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Danke, Herr Trump, Herr Netanjahu – Europa zahlt. Schon wieder.

wynpnt (CC0), Pixabay
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Europa wollte eigentlich gerade durchatmen. Die Heizungen liefen wieder, die Lichter blieben an, und irgendwo glaubte man sogar, das Wort „Energiekrise“ langsam archivieren zu können – gleich neben „Pandemie“ und „einmalige Ausnahmesituation“.

Doch dann kam die Fortsetzung. Oder besser: die Fortsetzung der Fortsetzung.

Danke dafür.

Während in Brüssel noch über Klimaziele, nachhaltige Zukunft und das gute Gewissen diskutiert wird, flattert die Rechnung herein: 28 Milliarden Dollar extra für Energie – ohne auch nur einen einzigen Tropfen mehr zu bekommen. Ein bemerkenswertes Geschäftsmodell. Zahlen für nichts, aber davon bitte mehr.

Die Europäische Kommission formuliert es gewohnt nüchtern: Zum zweiten Mal in weniger als fünf Jahren zahlt Europa den Preis für seine Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen. Übersetzt heißt das: Man wusste es. Man hat es gesagt. Man hat es vertagt.

Und jetzt zahlt man.

Währenddessen entdecken europäische Flughäfen ein neues Abenteuerformat: „Flug gestrichen – wegen Realität“. Kerosin wird knapp, Tickets werden teurer, und wer dennoch fliegt, darf sich fühlen wie ein Investor in seltene Rohstoffe. Lufthansa streicht vorsorglich 20.000 Flüge. Nicht aus Klimaschutzgründen – sondern weil der Tank inzwischen mehr kostet als das Flugzeug.

Aber keine Sorge: Die Lösung ist nah.
Ein neues Gremium soll Engpässe erkennen. Also ein Ausschuss, der feststellt, dass etwas fehlt, was bereits fehlt. Europa bleibt sich treu – wenn es brennt, gründet man erst einmal eine Arbeitsgruppe.

Auch am Boden wird es spannend. Fischer bleiben im Hafen, weil Dieselpreise den Fang teurer machen als den Fisch. Chemiekonzerne erhöhen Preise um 30 Prozent – vermutlich, um den Kunden ein Gefühl von Kontinuität zu geben. Und Haushalte lernen, dass „Energie sparen“ inzwischen weniger eine Tugend als eine Überlebensstrategie ist.

In Deutschland spricht die Industrie vorsichtig von einem „signifikanten Schlag“. Das ist Wirtschaftssprache für: Es wird ungemütlich. Produktionsstopps, Jobverluste – alles inklusive. Wachstum? Vielleicht später wieder. Oder in einem anderen Jahrzehnt.

Großbritannien meldet derweil steigende Inflation, teureren Sprit und Lebensmittelpreise, die sich offenbar ebenfalls am Ölpreis orientieren. Selbst Kohlendioxid wird knapp – ein Stoff, der bisher vor allem dafür bekannt war, im Überfluss vorhanden zu sein. Fortschritt kann so überraschend sein.

Und irgendwo zwischen all dem sitzt Europa, schaut auf seine Rechnungen und denkt sich:
Vielleicht wäre weniger Abhängigkeit doch keine so schlechte Idee gewesen.

Aber keine Sorge.
Beim nächsten Mal ist man besser vorbereitet.

Ganz sicher.

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