Es gibt Post, auf die freut man sich.
Geburtstagskarten. Urlaubsgrüße. Steuererstattungen.
Und dann gibt es jene Briefe, die einem mitteilen, dass man angeblich mehrere tausend Euro bezahlen soll – für etwas, von dem man nicht einmal wusste, dass es existiert.
Genau nach diesem Prinzip arbeiten offenbar kreative Betrüger, die einen bemerkenswert einfachen Geschäftsplan verfolgen:
Behaupte einfach, jemand schuldet Geld. Viel Geld.
Irgendeiner wird schon nervös werden.
Die Kunst des professionellen Einschüchterns
Besonders raffiniert: Das Schreiben sieht täuschend echt aus.
Eine echte Kanzlei.
Ein echter Anwalt.
Eine beeindruckende Forderungsaufstellung.
Und natürlich eine Summe, die hoch genug ist, um Panik auszulösen, aber niedrig genug, dass manche Menschen vielleicht lieber zahlen, als sich mit dem Ganzen zu beschäftigen.
Psychologie nennt man das.
Oder im Betrügerhandbuch Kapitel 1: „Wie wir Menschen dazu bringen, freiwillig Geld zu überweisen.“
Die Lotterie, an die sich niemand erinnern kann
Der angebliche Hintergrund ist besonders charmant.
Irgendwo soll ein Vertrag mit einer Lotterievermittlung existieren.
Das Problem:
Der Betroffene erinnert sich nicht daran.
Was allerdings kein Hindernis sein muss. Nach dieser Logik könnte morgen auch eine Rechnung über 8.000 Euro eintreffen, weil man 2017 angeblich ein Kamel in der Wüste von Nevada gemietet hat.
Sogar der Anruf wirkt seriös
Die Betrüger haben ihre Hausaufgaben gemacht.
Selbst ein Anruf unter der angegebenen Nummer sorgt zunächst nicht für Misstrauen.
Die versprochenen Belege für die Forderung tauchen allerdings nie auf.
Ein erstaunlicher Zufall.
Fast so erstaunlich wie die Tatsache, dass Menschen immer genau dann Geld schulden sollen, wenn niemand irgendeinen Vertrag vorlegen kann.
Das moderne Geschäftsmodell
Früher mussten Betrüger noch Banküberfälle planen.
Heute reicht offenbar ein Computer, ein Drucker und ein wenig Fantasie.
Die Rendite ist deutlich besser und die Fluchtwege sind kürzer.
Fazit
Wer plötzlich eine Rechnung über mehrere tausend Euro erhält, sollte nicht in Panik geraten.
Denn die wichtigste Regel lautet:
Nur weil etwas offiziell aussieht, ist es noch lange nicht offiziell.
Und falls Ihnen morgen jemand schreibt, Sie hätten versehentlich einen Vertrag über eine Luxus-Yacht, drei Rennpferde und ein Jahresabo für intergalaktische Lotterien abgeschlossen, gilt dasselbe Prinzip:
Erst prüfen.
Dann lachen.
Und erst danach entscheiden, ob überhaupt jemand Geld bekommt.
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