Es ist ein Montag, kurz vor Feierabend. Die Leipziger Innenstadt ist belebt, Menschen sind unterwegs, erledigen Einkäufe, treffen sich, gehen nach Hause. Nichts deutet darauf hin, dass sich in wenigen Minuten alles verändern wird.
16.45 Uhr
Am Augustusplatz biegt ein Auto in die Fußgängerzone der Grimmaischen Straße ein. Was zunächst wie ein Fahrfehler wirken könnte, entwickelt sich binnen Sekunden zu einem Albtraum. Der Wagen beschleunigt, fährt weiter in Richtung Markt – mitten durch eine Menschenmenge.
Augenzeugen berichten später von hoher Geschwindigkeit, von einem Moment, in dem niemand versteht, was geschieht – und dann von Schreien, Chaos, panischen Reaktionen.
Minuten danach
Die ersten Notrufe gehen ein. Die Leitstelle erkennt schnell das Ausmaß der Lage: Massenanfall von Verletzten. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste rücken mit einem Großaufgebot an. Die Innenstadt wird zum Einsatzort, zur improvisierten Notfallzone.
Verletzte liegen auf der Straße, Ersthelfer kümmern sich um sie, während weitere Kräfte eintreffen. Die Situation ist unübersichtlich, geprägt von Schock und Unsicherheit.
Wenig später
Das Fahrzeug kommt im Bereich des Marktes zum Stehen – gestoppt, offenbar auch durch Poller. Der Fahrer sitzt noch im Wagen. Als die Polizei eintrifft, lässt er sich widerstandslos festnehmen. Berichten zufolge wirkt er dabei psychisch auffällig.
Der Abend
Mit jeder Stunde wird klarer, was geschehen ist. Zwei Menschen – eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann – haben ihr Leben verloren. Viele weitere sind verletzt, einige schwer.
Die Innenstadt bleibt abgesperrt, Sichtschutzwände werden aufgebaut. Ein Hubschrauber landet auf dem Augustusplatz, Verletzte werden in Kliniken gebracht. Im Gewandhaus entsteht eine Anlaufstelle für Betroffene.
Politiker äußern sich betroffen, sprechen von einer Amoktat. Die Ermittlungen beginnen – wegen Mordes und versuchten Mordes. Hinweise auf ein mögliches Motiv gibt es, doch vieles bleibt unklar.
Später am Abend
Kerzen werden aufgestellt. Menschen kommen zusammen, schweigend, suchend nach Worten für das, was geschehen ist.
Was bleibt, ist eine Abfolge von Minuten, die eine Stadt erschüttert haben – und viele offene Fragen, auf die es noch keine Antworten gibt.
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