtungen werden im Hinblick auf bedeutende Ereignisse während des Geschäftsjahres wie zusätzliche Mittelbeschaffung, Planänderungen oder Unternehmenszusammenschlüsse und -verkäufe angepasst. Die leistungsorientierten Verpflichtungen umfassen den Barwert von Steuern, die laut Plan auf Vergütungen oder Anwartschaften aus bereits geleisteten Dienstzeiten zu zahlen sind.

Laufender Dienstzeitaufwand, nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand und Abgeltungen von Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses sowie sonstige Verwaltungskosten, die sich nicht auf die Verwaltung von Planvermögen beziehen, werden den Funktionskosten (Posten Umsatzkosten, Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen, Vertriebs- und allgemeine Verwaltungsaufwendungen) im Funktionsbereich der jeweiligen Kostenstellen zugerechnet. Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand und Gewinne (Verluste) aus einer Planabgeltung werden unmittelbar erfolgswirksam erfasst, wenn der Plan geändert, gekürzt oder abgegolten wird.

Verwaltungskosten, die sich auf die Verwaltung von Planvermögen beziehen, und direkt auf den Ertrag aus dem Planvermögen bezogene Steuern, die vom Plan selbst zu entrichten sind, sind im Ertrag aus dem Planvermögen enthalten und abzüglich der Ertragsteuern im sonstigen Ergebnis erfasst. Für nicht-finanzierte Pläne erfasst die Gruppe eine Verbindlichkeit für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses in Höhe der leistungsorientierten Verpflichtungen. Für finanzierte Pläne verrechnet die Gruppe den beizulegenden Zeitwert des Planvermögens mit den Leistungsverpflichtungen. Der Konzern erfasst den Nettobetrag nach Anpassungen aufgrund von Auswirkungen der Obergrenze für den Vermögenswert in dem Posten Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses oder in dem Posten Sonstige kurzfristige Vermögenswerte.

Neubewertungen umfassen versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die sich beispielsweise aus einer Anpassung des Abzinsungssatzes sowie aus der Differenz zwischen dem Ertrag aus dem Planvermögen und den in den Zinserträgen aus leistungsorientierten Nettoverpflichtungen (Nettovermögenswerten) enthaltenen Beträgen ergeben, und werden abzüglich der Ertragsteuern im sonstigen Ergebnis erfasst.

Die Länder mit den umfassendsten Pensionsplänen sind Deutschland und die USA.

Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses: Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden in der Periode erfasst, in der sie anfallen, und wenn der Betrag in angemessener Weise geschätzt werden kann. Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden aufgrund des Angebots eines Unternehmens zur Förderung eines freiwilligen vorzeitigen Ausscheidens oder der Entscheidung des Unternehmens zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses gewährt. Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses nach den Grundsätzen des IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer werden als Schuld und Aufwand erfasst, sobald das Unternehmen das Leistungsangebot nicht mehr zurückziehen kann.

Rückstellungen: Eine Rückstellung wird in der Bilanz angesetzt, wenn aufgrund eines Ereignisses in der Vergangenheit eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung für den Konzern besteht, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung dieser Verpflichtung wahrscheinlich ist und die Höhe der Verpflichtung verlässlich geschätzt werden kann.

Ist die Bedeutung wesentlich, werden die Rückstellungen zum Barwert erfasst, indem die zu erwartenden zukünftigen Cashflows mit einem Zinssatz vor Steuern abgezinst werden, der die gegenwärtigen Marktbewertungen im Hinblick auf den Zinseffekt widerspiegelt. Wird ein Vertrag belastend, wird die gegenwärtige vertragliche Verpflichtung als Rückstellung angesetzt und zum niedrigeren Wert der erwarteten Kosten aus der Erfüllung des Vertrags oder der erwarteten Kosten aus der Beendigung des Vertrags bewertet, soweit sie den erwarteten wirtschaftlichen Nutzen des Vertrags übersteigen. Zuführungen zu und Auflösungen von Rückstellungen werden grundsätzlich in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der Barwert der erfassten Verpflichtungen in Verbindung mit der Stilllegung von Sachanlagen (Verpflichtungen aus der Stilllegung von Vermögenswerten), die sich aus dem Erwerb, dem Bau, der Entwicklung oder der normalen Nutzung eines Vermögenswerts ergeben, wird dem Buchwert des entsprechenden Vermögenswerts hinzugefügt. Der zusätzliche Buchwert wird über den Nutzungszeitraum des entsprechenden Vermögenswerts abgeschrieben. Zuführungen zu und Abzüge vom Barwert der Verpflichtungen aus der Stilllegung von Vermögenswerten, die sich aus geänderten Schätzungen ergeben, werden grundsätzlich durch Anpassung des Buchwerts des entsprechenden Vermögenswerts und der entsprechenden Rückstellung erfasst. Wird die Verpflichtung aus der Stilllegung von Vermögenswerten über einen anderen als den Buchwert der Verpflichtung abgegolten, erfasst die Gruppe einen Gewinn oder Verlust aus der Abgeltung.

Leasing: Die Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis ist oder enthält, erfolgt auf der Grundlage des wirtschaftlichen Gehalts der Vereinbarung bei Vertragsabschluss: nämlich, ob die Vertragserfüllung die Nutzung eines Vermögenswerts oder von Vermögenswerten vorsieht und der Vertrag ein Recht zur Nutzung des Vermögenswerts beinhaltet. Finanzierungs-Leasingverhältnisse, bei denen im Wesentlichen alle mit dem Eigentum des Leasingobjekts verbundenen Risiken und Nutzen auf den Konzern als Leasingnehmer übertragen werden, werden zu Beginn der Laufzeit des Leasingverhältnisses mit dem beizulegenden Zeitwert des Leasingobjekts oder, falls niedriger, mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen aktiviert. Leasingraten werden in Finanzierungskosten und Tilgungsanteil aufgeteilt, sodass sich ein konstanter Zinssatz auf die verbleibende Schuld ergibt. Finanzierungskosten werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Geleaste Vermögenswerte werden über den Nutzungszeitraum des Vermögenswerts abgeschrieben. Ist zu Beginn des Leasingverhältnisses nicht hinreichend sicher, dass das Eigentum auf den Konzern übergeht, so wird der Vermögenswert über den kürzeren der beiden Zeiträume, geschätzte Nutzungsdauer und Laufzeit des Leasingverhältnisses, vollständig abgeschrieben. Leasingverträge zu Vermögenswerten, bei denen ein wesentlicher Anteil der Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum am Leasingobjekt verbunden sind, beim Leasinggeber verbleibt, werden als Operating-Leasingverhältnisse klassifiziert. Geleistete Leasingzahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Da der Konzernabschluss die Gruppe als unabhängiges Unternehmen darstellt, werden Leasingverträge gemäß der vorstehenden Rechnungslegung entweder als Finanzierungsleasing oder als Operating-Leasingverhältnis erfasst.

Finanzinstrumente: Ein Finanzinstrument stellt einen Vertrag dar, der gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Finanzielle Vermögenswerte der Gruppe umfassen hauptsächlich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Darlehensforderungen und derivative Finanzinstrumente mit positivem beizulegenden Zeitwert. Finanzielle Verbindlichkeiten der Gruppe umfassen im Wesentlichen Bankdarlehen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, nachrangige Darlehensforderungen und vorrangig besicherte endfällige Kredite sowie derivative Finanzinstrumente mit negativem beizulegenden Zeitwert.

Der Konzern nimmt nicht die Möglichkeit in Anspruch, finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten bei Vertragsabschluss erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten (Fair-Value-Option). Je nach Art werden Finanzinstrumente als finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten eingestuft, die zu Anschaffungskosten oder zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, und als finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.

Finanzinstrumente werden in der Konzernbilanz angesetzt, wenn die Gruppe Vertragspartner zu den vertraglichen Regelungen des Finanzinstruments wird. Ein marktüblicher Kauf oder Verkauf eines finanziellen Vermögenswerts im Rahmen eines Vertrags, der die Lieferung des Vermögenswerts innerhalb eines Zeitraums vorsieht, der üblicherweise durch Vorschriften oder Konventionen des jeweiligen Marktes festgelegt wird, wird am Handelstag erfasst.

Die direkt dem Erwerb oder der Emission von Finanzinstrumenten zurechenbaren Transaktionskosten sind nur dann bei der Festlegung des Buchwerts einbezogen, wenn die Finanzinstrumente nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Danach werden die finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten gemäß der ihnen zugewiesenen Kategorie bewertet: Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Kredite und Forderungen, zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten oder finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert sind.

Der Konzern bucht einen finanziellen Vermögenswert aus, wenn die vertraglichen Rechte an den Cashflows aus einem Vermögenswert auslaufen oder er die Rechte zum Erhalt der Cashflows in einer Transaktion überträgt, in der auch alle wesentlichen mit dem Eigentum des finanziellen Vermögenswerts verbundenen Risiken und Chancen übertragen werden, oder er im Wesentlichen alle mit dem Eigentum des übertragenen Vermögenswerts verbundenen Risiken und Chancen weder überträgt noch behält und er keine Verfügungsmacht über den übertragenen Vermögenswert behält. Ansprüche an solchen ausgebuchten finanziellen Vermögenswerten, die im Konzern entstehen oder verbleiben, werden als separater Vermögenswert oder separate Verbindlichkeit erfasst.

Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen erfüllt, aufgehoben oder ausgelaufen sind.

Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden verrechnet und in der Bilanz als Nettowert ausgewiesen, wenn der Konzern gegenwärtig einen rechtlich durchsetzbaren Anspruch hat, die erfassten Beträge miteinander zu verrechnen, und er beabsichtigt, entweder den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Verwertung des betreffenden Vermögenswerts die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente: Der Konzern betrachtet alle hochliquiden Anlagen, die zum Erwerbszeitpunkt eine Restlaufzeit von weniger als drei Monate aufweisen, als Zahlungsmittel oder Zahlungsmitteläquivalente. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden zu Anschaffungskosten bewertet.

Kredite und Forderungen: Als Kredite und Forderungen klassifizierte finanzielle Vermögenswerte werden zunächst mit ihrem beizulegenden Zeitwert abzüglich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten und unter Berücksichtigung eingebetteter Derivate bewertet. Danach werden sie unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, abzüglich ggf. vorhandener Wertminderungsaufwendungen. Wertminderungsaufwendungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen werden auf separaten Wertberichtigungskonten erfasst. Kredite und Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr, die unverzinslich oder im Vergleich zu Marktzinsen niedriger verzinslich sind, werden abgezinst. Der Konzern bilanziert eingebettete Derivate beim erstmaligen Ansatz getrennt, wenn sie nicht eng mit dem entsprechenden Basisvertrag verbunden sind. Getrennt bilanzierte Derivate werden als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert und erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Finanzielle Verbindlichkeiten: Der Konzern bewertet finanzielle Verbindlichkeiten mit Ausnahme derivativer Finanzinstrumente zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode.

Derivative Finanzinstrumente, einschließlich Hedge Accounting: Der Konzern besitzt gegenwärtig Devisenterminkontrakte, Zinsswaps, Zins- und Währungsswaps, Zinsfloors und Rückkaufoptionen (die beiden letzteren sind getrennt bilanzierte eingebettete Derivate). Alle derivativen Finanzinstrumente werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts von derivativen Finanzinstrumenten werden regelmäßig im Finanzergebnis erfasst.

Nach dem erstmaligen Ansatz des Derivats als Sicherungsinstrument dokumentiert der Konzern formal die Beziehung zwischen dem Sicherungsinstrument und dem gesicherten Grundgeschäft, einschließlich der Ziele und Strategie des Risikomanagements in Bezug auf das Sicherungsgeschäft und des gesicherten Risikos sowie der Methoden, die zur Beurteilung der Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung zur Anwendung kommen. Der Konzern nimmt zu Beginn der Sicherungsbeziehung und fortlaufend eine Einschätzung dazu vor, ob die Sicherungsinstrumente voraussichtlich als in hohem Maße wirksam hinsichtlich des Ausgleichs der Risiken aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts oder der Cashflows der jeweiligen Grundgeschäfte in Bezug auf das abgesicherte Risiko sind, und ob die aktuellen Ergebnisse der einzelnen Sicherungsbeziehungen innerhalb einer Bandbreite von 80-125 Prozent liegen. Bei Absicherungen von Zahlungsströmen einer erwarteten künftigen Transaktion muss die Transaktion eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit haben und Risiken im Hinblick auf Schwankungen der Zahlungsströme ausgesetzt sein, die sich letztlich auf den ausgewiesenen Gewinn oder Verlust auswirken könnten.

Beim erstmaligen Ansatz werden derivative Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert erfasst; zurechenbare Transaktionskosten werden bei Anfall erfolgswirksam erfasst. Nach erstmaligem Ansatz werden derivative Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert bewertet und Veränderungen dieses Werts werden wie nachstehend beschrieben erfasst.

Absicherung von Cashflows (Cash Flow Hedges)

Bei Derivaten, die als Instrument zur Absicherung schwankender Zahlungsströme dienen, die auf ein bestimmtes Risiko zurückzuführen sind, das mit dem bilanzierten Vermögenswert oder der bilanzierten Schuld oder mit einer erwarteten und mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden künftigen Transaktion zusammenhängt, die sich auf den Gewinn oder Verlust auswirken könnte, wird der effektive Teil der Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts des Derivats im sonstigen Ergebnis erfasst und in der Sicherungsrücklage im Eigenkapital ausgewiesen. Der ineffektive Teil der Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts des Derivats wird unmittelbar erfolgswirksam erfasst.

Wenn das Sicherungsinstrument die Voraussetzungen zur Bilanzierung als Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) nicht mehr erfüllt, es ausläuft bzw. veräußert, beendet, ausgeübt bzw. die Designierung aufgehoben wird, wird das Hedge Accounting künftig eingestellt.. Wird mit dem Eintritt einer erwarteten Transaktion nicht mehr gerechnet, wird der bisher im Eigenkapital erfasste Betrag in den Gewinn oder Verlust umgegliedert. Handelt es sich bei dem gesicherten Grundgeschäft um einen nicht finanziellen Vermögenswert, verbleibt der kumuliert im Eigenkapital erfasste Betrag im sonstigen Ergebnis und wird in derselben Periode oder denselben Perioden in den Gewinn oder Verlust umgegliedert, in der bzw. denen der nicht finanzielle Vermögenswert den Gewinn oder Verlust beeinflusst.

Segmentinformationen: Geschäftssegmente werden auf der Grundlage dessen ermittelt, ob die Allokation von Ressourcen und/oder die Bewertung der Ertragskraft eines bestimmten Bestandteils der Unternehmenstätigkeit regelmäßig durch die verantwortliche Unternehmensinstanz als eigenständiges Geschäftssegment überprüft werden. Nach diesen Kriterien sind die Tätigkeiten der Gruppe als ein Segment anzusehen, das „die Herstellung und den Vertrieb audiologischer Produkte (Hörgeräte) und damit verbundener Produkte sowie Zubehör und Serviceleistungen“ umfasst, und die Segmentanalyse entspricht der Analyse der Gruppe insgesamt. Das Management Board der Sivantos Gruppe ist die verantwortliche Unternehmensinstanz und überprüft die konsolidierten Betriebsergebnisse regelmäßig im Hinblick auf Entscheidungen zu den Ressourcen und zur Beurteilung der unternehmerischen Gesamtleistung. Die Gruppe besteht gegenwärtig aus nur einem Berichtssegment.

4. Vom Konzern angewandte neue und geänderte Standards

Der Konzern hat die folgenden Standards und Änderungen erstmalig für den Berichtszeitraum mit Beginn ab 01. Oktober 2016 übernommen.

· Angabeninitiative – Änderungen an IAS 1

· Equity-Methode im separaten Abschluss – Änderungen an IAS 27

· Investmentgesellschaften: Anwendung der Konsolidierungsausnahme – Änderungen an IFRS 10, IFRS 12 und IFRS 28

· Bilanzierung von Erwerben von Anteilen an einer gemeinsamen Geschäftstätigkeit – Änderungen an IFRS 11

· Klarstellung akzeptierter Abschreibungsmethoden (Änderungen von IAS 16 und IAS 38)

· Regulatorische Abgrenzungsposten – IFRS 14

· Jährliche Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2012-2014 (IFRS 5, IFRS 7, IAS 19, IAS 34)

Die Übernahme dieser Änderungen hatte keine Auswirkung auf die laufende Periode oder zurückliegende Perioden und dürfte sich auch auf künftige Perioden nicht auswirken.

5. Noch nicht (vorzeitig) im Geschäftsjahr 2017 angewandte neue Standards und Interpretationen

Zahlreiche neue Standards sind für Geschäftsjahre, die nach dem 1. Oktober 2016 beginnen, wirksam und dürfen vorzeitig angewandt werden; jedoch hat die Gruppe die folgenden neuen oder überarbeiteten Standards bei der Erstellung dieses Konzernabschlusses nicht vorzeitig angewandt. Im Folgenden sind die für die Gruppe relevanten neuen bzw. geänderten Standards und Interpretationen aufgeführt, die von der EU bereits übernommen, aber von der Gruppe noch nicht vorzeitig angewandt wurden:

Verpflichtende erstmalige Anwendung für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2017 beginnen:

– Angabeninitiative – Änderungen an IAS 7

– Ansatz von latenten Steueransprüchen für nicht realisierte Verluste – Änderungen an IAS 12

Verpflichtende erstmalige Anwendung für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen:

– Finanzinstrumente (2014) – IFRS 9

– Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden – IFRS 15

– Klarstellungen zu IFRS 15 – Änderungen an IFRS 15

Verpflichtende erstmalige Anwendung für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen:

– Leasingverhältnisse – IFRS 16

Im Folgenden sind die für die Gruppe potenziell relevanten neuen bzw. geänderten Standards und Interpretationen aufgeführt, die von der EU noch nicht übernommen wurden:

Verpflichtende erstmalige Anwendung für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2017 beginnen:

– Verbesserungen an den IFRS (2014-2016) – IFRS 12

Verpflichtende erstmalige Anwendung für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen:

– Klassifizierung und Bewertung von Geschäftsvorfällen mit anteilsbasierter Vergütung – Änderungen an IFRS 2

– Übertragungen von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien – Änderung an IAS 40

– Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte Gegenleistungen – IFRIC 22

– Verbesserungen an den IFRS (2014-2016) – IFRS 1, IAS 28

Verpflichtende erstmalige Anwendung für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen:

– Vorfälligkeitsregelungen mit negativer Ausgleichsleistung – Änderungen an IFRS 9

– Langfristige Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures – Änderungen an IAS 28

– Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung – IFRIC 23

Zeitpunkt der verpflichtenden Erstanwendung noch nicht festgelegt:

– Veräußerung oder Einbringung von Vermögenswerten zwischen einem Investor und einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture – Änderungen an IFRS 10 und IAS 28

Sofern nicht anders angegeben, werden die Auswirkungen auf die Jahresabschlüsse gegenwärtig geprüft. Es ist zu erwarten, dass die folgenden Standards in der Berichtsperiode, in der die erstmalige Anwendung erfolgt, wesentliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben werden:

IFRS 9 – Finanzinstrumente

IFRS 9, veröffentlicht im Juli 2014, ersetzt die bestehende Regelung in IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung. IFRS 9 enthält überarbeitete Leitlinien zur Einstufung und Bewertung von Finanzinstrumenten, darunter ein neues Modell der erwarteten Kreditausfälle zur Berechnung der Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten, sowie die neuen allgemeinen Bilanzierungsvorschriften für Sicherungsgeschäfte. Der Standard übernimmt auch die Leitlinien zur Erfassung und Ausbuchung von Finanzinstrumenten aus IAS 39.

Der Konzern ist ab dem 1. Oktober 2018 zur Anwendung des IFRS 9 Finanzinstrumente verpflichtet. Der Konzern hat mit der Beurteilung einer möglichen Auswirkung der Anwendung des IFRS 9 auf den Konzernabschluss begonnen. Zu Projektbeginn wurde ein Fragebogen versandt, in dem die Wertminderungsdaten der Tochtergesellschaften zur Analyse der Cashflow-Kriterien, die zu Klassifizierungszwecken herangezogen werden, abgefragt werden. Die tatsächlichen Auswirkungen der Anwendung von IFRS 9 auf den Konzernabschluss der Gruppe sind jedoch noch nicht bekannt und können aufgrund folgender Faktoren nicht zuverlässig eingeschätzt werden:

– Der Konzern hat das Wertminderungsmodell, welches er verpflichtend anzuwenden hat, noch nicht fertiggestellt.

– An den neuen Rechnungslegungsmethoden können bis zum Zeitpunkt, an dem der Konzern seinen Jahresabschluss vorlegt, welcher das Datum der erstmaligen Anwendung enthält, Änderungen vorgenommen werden.

IFRS 9 ist vom Konzern erstmals anzuwenden in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 1. Oktober 2018 beginnen.

IFRS 15 – Erlöse aus Verträgen mit Kunden

Der Konzern ist dazu verpflichtet IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden ab dem 1. Oktober 2018 anzuwenden. IFRS 15 legt einen umfassenden Rahmen fest, mit dem bestimmt werden kann, ob, in welcher Höhe und zu welchem Zeitpunkt Erlöse zu erfassen sind. Er ersetzt bestehende Leitlinien zur Erfassung von Umsatzerlösen, darunter IAS 18 Umsatzerlöse, IAS 11 Fertigungsaufträge und IFRIC 13 Kundenbindungsprogramme.

Der Konzern hat mit der Beurteilung einer möglichen Auswirkung der Anwendung des IFRS 15 auf den Konzernabschluss begonnen. Hierzu wurde ein Fragebogen an die Tochtergesellschaften versandt, um die Art der Verträge mit Kunden zu ermitteln. Die tatsächlichen Auswirkungen von IFRS 15 auf den Konzern können noch nicht zuverlässig geschätzt werden, da sie von den Verträgen mit Kunden, die der Konzern eingegangen ist, den wirtschaftlichen Verhältnissen zum jeweiligen Zeitpunkt sowie den zukünftigen Bilanzierungswahlrechten und Ermessensspielräumen abhängig sind. Eine erste Analyse der Auswirkungen deutet darauf hin, dass sich die Umsatzrealisierung unter IFRS 15 wahrscheinlich nicht wesentlich ändern wird. Die tatsächlichen Auswirkungen der Anwendung des neuen Standards zum 1. Oktober 2018 können sich noch ändern, da der Konzern sein Implementierungsprojekt noch nicht fertiggestellt hat und somit an den Rechnungslegungsmethoden bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Konzernabschlusses, welcher das Datum der erstmaligen Anwendung enthält, Änderungen vorgenommen werden können.

Der Konzern hat IFRS 15 erstmalig für das zum 1. Oktober 2018 beginnende Geschäftsjahr anzuwenden. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig.

IFRS 16 – Leasingverhältnisse

IFRS 16 wurde im Januar 2016 herausgegeben. Der IFRS 16 ersetzt bestehende Anwendungsleitlinien zu Leasingverhältnissen einschließlich des IAS 17 Leasingverhältnisse, IFRIC 4 Beurteilung, ob der Vertrag ein Leasingverhältnis enthält, SIC‑15 Mietleasingverhältnisse – Anreizvereinbarungen und SIC‑27 Beurteilung des wirtschaftlichen Gehalts von Transaktionen in der rechtlichen Form von Leasingverhältnissen.

Der Standard gilt für Berichtsperioden, die am oder nach dem 01. Oktober 2019 beginnen. Eine Vorzeitige Anwendung ist für Unternehmen, die IFRS 15 zum oder vor dem Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 anwenden, zulässig.

IFRS 16 führt ein einheitliches Bilanzierungsmodell (On-Balance) für Leasingnehmer ein. Ein Leasingnehmer erfasst einen Vermögenswert aus einem Nutzungsrecht, der sein Recht zur Nutzung des Leasinggegenstandes darstellt sowie eine Leasingverbindlichkeit, die seine Verpflichtung zur Erfüllung künftiger Leasingraten wiedergibt. Der Standard bietet Ansatzwahlrechte, die Ausnahmen für kurz laufende Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse für geringwertige Wirtschaftsgüter vorsehen. Die Bilanzierung beim Leasinggeber wird sich nicht wesentlich vom derzeitigen Standard unterscheiden – d. h. Leasinggeber klassifizieren Leasingverhältnisse weiterhin als Finanzierungs- oder Operating-Leasingverhältnisse.

Der Konzern hat mit einer vorläufigen Beurteilung der möglichen Auswirkungen der Anwendung auf seinen Konzernabschluss begonnen, ihm liegt jedoch noch keine abschließende aussagekräftige Beurteilung vor. Die tatsächliche Auswirkung des IFRS 16 auf den Abschluss für den Zeitraum der erstmaligen Anwendung hängt von zukünftigen wirtschaftlichen Verhältnissen, einschließlich des Fremdkapitalzinssatzes des Konzerns zum 1. Oktober 2019, der Zusammensetzung des Leasingportfolios des Konzerns zu diesem Zeitpunkt, die aktuellsten Einschätzungen darüber, ob er Optionen zur Leasingverlängerung wahrnimmt und in welchem Maße der Konzern Erleichterungsregelungen und Bilanzierungswahlrechte ausübt, ab.

Die ersten bisher festgestellten Auswirkungen zeigen sich darin, dass der Konzern neue Vermögenswerte und Schulden für seine Operating-Leasingverhältnisse in Höhe von etwa EUR 130.000 erfasst. Darüber hinaus wird sich damit die Art der Aufwendungen im Zusammenhang mit diesen Leasingverhältnissen verändern, da IFRS 16 das lineare Abschreibungsmodell von Aufwendungen für Operating-Leasingverhältnisse durch Abschreibungsaufwendungen für Vermögenswerte aus einem Nutzungsrecht und Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten ersetzt.

Es werden keine wesentlichen Auswirkungen auf die Finanzierungs-Leasingverhältnisse der Gruppe erwartet.

Die Gruppe plant die Anwendung der Erleichterungsregelung, um beim Übergang Bestandsschutz für die Definition von Leasingverhältnissen zu erhalten. Demnach wird IFRS 16 für alle Verträge, die vor dem 1. Oktober 2019 geschlossen wurden und nach IAS 17 und IFRIC 4 als Leasingverhältnisse klassifiziert wurden, angewandt.

IFRS 16 ist vom Konzern erstmals anzuwenden in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 1. Oktober 2019 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig, sofern IFRS 9 ebenfalls vorzeitig angewandt wird.

6. Wesentliche rechnungslegungsbezogene Schätzungen

Die wesentlichen Rechnungslegungsmethoden gemäß Darlegung in Anhangangabe 3 Zusammenfassung sonstiger wesentlicher Rechnungslegungsmethoden sind grundlegend für das Verständnis des Konzernabschlusses.

Die Erstellung des Konzernabschlusses verlangt von der Geschäftsleitung die Abgabe von Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen, die Auswirkungen auf die Anwendung der Rechnungslegungsmethoden und den ausgewiesenen Wert der Vermögenswerte und Schulden haben. Die tatsächlichen Ergebnisse können von den Schätzungen der Geschäftsleitung abweichen. Schätzungen und Annahmen werden regelmäßig überprüft und Veränderungen bei Schätzungen und Annahmen werden in der Periode erfasst, in der die Veränderungen eintreten, und in künftigen Perioden, auf die sich die Veränderungen auswirken. Die auf der Grundlage der Rechnungslegung aufgestellten Schätzungen stimmen mit den laut Rechnungslegungsgrundsätzen im Rahmen der Konsolidierung von Auris II vorgenommenen Schätzungen zum selben Zeitpunkt überein, es sei denn, es liegen objektive Hinweise vor, dass diese Schätzungen fehlerhaft waren.

Umsatzrealisierung: Der Konzern unterhält diverse Vertragsbedingungen mit Kunden im Hinblick auf den Verkauf seiner Produkte. In einigen Fällen schließen diese Verträge mehrere Komponenten ein, für die beizulegende Zeitwerte im Hinblick auf die Berechnung der gegebenenfalls vorhandenen Erlöse, die in zukünftige Perioden zu verschieben sind, geschätzt werden müssen. Bei der Zuordnung von Vertragsleistungen zu einzelnen Bilanzierungseinheiten und der Bestimmung, ob es sich bei der Vereinbarung um eine einzelnen Bilanzierungseinheit oder eine Mehrkomponentenvereinbarung handelt, sind erhebliche Ermessensentscheidungen erforderlich. Je nachdem, wie solche Ermessensentscheidungen durchgeführt werden, können der erfasste Betrag und der Zeitpunkt des Erlöses sehr unterschiedlich ausfallen. Die Rechnungsabgrenzungsposten (kurzfristige und langfristige) per 30. September 2017 beliefen sich auf EUR 12.073 (2016: EUR 13.924). Zudem hat der Kunde in manchen Märkten ein Rückgaberecht. Wenn die Rücknahmen zum Zeitpunkt des Verkaufs verlässlich geschätzt werden können, werden die Erlöse erfasst, und gegenüber den Erlösen wird eine Rückstellung für Rücknahmen gebildet. Der Konzern hat die in der folgenden Periode zurück zu gewährenden Beträge geschätzt und dafür eine Rückstellung gebildet. Diese Schätzung basiert auf dem Rücknahmerecht und den Praktiken sowie Erfahrungswerten aus der Vergangenheit, Verkaufstrends und gegebenenfalls dem Rücknahmezeitraum ab dem ursprünglichen Verkaufsdatum. Veränderungen beim Rückgabeverhalten könnten dazu führen, dass die tatsächlichen Rücknahmen von den geschätzten Beträgen, für die eine Rückstellung gebildet wurde, abweichen. Die Rückstellungen für Rücknahmerechte beliefen sich per 30. September 2017 auf EUR 13.052 (2016: EUR 14.574).

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen: Die Wertberichtigung auf zweifelhafte Forderungen erfordert erhebliche Ermessensentscheidungen der Geschäftsleitung und die Überprüfung einzelner Forderungen auf der Grundlage der jeweiligen Kreditwürdigkeit von Kunden sowie die Analyse von Forderungsverlusten auf Portfolioebene.

Zur Bestimmung der länderspezifischen Komponente für einzelne Wertberichtigungen berücksichtigt Auris II auch Länder-Kreditratings. Sie wird auf der Basis von Informationen seitens externer Ratingagenturen zentral festgelegt. Per 30. September 2017 hat der Konzern eine Wertberichtigung für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen von insgesamt EUR 7.940 (2016: EUR 8.196) erfasst.

Wertminderung: Die Werthaltigkeitsprüfung des Geschäfts- oder Firmenwerts wird auf Ebene einer ZGE durchgeführt, der untersten Ebene, auf welcher der Geschäfts- oder Firmenwert für interne Managementzwecke überwacht wird. In den Geschäftsjahren 2017 und 2016 überwachte die Geschäftsleitung den Geschäfts- oder Firmenwert entsprechend und führte die Werthaltigkeitsprüfung des Geschäfts- oder Firmenwerts auf der Ebene von Auris II durch. Die Ermittlung des erzielbaren Betrags einer ZGE, der ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wird, erfordert den Einsatz von Schätzungen durch die Geschäftsleitung. Das von diesen Schätzungen vorhergesagte Ergebnis wird beispielsweise von der erfolgreichen Eingliederung erworbener Unternehmen, der Volatilität an den Kapitalmärkten, Zinsentwicklungen, Devisenkursschwankungen und Prognosen zu Wirtschaftstrends beeinflusst. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert der ZGE abzüglich Veräußerungskosten und seinem Nutzungswert. Der Konzern verwendet zur Bestimmung dieser Werte grundsätzlich Discounted-Cashflow-Verfahren. Diese Berechnungen zu abgezinsten Cashflows verwenden Fünfjahresprognosen, die auf Finanzprognosen basieren. Cashflow-Prognosen berücksichtigen Erfahrungen aus der Vergangenheit und stellen die bestmögliche Einschätzung der Geschäftsleitung zu künftigen Entwicklungen dar. Die Cashflows, die über den Planungszeitraum hinausgehen, werden mit individuellen Wachstumsraten extrapoliert. Wesentliche Annahmen, nach denen die Geschäftsleitung den beizulegenden Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten und den Nutzungswert bestimmt hat, umfassen geschätzte Wachstumsraten, durchschnittliche gewichtete Kapitalkosten und EBITDA. Diese Schätzungen einschließlich der angewandten Methoden können konkrete Auswirkung auf die entsprechenden Werte und letztendlich den Betrag der Wertminderungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert haben. Gleichermaßen erfordert die Ermittlung des erzielbaren Betrags von Vermögenswerten immer dann, wenn für Sachanlagen, sonstige immaterielle Vermögenswerte und nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen eine Werthaltigkeitsprüfung durchgeführt wird, den Einsatz von Schätzungen durch die Geschäftsleitung, die die entsprechenden Werte und letztendlich den Betrag der Wertminderungen wesentlich beeinflussen können.

Bilanzierung von Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses: Verpflichtungen aus Pensionen und anderen Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses und zugehörige leistungsorientierte Kosten werden gemäß versicherungsmathematischer Gutachten ermittelt. Diese Gutachten stützen sich auf grundlegende Annahmen, darunter Abzinsungssätze, erwartete Gehalts- und Inflationssteigerungen, Sterberaten und Entwicklungen in der Gesundheitsfürsorge. Die Annahmen zu Abzinsungssätzen reflektieren die für erstrangige Unternehmensanleihen von geeigneter Dauer und Währung am Ende des Berichtszeitraums erzielbaren Renditen. Aufgrund sich verändernder Markt- und Wirtschaftsbedingungen weichen die zugrunde liegenden wesentlichen Annahmen möglicherweise von den tatsächlichen Entwicklungen ab und können zu erheblichen Änderungen bei Pensionen und anderen Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses führen. Derartige Differenzen werden ohne Ergebniswirkung in vollem Umfang erfolgsneutral im Eigenkapital in der Periode erfasst, in der sie entstehen.

Rückstellungen: Bei der Festlegung von Rückstellungen für Gewährleistungskosten, Rückgaberechte, Gerichtsverfahren und belastende Verträge sind Schätzungen von wesentlicher Bedeutung erforderlich. Aufgrund technischer Eigenschaften der Produkte des Konzerns entstehen diesem Gewährleistungskosten in beträchtlicher Höhe, und die Ermittlung künftiger Gewährleistungskosten für verkaufte Produkte stützt sich auf Ergebnisse aus der Vergangenheit sowie geschätzte Produktmängel. Ist es überwiegend wahrscheinlich, dass eine Verpflichtung für den Konzern besteht und zu einem Mittelabfluss führt, setzt das Unternehmen eine Rückstellung an, wenn der Betrag der Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden kann.

Das Unternehmen ist von Zeit zu Zeit in Rechtsstreitigkeiten und aufsichtsrechtliche Verfahren in verschiedenen Ländern involviert. Solche Verfahren können dazu führen, dass dem Unternehmen straf- oder zivilrechtliche Sanktionen, Geldbußen, Schadensersatzforderungen und sonstigen Forderungen oder Gewinnherausgaben auferlegt werden. Ist es überwiegend wahrscheinlich, dass eine Verpflichtung für die Gesellschaft besteht und zu einem Mittelabfluss führt, setzt das Unternehmen eine Rückstellung an, wenn der Betrag der Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden kann. Aufsichtsrechtliche und gerichtliche Verfahren sowie staatliche Ermittlungsverfahren führen häufig zu komplexen Rechtsfällen und sind mit erheblichen Unsicherheiten verbunden. Dementsprechend trifft die Geschäftsleitung erhebliche Ermessensentscheidungen bei der Feststellung, ob eine aktuelle Verpflichtung infolge eines Ereignisses in der Vergangenheit am Ende des Berichtszeitraums vorliegt, ob es eher wahrscheinlich als unwahrscheinlich ist, dass ein solches Verfahren zu einem Mittelabfluss führen wird, und ob der Betrag der Verpflichtungen zuverlässig geschätzt werden kann. Das Unternehmen überprüft den Status dieser Verfahren anhand interner und externer Berater regelmäßig. Diese Ermessensentscheidungen können sich ändern, sobald neue Informationen zur Verfügung stehen. Der erforderliche Rückstellungsbetrag kann sich aufgrund neuer Entwicklungen im konkreten Fall künftig ändern. Berichtigungen von Schätzungen können sich in erheblichem Ausmaß auf das künftige Jahresergebnis auswirken. Nach Abschluss der Überprüfung können dem Unternehmen Belastungen entstehen, die über die für solche Fälle angesetzten Rückstellungen hinausgehen. Es ist nicht auszuschließen, dass sich der nachteilige Ausgang gerichtlicher oder aufsichtsrechtlicher Verfahren sowie staatlicher Ermittlungsverfahren wesentlich auf die Finanz- oder Ertragslage des Unternehmens auswirkt. Zu diesem Zeitpunkt erwartet der Konzern jedoch keine bedeutenden negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage aufgrund gerichtlicher oder aufsichtsrechtlicher Verfahren.

Ertragsteuern: Der Konzern ist in verschiedenen Steuergebiet tätig und muss seine Steuerpositionen deshalb gemäß den jeweiligen lokalen Steuergesetzen und Auffassungen der Steuerbehörden bestimmen, die komplex sein können und von Steuerpflichtigen und lokalen Steuerbehörden möglicherweise unterschiedlich ausgelegt werden. Latente Steueransprüche werden erfasst, wenn künftig ausreichender zu versteuernder Gewinn zur Verfügung steht. Dabei werden auch Erträge aus dem prognostizierten operativen Ergebnis, die Auflösung bestehender zu versteuernder temporärer Differenzen und geschaffene Steuergestaltungsmöglichkeiten berücksichtigt. Am Ende jeden Jahres ermittelt die Geschäftsleitung die Erzielbarkeit latenter Steueransprüche auf der Grundlage des prognostizierten künftigen zu versteuernden Gewinns. Da künftige Entwicklungen ungewiss sind und sich teilweise dem Einfluss der Geschäftsleitung entziehen, sind Annahmen erforderlich, um künftige zu versteuernde Gewinne sowie den Zeitraum, in dem latente Steueransprüche erzielt werden können, einzuschätzen. Einschätzungen werden in der Periode überprüft, in der ausreichend Hinweise zur Überprüfung der Annahme vorliegen. Wenn die Geschäftsleitung es als wahrscheinlich erachtet, dass die latenten Steueransprüche ganz oder teilweise nicht realisiert werden können, wird dieser Anteil nicht erfasst. Siehe Anhangangabe 3 Zusammenfassung sonstiger wesentlicher Rechnungslegungsmethoden.

7. Übernahmen

In den Geschäftsjahren, die am 30. September 2017 bzw. 2016 endeten, hat der Konzern diverse Übernahmen durchgeführt. Die in den Geschäftsjahren 2017 und 2016 durchgeführten Übernahmen wurden nach der Erwerbsmethode bilanziert und sind ab dem Erwerbsdatum in den Konzernabschluss aufgenommen. Neben mehreren kleineren Übernahmen von Einzelhandelsgeschäften und Kliniken für Audiologie in den USA, Kanada und Japan gab es im Jahr 2017 einen größeren Unternehmenszusammenschluss:

a) Erwerb der House of Hearing Limited im Jahr 2017

Der Erwerb der House of Hearing Limited durch den Konzern erfolgte zum 28. April 2017. Die Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem Netto-Vermögenswert zum beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt in Höhe von EUR 4.911 wurde als Geschäfts- oder Firmenwert bilanziert.

Die für die Übernahmen übertragene Gegenleistung belief sich auf EUR 5.221 und setzte sich aus Barmitteln in Höhe von EUR 4.438 und bedingten Zahlungen in Höhe von EUR 783 zusammen.

Die Verpflichtungen zu bedingten Gegenleistungen werden kontinuierlich überwacht und neu bewertet, sollten bestimmte Gewinnerwartungen von den aktuell zugrunde liegenden Erwartungen abweichen. Die bedingten Zahlungen hängen von der Geschäftsentwicklung der übernommenen Unternehmen ab.

Mit Unternehmensübernahmen verbundene Kosten

Dem Konzern entstanden im Geschäftsjahr 2017 mit den Übernahmen verbundene Kosten in Höhe von EUR 18 in Form von Rechtskosten und Due-Diligence-Kosten. Diese Kosten wurden im Posten „Sonstige betriebliche Aufwendungen“ erfasst.

Identifizierbare erworbene Vermögenswerte und übernommene Schulden

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die erfassten Beträge der übernommenen Vermögenswerte und Schulden zum Erwerbszeitpunkt.

Geschäftsjahr 2017
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 202
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen 351
Sachanlagen 279
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (287)
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten (143)
Sonstige kurzfristige Schulden (92)
Summe des identifizierbaren erworbenen Nettovermögens 310

(b) Andere Übernahmen

2017 und 2016 erwarb der Konzern einige Einzelhandelsgeschäfte in Kanada, Japan und den USA. Aufgrund der relativ geringen Bedeutung der einzelnen kleineren Übernahmen werden diese in kombinierter Form dargestellt. Alle Übernahmen wurden im jeweiligen Geschäftsjahr abgeschlossen.

Die Differenz zwischen der übertragenen Gegenleistung und dem Netto-Vermögenswert zum beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt in Höhe von EUR 4.848 (2016: EUR 915) wurde als Geschäfts- oder Firmenwert bilanziert.

Die für die Übernahmen übertragene Gegenleistung belief sich auf EUR 5.852 (2016: EUR 1.617) und setzte sich aus Zahlungsmitteln in Höhe von EUR 5.267 (2016: EUR 1.343), bedingten Zahlungen in Höhe von EUR 558 (2016: EUR 68) und Kaufpreisforderungen an die Verkäufer in Höhe von EUR 28 (2016: EUR 206) zusammen. Die Verpflichtungen zu bedingten Gegenleistungen werden kontinuierlich überwacht und neu bewertet, sollten bestimmte Gewinnerwartungen von den aktuell zugrunde liegenden Erwartungen abweichen. Die bedingten Zahlungen hängen von der Geschäftsentwicklung der übernommenen Einzelhandelsunternehmen ab.

Identifizierbare erworbene Vermögenswerte und übernommene Schulden

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die erfassten Beträge der übernommenen Vermögenswerte und Schulden zum jeweiligen Erwerbszeitpunkt.

Geschäftsjahr 2017
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 976
Sachanlagen 28
Summe des identifizierbaren erworbenen Nettovermögens 1.004
Geschäftsjahr 2016
Vorräte 51
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 183
Sachanlagen 240
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten (47)
Übrige sonstige Forderungen 275
Summe des identifizierbaren erworbenen Nettovermögens 702

Die Umsatzerlöse, welche die erworbenen Einzelhandelsunternehmen in den Geschäftsjahren 2017 und 2016 zum Konzern beitrugen, waren gering.

Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte

Die erworbenen materiellen und immateriellen Vermögenswerte müssen gemäß IFRS 3 zu ihrem beizulegenden Zeitwert erfasst werden.

Der beizulegende Zeitwert ist definiert als der Preis, den man in einer gewöhnlichen Transaktion zwischen Marktteilnehmern am Bewertungsstichtag beim Verkauf eines Vermögenswerts erhalten würde oder bei der Übertragung einer Schuld zu zahlen hätte.

Bei der Bewertung der immateriellen Vermögenswerte ist der Wert eventueller käuferspezifischer Synergien, die sich aus dem käuferseitigen Erwerb von Sivantos ergeben könnten, nicht berücksichtigt.

Der beizulegende Zeitwert wird unter der Annahme eines hypothetischen Erwerbers am Markt bemessen und konkrete Käuferabsichten wurden somit nicht eingerechnet.

Für die Bewertung des beizulegenden Zeitwerts von erworbenen materiellen Vermögenswerten wurden folgende Bewertungsmethoden angewandt:

Erworbene Vermögenswerte Angewandtes Bewertungsverfahren Kurzbeschreibung des Bewertungsverfahrens
Kundenbeziehungen Multi-period Excess Earnings-Methode („MEEM“) Gemäß der MEEM wird der Barwert der durch Kundenbeziehung generierten erwarteten Netto-Cashflows durch den Ausschluss jeglicher Cashflows aus unterstützenden Vermögenswerten bestimmt.
Kerntechnologien und laufende Forschungs- & Entwicklungsarbeit, Markenrechte und Warenzeichen Relief-from-Royalty-Methode („RfR“) Bei der RfR-Methode werden die abgezinsten geschätzten Lizenzgebühren berechnet, die durch das Eigentum am Patent oder dem Warenzeichen voraussichtlich vermieden werden können.
Sachanlagevermögen Depreciated Replacement Cost Approach (Sachwertverfahren) Bei dieser Methode wird eine indirektes / Indexierungsverfahren angewandt, um den beizulegenden Zeitwert der Vermögenswerte zu bestimmen, wobei auch die entsprechende Nutzungsdauer der Vermögenswerte berücksichtigt wird. Die verwendeten Indizes entstammen öffentlich zugänglichen statistischen Quellen.
Vorräte Market Comparison Technique (Marktvergleichsmethode) Der beizulegende Zeitwert wird anhand des im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erzielbaren geschätzten Verkaufspreises abzüglich der geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung, der Kosten der Veräußerung und einer angemessenen Gewinnspanne für den notwendigen Aufwand zur Fertigstellung und Veräußerung der Vorräte ermittelt.

8. Sonstige betriebliche Erträge

Sonstige betriebliche Erträge in Höhe von EUR 14.483 im Geschäftsjahr 2017 ergaben sich überwiegend durch die Veräußerung eines Gebäudes für EUR 12.009.

9. Zinserträge, Zinsaufwand und sonstige Finanzaufwendungen, netto

Zinserträge und -aufwendungen betreffen im Wesentlichen Einlagen und Finanzierungen, Forderungen von Kunden, Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten sowie derivative Finanzinstrumente. Die sonstigen Finanzaufwendungen umfassen Aufwendungen aus Wertberichtigungen und Abschreibungen finanzieller Forderungen sowie Änderungen des beizulegenden Zeitwerts derivativer finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.

Die Finanzerträge setzen sich wie folgt zusammen:

1. Oktober 2016 bis 30. September 2017 1. Oktober 2015 bis 30. September 2016
2017 2016
Zinserträge, ohne Pensionspläne 8.753 7.117
Summe Zinserträge, ohne Pensionspläne 8.753 7.117

Die Finanzerträge und sonstigen Finanzaufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

1. Oktober 2016 bis 30. September 2017 1. Oktober 2015 bis 30. September 2016
Zinsaufwand, ohne Pensionspläne (81.174) (82.770)
(Netto-)Zinsaufwand aus Pensionsplänen (433) (404)
Summe Zinsaufwand (81.607) (83.174)

Der Zinsaufwand ohne Pensionsverpflichtungen umfasst Zinsaufwendungen für Bankdarlehen in Höhe von EUR 71.612 (2016: EUR 72.116).

1. Oktober 2016 bis 30. September 2017 1. Oktober 2015 bis 30. September 2016
Verluste aus Fremdwährungsumrechnung 22.219 (2.190)
Änderungen des beizulegenden Zeitwerts eingebetteter Derivate 50.275 14.435
Änderungen des beizulegenden Zeitwerts sonstiger Derivate (Non-Hedge Accounting) 33.119 (22.963)
Sonstige Finanzaufwendungen, netto (1.093) (1.101)
Summe sonstige Finanzerträge/(‑aufwendungen), netto 104.520 (11.819)

Zinserträge, Zinsaufwand und sonstige Finanzaufwendungen, netto

1. Oktober 2016 bis 30. September 2017 1. Oktober 2015 bis 30. September 2016
Zinserträge, ohne Pensionspläne 8.753 7.117
Zinsaufwand, ohne Pensionspläne (81.174) (82.770)
Summe Nettozinsaufwand, ohne Pensionspläne (72.421) (75.653)

Die Zinserträge (netto) ohne Pensionsaufwendungen enthalten Zinserträge/(-aufwand) aus finanziellen Vermögenswerten (finanzielle Verbindlichkeiten), die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.

Siehe Anhangangabe 24 Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses für weitere Angaben zu Zinserträgen/(-aufwand) aus Pensionsplänen.

10. Ertragsteuern

Der Gewinn aus fortzuführenden Geschäftsbereichen vor Ertragsteuern belief sich im Jahr 2017 auf EUR 140.986 und im Jahr 2016 auf einen Verlust von EUR 8.428.

Der Ertragsteueraufwand/(-ertrag) setzt sich wie folgt zusammen:

1. Oktober 2016 bis 30. September 2017 1. Oktober 2015 bis 30. September 2016
Tatsächliche Steuern (16.426) (35.732)
Latente Steuern 8.098 12.032
Summe Ertragssteueraufwand (8.328) (23.700)

Der laufende Ertragsteueraufwand im Geschäftsjahr 2017 beinhaltet Berichtigungen zu tatsächlichen Steuern vorangegangener Jahre in Höhe von EUR 780. Der laufende Ertragsteueraufwand im Geschäftsjahr 2016 beinhaltete Berichtigungen zu tatsächlichen Steuern vorangegangener Jahre in Höhe von EUR 8.163, die sich vorrangig auf Änderungen bei Schätzungen in Bezug auf unsichere Steuerpositionen bezogen.

Der latente Steuerertrag im Geschäftsjahr 2017 beinhaltet Steuereffekte aus dem Entstehen und der Auflösung temporärer Differenzen in Höhe von EUR 4.523 (2016: EUR 10.665).

In Luxemburg basiert die Berechnung der tatsächlichen Steuern auf einem Körperschaftsteuersatz von 19 % (2016: 21 %) und einem darauf entfallenden Zuschlag für Arbeitslosenfonds in Höhe von 7 %. Besteuert werden alle ausgeschütteten und einbehaltenen Gewinne. Neben der Unternehmenssteuer wird eine Gewerbesteuer in Höhe von 6,75 % auf in Luxemburg (Stadt) erzielte Gewinne erhoben. Der Gesamtsteuersatz beträgt 27,08 % (2016: 29,22 %). Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, deren Gültigkeit für die Periode, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird, erwartet wird.

Für ausländische Tochtergesellschaften werden die tatsächlichen Steuern auf der Grundlage der lokalen Steuergesetze und geltenden Steuersätze in den einzelnen Ländern berechnet. Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, die in der Periode, in der ein Vermögenswert realisiert wird oder eine Schuld erfüllt wird, voraussichtlich Gültigkeit erlangen werden.

Der Ertragsteueraufwand weicht von den Beträgen, die anhand der Anwendung eines luxemburgischen Gesamtsteuersatzes von 27,08 % (2016: 29,22 %) ermittelt wurden, wie folgt ab:

1. Oktober 2016 bis 30. September 2017 1. Oktober 2015 bis 30. September 2016
Erwarteter Ertragssteuer(-aufwand)/-ertrag (38.179) 2.463
(Erhöhung)/Minderung der Ertragssteuern durch:
Nicht abzugsfähige Verluste und Aufwendungen (3.488) (45.261)
Steuerfreies Einkommen 3.470 2.814
Steuern für Vorjahre 2.109 (9.811)
Neubewertung der latenten Steueransprüche aus Steuerverlusten und temporären Differenzen (8.220) 2.782
Steuersatzänderungen 541 4
Unterschiede zu ausländischen Steuersätzen 12.485 7.028
Steueranreize 24.153 16.479
Sonstige, netto (1.199) (198)
Tatsächlicher Ertragssteueraufwand (8.328) (23.700)

Sivantos Pte. Ltd. wurde mit Wirkung zum 1. Oktober 2011 ein Steueranreiz gewährt. Während des Zeitraums, in dem der Anreiz in Kraft ist, genießt Sivantos Pte. Ltd. bei der Einhaltung bestimmter Bedingungen Vorteile in Bezug auf Erträge aus qualifizierten Tätigkeiten.

Der Konzern nahm in diesem Jahr, wie auf Seite 6 dargelegt, eine interne Reorganisation vor. Dadurch wurden die nicht abzugsfähigen Verluste und Aufwendungen für das Geschäftsjahr 2016 um EUR 38.526 erhöht.

In Deutschland findet zurzeit eine Steuerprüfung von vorangegangenen Jahren statt. Im Geschäftsjahr 2016 hat der Konzern eine Rückstellung für potenzielle Risiken aus der Steuerprüfung gebildet, welche die Steuern für vorangegangene Jahre um EUR 7.789 erhöhte. Im Geschäftsjahr 2017 führte eine Wertberichtigung für steuerliche Verlustvorträge in Höhe von EUR 27.622 zu einer Neubewertung latenter Steueransprüche aus steuerlichen Verlusten in Höhe von EUR 7.559.

Die latenten Steueransprüche und -schulden ergeben sich aus temporären Differenzen bei folgenden Posten:

30. September 2017 30. September 2016
Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte 14.149 13.828
Immaterielle Vermögengegenstände 3.047 9.363
Sachanlagen 574 400
Vorräte 8.092 8.662
Forderungen 14.485 5.378
Pensionspläne und ähnliche Verpflichtungen 3.671 4.615
Rückstellungen 10.342 12.637
Schulden 5.875 9.585
Vorträge Steuerverluste und Steuergutschriften 32.942 29.710
Sonstige 1.411 2.152
Latente Steuererstattungsansprüche 94.588 96.330
Verrechnung der Steuern (45.082) (41.674)
Latente Steueransprüche nach Verrechnung 49.506 54.656
Schulden
Immaterielle Vermögengegenstände 101.073 111.479
Sachanlagen 5.434 11.818
Vorräte 62 47
Forderungen 23.269 19.328
Pensionspläne und ähnliche Verpflichtungen 6.645 4.067
Rückstellungen 2.756 2.269
Schulden 11.929 8.563
Sonstige 733 161
Latente Steuerschulden 151.901 157.732
Verrechnung der Steuern (45.082) (41.674)
Latente Steuerschulden nach Verrechnung 106.819 116.058
Summe latente Steuerschulden, netto (57.313) (61.402)

Bei der Bewertung der Erzielbarkeit latenter Steueransprüche berücksichtigt die Geschäftsleitung das Maß der Wahrscheinlichkeit, dass die latenten Steueransprüche realisiert werden können. Die letztendliche Realisierung latenter Steueransprüche hängt von der Generierung künftig zu versteuernder Gewinne in den Zeiträumen ab, in denen diese temporären Differenzen und ertragsteuerlichen Verlustvorträge abzugsfähig werden. Die Geschäftsleitung berücksichtigt die erwartete Auflösung von Steuerverbindlichkeiten und die prognostizierten künftig zu versteuernden Gewinne bei dieser Bewertung. Angesichts des Niveaus vergangener zu versteuernder Gewinne und von Prognosen für künftig zu versteuernde Gewinne über die Zeiträume, in denen die latenten Steueransprüche abzugsfähig sind, hält die Geschäftsleitung es für wahrscheinlich, dass der Konzern Vorteile aus diesen abzugsfähigen Differenzen realisieren wird.

Die latenten Steueransprüche hinsichtlich der folgenden Posten (Bruttobeträge) wurden nicht ausgewiesen:

30. September 2017 30. September 2016
Kapitalverlustvorträge 1.989 3.441
Steuerliche Verlustvorträge 39.338 801
Zinsvortrag 53.889 58.413
Summe nicht erfasster steuerlicher Verlustvorträge 95.216 62.655

Zum 30. September 2017 laufen EUR 1.989 (2016: EUR 3.441) des nicht ausgewiesenen Kapitalverlustvortrags über die Berichtsperioden nach 2025 aus. Der Steuerverlust in Höhe von EUR 1.436 (2016: EUR 801) kann 9 Jahre vorgetragen werden. Der übrige Steuerverlust und die Beträge für Zinsvorträge können unbegrenzt vorgetragen werden.

Der Konzern hat keine latenten Steuerverbindlichkeiten für Ertragsteuern oder ausländische Quellensteuern auf die kumulierten Gewinne von Tochtergesellschaften in Höhe von EUR 12.570 (2016: EUR 11.618) ausgewiesen, weil eine dauerhafte Reinvestition der Gewinne in die Tochtergesellschaften geplant ist.

Einschließlich der direkt dem Eigenkapital und im Aufwand belasteten oder gutgeschriebenen Posten:

1. Oktober 2016 bis 30. September 2017 1. Oktober 2015 bis 30. September 2016
Erfolgswirksam erfasster Steueraufwand (8.328) (23.700)
Direkt im Eigenkapital erfasster Steuerertrag(-aufwand) (2.649) 3.093
Gesamtergebnis Ertragsteueraufwand (10.977) (20.607)

11. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Der Konzern verfügt über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von EUR 111.692 (2016: EUR 65.939), davon EUR 26 (2016: EUR 77) in Form von Barmitteln. EUR 111.666 (2016: EUR 65.862) wurden als Guthaben bei internationalen Banken mit Investment-Grade-Rating gehalten.

Das Bankguthaben von HearX West kann als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente angesehen werden, da es zur Zahlung von Rechnungen und anderen Schulden von HearX West frei verfügbar ist. Aufgrund der Tatsache, dass HearX West nicht die Cash-Management-Vereinbarung mit der Treasury-Abteilung des Konzerns abgeschlossen hat, in Verbindung mit der Tatsache, dass der Barbetrag nicht an Audiology Distribution, LLC ausschüttbar wäre (sondern stattdessen an die Minderheitsanteilseigner), stehen die Mittel jedoch nicht für die Rückzahlung von Konzernschulden zur Verfügung und wurden daher nicht in die Berechnung der Nettoverschuldung und des Verschuldungsgrades einbezogen.

12. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

30. September 2017 30. September 2016
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, netto 157.942 152.109
Summe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 157.942 152.109

Änderungen der Wertberichtigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellen sich wie folgt dar:

30. September 2017 30. September 2016
Wertberichtungen zu Beginn des Geschäftsjahres 8.196 8.123
Erhöhung der in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Wertberichtigungen 906 1.284
Veränderungen durch Unternehmenszusammenschlüsse 7
Ausbuchung von Forderungen (184) (906)
Auflösung von Wertberichtigungen (658) (555)
Währungsumrechnungsdifferenzen (327) 250
Wertberichtungen zum Ende des Geschäftsjahres 7.940 8.196

Der Konzern hat die allgemeinen Wertberichtigungen für alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf der Grundlage von Bonitätsratings, der Zahlungsfähigkeit der Kunden und Restlaufzeitanalysen vorgenommen.

13. Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte

30. September 2017 30. September 2016
Darlehensforderungen gegenüber Dritten 3.971 1.774
Darlehensforderungen gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen 9.289 1.656
Abgegrenzte Transaktionskosten 1.051 1.366
Derivative Finanzinstrumente 3.033 656
Sonstige 2.285 2.149
Summe Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 19.629 7.601

Derivative Finanzinstrumente bestehen aus Devisenterminkontrakten, einschließlich Devisenoptionsgeschäften und Zinskontrakten.

14. Vorräte

30. September 2017 30. September 2016
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 6.964 12.738
Unfertige Erzeugnisse und Leistungen 7.683 10.999
Fertige Erzeugnisse und Waren 33.472 32.653
Anzahlungen an Lieferanten 338
Summe Vorräte 48.119 56.728

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, unfertige Erzeugnisse und Leistungen sowie fertige Erzeugnisse und Waren werden zum niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Auflösung von Wertberichtigung von Vorräten, die sich auf technische, preisliche und mengenmäßige Risiken bezogen, beliefen sich im Geschäftsjahr 2017 auf EUR 191 (2016: EUR 4.013).

Die Umsatzkosten beinhalten vorrangig Kosten in Bezug auf verkaufte Vorräte. Dies schließt sowohl Material-, als auch Arbeitskosten und Abschreibungen ein.

2017 wurden Vorräte in Höhe von EUR 385.717 (2016: EUR 394.619) als Aufwand während der Periode erfasst und in die „Umsatzkosten“ aufgenommen.

15. Sonstige kurzfristige/langfristige Vermögenswerte

Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte stellen sich wie folgt dar:

30. September 2017 30. September 2016
Übrige sonstige Steueransprüche 13.439 14.396
Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten, kurzfristig 6.826 6.561
Sonstige 2.274 653
Summe Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 22.539 21.610

Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte stellen sich wie folgt dar:

30. September 2017 30. September 2016
Vermögenswerte aus Pensionsplänen 2.331
Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten, langfristig 2 55
Vermögenswerte für Deferred-Compensation-Plan 3.371 3.305
Sonstige 11 14
Summe Sonstige langfristige Vermögenswerte 5.715 3.374

Für weitere Angaben zu Vermögenswerten aus Pensionsplänen verweisen wir auf Anhangangabe 24 Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

16. Geschäfts- oder Firmenwert

30. September 2017 30. September 2016
Restbuchwert
Stand zu Beginn des Geschäftsjahres 1.407.429 1.405.755
Währungsumrechnungsdifferenzen (620) 759
Buchhalterische Anpassungen in Bezug auf Übernahmen und Erwerb 9.759 915
Stand zum Ende des Geschäftsjahres 1.416.568 1.407.429

Siehe Anhangangabe 3 Zusammenfassung sonstiger wesentlicher Rechnungslegungsmethoden für weitere Informationen zur Werthaltigkeitsprüfung des Geschäfts- oder Firmenwerts innerhalb der Gruppe.

Die Gruppe verzeichnet keine kumulierten Wertminderungsaufwendungen oder sonstige Kosten im Hinblick auf den Geschäfts- oder Firmenwert.

Im Geschäftsjahr 2017 erhöhte der Erwerb von Einzelhandelsunternehmen und der House of Hearing Limited den Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von EUR 9.759 (2016: EUR 915).

Siehe Anhangangabe 7 Übernahmen für weitere Informationen zu Erhöhungen des Geschäfts- oder Firmenwerts in Verbindung mit Übernahmen. Der Konzern führt die vorgeschriebene jährliche Werthaltigkeitsprüfung innerhalb von drei Monaten vor Ende des Geschäftsjahres zum 30. September durch. Die erzielbaren Beträge für die jährlichen Werthaltigkeitsprüfungen 2017 und 2016 wurden höher geschätzt als der Buchwert. Wesentliche Annahmen, nach denen die Geschäftsleitung den Nutzungswert bestimmt hat, sind die geschätzten Wachstumsraten für Zeiträume nach dem Fünfjahresplanungshorizont und Abzinsungssätze.

Zwecks Schätzung des Nutzungswerts wurden Cashflow-Prognosen auf der Grundlage von Erfahrungen aus der Vergangenheit, tatsächlichen Betriebsergebnissen und der besten Schätzung der Geschäftsleitung zu künftigen Entwicklungen sowie Marktannahmen für den fünfjährigen Planungszeitraum erstellt. Die zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts des Geschäfts- oder Firmenwerts verwendeten Eingangsparameter werden der Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie zugeordnet.

Der Nutzungswert wird hauptsächlich vom Endwert (Terminal Value) bestimmt, der besonders empfindlich auf Änderungen bei den Annahmen zur Wachstumsrate des Endwerts und Abzinsungssatz reagiert. Abzinsungssätze reflektieren die gegenwärtigen Markteinschätzungen der speziellen Risiken und basieren auf den durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten. Wachstumsraten des Endwerts berücksichtigen externe gesamtwirtschaftliche Datenquellen und Branchentrends.

Wertminderungsprüfung

Für Zwecke der Werthaltigkeitsprüfung erfolgt die Zuordnung des Geschäfts- oder Firmenwert auf ZGE-Ebene. Die gesamte Gruppe entspricht einer ZGE.

Der erzielbare Betrag dieser ZGE basierte auf ihrem Nutzungswert, welcher durch Abzinsung der künftigen Cashflows, die aus der fortgesetzten Nutzung der ZGE erzielt werden können, ermittelt wird. Der Buchwert der ZGE wurde unter dem erzielbaren Betrag angesetzt und es muss kein Wertminderungsaufwand erfasst werden.

Die der Schätzung des Nutzungswerts zugrunde liegenden wesentlichen Annahmen sind nachstehend dargelegt. Die den wesentlichen Annahmen zugeordneten Werte entsprechen der Bewertung künftiger Trends in den relevanten Branchen durch die Geschäftsleitung und basieren auf historischen Daten von externen und internen Quellen.

in Prozent 30. September 2017 30. September 2016
Abzinsungssatz 8,69 9,42
Wachstumsrate ewige Rente 0,75 0,75
Geplante EBITDA-Wachstumsrate (Durchschnitt für die nächsten fünf Jahre) 16,0 17,7

Der Abzinsungssatz war eine Vor-Steuer-Größe auf der Grundlage des Zinssatzes für zehnjährige Staatsanleihen, die von der Regierung auf dem relevanten Markt und in derselben Währung wie die Cashflows ausgegeben wurden, bereinigt um einen Risikoaufschlag, der sowohl das erhöhte allgemeine Risiko einer Eigenkapitalinvestition als auch das systematische Risiko der einzelnen ZGE widerspiegelt.

In das diskontierte Cashflow-Modell sind Cashflows aus einem Zeitraum von fünf Jahren eingegangen. Eine langfristige Wachstumsrate auf unbegrenzte Dauer wurde als der niedrigere Wert aus den nominalen Bruttoinlandsprodukten (BIP) der Länder, in denen die ZGE tätig ist, und der von der Geschäftsleitung geschätzten langfristigen gesamten jährlichen EBITDA-Wachstumsrate bestimmt.

Das geplante EBITDA beruhte auf den erwarteten zukünftigen Ergebnissen unter Berücksichtigung von Erfahrungswerten, bereinigt um das erwartete Wachstum der Umsatzerlöse. Das Wachstum der Umsatzerlöse wurde unter Einbeziehung der Erfahrung der obersten Geschäftsleitung des Konzerns sowie externer Marktkenntnisse prognostiziert. Die Steigerung der geplanten EBITDA-Wachstumsrate wurde unter Berücksichtigung des durchschnittlichen Wachstums der letzten zwei Jahre nach der Ausgliederung und des geschätzten Wachstums beim Umsatzvolumen für die nächsten fünf Jahre prognostiziert.

Der geschätzte erzielbare Betrag der ZGE Sivantos Gruppe übertraf ihren Buchwert um etwa EUR 1.754.000 (2016: EUR 809.000). Die Geschäftsleitung hat ermittelt, dass eine nach vernünftigem Ermessen mögliche Änderung der beiden wesentlichen Annahmen ebenfalls nicht dazu führen würde, dass der Buchwert seinen erzielbaren Betrag übersteigt. Die Änderungen der wesentlichen Annahmen betrafen eine Verringerung des Abzinsungssatzes um 1,1 % (2016: 1 %) und keine Änderung der langfristigen Wachstumsrate (2016: 0,5 %).

17. Immaterielle Vermögenswerte

Geschäftsjahr 2017

Bruttobuchwert zum 01.10.2016 Währungsumrechnungsdifferenzen Zugänge
Software und sonstige immaterielle Vermögenswerte 21.638 (1.501) 4.945
Kundenbeziehungen, Handelsmarken, Patente und ähnliche Rechte 784.872 (2.302) 242
Aktivierte Entwicklungskosten 25.253 (2.750) 15.100
831.763 (6.553) 20.287
Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse Umbuchungen
Software und sonstige immaterielle Vermögenswerte 23
Kundenbeziehungen, Handelsmarken, Patente und ähnliche Rechte 976
Aktivierte Entwicklungskosten (23)
976
Abgänge Bruttobuchwert zum 30.09.2017 Kumulierte planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen Nettobuchwert zum 30.09.2017 Abschreibungen des Geschäftsjahres 2017
Software und sonstige immaterielle Vermögenswerte (113) 24.992 (9.547) 15.445 (4.579)
Kundenbeziehungen, Handelsmarken, Patente und ähnliche Rechte (200) 783.588 (218.034) 565.554 (73.279)
Aktivierte Entwicklungskosten 37.580 (11.386) 26.194 (5.280)
(313) 846.160 (238.967) 607.193 (83.138)

Geschäftsjahr 2016

Bruttobuchwert zum 01.10.2015 Währungsumrechnungsdifferenzen Zugänge
Software und sonstige immaterielle Vermögenswerte 13.165 533 6.836
Kundenbeziehungen, Handelsmarken, Patente und ähnliche Rechte 785.581 220 273
Aktivierte Entwicklungskosten 11.322 1.144 12.656
810.068 1.897 19.765
Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse Umbuchungen
Software und sonstige immaterielle Vermögenswerte 1.215
Kundenbeziehungen, Handelsmarken, Patente und ähnliche Rechte 308 (1.292)
Aktivierte Entwicklungskosten 131
308 54
Abgänge Bruttobuchwert zum 30.09.2016 Kumulierte planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen Nettobuchwert zum 30.09.2016 Abschreibungen des Geschäftsjahres 2016
Software und sonstige immaterielle Vermögenswerte (111) 21.638 (5.993) 15.645 (3.672)
Kundenbeziehungen, Handelsmarken, Patente und ähnliche Rechte (218) 784.872 (146.343) 638.529 (85.618)
Aktivierte Entwicklungskosten 25.253 (7.457) 17.796 (2.536)
(329) 831.763 (159.793) 671.970 (91.826)

Entwicklungskosten

30. September 2017 30. September 2016
Angefallene Entwicklungskosten 64.488 58.643
Als Entwicklungsprojekte aktivierte Entwicklungskosten (15.100) (12.656)
Abschreibungen für Betriebsmittel etc., die für Entwicklungszwecke verwendet wurden 1.055 1.217
Abschreibungen und Wertminderungen für aktivierte Entwicklungsprojekte 5.280 2.489
Summe angefallene Entwicklungskosten 55.723 49.693

Abschreibungen und Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten sind je nach Verwendung des Vermögenswerts in den Positionen Umsatzkosten, Forschungs- und Entwicklungskosten oder Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten enthalten.

In keinem Geschäftsjahr wurden Wertminderungen immaterieller Vermögenswerten vorgenommen.

Zum 30. September 2017 beliefen sich die vertraglichen Verpflichtungen zum Erwerb von immateriellen Vermögenswerten auf EUR 1.206 (2016: EUR 121).

18. Sachanlagen

Geschäftsjahr 2017 Bruttobuchwert zum 01.10.2016 * Währungsumrechnungsdifferenzen Zugänge
Grundstücke und Gebäude 32.814 (3.107) 6.781
Technische Anlagen und Maschinen 27.073 (2.541) 2.667
Betriebs- und Geschäftsausstattung 43.223 (4.868) 9.802
Anlagen im Bau 1.977 (91) 5.495
105.087 (10.607) 24.745
Geschäftsjahr 2017 Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse Umbuchungen
Grundstücke und Gebäude 152 435
Technische Anlagen und Maschinen 237 (70)
Betriebs- und Geschäftsausstattung 158 1.676
Anlagen im Bau (1.945)
547 96
Abgänge Bruttobuchwert zum 30.09.2017 Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen Nettobuchwert zum 30.09.2017 Abschreibungen des Geschäftsjahres 2017
Grundstücke und Gebäude (1.245) 35.830 (11.669) 24.161 (5.306)
Technische Anlagen und Maschinen (844) 26.522 (12.887) 13.635 (4.832)
Betriebs- und Geschäftsausstattung (5.577) 44.414 (20.990) 23.424 (9.138)
Anlagen im Bau (1) 5.435 5.435
(7.667) 112.201 (45.546) 66.655 (19.276)
Geschäftsjahr 2016 Bruttobuchwert zum 01.10.2015 * Währungsumrechnungsdifferenzen Zugänge
Grundstücke und Gebäude 26.899 476 5.132
Technische Anlagen und Maschinen 23.515 1.201 3.834
Betriebs- und Geschäftsausstattung 36.973 3.196 9.686
Anlagen im Bau 756 185 1.887
88.143 5.058 20.539
Geschäftsjahr 2016 Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse Umbuchungen
Grundstücke und Gebäude 301 413
Technische Anlagen und Maschinen (231)
Betriebs- und Geschäftsausstattung 599 (521)
Anlagen im Bau (851)
900 (1.190)
Abgänge * Bruttobuchwert zum 30.09.2016 Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen Nettobuchwert zum 30.09.2016 Abschreibungen des Geschäftsjahres 2016
Grundstücke und Gebäude (407) 32.814 (9.167) 23.647 (4.749)
Technische Anlagen und Maschinen (1.246) 27.073 (10.766) 16.307 (6.924)
Betriebs- und Geschäftsausstattung (6.710) 43.223 (20.237) 22.986 (9.172)
Anlagen im Bau 1.977 1.977
(8.363) 105.087 (40.170) 64.917 (20.845)

* Der Bruttobuchwert und die kumulierten planmäßigen Abschreibungen zu Beginn des Geschäftsjahres wurden angepasst, um die zum 15. Januar 2015 bestehenden Anschaffungskosten zum Zeitpunkt der Ausgliederung der Gruppe von Siemens abzubilden.

Abschreibungs- und ggf. Wertminderungsaufwand sowie ggf. Wertaufholungen bei Sachanlagen sind je nach Verwendung des Vermögenswerts in den Positionen Umsatzkosten, Forschungs- und Entwicklungskosten oder Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten enthalten.

Für Sachanlagen wurden in bisherigen Geschäftsjahren keine Wertminderungsaufwendungen erfasst.

Zum 30. September 2017 beliefen sich die vertraglichen Verpflichtungen zum Erwerb von Sachanlagen auf EUR 10.345 (2016: EUR 1.293).

19. Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen

Die Gruppe erwarb im Geschäftsjahr 2017 einen Anteil in Höhe von 49 % (2016: 20 %) an einem assoziierten Unternehmen, der nach der Equity-Methode bilanziert wird. Bei der Equity-Methode wird die Beteiligung an einem assoziierten Unternehmen beim erstmaligen Ansatz mit den Anschaffungskosten einschließlich der Transaktionskosten angesetzt. In den Folgeperioden sind im Buchwert Veränderungen beim Anteil des Konzerns am Nettovermögen des assoziierten Unternehmens enthalten, die nach dem Erwerb eintreten.

30. September 2017 30. September 2016
Anteile zu Anschaffungskosten 6.201 2.069
Währungsumrechnungsdifferenzen (184) 10
Anteil an Gewinnrücklage nach Übernahme 143 118
Buchwert der Beteiligung 6.160 2.197

Zusammenfassung der Informationen zum assoziierten Unternehmen, nicht angepasst an die Beteiligungsquote des Konzerns:

30. September 2017 30. September 2016
Langfristige Vermögenswerte 1.919 853
Kurzfristige Vermögenswerte 7.059 4.192
Kurzfristige Schulden (4.698) (2.177)
Nettovermögen 4.280 2.868
Umsatzerlöse 10.100 4.773
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 930 588
Gesamtergebnis 930 588

20. Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte

30. September 2017 30. September 2016
Darlehensforderungen 18.591 8.162
Rückkaufswert von Lebensversicherungen 4.595
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, langfristig 1.259 1.519
Finanzderivate 45.104 23.780
Sonstige 2.705 1.949
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 67.659 40.005

21. Sonstige kurz-/langfristige finanzielle Verbindlichkeiten

Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:

30. September 2017 30. September 2016
Derivative Finanzinstrumente 3.059 216
Kreditorische Debitoren 1.390 1.410
Eventualverbindlichkeiten aus Übernahmen 1.341 745
Verbindlichkeiten aus Rabatten 7.780 7.281
Sonstige 5.026 3.930
Summe Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 18.596 13.582

Derivative Finanzinstrumente repräsentieren negative Marktpreise für Devisentermingeschäfte.

Bedingte Gegenleistungen aus Übernahmen beziehen sich auf Anteile von Kaufpreisen, hinsichtlich derer die Zahlungen von der Erreichung festgelegter Leistungskennzahlen abhängt. Zusätzliche Informationen zu diesen Übernahmen befinden sich in der Anhangangabe 7 Übernahmen.

Die sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:

30. September 2017 30. September 2016
Derivative Finanzinstrumente 6.323 65.269
Sonstige 160 1.019
Summe Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 6.483 66.288

Derivative Finanzinstrumente repräsentieren die negativen Marktpreise für Zinsswaps und Zinsfloors.

22. Rückstellungen

Geschäftsjahr 2017 Garantien Rückgaberechte Rückbauverpflichtungen Sonstige Summe
Stand zum 1. Oktober 2016 28.508 14.574 1.529 1.587 46.198
Zugänge 12.711 357 666 2.095 15.829
Verbrauch (10.113) (1.345) (339) (62) (11.859)
Auflösung (1.223) (8) (441) (1.672)
Aufwand aus Aufzinsung und Auswirkungen durch Änderungen des Abzinsungssatzes (61) 55 (6)
Währungsumrechnungsdifferenzen (1.576) (525) (141) (25) (2.267)
Stand zum 30. September 2017 28.246 13.053 1.770 3.154 46.223
davon kurzfristig 15.259 13.053 684 2.859 31.855
davon langfristig 12.987 1.086 295 14.368
Geschäftsjahr 2016 Garantien Rückgaberechte Rückbauverpflichtungen Sonstige Summe
Stand zum 1. Oktober 2015 27.136 13.096 1.122 2.731 44.085
Zugänge 10.391 4.398 85 139 15.013
Verbrauch (7.664) (2.990) (140) (10.794)
Auflösung (1.617) (47) (1.039) (2.703)
Aufwand aus Aufzinsung und Auswirkungen durch Änderungen des Abzinsungssatzes (257) 231 (26)
Währungsumrechnungsdifferenzen 519 117 91 (104) 623
Stand zum 30. September 2016 28.508 14.574 1.529 1.587 46.198
davon kurzfristig 15.660 14.574 369 925 31.528
davon langfristig 12.848 1.160 662 14.670

In der Regel ist bei den Rückstellungen des Konzerns erwartungsgemäß von einem Abfluss von Zahlungsmitteln im Verlauf der nächsten ein bis zehn Jahre auszugehen.

Die Garantien beziehen sich vorrangig auf verkaufte Produkte. Das Rückgaberecht bezieht sich auf verkaufte Produkte, für die Kunden das Recht auf Rückgabe der Produkte innerhalb eines festgelegten Zeitraums nach ihrem Ermessen haben. Rückgabequoten werden auf der Grundlage von historischen Daten berechnet und Rückstellungen werden gebildet, um die erwarteten Kosten zu decken. Verpflichtungen aus der Stilllegung von Vermögenswerten beziehen sich vorrangig auf ein Gebäude und gemietete Objekte in Japan, die in ihren Originalzustand zurückversetzt werden müssen. Siehe Anhangangabe 3 Zusammenfassung sonstiger wesentlicher Rechnungslegungsmethoden und Anhangangabe 6 Wesentliche Schätzungen für weitere Informationen zu unseren Grundsätzen für die Schätzung von Rückstellungen für Garantien, Rückgaberechte und Verpflichtungen aus der Stilllegung von Vermögenswerten.

23. Sonstige kurzfristige Schulden

30. September 2017 30. September 2016
Sonstige Personalaufwendungen 16.994 13.800
Lohnsteuer und Sozialabgaben 14.195 16.887
Bonusverpflichtungen 21.686 17.952
Umsatzsteuer- und sonstige Steuerschulden 8.543 11.174
Passiver Rechnungsabgrenzungsposten 3.471 3.437
Sonstige Schulden 4.550 3.398
Summe Sonstige kurzfristige Schulden 69.439 66.648

Mitarbeiterbezogene Kosten umfassen aufgelaufene Urlaubsgeldzahlungen in Höhe von EUR 7.287 zum 30. September 2017 (2016: EUR 6.912).

24. Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Während der Berichtsperiode werden die vom Konzern gezahlten Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses in erster Linie von beitragsorientierten Plänen und leistungsorientierten Plänen geregelt, die für nahezu alle inländischen und viele der ausländischen Mitarbeiter des Konzerns gelten. Leistungsorientierte Pläne schließen zum großen Teil Pensionsleistungen ein.

Leistungsorientierte Pläne

Die allgemeinen Grundsätze sind in der Vorsorgepolitik des Unternehmens festgelegt. Das bedeutet unter anderem, dass der Konzern die Gestaltung seiner leistungsorientierten Pläne regelmäßig überprüft. Um die Aussetzung des Konzerns gegenüber bestimmten, mit leistungsorientierten Plänen einhergehenden Risiken, wie beispielsweise Lebenserwartung, Inflation und Gehaltstrends, zu verringern, überprüft der Konzern die Gestaltung seiner leistungsorientierten Pläne regelmäßig und verbessert sie kontinuierlich. Die Leistungen von für Neuzugänge offenen leistungsorientierten Plänen beruhen vorrangig auf vom Konzern geleisteten Beiträgen und unterliegen weiterhin dem Einfluss von Lebenserwartung, Inflation und Gehaltstrends, jedoch in geringerem Ausmaß. Die wichtigsten Pensionspläne werden mit Vermögenswerten in separaten Pensionskassen finanziert.

Die bestehenden leistungsorientierten Pläne decken etwa 2.945 (2016: 3.116) Teilnehmer ab, darunter 1.914 (2016: 2.245) aktive Mitarbeiter, 655 (2016: 489) ehemalige Mitarbeiter mit Anwartschaften und 376 (2016: 382) Mitarbeiter im Ruhestand und Angehörige. Individuelle Leistungen beruhen in der Regel auf dem förderfähigen Gehaltsniveau und/oder Ranking in der Konzernhierarchie und dem Dienstalter. Die Merkmale der leistungsorientierten Pläne und die damit verbundenen Risiken fallen je nach den gesetzlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Anforderungen in den jeweiligen Ländern unterschiedlich aus. Bei der Mehrzahl der leistungsorientierten Pläne des Konzerns stellen sich die Merkmale und Risiken wie folgt dar:

Deutschland:

In Deutschland leistet der Konzern Pensionsleistungen über den Auszahlungsplan BSAV (Beitragsorientierte Siemens Altersversorgung), eingefrorene Altzusagen und Entgeltumwandlungspläne. Aktive Mitarbeiter in Deutschland nehmen an der im Jahr 2004 eingeführten BSAV teil. Eine Altzusage wurde in die BSAV umgewandelt.

Diese Leistungen beruhen vorrangig auf vom Konzern geleisteten Beiträgen und Renditen auf diese Beiträge, für die eine garantierte Mindestrendite gilt. Generell ist die BSAV aus der Perspektive des Konzerns voll finanziert. Die Sivantos GmbH hat ein Treuhandmodell (Contractual Trust Arrangement, CTA) aufgestellt, um Vorkehrungen zur Finanzierung sämtlicher Pensionsverpflichtungen aus der BSAV, unter Einbeziehung des Konzerns, zu treffen. Individuelle Leistungen aus Altzusagen beruhen auf dem förderfähigen Gehaltsniveau und/oder Ranking in der Konzernhierarchie und dem Dienstalter. In Verbindung mit der Umsetzung der BSAV, wurden Leistungen aus Altzusagen geändert, um die Folgen von Gehaltstrends durch Einfrieren des Anstiegs von Leistungen aus der Mehrheit dieser Zusagen in wesentlichem Maße zu eliminieren. Diese Altzusagen setzen den Konzern jedoch noch immer versicherungsmathematischen Risiken wie Anlagerisiken, Zinsrisiken und Langlebigkeitsrisiken aus. Zudem werden Entgeltumwandlungspläne angeboten, die über ein CTA finanziert werden. In Deutschland gelten keine gesetzlichen oder regulatorischen Mindestdotierungsverpflichtungen. Der rechtlich unabhängige Trust verwaltet sein Planvermögen als Treuhänder gemäß den jeweiligen Treuhandvereinbarungen.

USA:

Die Vermögenswerte dieser Pensionspläne werden vom Konzern verwaltet, und er trägt demzufolge die alleinige Verantwortung dafür. Diese Vermögenswerte sind nicht getrennt identifizierbar; die Unternehmen verfügten stattdessen über ein gemeinsames Recht an den Vermögenswerten des Trusts. Ein umfangreicher leistungsorientierter Plan, der Sivantos Pension Plan, ist für Neuzugänge und den Zuwachs neuer Leistungen gesperrt. Mitarbeiter mit Einstellungsdatum vor dem 1. April 2006 nehmen an dem Sivantos Pension Plan teil. Der Großteil der Leistungen für die Teilnehmer am leistungsorientierten Plan wird anhand einer Auszahlungsformel berechnet; eine kleine Teilnehmergruppe ist zu Leistungen berechtigt, die auf einer Formel zur Berechnung der durchschnittlichen Abschlusszahlung beruhen. Dieser eingefrorene leistungsorientierte Plan setzt den Konzern versicherungsmathematischen Risiken wie Anlagerisiken, Zinsrisiken und Langlebigkeitsrisiken aus.

Die Vermögenswerte des leistungsorientierten Plans werden in einem Master Trust gehalten. Der Konzern hat als einzahlender Arbeitgeber die Aufsicht über die Anlagen im Hinblick auf das Planvermögen dem Investment Committee übertragen. Die Mitglieder des Investment Committee haben die treuhänderische Pflicht, allein im besten Interesse der Anspruchsberechtigten gemäß der Treuhandvereinbarung und US-Recht zu handeln. Das Committee hat eine Anlagepolitik (Investment Policy Statement) erstellt, in der die Ziele der Anlageverwaltung des Plans dargelegt sind, einschließlich der Diversifizierung der Vermögenswerte des Master Trust mit dem Ziel, Konzentrationsrisiken adäquat zu begegnen. Der Treuhänder des Master Trust handelt allein auf Anweisung des Investment Committee. Dieses ist für die sichere Verwahrung des Trust verantwortlich, hat in der Regel jedoch keine Entscheidungsmacht über die Vermögenswerte des Plans. Die rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen für die Pläne bildet die geltende US-amerikanische Gesetzgebung in Form des Employee Retirement Income Security Act (ERISA). Auf der Grundlage dieses Gesetzes wird jährlich eine Finanzierungsbewertung durchgeführt. Es besteht eine regulatorische Vorgabe, ein Mindestfinanzierungsniveau von 80 % im leistungsorientierten Plan einzuhalten, um Leistungseinschränkungen zu vermeiden.

Folgende Beträge in Bezug auf Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden im Konzernabschluss zum 30. September 2017 und 30. September 2016 erfasst:

Leistungsorientierte Verpflichtung Beizulegender Zeitwert des Planvermögens Summe
30. September 2017 30. September 2016 30. September 2017 30. September 2016 30. September 2017 30. September 2016
Deutschland 48.641 53.380 48.244 44.013 397 9.367
USA 38.193 41.283 31.123 31.721 7.070 9.562
Sonstige 4.078 6.190 1.737 2.455 2.341 3.735
Summe 90.912 100.853 81.104 78.189 9.808 22.664

Der Gesamtbetrag für Deutschland von EUR 397 setzt sich aus leistungsorientierten Vermögenswerten (netto) in Höhe von EUR 2.331 und leistungsorientierten Verpflichtungen (netto) in Höhe von EUR 2.728 aus den jeweiligen Plänen zusammen.

Die folgende Tabelle zeigt die gesamten leistungsorientierten Kosten, die am Ende des Berichtszeitraums in der Gewinn- und Verlustrechnung und im sonstigen Ergebnis erfasst wurden.

Aufwendungen für leistungsorientierte Pläne 30. September 2017 30. September 2016
Laufender Dienstzeitaufwand 2.360 2.210
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand (3.305) (1.335)
Nettozinsaufwendungen 433 333
Verwaltungsaufwendungen 12 12
Planabgeltung (7) (1.077)
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Aufwendungen für leistungsorientierte Pläne (507) 143
Ertrag aus Planvermögen (ohne Beträge aus Nettozinsaufwand und Nettozinsertrag) (3.619) (516)
Neubewertungsverluste aus leistungsorientierten Verpflichtungen (7.957) 13.678
Neubewertungen leistungsorientierter Pläne wurden in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst (11.576) 13.162
Aufwendungen für leistungsorientierte Pläne (12.083) 13.305

Überleitungsrechnung für Verpflichtungen aus leistungsorientierten Plänen und Planvermögen

Eine detaillierte Überleitungsrechnung für Veränderungen der leistungsorientierten Verpflichtungen und Planvermögen für die Geschäftsjahre 2017 und 2016 ist in den folgenden Tabellen dargestellt:

Veränderungen der leistungsorientierten Verpflichtungen 30. September 2017 30. September 2016
Leistungsverpflichtung zu Geschäftsjahresbeginn 100.853 91.159
Laufender Dienstzeitaufwand 2.360 2.210
Zinsaufwand 1.880 2.590
Gezahlte Beiträge 235 200
Kumulierte versicherungsmathematische (Gewinne)/Verluste, netto (7.957) 13.678
Gezahlte Vorsorgeleistungen (3.925) (2.754)
Vorauszahlungen für Pensionsverpflichtungen (2) (2.231)
Fremdwährungseffekte (2.525) 479
Umgliederungen 0 (3.401)
Planabgeltung (7) (1.077)
Leistungsorientierte Verpflichtungen am Geschäftsjahresende 90.912 100.853
Veränderung des Planvermögens 30. September 2017 30. September 2016
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zu Beginn des Geschäftsjahres 78.189 79.300
Zinserträge 1.447 2.257
Neubewertungsgewinne (Ertrag aus Planvermögen ohne Beträge aus Nettozinsaufwand und Nettozinsertrag) 3.619 516
Gezahlte Beiträge 511 291
Gezahlte Vorsorgeleistungen (2.504) (1.419)
Arbeitgeberbeiträge 1.813 202
Verwaltungsaufwendungen (12) (12)
Fremdwährungseffekte (1.753) 323
Sonstige angenommene Kosten (206) (103)
Umgliederungen (3.166)
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum Ende des Geschäftsjahres 81.104 78.189

Die umgegliederten Beträge beziehen sich auf einen Entgeltumwandlungsplan in den USA. Die Planabgeltung bezieht sich auf einen Plan für medizinische Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses in den USA, der im Geschäftsjahr 2016 vom Unternehmen eingestellt wurde.

Das Planvermögen umfasst:

30. September 2017 30. September 2016
Investmentvermögen 78.074 75.633
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.325 112
Qualifizierte Versicherungspolicen 1.401 2.353
Sonstige 304 91
81.104 78.189

Versicherungsmathematische Annahmen

Angenommene Abzinsungssätze, Gehaltstrends, Rententrends und Sterberaten, die zur Berechnung der leistungsorientierten Verpflichtungen eingesetzt werden, variieren in Abhängigkeit von den wirtschaftlichen und sonstigen Bedingungen in dem Land, in dem der Pensionsplan besteht.

Folgende Sterbetafeln kamen zur versicherungsmathematischen Bewertung der leistungsorientierten Verpflichtungen zur Anwendung (wichtigste Länder):

Deutschland Heubeck Richttafeln 2005G (geändert)
USA: RP-2014 Employee and Healthy Annuitant Tables mit Scale MP-2015 für alle Jahre prognostiziert

Auf die leistungsorientierte Verpflichtung hatten lediglich sonstige finanzielle Annahmen in Deutschland und den USA maßgeblichen Einfluss. In Deutschland blieben der langfristige Gehaltstrend und der Rententrend im Geschäftsjahr 2017 im Durchschnitt konstant. In den USA wirkte sich vorwiegend der Abzinsungssatz auf die leistungsorientierte Verpflichtung aus, da der Plan für Neuzugänge und den Zuwachs neuer Leistungen gesperrt ist.

Die leistungsorientierte Verpflichtung wird auch von angenommenen künftigen Inflationsraten beeinflusst. Der Inflationseffekt ist ggf. in den obigen Annahmen berücksichtigt.

Die wichtigsten versicherungsmathematischen Annahmen (dargestellt als gewichteter Durchschnitt) stellen sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:

Deutschland 30. September 2017 30. September 2016
Abzinsungssatz 1,80% 1,00%
Erwartete Gehaltssteigerungen 2,25% 2,25%
Erwartete Kapitalrentabilität 1,80% 1,00%
Erwarteter Rententrend 1,75% 1,00%
USA 30. September 2017 30. September 2016
Abzinsungssatz 3,40% 3,30%
Erwartete Gehaltssteigerungen k. A. k. A.
Erwartete Kapitalrentabilität 3,25% 4,00%
Erwarteter Rententrend 3,00% 3,00%

Die Annahmen hinsichtlich der künftigen Sterblichkeit basieren auf veröffentlichten Statistiken und Sterbetafeln. Die derzeitigen Lebenserwartungen, die den Werten der leistungsorientierten Verpflichtungen zugrunde liegen, lauten zum Bilanzstichtag wie folgt:

Deutschland 30. September 2017 Plan 30. September 2016 Plan
Lebenserwartung derzeitiger Rentner im Alter von 55 Jahren
Männer 31,50 31,30
Frauen 34,10 34,10
Lebenserwartung derzeitiger Rentner im Alter von 55 Jahren mit 10 %iger Reduzierung der Sterblichkeitsrate
Männer 32,40 32,30
Frauen 35,00 34,90
USA 30. September 2017 Plan 30. September 2016 Plan
Lebenserwartung derzeitiger Rentner im Alter von 55 Jahren
Männer 29,20 29,70
Frauen 31,70 32,20
Lebenserwartung derzeitiger Rentner im Alter von 55 Jahren mit 10 %iger Reduzierung der Sterblichkeitsrate
Männer 30,30 30,80
Frauen 32,70 33,20

Zum 30. September 2017 betrug die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtungen 13,24 Jahre (2016: 28,53 Jahre).

Auch wenn die Analyse nicht die volle Ausschüttung der nach dem Plan erwarteten Zahlungsmittelflüsse berücksichtigt, liefert sie einen Näherungswert für die Sensitivität der gezeigten Annahme.

Sensitivitätsanalyse

Da ein bedeutender Teil der leistungsorientierten Verpflichtung auf deutsche und US-amerikanische Unternehmen zurückgeht, stellt sich die Sensitivitätsanalyse wie folgt dar:

Deutschland Effekt auf leistungsorientierte Verpflichtungen zum September 2017
0,5 % Erhöhung 0,5 % Rückgang
Abzinsungssatz (2.991) 3.405
Gehaltssteigerungen 12 (12)
Rententrend 2.105 (1.922)
-1 Jahr +1 Jahr
Lebenserwartung (1.202) 1.354
Deutschland Effekt auf leistungsorientierte Verpflichtungen zum September 2016
0,5 % Erhöhung 0,5 % Rückgang
Abzinsungssatz (3.771) 4.644
Gehaltssteigerungen 24 (23)
Rententrend 2.757 (2.505)
-1 Jahr +1 Jahr
Lebenserwartung (1.485) 1.683
USA Effekt auf leistungsorientierte Verpflichtungen zum September 2017
0,5 % Erhöhung 0,5 % Rückgang
Abzinsungssatz (1.891) 2.065
USA Effekt auf leistungsorientierte Verpflichtungen zum September 2016
0,5 % Erhöhung 0,5 % Rückgang
Abzinsungssatz (2.194) 2.405

Das Unternehmen erwartet die Zahlung von Beiträgen in Höhe von EUR 4.548 (2016: EUR 215) in seine leistungsorientierten Pläne in den Jahren 2018 und 2017.

Beitragsorientierte Pläne

Der als Aufwand für beitragsorientierte Versorgungspläne erfasste Betrag belief sich im Jahr 2017 auf EUR 11.342 (2016: EUR 13.045).

25. Sonstige langfristige Schulden

30. September 2017 30. September 2016
Verbindlichkeiten gegenüber Arbeitnehmern 2.345 3.103
Passiver Abgrenzungsposten, langfristig 8.968 10.596
Sonstige 3.601 3.416
Summe Sonstige Schulden 14.914 17.115

Passive Rechnungsabgrenzungsposten beziehen sich auf noch nicht eingenommene Garantieverlängerungsverkäufe, für die am jeweiligen Bilanzstichtag nicht alle Kriterien für die Umsatzrealisierung erfüllt waren. Siehe Anhangangabe 3 Zusammenfassung sonstiger wesentlicher Rechnungslegungsmethoden für Details zu den Rechnungslegungsgrundsätzen bei der Umsatzrealisierung.

Mitarbeiterbezogene Verbindlichkeiten bestehen zum 30. September 2017 vorrangig aus dem langfristigen Teil von Dienstaltersprämien in Höhe von EUR 777 (2016: EUR 1.042) und dem langfristigen Teil von Vorruhestandsleistungen in Höhe von EUR 1.013 (2016: EUR 578).

26. Eigenkapital

Stammkapital

Auris Luxembourg II S.A. wurde am 13. Oktober 2014 als S.à r.l. mit einem Stammkapital von EUR 12.500,00 gegründet, das in 12.500 Anteile mit einem Nennwert von je EUR 1,00 aufgeteilt ist. Die Anteile wurden zum Wert von EUR 66.509,50 ausgegeben, davon wurden EUR 54.009,50 in die Kapitalrücklage eingestellt. Die Einlage wurde durch den alleinigen Anteilseigner Auris Luxembourg I S.A. („Auris I“) als Sachanlage durch Übertragung aller Anteile an der Auris Luxembourg III S.à r.l. auf das Unternehmen getätigt.

Mit Gesellschafterbeschluss vom 21. November 2014 wurde Auris II in eine S.A. umgewandelt und das Gesellschaftskapital wurde durch Ausgabe 18.500 neuer Aktien zu je EUR 1,00 um EUR 18.500,00 erhöht. Der Betrag für die Kapitalerhöhung wurde der Kapitalrücklage des Unternehmens entnommen.

Mit Gesellschafterbeschluss vom 13. Januar 2015 tätigte der alleinige Anteilseigner Auris Luxembourg I S.A. eine Bareinlage in Höhe von EUR 937.139.000,00 ohne Ausgabe neuer Aktien. Mit einem zweiten Gesellschafterbeschluss vom 13. Januar 2015 tätigte Auris I eine Sacheinlage durch Übertragung einer Forderung gegenüber der Auris Holding GmbH in Höhe von EUR 1,00 ohne Ausgabe neuer Aktien auf das Unternehmen. Am 14. Januar 2015 und am 24. März 2015 tätigte Auris I eine Sacheinlage durch Übertragung einer Forderung gegenüber der Auris Holding GmbH in Höhe von EUR 200.000.000,00 bzw. einer Forderung gegenüber der Auris Holding GmbH in Höhe von EUR 17.883.360,00, ebenfalls ohne Ausgabe neuer Aktien.

Zum 30. September 2017 und 2016 beläuft sich das ausgegebene Grundkapital des Unternehmens auf EUR 31.000,00, unterteilt in 31.000 Aktien im Nennwert von je EUR 1,00, und ist vollständig eingezahlt.

Auris Luxembourg III S.à r.l nahm im Januar 2016 eine neue externe endfällige Darlehensfazilität in Höhe von EUR 110.000 in Anspruch und stellt Auris II den Kreditbetrag zur Verfügung. Auris II nutzte diese Mittel für den Aktienrückkauf in Höhe von 107.950 EUR (einschließlich der Zahlung von Gebühren, Kosten und Aufwendungen) an Auris Luxembourg I S.A. (via Auris Luxembourg II S.A.) am 28. Januar 2016.

Auris Luxembourg I S.A. ist alleinige Anteilseignerin von Auris Luxembourg II S.A.

Rücklagen und einbehaltene Gewinne

Diese Eigenkapitalkategorie umfasst Rücklagen für Sicherungsinstrumente und Umrechnungsdifferenzen durch Umrechnung von Abschlüssen in Fremdwährung in die Darstellungswährung des Konzerns und kumulierte einbehaltene Gewinne aus vorangegangenen Geschäftsjahren. Eine Aufschlüsselung des Inhalts befindet sich in der Eigenkapitalspiegel.

In den Geschäftsjahren, die 2017 oder 2016 endeten, wurde keine Ausschüttung an den alleinigen Anteilseigner vorgenommen.

27. Überleitung von Veränderungen von Schulden und Vermögenswerten zu Cashflows aus Finanzierungstätigkeit

Anhangangabe Vorrangige Schuldverschreibungen (Senior Notes) Kredite und Darlehen im Rahmen des SFAs Kontokorrent-Kredit Eingebetteter Zinsfloor aus Finanzierungs- Vereinbarungen
Stand zum 1. Oktober 2016 273.359 880.927 422 35.614
Veränderungen des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit
Kredite an nahestehende Personen und Unternehmen
Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten 446
Transaktionskosten in Verbindung mit Krediten und Darlehen (1.062)
Erhaltene/gezahlte Zinsen (22.000) (38.361) (74)
Auszahlungen aus der Tilgung von Krediten (9.544) (786)
Auszahlungen für Schulden aus Finanzierungs-Leasingverhältnissen
Zur Tilgung von Finanzschulden getätigte Aufwendungen
Sonstige
Summe Veränderungen des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit (22.000) (48.967) (414)
Veränderungen aus der Währungsumrechnung (27.297) (48)
Änderungen des beizulegenden Zeitwerts (30.055)
Sonstige Veränderungen
in Verbindung mit Schulden
Transaktionskosten in Verbindung mit Krediten und Darlehen (566)
Zinsaufwand 22.000 38.413 74
Abschreibungen auf Transaktionskosten 775 10.024
Aufwendungen zur Tilgung von Finanzschulden
Sonstige
Summe Sonstige Änderungen in Verbindung mit Verbindlichkeiten 22.775 47.871 74
Stand zum 30. September 2017 274.134 852.534 34 5.559
Eingebettete Rückkaufoptionen von Anleihen Zinsswap Zinswährungsswap Verbindlichkeiten aus Finanzierungs- Leasingverhältnissen
Stand zum 1. Oktober 2016 (23.780) 5.549 24.107 121
Veränderungen des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit
Kredite an nahestehende Personen und Unternehmen
Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten
Transaktionskosten in Verbindung mit Krediten und Darlehen
Erhaltene/gezahlte Zinsen (2.685) 799
Auszahlungen aus der Tilgung von Krediten
Auszahlungen für Schulden aus Finanzierungs-Leasingverhältnissen (19)
Zur Tilgung von Finanzschulden getätigte Aufwendungen
Sonstige
Summe Veränderungen des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit (2.685) 799 (19)
Veränderungen aus der Währungsumrechnung (390) (12)
Änderungen des beizulegenden Zeitwerts (20.220) (4.395) (25.211)
Sonstige Veränderungen
in Verbindung mit Schulden
Transaktionskosten in Verbindung mit Krediten und Darlehen
Zinsaufwand 2.685 (799)
Abschreibungen auf Transaktionskosten
Aufwendungen zur Tilgung von Finanzschulden
Sonstige
Summe Sonstige Änderungen in Verbindung mit Verbindlichkeiten 2.685 (799)
Stand zum 30. September 2017 -44.000 764 (1.104) 90
Kredite an nahestehende Personen und Unternehmen Bankgebühren Summe
Stand zum 1. Oktober 2016 (1.656) 1.194.663
Veränderungen des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit
Kredite an nahestehende Personen und Unternehmen (7.971) (7.971)
Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten 446
Transaktionskosten in Verbindung mit Krediten und Darlehen (1.062)
Erhaltene/gezahlte Zinsen (62.321)
Auszahlungen aus der Tilgung von Krediten (10.330)
Auszahlungen für Schulden aus Finanzierungs-Leasingverhältnissen (19)
Zur Tilgung von Finanzschulden getätigte Aufwendungen (1.092) (1.092)
Sonstige 24 24
Summe Veränderungen des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit (7.971) (1.068) (82.325)
Veränderungen aus der Währungsumrechnung 338 (27.409)
Änderungen des beizulegenden Zeitwerts (79.881)
Sonstige Veränderungen
in Verbindung mit Schulden
Transaktionskosten in Verbindung mit Krediten und Darlehen (566)
Zinsaufwand 62.373
Abschreibungen auf Transaktionskosten 10.799
Aufwendungen zur Tilgung von Finanzschulden 1.092 1.092
Sonstige (24) (24)
Summe Sonstige Änderungen in Verbindung mit Verbindlichkeiten 1.068 73.674
Stand zum 30. September 2017 (9.289) 0 1.078.722

28. Zahlungsunwirksame (Erträge)/Aufwendungen

1. Oktober 2016 bis 30. September 2017 1. Oktober 2015 bis 30. September 2016
Nicht realisierter Fremdwährungs(gewinn)/-verlust (27.965) 2.352
Sonstige 543 1.101
(27.422) 3.453

29. Zusätzliche Angaben zum Kapital

Das Kapitalmanagement des Konzerns erfolgt durch die Konzernleitung und beinhaltet die Berücksichtigung rechtlicher Anforderungen zu Eigenkapital und Liquiditätsanforderungen des Konzerns.

Der Konzern überwacht das Kapital durch Überwachung des Working Capital und des Liquiditätsstatus. Siehe ebenfalls Anhangangabe 32 für Informationen zum Finanzrisikomanagement und Kapitalmanagement

30. Verpflichtungen und Eventualverbindlichkeiten

Verpflichtungen

Die künftigen Zahlungsverpflichtungen aus Operating-Leasingverhältnissen gestalten sich wie folgt:

1. Oktober 2016 bis 30. September 2017 1. Oktober 2015 bis 30. September 2016
Innerhalb 1 Jahres 21.239 15.336
1 bis 5 Jahre 55.195 30.795
Danach 10.916 9.995
Summe Verpflichtungen 87.350 56.126

Der gesamte betriebliche Mietaufwand in Bezug auf von Dritten gemieteten Gebäuden betrug im Geschäftsjahr 2017 EUR 22.123 (2016: EUR 17.952).

Garantien

Das Unternehmen hat Unternehmensgarantien in Höhe von EUR 80.389 (2016: EUR 81.344) ausstehen, die vorrangig an Geschäftspartner erteilt wurden.

Zudem hat das Unternehmen Eventualverbindlichkeiten zur Entschädigung der ausgebenden Banken im Hinblick auf Bankgarantien in Höhe von bis zu EUR 6.695 (2016: EUR 6.367). Bei keiner der ausstehenden Garantien ist es wahrscheinlich, dass sie in Anspruch genommen werden, weshalb keine Rückstellungen angesetzt wurden.

Das Unternehmen sichert eine Überziehungsfazilität für ein verbundenes Unternehmen über ein Standby-Akkreditiv in Höhe von EUR 1.622 (2016: 1.681) ab.

31. Rechtsstreitigkeiten

Der Konzern ist in Verbindung mit seinen Geschäftsvorgängen zeitweise in Rechtsstreitigkeiten involviert. Angesichts der Anzahl an Rechtsstreitigkeiten und Verfahren, in die der Konzern involviert ist, kann nicht ausgeschlossen werden, dass bei einigen dieser Verfahren zum Nachteil des Konzerns entschieden wird. Obwohl der Konzern eine Haftpflichtversicherung über Entschädigungsbeträge abgeschlossen hat, die der Konzern als branchenüblich erachtet, kann er nicht vollständig gegen alle potenziellen Schäden versichert sein, die sich möglicherweise aus Klagen ergeben, in die er im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit als Partei involviert ist. Zu diesem Zeitpunkt erwartet der Konzern jedoch keine bedeutenden negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage aufgrund von Rechtsstreitigkeiten.

32. Finanzrisikomanagement

Die Gruppe wird zentral von dem Management Board gesteuert, das für das operative Geschäft verantwortlich ist.

Der Konzern unterhält im Treasury von Sivantos Pte Ltd (Singapur) eine In-House Banking-Abteilung. Zahlungsmittel der verbundenen Unternehmen werden zwecks effizienten Cash-Managements und für die Zwecke der Treasury-Abteilung zentral verwahrt. Die Vereinbarung wird von Verträgen zwischen dem Unternehmen und seinen verbundenen Unternehmen geregelt, wonach die gesamtschuldnerische Haftung jederzeit auf das Nettoguthaben einer jeden Partei gegenüber dem Unternehmen beschränkt wird.

Der Konzern hat Zugriff auf eine revolvierende Kreditfazilität über EUR 75.000, von denen EUR 4.199 (2016: EUR 4.159) zum 30. September 2017 genutzt wurden.

Kapitalmanagement

Der Konzern verfolgt die Strategie, durch eine solide Kapitalbasis das Vertrauen von Investoren, Gläubigern und der Märkte zu wahren und eine tragfähige künftige Geschäftsentwicklung sicherzustellen. Der Konzern hat seine seit dem Kontrollwechsel kumulierten Gewinne einbehalten, um das Eigenkapital zu stärken.

Der Konzern hat Schulden aufgenommen, um damit den Erwerb des Audiologiegeschäfts von Siemens teilweise zu finanzieren. Die anfängliche Gesamtnettoverschuldung lag bei 6,75x. Die vorrangig besicherten endfälligen Darlehen über anfänglich EUR 305.000 und USD 600.000 mit Fälligkeit 2022 wurden mit Euribor/Libor +4,50 % mit einer Untergrenze von 1 % verzinst (und im Juni 2015 zu Euribor/Libor +3,25 % mit einer Untergrenze von 1 % angepasst), und eine nachrangige Senior Note über EUR 275.000 mit Fälligkeit 2023 wurde mit 8 % verzinst.

Im Januar 2016 hat Auris Luxembourg III S.à r.l. gemäß Kreditvereinbarung (Senior Facilities Agreement) vom 18. Dezember 2014 eine erweiterbare Fazilität B5 (Incremental Facility B5) eröffnet, nach der ein weiterer Betrag in Höhe von EUR 110.000 zur Verfügung gestellt wurde. Der geltende Zinssatz für die neue Fazilität B5 liegt bei 3,25 % plus Euribor (bei einer Zinsuntergrenze von 1,00 %). Laufzeit und Tilgung der neuen Fazilität B5 entsprechen denen der bestehenden Fazilität B3. Alle weiteren Bedingungen der neuen Fazilität B5 entsprechen im Wesentlichen denen der bestehenden Fazilität B3. Der Darlehensnehmer hat die Mittel aus der neuen Fazilität B5 zu dem Zweck verwendet, direkte oder indirekte Ausschüttungen an Luxembourg I S.A. vorzunehmen (zusammen mit der Zahlung damit verbundener Gebühren, Kosten und Ausgaben), um das Siemens Vorzugskapital, damit verbundene Garantien und Earn-Out-Forderungen vor Fälligkeit zurückzuzahlen, um die vollständige Beteiligung am Unternehmen zu erlangen.

Aufgrund ihrer soliden Ertrags- und Finanzlage konnte der Konzern im Februar 2017 die Zinsen für seine vorrangig besicherten Darlehen mit fester Laufzeit in EUR (Fazilität B3 und B5) bzw. in USD (Fazilität B4) zu EURIBOR + 3,5 % mit einer Zinsuntergrenze von 0 % bzw. LIBOR + 3,0 % mit einer Zinsuntergrenze von 1 % anpassen. Laufzeit und Tilgung sowie sämtliche weitere, für die angepassten Fazilitäten B6 und B7 geltenden Bedingungen bleiben im Wesentlichen unverändert. Im Laufe des Geschäftsjahres konnte der Konzern den Nettoverschuldungsgrad insgesamt auf 4,72x weiter reduzieren.

Die Finanzierung umfasst eine revolvierende Kreditfazilität über EUR 75.000 mit Fälligkeit in 2021. Im Rahmen der revolvierenden Kreditfazilität wurde eine Nebenkreditlinie bei einer größeren Relationship Bank eröffnet, um Treasury-Aktivitäten sicherzustellen (zahlungswirksam und nicht zahlungswirksam wie Garantien). Die Inanspruchnahme lag am 30. September 2017 bei EUR 4.199.

Die externen Ratings des Konzerns von B2 bei Moody’s mit positivem Ausblick und B+ bei Standard & Poor’s mit stabilem Ausblick wurden bestätigt.

Marktrisiken

Marktschwankungen könnten für den Konzern zu Volatilitätsrisiken bei Zahlungsflüssen und Gewinnen führen. Seine weltweiten Geschäfte und seine Anlage- und Finanzierungsaktivitäten werden von schwankenden Wechselkursen, Zinssätzen und, in begrenztem Ausmaß, Rohstoffpreisen beeinflusst. Das Management von Finanzmarktrisiken hat eindeutige Priorität für die Konzernleitung.

Als Mitglied der Geschäftsleitung hat der Chief Financial Officer (CFO) eine besondere Verantwortung für diesen Teil des gesamten Risikomanagementsystems. Aus praktischen Geschäftsgründen delegiert der CFO Verantwortlichkeiten an zentrale Funktionen (z. B. Treasury) und an einzelne Tochtergesellschaften. Die Gruppe verwaltet und kontrolliert ihre Finanzrisiken gemäß der Konzernpolitik, in erster Linie über die normalen operativen und finanziellen Aktivitäten und über den Einsatz derivativer Finanzinstrumente, wenn dies für geeignet angesehen wird.

Die Gruppe hat hinsichtlich ihrer Hauptrisiken über ihre globalen Versicherungsmakler geeignete Versicherungspolicen abgeschlossen, d. h. Sach- und Betriebsunterbrechungsversicherung, allgemeine Haftpflichtversicherung, Seefrachtversicherung, Versicherung gegen Schadenersatzforderungen aus Arbeitsverhältnissen, Versicherung für Fälle von Wirtschafts- und Cyberkriminalität.

Wechselkursrisiko

Management von Transaktionsrisiko und Wechselkursrisiko

Die internationalen Aktivitäten des Konzerns setzen diesen im Rahmen des gewöhnlichen Geschäftsverlaufs dem Wechselkursrisiko aus, insbesondere im Hinblick auf Schwankungen von USD, EUR, GBP, CNY, JPY und SGD. Die Gruppe verwendet hauptsächlich Devisentermingeschäfte, um wesentlichen Risiken aus negativen Auswirkungen von Wechselkursschwankungen auf das Konzernergebnis für einen Zeitraum von 6-18 Monaten zu begegnen.

Wechselkursschwankungen können unerwünschte und unvorhersehbare Volatilität bei Zahlungsflüssen und Gewinnen verursachen. Der Konzern stellt die meisten seiner Produkte in seiner Unternehmenszentrale in Singapur her. Die Produkte werden an die regionalen Unternehmen verkauft und in der Währung der Käuferunternehmen, vorwiegend in EUR und USD, in Rechnung gestellt. Da ein Großteil der Materialkosten ebenso auf EUR und USD lautet, ist der Konzern in der Lage, seine Währungsrisikoposition erheblich zu verringern.

Den Konzernunternehmen ist es untersagt, auf spekulativer Basis in Fremdwährungen zu investieren oder Geld aufzunehmen. Finanzierungen oder Anlagen seitens operativer Einheiten untereinander werden vorzugsweise in deren funktionaler Währung oder abgesichert über die Treasury-Abteilung durchgeführt. Das Fremdwährungsrisiko wird grundsätzlich von der Treasury-Abteilung des Konzerns in Zusammenarbeit mit den Konzerngesellschaften der einzelnen Länder gesteuert. Ziel des Konzerns ist ein angemessenes Sicherungsniveau zwischen 40 % und 75 % des Nettofremdwährungsrisikos zu halten. Cashflow Hedge Accounting soll soweit wie möglich Anwendung finden, um negativen Auswirkungen aus dem Fremdwährungsrisiko auf das Konzernergebnis entgegenzuwirken.

Sensitivitätsanalyse des Wechselkursrisikos

Die folgende Tabelle zeigt die ungefähre Veränderung bei den Gewinnen oder Verlusten des Konzerns in Folge eines sich abschwächenden/steigenden Kurses bei den Währungen, denen der Konzern zum Bilanzstichtag in erheblichem Maße ausgesetzt ist. Im Rahmen dieser Analyse werden die übrigen Variablen, insbesondere die Zinssätze, konstant gehalten.

Geschäftsjahr 2017 Betriebsergebnis Ergebniseffekt Finanzergebnis Summe
USD +5 % 123 25.148 25.271
USD -5 % (123) (25.148) (25.271)
EUR +5 % 8.336 (1.766) 6.570
EUR -5 % (8.336) 1.766 (6.570)
GBP + 5% (309) (309)
GBP -5 % 309 309
CNY +5 % 242 215 457
CNY -5 % (242) (215) (457)
JPY +5 % (7.805) 314 (7.491)
JPY -5 % 7.805 (314) 7.491
Geschäftsjahr 2016 Betriebsergebnis Ergebniseffekt Finanzergebnis Summe
USD +5 % (524) (20.579) (21.103)
USD -5 % 524 20.579 21.103
EUR +5 % (541) (3.998) (4.539)
EUR -5 % 541 3.998 4.539
GBP + 5% (13) (103) (116)
GBP -5 % 13 103 116
CNY +5 % (2) (704) (706)
CNY -5 % 2 704 706

Diese Analyse schließt nicht die Auswirkung von Derivaten ein, die zur Absicherung abgeschlossen wurden, wodurch die Gewinne oder Verluste aus Neubewertung kompensiert werden könnten, und sie ist auf der Grundlage erfolgt, dass alle anderen Einflussfaktoren konstant bleiben.

Effekte der Fremdwährungsumrechnung

Die meisten Einheiten des Konzerns befinden sich außerhalb der Eurozone. Da die Berichtswährung des Konzerns der EUR ist, werden die Abschlüsse dieser Tochtergesellschaften für die Erstellung des Konzernabschlusses in Euro umgerechnet. Um die Effekte der Fremdwährungsumrechnung im Risikomanagement zu berücksichtigen, gilt die allgemeine Annahme, dass Anlagen in auslandsbasierten Betrieben dauerhaft sind und kontinuierlich erfolgen. Effekte von Wechselkursschwankungen auf die Umrechnung von Nettovermögenswerten in EUR werden in der Eigenkapitalposition des Konzerns erfasst.

Zinsänderungsrisiko

Die langfristigen Schulden des Konzerns bestehen aus vorrangig unbesicherten Anleihen im Nennwert von EUR 275.000 mit festem Zinssatz von 8,00 % p.a. und vorrangig besicherten endfälligen Darlehen in Höhe von EUR 405.467 (2016: EUR 409.610) und USD 585.034 (2016: USD 591.019) mit variablem Zinssatz, von denen 58 % (2016: 61 %) in ein Darlehen mit festem Zinssatz umgewandelt wurden.

Die Zinsanpassung vorrangig besicherter Darlehen mit fester Laufzeit weist eine jährliche Zinsersparnis von EUR 4,400 infolge eines Margenrückgangs von jeweils 0,75 % bzw. 0,25 % bei den EUR- bzw. USD-Darlehen auf. Im Falle einer Erhöhung des Zinssatzes um 1 % im Laufe des Geschäftsjahres würde pro Jahr ein zusätzlicher Zinsaufwand von EUR 3.923 entstehen, demnach ist das Zinsänderungsrisiko des Konzerns derzeit unwesentlich.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko ergibt sich aus einem möglichen Unvermögen des Konzerns, finanziellen Verbindlichkeiten nachzukommen, insbesondere seine Lieferanten zu bezahlen. Neben der Umsetzung eines effektiven Working-Capital- und Cash-Managements hat der Konzern kurz- und mittelfristige Liquiditätsprognosen erstellt. Die Treasury-Abteilung überwacht die Höhe erwarteter Mittelzuflüsse aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen zusammen mit erwarteten Mittelabflüssen aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten.

Der Konzern finanziert sich aus seinem starken Cashflow aus dem operativen Geschäft und durch den Einsatz des Cash-Pooling- und Cash-Management-Systems, im Rahmen dessen überschüssige liquide Mittel von den Tochtergesellschaften bei der Treasury-Abteilung hinterlegt werden.

Der Konzern verfügte zum 30. September 2017 über Zahlungsmittel und sonstige liquide Mittel in Höhe von EUR 111.692 (2016: EUR 65.939).Der Konzern hat zum 30. September 2017 zudem Zugriff auf EUR 70.841 (2016: EUR 70.841) aus einer revolvierenden Kreditfazilität. Angesichts des starken operativen Cashflows geht der Konzern davon aus, dass er allen aktuellen und künftigen Verpflichtungen aus betrieblichem Liquiditätsbedarf nachkommen kann.

Der Konzern hat Bankdarlehen aufgenommen, um damit den Erwerb der Gruppe von Siemens zu finanzieren. Die vorrangig besicherten endfälligen Darlehen sind durch eine Verpfändung der Anteile aller Tochtergesellschaften sowie eine Verpfändung aller Vermögenswerte der Tochtergesellschaften gesichert und unterliegen Kreditklauseln.

Die folgende Tabelle gibt alle vertraglich festgelegten Zahlungen für Tilgungen, Rückzahlungen und Zinsen im Hinblick auf erfasste finanzielle Verbindlichkeiten wieder. Sie enthält erwartete Nettomittelabflüsse aus derivativen finanziellen Verbindlichkeiten, die zum 30. September 2017 und 2016 bestanden. Diese erwarteten Nettomittelabflüsse werden auf der Grundlage des jeweiligen Erfüllungsdatums eines Instruments bestimmt. Bei den angegebenen Beträgen handelt es sich um nicht abgezinste Nettomittelabflüsse für das jeweilige kommende Geschäftsjahr, beruhend auf dem frühesten Datum, zu dem der Konzern zur Zahlung aufgefordert werden könnte. Mittelabflüsse für finanzielle Verbindlichkeiten (einschließlich Zinsen) ohne festgelegten Betrag oder Zeitrahmen basieren auf den per 30. September 2017 und 2016 bestehenden Bedingungen.

Für das Geschäftsjahr zum 30. September Für das Geschäftsjahr zum 30. September
2018 2019 und später 2017 2018 und später
Nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstigen Finanzpartnern 65.471 1.376.826 72.268 1.495.188
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 73.053 69.353
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 15.537 160 13.366 1.019
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten 3.059 6.323 216 65.269
157.120 1.383.309 155.203 1.561.476

Das von den Werten in der obigen Tabelle implizierte Risiko reflektiert das einseitige Szenario von ausschließlichen Mittelabflüssen. Verpflichtungen aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten gehen hauptsächlich auf die Finanzierung von im laufenden Geschäft des Konzerns verwendeten Vermögenswerten zurück wie Sachanlagen und Investitionen in das Working Capital – beispielsweise Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Diese Vermögenswerte sind im übergreifenden Liquiditätsrisikomanagement des Konzerns berücksichtigt.

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko ist definiert als ein unerwarteter Verlust an Zahlungsmitteln und Erträgen, wenn der Kunde nicht in der Lage ist, seinen Verpflichtungen rechtzeitig nachzukommen. Der Konzern kann Verluste erleiden, wenn die Bonität seiner Kunden sich verschlechtert oder wenn sie ihren Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Konzern nicht nachkommen. Das Kreditrisiko des Konzerns ergibt sich in erster Linie aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen.

Der Konzern unterhält eine Kreditpolitik und das Kreditrisiko wird laufend überwacht. Dies beinhaltet die Überprüfung bestimmter Forderungen und Bonitäten von Kunden auf Einzelfallbasis sowie die Überprüfung aktueller Wirtschaftstrends, die Analyse von Forderungsverlusten in der Vergangenheit auf Portfolioebene und die Berücksichtigung von Länder-Kreditratings. Kreditbewertungen werden zu allen Kunden durchgeführt, die Kredite über einen bestimmten Betrag benötigen. Der Konzern verlangt keine Sicherheiten hinsichtlich finanzieller Vermögenswerte.

Zum 30. September 2017 und 2016 lagen keine Konzentrationen von Kreditrisiken vor.

Das maximale Kreditrisiko für den Konzern entspricht dem Buchwert jedes finanziellen Vermögenswerts. In Bezug auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen sowie Darlehen oder Forderungen, die in dem Posten „Sonstige finanzielle Vermögenswerte“ enthalten sind, die weder wertgemindert noch überfällig sind, gab es zum 30. September 2017 keine Hinweise, dass es zu Ausfällen bei der Zahlung von Verpflichtungen kommen wird.

In Bezug auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen sowie Darlehen oder Forderungen, die in dem Posten „Sonstige finanzielle Vermögenswerte“ enthalten sind, die weder wertgemindert noch überfällig sind, gab es zum 30. September 2017 keine Hinweise, dass es zu Ausfällen bei der Zahlung von Verpflichtungen kommen wird, die zu einer Abnahme der Nettovermögenswerte des Konzerns führen werden. Wenn erhebliche erwartete Zahlungsverzögerungen offensichtlich werden, werden überfällige Finanzinstrumente einzeln im Hinblick auf zusätzliche Wertminderungen bewertet und ggf. weiter wertberichtigt. Weitere Informationen zum Konzept für die Festlegung von Wertberichtigungen von Forderungen siehe Anhangangabe 6 Wesentliche Schätzungen.

Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten

Die folgende Tabelle stellt die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten dar, einschließlich der verschiedenen Stufen der Fair-Value-Hierarchie. Bei den nicht zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten werden keine Angaben zum beizulegenden Zeitwert aufgeführt, wenn der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert weitgehend entspricht.

(in TEUR, sofern nicht anders angegeben)

Geschäftsjahr 2017 Buchwert
30. September 2017 Zu Handelszwecken gehalten Beizulegender Zeitwert – Sicherungsinstrumente Bis zur Endfälligkeit gehalten Kredite und Forderungen Zur Veräußerung verfügbar
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
Hedge Accounting von Devisentermingeschäften 2.840
Non-Hedge Accounting von Devisentermingeschäften inklusive Optionen 192
Zins-Währungsswaps 1.104
Rückkauf-Optionsrecht 44.000
45.296 2.840
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte *)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen 196.482
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 111.692
Beteiligungen an anderen Unternehmen (nicht konsolidiert) 6.267
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 504
308.174 6.771
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
Hedge Accounting von Devisentermingeschäften 2.588
Non-Hedge Accounting von Devisentermingeschäften inklusive Optionen 471
Zinsswap 764
Zinsfloor 5.559
6.794 2.588
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten *)
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Kredite im Rahmen des SFAs
Vorrangige Schuldverschreibungen (Senior Notes)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Verbindlichkeiten aus Finanzierungs-Leasingverhältnissen
Geschäftsjahr 2017 Buchwert Beizulegender Zeitwert
30. September 2017 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten Summe Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
Hedge Accounting von Devisentermingeschäften 2.840 2.840 2.840
Non-Hedge Accounting von Devisentermingeschäften inklusive Optionen 192 192 192
Zins-Währungsswaps 1.104 1.104 1.104
Rückkauf-Optionsrecht 44.000 44.000 44.000
48.136
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte *)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen 196.482
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 111.692
Beteiligungen an anderen Unternehmen (nicht konsolidiert) 6.267 6.267 6.267
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 504 504 504
314.945
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
Hedge Accounting von Devisentermingeschäften 2.588 2.588 2.588
Non-Hedge Accounting von Devisentermingeschäften inklusive Optionen 471 471 471
Zinsswap 764 764 764
Zinsfloor 5.559 5.559 5.559
9.382
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten *)
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 15.732 15.732 15.732 15.732
Kredite im Rahmen des SFAs 852.533 852.533 852.533 852.533
Vorrangige Schuldverschreibungen (Senior Notes) 274.134 274.134 291.431 291.431
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 73.053 73.053
Verbindlichkeiten aus Finanzierungs-Leasingverhältnissen 90 90 90 90
1.215.542 1.215.542

*) Der Konzern hat keine Informationen zum beizulegenden Zeitwert für finanzielle Vermögenswerte wie kurzfristige Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen angegeben, weil deren Buchwerte einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellen.

(in TEUR, sofern nicht anders angegeben)

Buchwert
30. September 2016 Zu Handelszwecken gehalten Beizulegender Zeitwert – Sicherungsinstrumente Bis zur Endfälligkeit gehalten Kredite und Forderungen Zur Veräußerung verfügbar
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
Hedge Accounting von Devisentermingeschäften 281
Devisentermingeschäfte inklusive Optionen 374
Rückkauf-Optionsrecht 23.780
24.154 281
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte *)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen 174.792
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 65.939
Beteiligungen an anderen Unternehmen (nicht konsolidiert) 2.305
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 380
240.731 2.685
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
Hedge Accounting von Devisentermingeschäften 147
Non-Hedge Accounting von Devisentermingeschäften inklusive Optionen 69
Zins-Währungsswaps 29.656
Zinsfloor 35.614
65.339 147
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten *)
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Kredite im Rahmen des SFAs
Vorrangige Schuldverschreibungen (Senior Notes)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Verbindlichkeiten aus Finanzierungs-Leasingverhältnissen
Buchwert Beizulegender Zeitwert
30. September 2016 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten Gesamt Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Summe
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
Hedge Accounting von Devisentermingeschäften 281 281 281
Devisentermingeschäfte inklusive Optionen 374 374 374
Rückkauf-Optionsrecht 23.780 23.780 23.780
24.435
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte *)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen 174.792
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 65.939
Beteiligungen an anderen Unternehmen (nicht konsolidiert) 2.305 2.305 2.305
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 380 380 380
243.416
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
Hedge Accounting von Devisentermingeschäften 147 147 147
Non-Hedge Accounting von Devisentermingeschäften inklusive Optionen 69 69 69
Zins-Währungsswaps 29.656 29.656 29.656
Zinsfloor 35.614 35.614 35.614
65.486
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten *)
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 14.392 14.392 14.392 14.392
Kredite im Rahmen des SFAs 881.349 881.349 881.349 881.349
Vorrangige Schuldverschreibungen (Senior Notes) 273.359 273.359 296.684 296.684
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 69.353 69.353
Verbindlichkeiten aus Finanzierungs-Leasingverhältnissen 121 121 121 121
1.238.574 1.238.574

*) Der Konzern hat keine Informationen zum beizulegenden Zeitwert für finanzielle Vermögenswerte wie der Forderung gegen den Treuhänder und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen angegeben, weil deren Buchwerte einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellen.

Die beizulegenden Zeitwerte von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit einer Restlaufzeit von bis zu zwölf Monaten, sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten und Krediten im Rahmen von revolvierenden Kreditfazilitäten entsprechen aufgrund der kurzen Laufzeiten dieser Instrumente ihren Buchwerten.

Die Treasury-Abteilung schließt in Übereinstimmung mit der Konzernpolitik Derivatekontrakte ab. Die genaue Berechnung des beizulegenden Zeitwerts von derivativen Finanzinstrumenten hängt von der jeweiligen Art des Instruments ab.

Derivative Währungskontrakte – Der beizulegende Zeitwert von Devisenterminkontrakten beruht auf Devisenterminkursen. Währungsoptionen werden auf der Grundlage notierter Marktpreise oder anhand von Schätzungen auf der Grundlage von Optionspreismodellen bewertet.

Die Stufen der Fair-Value-Hierarchie und deren Anwendung auf unsere finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten sind im Folgenden beschrieben:

Stufe 1: Die auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden notierten Preise

Stufe 2: Andere Eingangsparameter als die notierten Preise, die für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit direkt (d. h. als Preis) oder indirekt (d. h. als Ableitung von Preisen) zu beobachten sind; und

Stufe 3: Bewertungsparameter für Vermögenswerte und Schulden, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten beruhen.

ART Bewertungsverfahren Wesentliche nicht beobachtbare Parameter Sensitivität des beizulegenden Zeitwerts bezüglich der nicht beobachtbaren Parameter
Fremdwährungsderivate Barwert basierend auf Zinsdifferenzen; für Devisenoptionsgeschäfte (Berechnung nach Black-Scholes) mit marktüblichen Parametern, einschließlich impliziter Volatilitäten Nicht anwendbar Nicht anwendbar
Zinsderivate Diskontierte Festzins-Cashflows und Barwert variabler Cashflows basierend auf Terminpreiskurven. Nicht anwendbar Nicht anwendbar
Floors Diskontierte Cashflows aus Floorlets für intrinsische Black-Scholes mit impliziter Volatilität der Zeitwertkomponente Kreditausfall-Swap-Kurve für Anpassungen des Kreditrisikos der Gegenpartei (CVA)/ des eigenen Kreditrisikos (DVA). Höhere Kreditausfall-Swap-Raten führen zu niedrigeren beizulegenden Zeitwerten der Floors
Kündigungsrechte Das Hull-White-Zwei-Faktor-Modell simuliert Zinsveränderungen und Credit Spread-Veränderungen Implizite Volatilität der Optionen auf Kreditausfall-Swaps Eine höhere implizite Volatilität führt zu einem höheren beizulegendem Zeitwert und umgekehrt.

Über die vorstehend aufgeführten finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten hinaus wurden keine weiteren Vermögenswerte oder Schulden zum beizulegenden Zeitwert per 30. September 2017 und 2016 erfasst.

Die Nettogewinne /-verluste der Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:

01. Oktober 2016 bis 30. September 2017 01. Oktober 2015 bis 30. September 2016
Kredite und Forderungen -759 -3.678
Fremdwährungskursgewinne und -verluste aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten befristeten Darlehen 22.219 (2.190)
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten 83.345 (8.386)
Nettoergebnisse aus Finanzinstrumenten 104.805 (14.254)

Nettogewinne/(-verluste) der Darlehen und Forderungen beinhalten Änderungen bei Wertberichtigungen, Gewinne oder Verluste nach Ausbuchung sowie Einziehungen von zuvor abgeschriebenen Beträgen. Nettogewinne/(-verluste) in den Geschäftsjahren 2017 und 2016 von finanziellen Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet wurden, beinhalten Gewinne/(Verluste) nach Ausbuchung. Nettogewinne/(-verluste) in den Geschäftsjahren 2017 und 2016 von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten, die zu Handelszwecken gehalten werden, bestehen aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von derivativen Finanzinstrumenten, für die kein Hedge Accounting erfolgt.

33. Nicht beherrschende Anteile

Die Tochtergesellschaft Audiology Distribution, LLC (USA) hält 50 % nicht beherrschende Anteile und 50 % an HearX West, LLC (USA).

Der Konzern hält 50 % der Anteile an HearX West, LLC (USA). Aufgrund der Struktur der Steuerungsaufgaben des Unternehmens hat Sivantos das Recht, den variablen wirtschaftlichen Erfolg aus seinen Engagements bei dem Unternehmen zu steuern, und besitzt die Möglichkeit, diese wirtschaftlichen Erfolge durch seine Bestimmungsmacht über das Unternehmen zu beeinflussen. Daher wird die Einheit als Tochtergesellschaft der Gruppe angesehen.

Die Bilanzsumme der nicht beherrschenden Anteile war in den Geschäftsjahren 2017 und 2016 für den Konzern nicht von Bedeutung.

34. Personalaufwand

1. Oktober 2016 bis 30. September 2017 1. Oktober 2015 bis 30. September 2016
Löhne und Gehälter 264.281 246.822
Soziale Abgaben und Aufwendungen für optionale Unterstützungszahlungen 33.255 30.693
Aufwendungen für Pensionspläne und Leistungen an Arbeitnehmer 15.291 15.193
Summe Personalaufwendungen 312.827 292.708

Aufwendungen für Pläne für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses und sonstige Leistungen an Mitarbeiter beinhalten unter anderem Dienstzeitaufwendungen im Berichtszeitraum und Verluste und Gewinne aus Abgeltung oder Kürzung. Zinsen aus Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses sind in den Posten Zinserträge (-aufwendungen) enthalten.

Die durchschnittliche Gesamtzahl an Vollzeitbeschäftigten (FTE) betrug im Geschäftsjahr 2017 5.430 (2016: 5.425). Teilzeitbeschäftigte sind anteilsmäßig darin enthalten.

Zum 30. September 2017 waren die Mitarbeiter in den folgenden Bereichen beschäftigt:

30. September 2017 30. September 2016
Produktion und Dienstleistungen 2.247 2.376
Marketing & Vertrieb 2.179 2.069
Forschung und Entwicklung 414 378
Verwaltung und allgemeine Dienste 590 602
Summe Mitarbeiteranzahl 5.430 5.425

35. Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Personen und Unternehmen

1) Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen, Auris Luxembourg I S.A.

a) Im Geschäftsjahr 2016 hat Auris Luxembourg III S.à r.l. eine neue erweiterbare Fazilität B5 im Rahmen des Senior Facilities Agreement eröffnet, in der Gesamthöhe von EUR 110.000. Laufzeit und Tilgung der neuen Fazilität B5 entsprechen denen der bestehenden Fazilität B3. Auris Luxembourg III S.à r.l. hat die Mittel aus der neuen Fazilität B5 zu dem Zweck eingesetzt, Ausschüttungen an das Unternehmen (zusammen mit der Zahlung von damit zusammenhängenden Gebühren, Kosten und Ausgaben) durch Aktienrückkauf und Übertragung (siehe Anhangangabe 26 Eigenkapital) via Auris II an Auris Luxembourg I S.A. vorzunehmen, die mit Siemens International Holding B.V. und Siemens einen Vertrag abgeschlossen hat, der den Rückkauf aller stimmrechtlosen Vorzugsanteile an Auris Luxembourg I S.A., die Abwicklung aller Optionsscheine laut vertraglicher Beschreibung und die Abgeltung eines gewissen Earn-Out-Anspruchs zum Gegenstand hat.

b) Aufgrund der Beteiligung am Cash-Management-System der Gruppe zwischen Auris Luxembourg I S.A. und der Treasury-Abteilung der Gruppe hat Sivantos Pte. Ltd. die Zinsen eines Gesellschafterdarlehens im Auftrag von Auris Luxembourg I S.A gezahlt. Zum 30. September 2017 wurden die ausstehenden Forderungen in Höhe von EUR 9.289 (2016: EUR 1.656) sowie Zinserträge in Höhe von EUR 209 (2016: EUR 20) ausgewiesen. Der Zinssatz für nahestehende Personen und Unternehmen wird basierend auf den externen Finanzierungskosten des Unternehmens als Marktzins angesehen.

2) Transaktionen mit assoziierten Unternehmen

Zusätzlich zu den Angaben zu Beziehungen zu nahe stehenden Personen und Unternehmen an anderer Stelle in diesem Abschluss, fanden die folgenden wichtigen Transaktionen zwischen dem Konzern und dem assoziierten Unternehmen zu den während der Geschäftsjahre 2017 und 2016 vereinbarten Bedingungen statt.

Beschreibung 1. Oktober 2016 bis 30. September 2017 1. Oktober 2015 bis 30. September 2016
Verkauf von Waren und Dienstleistungen
Assoziiertes Unternehmen 4.606 2.172

Im Geschäftsjahr 2017 belaufen sich die ausstehenden Salden mit assoziierten Unternehmen auf EUR 2.750 (2016: EUR 2.068).

3) Transaktionen mit nahestehenden Personen

Die Schlüsselpositionen der Konzernleitung halten diejenigen Personen, die für das weltweite operative Geschäft der Gruppe verantwortlich sind, basierend auf ihrer Funktion innerhalb der Gruppe oder den Interessen von Auris II.

1. Oktober 2016 bis 30. September 2017 1. Oktober 2015 bis 30. September 2016
Kurzfristig fällige Leistungen 2.898 4.531
Sonstige langfristig fällige Leistungen 2
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses 2.150 724
Gesamtvergütung der Personen in Schlüsselpositionen des Managements: 5.048 5.257

Die folgenden Personen gehören oder gehörten zu den Schlüsselpositionen der Konzernleitung:

Geschäftsjahr 2017 Director Mitglied des Managements in Schlüsselposition seit/ bis
Jens Hoellerman Director November 2014/ Juli 2017
Andrea Neubock-Escher Director Juli 2015/ April 2017
Michael Anatolitis Director Juli 2015/ September 2017
John Lhoest Director Februar 2016/ Mai 2017
Thomas Weber Director Juli 2017/ September 2017
James Arrol Director April 2017/ September 2017
John Cox Director September 2017/ November 2017
EQT Luxembourg Management S.à r.l. Director September 2017
Geschäftsleitung
Ignacio Martinez CEO, Sivantos Gruppe Dezember 2016
Ignacio Martinez COO, Sivantos Gruppe März 2016/ November 2016
Dr. Roger Radke CEO, Sivantos Gruppe März 2016/ November 2016
Dr. Wolfgang Ollig CFO, Sivantos Gruppe Juli 2016
Geschäftsjahr 2016 Director Mitglied des Managements in Schlüsselposition seit/ bis
Jens Hoellerman Director November 2014
Andrea Pabst Director Dezember 2014/ Februar 2016
Andrea Neubock-Escher Director Juli 2015
Michael Anatolitis Director Juli 2015
John Lhoest Director Februar 2016
Executive Committee (bis Februar 2016)
Dr. Roger Radke CEO, Sivantos Gruppe Mai 2010/ Februar 2016
Ignacio Martinez VP, Global Sales Februar 2015/ Februar 2016
Jens Due Olsen Interim CFO, Sivantos Gruppe November 2015/Februar 2016
Scott Davis CEO, Sivantos Inc. April 2011/ Februar 2016
Mikael Lundman VP HR PMO & Strategy Office, Sivantos Gruppe April 2015/ Februar 2016
Günther Pausch Head of Research & Development, Sivantos Gruppe Januar 2011/ Februar 2016
Dr. Marco Vietor CEO, audibene April 2015/ Februar 2016
Frank Wagner Head of Operations, Sivantos Gruppe April 2014/ Februar 2016
Geschäftsleitung (Seit März 2016)
Dr. Roger Radke CEO, Sivantos Gruppe März 2016/ November 2016
Ignacio Martinez COO, Sivantos Gruppe März 2016
Jens Due Olsen Interim CFO, Sivantos Gruppe März 2016/ Juni 2016
Dr. Wolfgang Ollig CFO, Sivantos Gruppe Juli 2016

Das Executive Committee wurde mit Wirkung ab März 2016 durch das Management Board ersetzt.

In den Geschäftsjahren 2017 und 2016 fanden keine weiteren größeren Transaktionen zwischen dem Konzern und Personen in Schlüsselpositionen der Konzernleitung statt.

36. Prüfungshonorare

Beschreibung 1. Oktober 2016 bis 30. September 2017 1. Oktober 2015 bis 30. September 2016
Prüfungshonorare 1.121 1.015
Prüfungsnahe Leistungen 270 355
Steuerberatungskosten 36 146
Sonstige Leistungen 53 98
Summe 1.480 1.614
davon für Prüfungshonorare aus Vorjahren (73) 364
davon für prüfungsnahe Leistungen aus Vorjahren 85

37. Geographische Informationen

Umsatzerlöse

1. Oktober 2016 bis 30. September 2017 1. Oktober 2015 bis 30. September 2016
EMEA-LA 369.381 355.425
Nordamerika 394.394 377.578
Asien-Pazifik 203.515 199.505
Auris II Gruppe 967.290 932.508
davon in den USA 393.885 350.686
davon in Deutschland 148.515 140.407
davon in sonstigen Ländern 424.890 441.415

Die Region „EMEA-LA“ umfasst Europa, den Nahen Osten, Afrika und Lateinamerika. Die Region „Nordamerika“ umfasst die USA und Kanada. Die Region „Asien-Pazifik“ umfasst Asien, Australien und die Pazifik-Region.

Der Konzernumsatz geht vorrangig auf den Verkauf von Waren zurück und ist nach den Standorten der verkaufenden Einheiten aufgegliedert. Kein einzelner Kunde war für 10 % oder mehr des Gesamtumsatzes verantwortlich.

Geschäfts- oder Firmenwert, sonstige immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

1. Oktober 2016 bis 30. September 2017 1. Oktober 2015 bis 30. September 2016
EMEA-LA 1.905.426 1.963.803
Nordamerika 117.071 123.277
Asien-Pazifik 67.919 57.236
Auris II Gruppe 2.090.416 2.144.316
davon in Luxemburg 1.327.296 1.323.309
davon in den USA 105.598 112.772
davon in Singapur 56.249 47.605
davon in Deutschland 15.950 10.845
davon in sonstigen Ländern 585.323 649.785

Die Vermögenswerte werden nach Standort der Einheit angegeben, die diese Vermögenswerte besitzt.

38. Nachtragsbericht

Am 19. Oktober 2017 erwarb Sivantos Pte. Ltd. sämtliche Anteile an der Entone SAS und deren Tochtergesellschaft, ein in privatem Eigentum befindliches Unternehmen mit Sitz in Frankreich und Geschäftstätigkeit im Bereich Vertrieb von audiologischen Produkten und Bereitstellung technischer Unterstützungsleistungen für Kunden in Frankreich und Marokko für eine Gegenleistung in Höhe von EUR 13.800.

Weitere Angaben zum Erwerb können zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Konzernabschlusses aufgrund der zeitlichen Nähe der Transaktion zum Veröffentlichungszeitpunkt sowie der derzeitigen Nichtverfügbarkeit dieser Informationen nicht vorgelegt werden.

39. Vergleichsinformationen

Der Abschluss für das Jahr 2017 deckt das am 30. September 2017 endende Geschäftsjahr ab. Der Jahresabschluss 2016 deckt den Zeitraum vom 1. Oktober 2015 bis 30. September 2016 ab.

40. Liste der in diesem Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen

Unternehmen Land Beteiligung
in %
Auris Luxembourg II S.A. Luxemburg
Auris Luxembourg III S.à r.l. Luxemburg 100
Tochterunternehmen von Auris Luxembourg III S.à r.l.
Sivantos Holding Singapore Pte. Ltd. Singapur 100
Tochterunternehmen von Sivantos Holding Singapore Pte. Ltd.
Sivantos Pte. Ltd. Singapur 100
Tochterunternehmen von Sivantos Pte. Ltd.
EMEA-LA
Sivantos Holding Germany GmbH Deutschland 100
Sivantos A/S Dänemark 100
Sivantos B.V. Niederlande 100
Sivantos Isitme Cihazlari Sanayi Ve Ticaret A.S. Türkei 100
Sivantos Hearing Solutions Ltda. Brasilien 100
Sivantos Europe GmbH Deutschland 100
Asien-Pazifik
Sivantos K.K. Japan 100
Best Sound K.K. Japan 100
audibene K.K. Japan 100
Sivantos Limited Südkorea 100
Hear.com Korea Limited Südkorea 100
House of Hearing Limited Neuseeland 100
Tochterunternehmen von Sivantos Holding Germany GmbH
Sivantos GmbH Deutschland 100
audibene GmbH Deutschland 100
Unternehmen Land Beteiligung
in %
Tochterunternehmen von Sivantos GmbH
EMEA-LA
AS-AUDIO SERVICE GmbH Deutschland 100
Signia GmbH Deutschland 100
Sivantos Kft. Ungarn 100
Sivantos AG Schweiz 100
Sivantos AS Norwegen 100
Sivantos s.r.o Tschechien 100
Sivantos Sp. z o.o. Polen 100
Sivantos S.r.l Italien 100
Sivantos S.A.S. Frankreich 100
Sivantos Limited Großbritannien 100
Sivantos (Pty) Ltd Südafrika 100
Nordamerika
Sivantos, Inc. USA 100
Audiology Distribution, LLC USA 100
HearX West, LLC USA 50 1)
HearX West, Inc. USA 100 2)
HearUSA IPA, Inc. USA 100
hear.com, LLC USA 100
Sivantos Inc. Kanada 100
Hearcanada Inc. Kanada 100
Asien-Pazifik
Sivantos (Suzhou) Co. Ltd. China 100
Sivantos India Pvt. Ltd Indien 100
Soundrise Hearing Solutions Private Limited Indien 100
Sivantos Pty Ltd Australien 100
Tochterunternehmen von audibene GmbH
audibene GmbH Schweiz 100
Audiocare Hearing Experts Malaysia Sdn. Bhd. Malaysia 100
audibene B.V. Niederlande 100
Ihre Hörgeräte Beratung GmbH Deutschland 100
Hearcom Limited Großbritannien 100
Hear.com – Simply Good Hearing Inc Kanada 100
Hearing Experts (Thailand) Co. Ltd. Thailand 100 3)
Sonstige Beteiligungen
Koden Co., Ltd. Japan 43
Kikoeno Soudanshitsu Co., Ltd. Japan 50
Kanto Hochouki Co., Ltd. Japan 25
HIMPP A/S Dänemark 11
HIMSA II A/S Dänemark 17
HIMSA II K/S Dänemark 15
Comunicare Aparelhos Auditivos Ltda Brasilien 20
Oorwerk B.V. Niederlande 49

1) Beherrschung aufgrund anderer vertraglicher Vereinbarungen

2) Zu 100 % im Besitz von HearX West LLC, einem von Sivantos beherrschten Unternehmen

3) Von insgesamt 7.200.000 Anteilen werden 7.199.997 Anteile von Audiocare Hearing Experts Malaysia Sdn. Bhd gehalten; 2 Anteile werde von audibene GmbH und 1 Anteil von Sivantos Pte. Ltd. gehalten

Lagebericht für das Geschäftsjahr zum 30. September 2017

I. Allgemeine Unternehmensangaben

Auris Luxembourg II S.A., Luxemburg („Auris II“), ist eine Kapitalgesellschaft nach luxemburgischen Recht (Société Anonyme) mit Sitz in Luxemburg und ist das Mutterunternehmen der in Singapur ansässigen Unternehmenszentrale der Sivantos Gruppe („Sivantos“ oder „Sivantos Gruppe“).

Die Sivantos Gruppe blickt auf eine mehr als hundertjährige Geschichte in der Branche für Hörgeräte zurück, die auf das Jahr 1878 zurückgeht, als Werner von Siemens einen Telefonhörer für Menschen mit Hörminderung entwickelte. Sivantos gilt seit jeher aufgrund der Entwicklung zahlreicher branchenweiter Innovationen als wegweisend auf dem Hörgerätemarkt. 1913 wurde mit dem „Esha-Phonophor“ das erste in Serienproduktion gefertigte Hörgerät auf den Markt gebracht. Ende der 1950er Jahre wurde das erste Hinter-dem-Ohr-Gerät (HdO) vorgestellt, gefolgt vom ersten In-dem-Ohr-Gerät (IdO) im Jahr 1966 sowie dem ersten digitalen Hörgerät im Jahr 1997. 2004 führte Sivantos als erster Hörgerätehersteller eine Funktechnologie ein, mit deren Hilfe die Hörgeräte in beiden Ohren synchronisiert werden konnten. Seit 2010 befindet sich der Hauptsitz der Sivantos Gruppe in Singapur.

Die Sivantos Gruppe bietet eine breite und wettbewerbsfähige Palette an innovativen, qualitativ hochwertigen Hörgeräten sämtlicher Preisklassen und Ausführungen für Kunden mit unterschiedlichen Graden von Hörminderung an. Das Produktportfolio umfasst HdO-, IdO- und RIC-Hörgeräte (Hörgeräte mit Lautsprecher direkt im Gehörgang) sowie entsprechendes Zubehör, Diagnoseinstrumente und Serviceleistungen. Die Innovationen umfassen die Produktfamilie „binax“, die auf der unternehmenseigenen binauralen binax-Hörgeräteplattform basiert, die seit ihrer Einführung 2014 ein zentraler Treiber für das Umsatzwachstum ist, und die Produktfamilie „primax“, die auf der im März 2016 eingeführten, unternehmenseigenen primax-Hörgeräteplattform beruht.

Nach dem erfolgreichen Übergang des Siemens-Hörgerätegeschäfts in die Unternehmensgruppe und der Einführung der Hörgerätemarke „Signia“ im Jahr 2016, stellte die Sivantos Gruppe ihre Innovationskraft mit der gelungenen Einführung des ersten kontaktlos aufladbaren Hörgeräts der Welt, Cellion, auf dem 61. Internationalen Hörgeräteakustiker-Kongress EUHA in 2016 weiter unter Beweis. Darüber hinaus haben die Einführung von TeleCare 2.0 und der Pure BT-Reihe (primax) mit Bluetooth-Konnektivität in AAA im Jahr 2017 sowie die Einführung der Signia Nx-Plattform im 1. Quartal 2018 zur Stärkung des Produktportfolios beigetragen.

II. Geschäfts- und Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

In seinem World Economic Outlook vom Oktober 2017 prognostizierte der Internationale Währungsfonds (IWF) für 2017 ein globales Wirtschaftswachstum von 3,6 %.

Im Vergleich zu 2016, konnten die Aufwärtskorrekturen in der Eurozone, Japan, asiatischen und europäischen Schwellenländern sowie Russland die Abwärtskorrekturen für die USA und Großbritannien mehr als ausgleichen. Die konjunkturelle Lage erholte sich jedoch nicht vollständig: Zwar festigten sich die Zukunftsaussichten, jedoch konnte in vielen Ländern nur ein schwaches Wirtschaftswachstum verzeichnet werden und die Inflation lag in den meisten entwickelten Volkswirtschaften unter dem Zielwert.

Die globale Wachstumsprognose für 2018 liegt nach wie vor aufgrund von Konjunkturerholungen in wichtigen aufstrebenden Märkten wie Russland und Brasilien sowie der weiteren Stärkung der Eurozone bei 3.7%. 1

1Quelle: IMF World Economic Outlook, Oktober 2017: Seeking Sustainable Growth, Short-Term Recovery, Long-Term Challenges

Entwicklungen in der Hörgerätebranche

2017 blieb das Nachfragewachstum bei Hörgeräten in Kernmärkten stabil und konnte durch günstige Megatrends wie die zunehmend alternde Bevölkerung („Baby Boomer-Generation“ in den USA), die zunehmende Anerkennung und den Anstieg der Ausgaben im Gesundheitswesen weiterhin gestützt werden.

Europa und Nordamerika bleiben weiterhin die dominanten Märkte innerhalb der Hörgerätebranche und verzeichnen ein durchgehend moderates Wachstum, während die Region Asien-Pazifik, dank China und Indien, welche zwar noch vergleichsweise kleine aber die wachstumsstärksten Märkte innerhalb der Branche darstellen, in naher Zukunft voraussichtlich höhere Wachstumsraten verzeichnen wird. Haupttreiber für die Steigerung in den Schwellenländern sind die verbesserte Infrastruktur im Gesundheitswesen, ein höheres verfügbares Einkommen sowie der gestiegene Bekanntheitsgrad hochentwickelter Hörsysteme.

Der von den Herstellern gebildete Hörgerätemarkt wird derzeit von der Geschäftsleitung auf ein Volumen von über EUR 4 Mrd. geschätzt. Es wird von einem jährlichen Marktwachstum von ~4 % über die kommenden 5 Jahre ausgegangen, welches damit über dem historischen Wachstumstrend liegt 1.

1Quelle: Commerzbank, 6. Juni 2017: Equity Research on Hearing aids

Mit starker Innovationskraft, weiteren modernen Hörgerätefunktionen und einem verstärkten Fokus auf verschiedene Marktzugänge (Endverbraucher/Patienten) wie z. B. Online-Plattformen, wird die Branche auch künftig wettbewerbsfähig bleiben.

III. Geschäftsentwicklung der Gruppe

Im Geschäftsjahr 2017 wuchs die Sivantos Gruppe unter dem jährlichen Marktwachstum, welches ein organisches Umsatzwachstum von 3,6 % zur Folge hatte. Das organische Wachstum verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang, der im Wesentlichen auf die Umschichtung des Portfolios in wirtschaftlichen Schwellenländern zurückzuführen ist und mit einer verstärkten Konzentration auf Gewinnmargen und den Zeitpunkt des Produkteinführungszyklus zu einem geringeren Umsatzwachstum führte.

Trotz geringerer Umsatzzuwächse, verbesserte sich die Bruttomarge nach Normalisierung um 1,3 Prozentpunkte auf 64,2 %, was auf positive Effekte aus Umgestaltungsprozessen und optimierten Strukturen zurückzuführen ist. Die ausgewiesene Bruttomarge verbesserte sich um 0,3 Prozentpunkte auf 57,0 %.

Das bereinigte EBITDA lag bei EUR 237,7 Mio. und verzeichnete einen Anstieg von EUR +17,2 Mio. im Vergleich zum Geschäftsjahr 2016. Die bereinigte EBITDA-Marge stieg im Vergleich zum Geschäftsjahr 2016 um +0,9 Prozentpunkte auf 24,6 %, aufgrund einer effizienteren Geschäftsabwicklung, verbesserter Kostenstrukturen und einem effektiven Management der betrieblichen Aufwendungen. Das ausgewiesene EBITDA verbesserte sich um 1,3 Prozentpunkte auf 21,9 %.

IV. Ertragslage

AURIS LUXEMBOURG II S.A. UND IHRE TOCHTERGESELLSCHAFTEN

Konsolidierte Finanzkennzahlen für das Geschäftsjahr zum 30. September 2017

In Mio. EUR Gesamt GJ 17 Gesamt GJ 16
Umsatzerlöse 967,3 932,5
Organisches Wachstum % 3,6 % 9,3 %
Bruttogewinn 551,6 529,0
% der Umsatzerlöse 57,0 % 56,7 %
F&E -55,7 -49,7
% der Umsatzerlöse -5,8% -5,3%
Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten -399,8 -398,4
% der Umsatzerlöse -41,4% -42,7%
Sonstige Erträge & (Aufwendungen) 13,2 -1,5
% der Umsatzerlöse 1,4% -0,2%
EBIT 109,3 79,4
% der Umsatzerlöse 11,3% 8,5%
EBITDA 211,7 192,1
% der Umsatzerlöse 21,9% 20,6%
Bereingtes EBITDA 237,7 220,5
% der Umsatzerlöse 24,6 % 23, 6%

1) Ausgangswert der Umsatzerlöse der erworbenen Unternehmen <12 Monate wird als Durchschnitt der Umsatzerlöse der vergangenen zwölf Monate (LTM) vor Erwerb berechnet.

2) Einschließlich Anteil am Ergebnis von assoziierten Unternehmen im Geschäftsjahr.

3) Bereinigte Zahlen verstehen sich nach Normalisierungsposten. Die Gruppe betrachtet einmalige Kosten und einmalige Gewinne als Normalisierungsposten, wenn sie nicht wiederkehrenden Charakter haben, aus Ausnahmesituationen entstehen und wesentliche Auswirkungen auf das Finanzergebnis haben.

Umsatzerlöse

Die Sivantos Gruppe erzielte regionenübergreifend ein solides Geschäftsergebnis mit Umsatzzuwächsen von 3,7 %, was einem organischen Wachstum von 3,6 % entspricht. Sämtliche Regionen verzeichneten eine gute Entwicklung: Nordamerika (NA) mit einem organischen Wachstum von 4 %, Europa einschließlich Naher Osten und Lateinamerika (EMEA-LA) von 5 % und Asien-Pazifik (APAC) von 1 %.

Bruttomarge

Die Bruttomarge lag im Geschäftsjahr 2017 bei 57,0 %. Die Bruttomarge umfasste Abschreibungseffekte aufgrund der Aufwertung (Step-up) von immateriellen Vermögenswerten als Teil der Kaufpreisallokation sowie Normalisierungsposten. Ohne Berücksichtigung dieser Effekte liegt die Bruttomarge bei 64,2 %, was auf die Optimierung der Betriebsabläufe zurückzuführen ist.

Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen

Die gesamten Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Geschäftsjahr 2017 beliefen sich auf EUR 55,7 Mio. Die aktivierten Entwicklungsaufwendungen beliefen sich auf EUR 15,1 Mio.; die planmäßige Abschreibung von aktivierten und den Entwicklungsaufwendungen zugrunde gelegten Vermögenswerten belief sich auf EUR 5,1 Mio. Die gesamten gebuchten Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen lagen bei 5,8 % der Umsatzerlöse einschließlich und ausschließlich der Normalisierungseffekte. Diese Investitionen konzentrierten sich auf den Ausbau der Produktpipeline für kommende Jahre, um den mit den derzeit bestehenden Plattformen erzielten Wettbewerbsvorteil zu erhalten.

Vertriebsaufwand

Die Gesamtvertriebskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2017 auf 30,6 % des Umsatzes und schließen Effekte aus der Abschreibung der CRM-Software und Abschreibungen auf Sachanlagen als Teil der Kaufpreisallokation sowie Normalisierungsposten ein. Eliminiert man diese Einmal- bzw. Sondereffekte, liegt der prozentuale Anteil der Gesamtvertriebskosten am Umsatz bei 28,4 %.

Allgemeine Verwaltungsaufwendungen

Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen beliefen sich im Geschäftsjahr 2017 insgesamt auf 10,8 % des Umsatzes und schließen Normalisierungseffekte ein. Ohne Berücksichtigung dieser Effekte beliefen sich die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen insgesamt auf 9,2 % des Umsatzes.

EBITDA und bereinigtes EBITDA

Die EBITDA-Marge in Höhe von 21,9 % für das Geschäftsjahr 2017 umfasst Normalisierungseffekte. Die bereinigte EBITDA-Marge ohne Berücksichtigung dieser Effekte lag bei 24,6 %.

V. Finanzlage

Fremdkapital

Aufgrund ihrer soliden Ertrags- und Finanzlage sowie eines günstigen Marktumfelds, konnte die Gruppe im Februar 2017 die Zinsen für seine vorrangig besicherten Darlehen mit fester Laufzeit (Senior Secured Term Loans) zum Nennwert von EUR 405,5 Mio. (Fazilität B3 und B5) und USD 585,0 Mio. (Fazilität B4) zu EURIBOR + 3,5 % mit einer Zinsuntergrenze von 0 % und LIBOR + 3,0% mit einer Zinsuntergrenze von 1 % anpassen. Laufzeit und Tilgung sowie sämtliche weitere, für die angepassten Fazilitäten B6 und B7 geltenden Bedingungen bleiben im Wesentlichen unverändert. Die Zinsanpassung befristeter Darlehen weist eine jährliche Zinsersparnis von EUR 4,4 Mio. infolge eines Margenrückgangs von jeweils 0,75 % bzw. 0,25 % bei den EUR- bzw. USD-Darlehen auf.

Als weitere Finanzmittel stehen ein nachrangiges Darlehen (Senior Subordinated Note) in Höhe von EUR 275,0 Mio. mit einem Zinskupon von 8 % pro Jahr und einer Endfälligkeit bis 2023 zur Verfügung. Im Rahmen einer revolvierenden Kreditfazilität in Höhe von EUR 75,0 Mio. mit Fälligkeit bis 2021, wurde eine Nebenkreditlinie in Höhe von EUR 7,3 Mio. eingerichtet, um einen Kontokorrentrahmen für Treasury-Aktivitäten sicherzustellen (zahlungswirksam und nicht zahlungswirksam wie Garantien). Die Inanspruchnahme lag zum 30. September 2017 bei EUR 4,2 Mio.

Mit einer Nettoverschuldung für das Geschäftsjahr von insgesamt EUR 1.108,9 Mio. und einem konsolidierten bereinigten EBITDA in Höhe von EUR 234,9 Mio. Anm.1, hat die Gruppe im Jahresverlauf den Nettoverschuldungsgrad insgesamt auf 4,72x weiter reduziert.

Anmerkung 1: Das konsolidierte bereinigte EBITDA wurde anhand der Definition des Senior Facilities Agreement („SFA“) berechnet

Eigenkapital

Bezüglich der Eigenkapitalstruktur der Gruppe verweisen wir auf Anhangangabe 26 des Konzernabschlusses.

Bonität

Die Ratings der Sivantos Gruppe von B2 bei Moody’s mit positivem Ausblick und B+ bei Standard & Poor’s mit stabilem Ausblick wurden bestätigt.

VI. Liquidität

Das Kapitalmanagement der Sivantos Gruppe erfolgt durch die Konzernleitung und beinhaltet die Berücksichtigung rechtlicher Anforderungen zu Eigenkapital sowie Liquiditätsanforderungen des Konzerns. Die Sivantos Gruppe finanziert sich aus ihrem operativen Cashflow und durch den Einsatz von Cash-Pooling- und Cash-Management-Systemen der Sivantos Gruppe, im Rahmen dessen überschüssige liquide Mittel von den Tochtergesellschaften beim Treasury eingezahlt werden.

Die Sivantos Gruppe verfügte zum 30. September 2017 über Zahlungsmittel und sonstige liquide Mittel in Höhe von EUR 111,7 Mio. Zudem kann die Sivantos Gruppe zum 30. September 2017 auf eine revolvierende Kreditfazilität in Höhe von EUR 75,0 Mio. zugreifen, von der EUR 4,2 Mio. bisher in Anspruch genommen wurden. Angesichts des starken operativen Cashflows geht die Sivantos Gruppe davon aus, dass sie sämtlichen aktuellen und künftigen Verpflichtungen aus betrieblichem Liquiditätsbedarf sowie den regelmäßigen Zins- und Tilgungszahlungen gemäß Anleihebedingungen und SFA nachkommen kann.

Die vorrangig besicherten Darlehen mit fester Laufzeit sind durch eine Verpfändung der Anteile wesentlicher Tochtergesellschaften sowie eine Verpfändung von Vermögenswerten wesentlicher Tochtergesellschaften gesichert und unterliegen Kreditklauseln.

VII. Risikomanagement

Die Sivantos Gruppe betrachtet das Risikomanagement als Kernbestandteil eines effektiven Managements und interner Kontrolle. Wir haben ein Enterprise-Risk-Management- (ERM) und Kontrollsystem mit dem Ziel eingeführt, Risiken und Chancen, die das Erreichen unserer strategischen, operativen sowie finanziellen Ziele und Compliance-Vorgaben wesentlich beeinflussen könnten, frühzeitig zu identifizieren, zu bewerten und darauf zu reagieren.

Strategisches Risiko

Wir sind innerhalb einer wettbewerbsintensiven Branche tätig, die in gewissem Maße von Preisdruck geprägt ist. Um den Preisverfall zu kompensieren, entwickeln wir kontinuierlich neue Produkte und Produktmerkmale und arbeiten auf Produktionskosten hin, die sich an die geringeren Nettoerlöse anlehnen, die wir erwartungsgemäß pro Einheit bei bestehenden Produkten erzielen können.

In der Vergangenheit erfuhr die Hörgerätebranche einen raschen Wandel aufgrund der Einführung neuer Schlüsseltechnologien, so beispielsweise die Umstellung von analogen zu digitalen Hörgeräten in den 1990er Jahren, die zu erheblichen Veränderungen auf dem Markt und zu weitreichenden Neuausrichtungen unter Kunden und unseren Wettbewerbern führte. Um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben, ist es für uns von grundlegender Bedeutung, zunehmend schneller neue Technologien zu entwickeln und auf den Markt zu bringen oder neue Anwendungen für bestehende Technologien zu entdecken.

Regulatorisches Risiko

Die Geschäftstätigkeit und die Produkte der Sivantos Gruppe unterliegen einer Reihe von Marktbedingungen und -regulierungen in den Ländern, in denen die Sivantos Gruppe tätig ist. Insbesondere regeln diese Vorschriften: (i) Übernahme und Erstattung des Kaufs von Hörgeräten durch staatliche Gesundheitsdienste oder private Krankenversicherungen, (ii) Versorgung der Öffentlichkeit mit Hörgeräten und, (iii) Entwicklung, Prüfung, Herstellung, Kennzeichnung, Marktfreigabe und -zulassung sowie Marketing, Export und Import unserer Hörgeräte. Änderungen von Gesetzen und Vorschriften und insbesondere Änderungen der Bedingungen für die Übernahme, die Berechnung von Erstattungen und die Möglichkeit, eine Erstattung seitens staatlicher Krankenversicherungen zu erhalten, wirken sich daher möglicherweise auf das Geschäft der Sivantos Gruppe aus.

Risiko im Zusammenhang mit geistigem Eigentum

Geistige Eigentumsrechte, insbesondere Patente und Betriebsgeheimnisse, spielen eine entscheidende Rolle bei der Produktentwicklung und -differenzierung in unserer Branche. Diese Schutzrechte sind für die Geschäftstätigkeit der Sivantos Gruppe von entscheidender Bedeutung und ihre Fähigkeit, im Wettbewerb mit anderen Unternehmen am Markt erfolgreich zu bestehen, wird durch die Verfügbarkeit erfolgreicher Technologien mittels Lizenzierung entscheidend verbessert. Die Sivantos Gruppe verfolgt die Politik, in wichtigen Ländern generell Patentschutz für patentierbare Inhalte von proprietären Geräten der Sivantos Gruppe zu erlangen und bemüht sich, Patente und Patentanmeldungen Dritter im öffentlich verfügbaren Ausmaß zu prüfen, um eine effektive Patentstrategie zu entwickeln, die Verletzung von Patenten Dritter zu vermeiden, Lizenzierungsmöglichkeiten zu identifizieren und Patentansprüche im Auge zu behalten.

Operationelles Risiko

Da sich eine Unterbrechung der operativen Tätigkeit in den Produktionsstätten der Sivantos Gruppe negativ auf ihre Vermögens-, Finanz- und die Ertragslage auswirken kann, führt die Sivantos Gruppe bei sämtlichen betrieblichen Anlagen vorbeugende Wartungsmaßnahmen durch. Der Betrieb von Produktionsanlagen und der Datentransfer zwischen Tochtergesellschaften und Marktorganisationen ist von einer effizienten und ununterbrochenen Funktionsweise der IT-Landschaft der Sivantos Gruppe abhängig. Im Jahr 2017 wurde ein Geschäftsfortführungsplan (BCP) eingeführt, um Prozesse im Falle von Störungen oder Katastrophen weiter sicherzustellen. Die Sivantos Gruppe stützt sich nicht nur auf eine zeitnahe Belieferung seitens der Lieferanten, sondern hat für zentrale Produkte bzw. Produktbestandteile, neben der ständigen Überwachung von Lieferantenqualität und Lieferquote, ebenfalls Dual-Sourcing-Strategien implementiert.

Compliance-Risiko

Ethisch vertretbare Geschäftspraktiken sind für das Ansehen, den Status bei Regulierungsbehörden und die Geschäftsaussichten der Sivantos Gruppe von Bedeutung. Ein Großteil der Umsätze der Sivantos Gruppe wird im Rahmen von Verträgen mit staatlichen Behörden wie dem National Health Service in Großbritannien erzielt. Folglich unterhält die Sivantos Gruppe regelmäßig Geschäftsbeziehungen zu Amtsträgern und anderen politisch exponierten Personen. Die Sivantos Gruppe verfügt über Regelwerke, mit denen direkte oder indirekte Korruptionshandlungen, Bestechung, unlauterer Wettbewerb, Geldwäsche, Betrug, Täuschung, Steuerhinterziehung und sonstige kriminelle oder in sonstiger Weise unzulässige Handlungen verhindert werden sollen. Eine in den Aufgaben und Pflichten eines Ombudsmanns erfahrene Anwaltskanzlei wurde von der Sivantos Gruppe mit dieser Funktion betraut. Die Kontaktdaten des Ombudsmanns stehen auf der Internetseite und im Intranet der Sivantos Gruppe zur Verfügung.

Risiko im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten

Die Sivantos Gruppe war in der Vergangenheit und ist möglicherweise künftig Rechtsstreitigkeiten und regulatorischen Verfahren im Zusammenhang mit ihrer Geschäftstätigkeit ausgesetzt. Wenngleich die Sivantos Gruppe Haftpflichtversicherungen mit Versicherungssummen abgeschlossen hat, die sie als angemessen und mit der Branchenpraxis im Einklang erachtet, kann die Sivantos Gruppe sich nicht vollumfänglich gegen sämtliche potenzielle Schäden absichern, die sich aus Klagen ergeben könnten, an denen die Sivantos Gruppe im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit beteiligt ist (auch wenn der Sivantos Gruppe gegenwärtig keine derartigen Klagen bekannt sind). Ein negativer Ausgang solcher Verfahren könnte die Sivantos Gruppe daran hindern, bestimmte Aktivitäten auszuführen und/oder mit zusätzlichen Kosten zur Ausführung derselben und zur Zahlung von Schadenersatz verbunden sein.

Währungsrisiko

Der internationale Geschäftsbetrieb der Gruppe setzt diese im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit einem Fremdwährungsrisiko aus, insbesondere im Hinblick auf Schwankungen von USD, EUR, GBP, CNY, JPY und SGD. Die Gruppe verwendet hauptsächlich Devisentermingeschäfte, um wesentlichen Risiken aus negativen Auswirkungen von Wechselkursschwankungen auf das Konzernergebnis für einen Zeitraum von 6-18 Monaten zu begegnen.

Das Fremdwährungsrisiko wird grundsätzlich vom Group Treasury in Zusammenarbeit mit den Konzerngesellschaften der einzelnen Länder gesteuert. Ziel der Gruppe ist ein angemessenes Sicherungsniveau zwischen 40 % und 75 % des Nettofremdwährungsrisikos zu halten. Cashflow Hedge Accounting soll soweit wie möglich Anwendung finden, um negativen Auswirkungen aus dem Fremdwährungsrisiko auf das Konzernergebnis entgegenzuwirken.

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko ist definiert als ein unerwarteter Verlust an Zahlungsmitteln und Erträgen, wenn der Kunde nicht in der Lage ist, seinen Verpflichtungen rechtzeitig nachzukommen. Der Sivantos Gruppe können Verluste entstehen, wenn die Bonität ihrer Kunden sich verschlechtert oder wenn sie ihren Zahlungsverpflichtungen gegenüber der Sivantos Gruppe nicht nachkommen. Das Kreditrisiko der Sivantos Gruppe ergibt sich in erster Linie aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen.

Die Sivantos Gruppe unterhält eine Kreditpolitik und das Kreditrisiko wird laufend überwacht. Dies beinhaltet die Überprüfung bestimmter Forderungen und Bonitäten von Kunden auf Einzelfallbasis sowie die Überprüfung aktueller Wirtschaftstrends, die Analyse von Forderungsverlusten in der Vergangenheit auf Portfolioebene und die Berücksichtigung von Länder-Kreditratings. Kreditbewertungen werden zu sämtlichen Kunden durchgeführt, die Kredite über einen bestimmten Betrag benötigen. Die Sivantos Gruppe verlangt keine Sicherheiten hinsichtlich finanzieller Vermögenswerte.

Zum 30. September 2017 lagen keine maßgeblichen Konzentrationen von Kreditrisiken vor.

Das maximale Kreditrisiko von finanziellen Vermögenswerten entspricht ihren jeweiligen Buchwerten. In Bezug auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen sowie Darlehen oder Forderungen, die in dem Posten „Sonstige finanzielle Vermögenswerte“ enthalten sind, die weder wertgemindert noch überfällig sind, bestehen zum 30. September 2017 keine Hinweise darauf, dass es zu Ausfällen bei Zahlungsverpflichtungen kommen wird.

In Bezug auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen sowie Darlehen oder Forderungen, die im Posten „Sonstige finanzielle Vermögenswerte“ enthalten sind, die weder wertgemindert noch überfällig sind, bestehen zum 30. September 2017 keine Hinweise darauf, dass es zu Ausfällen bei Zahlungsverpflichtungen kommen wird, die zu einer Abnahme des Nettovermögens der Sivantos Gruppe führen werden. Wenn erhebliche erwartete Zahlungsverzögerungen offensichtlich werden, werden überfällige Finanzinstrumente einzeln im Hinblick auf zusätzliche Wertminderungen bewertet und ggf. weiter wertberichtigt. Weitere Informationen zum Ansatz hinsichtlich der Bestimmung von Wertberichtigungen auf Forderungen siehe Anhangangabe 6 Wesentliche Schätzungen.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko ergibt sich aus einem möglichen Unvermögen der Sivantos Gruppe, finanziellen Verbindlichkeiten nachzukommen, insbesondere seine Lieferanten zu bezahlen. Neben der Umsetzung eines effektiven Working-Capital- und Cash-Managements hat die Sivantos Gruppe kurz- und mittelfristige Liquiditätsprognosen erstellt. Die Treasury-Abteilung überwacht die Höhe erwarteter Mittelzuflüsse aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen zusammen mit erwarteten Mittelabflüssen aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten. Die Gruppe hat Zugriff auf eine revolvierende Kreditfazilität in Höhe von EUR 75,0 Mio., von welcher EUR 4,2 Mio. zum 30. September 2017 in Anspruch genommen wurden.

Zinsänderungsrisiko

Die langfristigen Schulden der Sivantos Gruppe bestehen aus vorrangig unbesicherten Anleihen im Nennwert von EUR 275,0 Mio. mit festem Zinssatz von 8,00 % p. a. und vorrangig besicherten endfälligen Darlehen in Höhe von nominal EUR 405,5 Mio. und USD 585,0 Mio. mit variablem Zinssatz, von denen 58 % in Zahlungen mit festem Zinssatz bis Dezember 2018 umgewandelt wurden.

Die Zinsanpassung vorrangig besicherter Darlehen mit fester Laufzeit weist eine jährliche Zinsersparnis von EUR 4,4 Mio. infolge eines Margenrückgangs von jeweils 0,75 % bzw. 0,25 % bei den EUR- bzw. USD-Darlehen auf.

VIII. Ausblick

Die Geschäftsleitung geht von einem Absatzwachstum der Branche von ~4 % im Jahr 2018 aus. Marktführende Technologien, flexible Geschäftsmodelle und die geografische Präsenz versetzen Sivantos in die einzigartige Position künftige bedeutende Geschäftschancen zu ergreifen. Sivantos investiert weiterhin vermehrt in den Ausbau von Kapazitäten und Optimierungen und begünstigt in Verbindung mit seiner etablierten technologischen Spitzenstellung ein nachhaltiges Wachstum. Die Sivantos Gruppe ist ebenfalls in Wachstumsmärkten wie China und Indien gut aufgestellt; zudem werden bedeutende Neuprodukteinführungen im Geschäftsjahr 2018 erfolgen. Auf der Grundlage dieser Voraussetzungen und keiner größeren externen Schocks mit Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung, geht die Geschäftsleitung davon aus, auch in Zukunft überproportional zum Markt zu wachsen. Neben diesem überproportionalen Wachstum konzentriert sich Sivantos auch auf eine weitere Verbesserung der Margen.

 

Luxemburg, den 30. November 2017

EQT Luxembourg Management S.à r.l.

Willem-Arnoud van Rooyen, Manager

Horrer Karl Heinz, Manager

 

 

 

 

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here