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Die Sache mit den Siegeln bei Partnervermittlungen

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Siegel auf Partnervermittlungsportalen sollten Sie mit großer Skepsis begegnen. Das ist das Ergebnis eines Marktchecks der Verbraucherzentralen. Wir haben Siegel gefunden, die die Anbieter in dieser Form gar nicht verliehen bekommen haben. Andere sind schon einige Jahre alt. Und manche Siegel haben sich die jeweiligen Portale selbst verliehen. Eine aktuelle, objektive Bewertung der Partnervermittler lässt sich damit längst nicht immer finden.

Dabei macht etwa die Hälfte der Portale offensiv Werbung mit solchen Siegeln. Bei 18 von 37 untersuchten Partnervermittlungsportalen haben die Verbraucherzentralen Siegel auf der Startseite gefunden. Wir haben überprüft, wie transparent, aussagefähig und vertrauenswürdig die Siegel sind.

Verwirrend ist allein schon die schiere Menge: Wir sind dabei auf insgesamt 41 unterschiedliche Siegel gestoßen, die von 23 Ausstellern stammen. Auf den Seiten von zwei Anbietern haben wir sogar mehr als 10 Grafiken gefunden.

Bei 12 der 41 Siegel stellten sich die Anbieter der Partnervermittlungsportale diese selbst aus. Dabei wurde mit Slogans wie „Datenschutz nach europäischer Norm“ oder „100% Seriös, handverlesene Mitglieder“ versprochen, besonders seriös zu sein, den Datenschutz einzuhalten oder die Mitglieder sorgsam ausgewählt zu haben. Teilweise kann man zugrundeliegende Angaben nicht erhalten, was vermuten lässt, dass es auch gar keine gibt.

Tipps für den Umgang mit Siegeln

Sie sollten solchen Siegeln darum grundsätzlich mit der nötigen Skepsis begegnen. Einige Tipps dafür:

  1. Ein Siegel auf einer Internetseite muss immer mit einem Link hinterlegt sein oder den Link deutlich sichtbar anzeigen. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. So gelangen Sie leicht auf die Seite des Ausstellers. Dort können Sie sich über Inhalt und Zustandekommen der Auszeichnung informieren und sich ein eigenes Bild machen. Gibt es dagegen gar keinen erkennbaren Link zum Siegel, sollten Sie besonders vorsichtig sein.
  2. Wer hat das Siegel vergeben? War es eine unabhängige Einrichtung, die nach objektiven Kriterien arbeitet? Oder haben sich die Unternehmen selbst Siegel für ihre eigenen Portale verliehen?
  3. Achten Sie darauf, wofür Siegel konkret vergeben worden sind. Einige Prüfungen zum Beispiel berücksichtigen nur technische Inhalte, also etwa die sichere Übertragung von Daten und den transparenten und zuverlässigen Ablauf von Käufen und Zahlungen. Dazu zählen der TÜV und VeriSign. Über die Qualität der Partnervermittlung selbst sagt das nichts aus.
  4. Geht es um Kundenzufriedenheit oder Erfolgsaussichten der Vermittlung, fragen Sie sich: Wonach ist das bewertet worden? Wurden z.B. Kundenbewertungen im Internet gesichtet und ausgewertet, ist das weniger aussagekräftig als eine repräsentative Befragung mit einer hohen Anzahl von Teilnehmern.
  5. Wie sind Platzierungen oder Noten zustande gekommen und wie sieht es im Detail aus? Das Gesamtergebnis „Top 3 der Singlebörsen“ klingt beispielsweise zunächst gut. Wenn aber keine der Börsen mit „sehr gut“ abschneidet und Platz drei schon nur noch mit „befriedigend“ bewertet wird, bekommt die Aussage eine ganz andere Bedeutung.

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