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Der 7.Oktober 2023

geralt (CC0), Pixabay
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Der 7. Oktober 2023 war ein Tag der Barbarei. Er hat Israel das Herz herausgerissen – und auch in uns etwas zerbrochen: das Vertrauen, dass „Nie wieder“ mehr ist als ein Schwur aus der Vergangenheit.

Zwei Jahre später fürchten sich Menschen in Deutschland wieder davor, als Juden erkennbar zu sein. Sie stecken die Kippa in die Tasche, verstecken den Davidstern unter dem Hemd, wechseln die Straßenseite. Freunde erzählen von Angst – nicht vor der Hamas, sondern vor den Sprüchen an den Wänden, den Blicken, den Parolen auf unseren Straßen.

Wie konnte es so weit kommen?
Wie konnte es geschehen, dass Antisemitismus wieder Platz findet – auf Schulhöfen, in Hörsälen, in Stadien?

Wir reden von Toleranz und Vielfalt. Doch wenn Hass gegen Juden tobt, getarnt als „Solidarität mit Palästina“, schauen zu viele weg. Wir nennen es Meinungsfreiheit, obwohl es Hetze ist.

Antisemitismus ist wieder laut geworden. Aber noch lauter müssen wir sein – mit Haltung, mit Mitgefühl, mit Mut. Schweigen ist kein Schutz, Schweigen ist Zustimmung.

Die meisten Menschen wünschen sich Frieden – in Israel, in Gaza, auch hier bei uns.
Doch Frieden ist kein Geschenk. Er ist Arbeit. Jeden Tag. Auf der Straße, im Netz, am Küchentisch.

Der 7. Oktober darf nicht das Symbol dafür werden, dass Hass stärker ist als Menschlichkeit.
Antisemitismus wächst dort, wo Mut fehlt. Und Mut beginnt im Kleinen – im Widerspruch, im Zuhören, im Hinsehen.

Doch bei aller Entschiedenheit gegen Terror und Judenhass dürfen wir nicht vergessen, was danach geschah: die Tausenden unschuldigen Menschen, die im Gazastreifen durch Krieg, Bomben und Hunger gestorben sind – vor allem Kinder, die nichts zu essen hatten, keine Zuflucht, keine Stimme.

Wer über den 7. Oktober spricht, muss auch über den 8. Oktober sprechen – und über all die Tage danach. Denn Mitgefühl verliert nichts, wenn es geteilt wird.N ur wer die Tränen auf beiden Seiten sieht, kann wirklich Frieden wollen.

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