Jahrzehntelang erklärten westliche Autobauer der Welt geduldig, wie moderne Autos funktionieren. Deutschland baute Premium. Japan Zuverlässigkeit. Amerika große Motoren und noch größere Werbespots. China dagegen sollte bitteschön günstig produzieren und ansonsten dankbar zuschauen.
Jetzt gibt es ein kleines Problem:
China hat offenbar beschlossen, einfach die gesamte Autoindustrie zu übernehmen.
Während deutsche Hersteller noch darüber diskutieren, welches Untermenü im Infotainment-System „innovativ“ genug aussieht, rollen bei Xiaomi in Peking bereits alle 76 Sekunden neue Elektroautos vom Band. 76 Sekunden! In deutschen Werken dauert es teilweise länger, bis jemand den Betriebsratstermin bestätigt hat.
Besonders schmerzhaft:
Die chinesischen Autos sind nicht nur billig. Sie funktionieren inzwischen auch erschreckend gut.
Die westliche Autoindustrie hatte sich lange eingeredet, Elektroautos seien einfach normale Autos mit Batterie. China dachte sich dagegen:
„Warum bauen wir nicht gleich Smartphones auf Rädern?“
Und plötzlich verbinden chinesische Hersteller ihre Fahrzeuge mit Smart Homes, Apps, Sprachsteuerung, KI-Systemen und Schnelllade-Technologien, während europäische Fahrer immer noch versuchen herauszufinden, warum ihr Navi nach jedem Softwareupdate Niederländisch spricht.
Selbst die Chefs westlicher Konzerne wirken inzwischen leicht traumatisiert. Honda-Boss Toshihiro Mibe soll nach dem Besuch eines chinesischen Werks gesagt haben:
„Wir haben keine Chance dagegen.“
Das ist ungefähr die höflich-japanische Version von:
„Wir sind komplett erledigt.“
Ford-Chef Jim Farley spricht sogar offen von einem „Kampf ums Überleben“. Früher kämpften Autohersteller darum, wer die beste Limousine baut. Heute kämpfen sie darum, nicht von einem Handyhersteller aus Peking vernichtet zu werden.
Und genau das macht die Sache so absurd:
Xiaomi baute vor wenigen Jahren noch hauptsächlich Smartphones und Staubsauger. Jetzt verkauft die Firma Elektroautos erfolgreicher als manche Traditionsmarken mit über hundert Jahren Industriegeschichte.
Währenddessen versucht Europa verzweifelt, mit Zöllen gegenzuhalten. Ein bisschen so, als würde man versuchen, einen Hochgeschwindigkeitszug mit einer Parkkralle aufzuhalten.
Denn China hat längst nicht nur Autos aufgebaut, sondern komplette Lieferketten:
Batterien, Software, Chips, Produktion, Ladeinfrastruktur – alles aus einer Hand und massiv staatlich unterstützt. Während in Europa erstmal drei Jahre über Genehmigungen diskutiert werden, baut China einfach die nächste Gigafabrik.
Besonders bitter:
Viele westliche Hersteller kaufen inzwischen genau die Technologie ein, die sie früher selbst entwickelt hätten. Volkswagen zahlt hunderte Millionen Dollar an XPeng, damit die Chinesen ihnen bei Software und autonomem Fahren helfen. Früher exportierte Deutschland Ingenieurskunst. Heute importiert man Updates.
Und während Politiker noch über „strategische Autonomie“ sprechen, verkauft China inzwischen sieben Millionen Fahrzeuge pro Jahr ins Ausland. Fast die Hälfte davon elektrisch.
Die eigentliche Pointe ist aber:
Der Westen hielt China jahrzehntelang für die Werkbank der Welt.
China hielt das offenbar nur für die Ausbildungsphase.
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