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Starke US-Arbeitsmarktdaten schicken Börsen auf Talfahrt

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Die US-Finanzmärkte haben am Freitag deutlich nachgegeben, nachdem neue Arbeitsmarktdaten stärker ausgefallen waren als von Experten erwartet. Anleger befürchten nun, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen früher und möglicherweise stärker anheben könnte als bislang angenommen.

Der breit gefasste S&P 500 verlor 2,6 Prozent und schloss bei rund 7.384 Punkten. Der Dow Jones gab knapp 700 Punkte beziehungsweise 1,4 Prozent nach. Besonders hart traf es den Technologiesektor: Der Nasdaq Composite brach um 4,2 Prozent beziehungsweise mehr als 1.100 Punkte ein.

Auslöser der Kursverluste war der überraschend robuste Arbeitsmarktbericht des US-Arbeitsministeriums. Demnach entstanden im Mai 172.000 neue Arbeitsplätze. Gleichzeitig wurden die Beschäftigungszahlen der beiden Vormonate deutlich nach oben korrigiert. Insgesamt kamen dadurch weitere 93.000 Stellen hinzu, die zuvor nicht berücksichtigt worden waren.

Für Anleger sind gute Wirtschaftsdaten derzeit paradoxerweise keine gute Nachricht. Ein starker Arbeitsmarkt gilt als Hinweis darauf, dass die Inflation hartnäckig bleiben könnte. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Federal Reserve die Leitzinsen anhebt, um den Preisdruck einzudämmen.

Höhere Zinsen verteuern Kredite und erschweren insbesondere wachstumsorientierten Unternehmen die Finanzierung ihrer Expansion. Entsprechend gerieten Technologie- und Halbleiterwerte besonders stark unter Druck.

So verloren die beiden wichtigen Halbleiterfonds iShares PHLX Semiconductor ETF und Invesco Dynamic Semiconductors ETF jeweils mehr als zehn Prozent ihres Wertes.

Auch am Anleihemarkt waren die Auswirkungen deutlich spürbar. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg auf rund 4,55 Prozent. Steigende Renditen bedeuten gleichzeitig fallende Anleihekurse, da Investoren bei höherer Inflation attraktivere Zinsen verlangen.

Marktstrategen sehen die Entwicklung als Zeichen dafür, dass die Inflation nicht nur durch geopolitische Krisen wie den Konflikt mit dem Iran beeinflusst wird, sondern inzwischen von mehreren wirtschaftlichen Faktoren gleichzeitig getrieben wird.

Die Börsen reagieren damit auf ein Szenario, das viele Investoren bislang vermeiden wollten: Eine weiterhin starke Wirtschaft könnte die Federal Reserve dazu zwingen, die Geldpolitik erneut zu verschärfen. Für die Finanzmärkte wäre das eine Phase höherer Finanzierungskosten und möglicherweise anhaltender Kursrückgänge.

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