Startseite Allgemeines Demokratischer Gouverneur sorgt mit Begnadigung für Empörung
Allgemeines

Demokratischer Gouverneur sorgt mit Begnadigung für Empörung

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
Teilen

Wahlleugnerin Tina Peters kommt früher frei

Der demokratische Gouverneur von Colorado, Jared Polis, steht massiv unter Druck – ausgerechnet aus den eigenen Reihen. Grund ist seine Entscheidung, die Haftstrafe der verurteilten Wahlleugnerin Tina Peters deutlich zu verkürzen.

Die frühere Bezirksbeamtin war 2024 wegen Manipulationen an Wahlsystemen schuldig gesprochen worden. Peters hatte unbefugten Personen Zugriff auf Wahlcomputer verschafft, um angebliche Beweise für Wahlbetrug bei der US-Präsidentschaftswahl 2020 zu sichern. Die Vorwürfe rund um einen angeblich gestohlenen Wahlsieg Donald Trumps gelten bis heute als widerlegt.

Nun soll Peters bereits im Juni auf Bewährung freikommen.

Scharfe Kritik aus der eigenen Partei

Vor allem Demokraten reagierten empört auf die Entscheidung des Gouverneurs. Colorados Außenministerin Jena Griswold sprach von einem „Angriff auf die Demokratie“. Andere Parteikollegen warnten davor, die Begnadigung könne Wahlverschwörungstheorien weiter befeuern.

Auch prominente Demokraten wie Senator John Hickenlooper, Generalstaatsanwalt Phil Weiser oder Senator Michael Bennet kritisierten Polis ungewöhnlich deutlich. Weiser bezeichnete die Entscheidung als „völlig unverständlich“ und als „Affront gegen den Rechtsstaat“.

Trump jubelt über Freilassung

Donald Trump begrüßte die Entscheidung dagegen umgehend. Seit Monaten hatte der frühere Präsident öffentlich Druck für eine Freilassung Peters’ gemacht. Kurz nach Bekanntwerden der Entscheidung schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social lediglich: „FREE TINA!“

Peters selbst zeigte sich inzwischen reumütig. In einer Erklärung räumte sie Fehler ein und erklärte, sie habe aus ihrer Zeit im Gefängnis gelernt. Künftig wolle sie sich an die Gesetze halten.

Polis verteidigt Entscheidung

Gouverneur Polis betonte, dass es sich ausdrücklich nicht um eine vollständige Begnadigung handle. Peters habe gegen Gesetze verstoßen und das öffentliche Vertrauen beschädigt.

Gleichzeitig argumentierte er jedoch, die ursprünglich verhängte Strafe von neun Jahren sei für eine Ersttäterin ohne Gewaltverbrechen unverhältnismäßig hart gewesen.

„Es gehört zu meinen Grundüberzeugungen, dass Gesetze fair angewendet werden müssen“, erklärte Polis in einem ausführlichen Statement.

Selbst Republikaner irritiert

Bemerkenswert: Nicht nur Demokraten reagierten verärgert. Auch einzelne Republikaner distanzierten sich von der Entscheidung.

Matt Crane vom Verband der Bezirkswahlleiter in Colorado erklärte, er sei „wütend, angewidert und tief enttäuscht“. Der Gouverneur beuge sich politischen Kräften, die das Vertrauen in demokratische Institutionen zerstören wollten.

Trump-nahe Republikaner wie Marjorie Taylor Greene oder Lauren Boebert feierten die Haftverkürzung dagegen als „späte Gerechtigkeit“.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Warum zu viel Salz für viele Menschen zum Problem wird

Die meisten Menschen in den USA konsumieren deutlich mehr Salz als empfohlen....

Allgemeines

Tödliche Pilzvergiftungen in Kalifornien erreichen Rekordniveau

Kalifornien erlebt derzeit die schlimmste bekannte Welle tödlicher Pilzvergiftungen in der Geschichte...

Allgemeines

Aaron Rodgers macht weiter – Steelers setzen erneut auf den Altmeister

Aaron Rodgers hängt noch ein Jahr dran. Der inzwischen 42 Jahre alte...

Allgemeines

Chance verpasst! Warum Bayer Leverkusen Xabi Alonso hätte zurückholen müssen

Für viele Bayer-Fans fühlt sich diese Nachricht wie ein kleiner Stich ins...