Startseite Allgemeines Das Problem ist nicht, dass Klopp und Müller eine falsche Meinung hatten. Das Problem ist, wie schnell Fußball-Analysen manchmal von den Ereignissen überrollt werden.
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Das Problem ist nicht, dass Klopp und Müller eine falsche Meinung hatten. Das Problem ist, wie schnell Fußball-Analysen manchmal von den Ereignissen überrollt werden.

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Vor dem Spiel wurde diskutiert, ob Nagelsmann die richtigen Entscheidungen trifft. Müller hätte lieber Undav statt Musiala gesehen. Klopp erlaubte sich seinen inzwischen berühmten „noch“-Spruch. Nach einem 7:1 sieht das natürlich alles deutlich schlechter aus als vor dem Anpfiff.

Allerdings wäre es auch zu einfach zu sagen: „Jetzt kann man Klopp und Müller nie wieder ernst nehmen.“ Fußball funktioniert nicht so. Selbst die besten Trainer, Experten und Ex-Spieler liegen regelmäßig daneben. Klopp hat als Trainer Champions-League-Finals erreicht und Meisterschaften gewonnen, Müller hat auf höchstem Niveau über ein Jahrzehnt gespielt. Deren Kompetenz verschwindet nicht wegen eines missglückten Kommentars.

Was dem Auftritt eher geschadet hat, ist die Wirkung nach außen:

  • Der „noch“-Spruch wirkte respektlos gegenüber einem Bundestrainer, der sein Team gerade durch eine erfolgreiche Qualifikation und einen starken WM-Start führt.
  • Müllers Kritik an der Aufstellung wurde unmittelbar durch das Ergebnis widerlegt.
  • Völler nutzte die Gelegenheit clever und stellte die Experten öffentlich als Besserwisser dar.

Am Ende blieb hängen: Die Mannschaft liefert, die Kritiker müssen zurückrudern.

Klopps Entschuldigung war deshalb wichtig. Nicht weil er plötzlich keine Meinung mehr haben darf, sondern weil er erkannt hat, dass der Spruch unnötig war. Kritik gehört zum Fußball. Der Eindruck, man warte schon darauf, dass der Bundestrainer scheitert, kommt dagegen selten gut an.

Die größere Frage ist vielleicht eine andere: Wenn ehemalige Trainer und Spieler gleichzeitig Entertainer, Experten und Schlagzeilenproduzenten sein sollen, wie viel ihrer Analyse dient dann noch der Analyse – und wie viel der Show?

Genau an diesem Punkt dürften sich nach diesem Abend einige Zuschauer die Augen gerieben haben. Nicht weil Klopp oder Müller nichts vom Fußball verstehen, sondern weil die lautesten Aussagen des Abends ausgerechnet die waren, die am schlechtesten gealtert sind.

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