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Der Bezos-Faktor: Wer bei Liverpool einsteigen könnte

jorono (CC0), Pixabay
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Die Suche nach möglichen Investoren beim FC Liverpool hat eine neue Wendung genommen. Nach Berichten über ein Konsortium um den britisch-indischen Unternehmer Amit Bhatia fällt nun auch der Name Jeff Bezos.

Der Gründer des Onlinekonzerns Amazon soll angesprochen worden sein, sich an dem geplanten Investment zu beteiligen. Eine Bestätigung gibt es bislang nicht. Personen aus dem Umfeld Bhatias erklärten lediglich, das Konsortium habe mit mehreren potenziellen Geldgebern gesprochen. Auch Liverpools Eigentümergesellschaft Fenway Sports Group, kurz FSG, wollte sich dazu nicht äußern.

Bhatia hatte zuvor Interesse an einer strategischen Minderheitsbeteiligung an dem Premier-League-Klub gezeigt. Medienberichten zufolge könnte es um einen Anteil von rund dreißig Prozent gehen. Der Unternehmer war achtzehn Jahre lang Direktor und Miteigentümer der Queens Park Rangers, gab seine Beteiligung an dem Londoner Klub jedoch kürzlich auf. Damit wäre der Weg für ein Engagement bei Liverpool grundsätzlich frei.

Bezos wäre ein außergewöhnlicher Name im englischen Fußball. Der Amazon-Gründer gehört zu den reichsten Menschen der Welt und verfügt laut Forbes über ein Vermögen von mehr als zweihundertfünfzig Milliarden Dollar. Neben seiner Beteiligung an Amazon besitzt er unter anderem die „Washington Post“ und das Raumfahrtunternehmen Blue Origin.

Im Sport ist Bezos bislang nicht als Eigentümer in Erscheinung getreten. In der Vergangenheit wurde er allerdings mit möglichen Übernahmen der NFL-Teams Washington Commanders und Seattle Seahawks in Verbindung gebracht. Zu einem Kauf kam es jeweils nicht.

Warum FSG gerade jetzt neue Investoren sucht, ist offen. Finanziell steht Liverpool nach den vorliegenden Angaben stark da. Der Klub meldete zuletzt Rekordeinnahmen von mehr als siebenhundert Millionen Pfund und gehört zu den umsatzstärksten Vereinen Europas.

Bei einem früheren Anteilsverkauf an Dynasty Equity im Jahr 2023 ging es vor allem darum, pandemiebedingte Verluste auszugleichen und Schulden aus Investitionen in das Trainingszentrum sowie den Stadionausbau zu reduzieren. Diesmal scheint kein vergleichbarer finanzieller Druck zu bestehen.

Daher stellt sich die Frage, ob ein Einstieg neuer Investoren Teil einer langfristigen Ausstiegsstrategie von FSG sein könnte. Die amerikanische Eigentümergruppe hatte Liverpool 2010 für rund dreihundert Millionen Pfund übernommen. Nach Angaben der „Financial Times“ könnte der Klub bei einem möglichen Geschäft mit dem Bhatia-Konsortium inzwischen mit etwa viereinhalb Milliarden Pfund bewertet werden.

FSG kann auf eine erfolgreiche Ära zurückblicken. Seit der Übernahme gewann Liverpool unter anderem zwei englische Meisterschaften, die Champions League, den FA Cup, den Ligapokal, den europäischen Supercup und die Klub-Weltmeisterschaft. Zudem wurden das Stadion und das Trainingsgelände modernisiert.

Gleichzeitig befindet sich der Verein in einer Phase des Umbruchs. Andoni Iraola ist neuer Cheftrainer, Michael Edwards gibt seinen Posten als Fußballchef von FSG ab, und Sportdirektor Richard Hughes wird mit einem Wechsel nach Saudi-Arabien in Verbindung gebracht.

Unter den Fans sorgt die Aussicht auf neue Geldgeber deshalb für gemischte Gefühle. FSG gilt vielen Anhängern als vergleichsweise verlässlicher Eigentümer. Ein Einstieg sehr vermögender Investoren wirft dagegen Fragen nach deren Motiven und langfristigen Plänen auf.

Noch ist unklar, ob Bezos tatsächlich Teil des Konsortiums werden könnte. Sicher ist bislang nur: Bei Liverpool wird derzeit nicht nur über Spielertransfers gesprochen, sondern auch über die künftige Eigentümerstruktur des gesamten Klubs.

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