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Carly Simon macht Parkinson- und Krebsdiagnose öffentlich

simon840708 (CC0), Pixabay
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Die US-Sängerin Carly Simon hat erstmals öffentlich über ihre Parkinson-Erkrankung gesprochen. Die 83-Jährige, die mit Liedern wie „You’re So Vain“, „Nobody Does It Better“ und „Mockingbird“ bekannt wurde, erklärte, sie habe längere Zeit gebraucht, um die Diagnose zu verstehen und sich an ihr verändertes Leben anzupassen.

Viele Menschen hätten sich wegen ihres Rückzugs aus der Öffentlichkeit nach ihrem Befinden erkundigt. Tatsächlich habe sie in den vergangenen Jahren vor allem lernen müssen, mit der fortschreitenden Erkrankung umzugehen. Parkinson kann Bewegungsabläufe, Denken und Verhalten beeinträchtigen und unter anderem Zittern, Muskelsteifheit, Erschöpfung, Schlafstörungen, Depressionen und Angstzustände verursachen.

Bei Simon machten sich die gesundheitlichen Probleme zunächst durch Beschwerden in den Knien und in einer Hüfte bemerkbar. Trotz dreier Operationen, bei denen beschädigte Gelenke ersetzt wurden, verschlechterte sich ihre Beweglichkeit weiter. Das Aufstehen aus niedrigen Sesseln oder tiefen Sofas sei zunehmend schwierig geworden und oft nur noch mit Unterstützung möglich gewesen.

Der Verlauf der Krankheit sei unberechenbar. An manchen Tagen fehle ihr selbst für alltägliche Tätigkeiten die Kraft. An anderen Tagen könne sie sich besser bewegen, arbeiten und wieder stärker wie sie selbst fühlen. Die Krankheit richte sich nach keinem festen Zeitplan und entscheide gewissermaßen selbst, welche Möglichkeiten ein Tag biete.

Neben der Parkinson-Erkrankung wurde Simon auch wegen eines Basalzellkarzinoms im Gesicht behandelt. Dabei handelt es sich um eine häufige Form von Hautkrebs. Der Tumor konnte operativ entfernt werden, der Eingriff habe jedoch ihr Aussehen verändert und ihre Unsicherheit bei öffentlichen Auftritten verstärkt.

Besonders belastend seien für sie nicht nur die körperlichen Beschwerden, sondern auch die psychischen Folgen der Parkinson-Erkrankung. Dazu zählten Angstzustände, Depressionen, Erschöpfung und eine ausgeprägte Antriebslosigkeit.

Diese Apathie sei schwer zu erklären, sagte Simon. Es gehe nicht einfach um Traurigkeit oder Faulheit. Vielmehr könne es sich anfühlen, als sende das Gehirn keinen Impuls mehr, aufzustehen, zu lesen, zu schreiben, zu singen oder mit anderen Menschen Kontakt aufzunehmen.

Wegen ihrer eingeschränkten Beweglichkeit, der Diagnose, der Operation und der emotionalen Belastung habe sie sich zunehmend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Dies sei für sie zunächst der angenehmste Weg gewesen, mit der Situation umzugehen. Dennoch habe sie weder aufgehört zu leben noch zu arbeiten.

Halt fand Simon vor allem in der Musik. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre verarbeitete sie in ihrem neuen Album „Comes in Waves“, das am 14. August erscheinen soll. Es ist ihr 24. Studioalbum.

Die Arbeit an den Liedern habe ihr einen Ort gegeben, an den sie gehen konnte, ohne das Haus verlassen zu müssen. Musik habe sie in schwierigen Zeiten immer wieder aufgefangen und daran erinnert, dass eine Krankheit das Leben zwar verändern könne, aber nicht das gesamte Leben bestimmen müsse.

Parkinson betrachte sie weder als Geschenk noch als Segen, betonte Simon. Die Erkrankung sei schwierig, frustrierend und mitunter beängstigend. Sie lerne noch immer, mit ihr zu leben und sie anzunehmen, ohne das Gefühl zu haben, einen wesentlichen Teil ihrer Persönlichkeit aufzugeben.

Mit der Veröffentlichung ihrer Diagnose wolle sie auf die zahlreichen Menschen reagieren, die sich besorgt nach ihr erkundigt hätten. Sie sei von dieser Anteilnahme berührt gewesen, auch wenn sie lange nicht gewusst habe, wie sie darauf antworten solle.

Trotz aller Einschränkungen schreibe, singe, lache und arbeite sie weiterhin. Sie bewege sich heute langsamer und sei häufiger auf die Hilfe anderer angewiesen. Gleichzeitig habe sie akzeptiert, dass jeder Tag anders verlaufen könne.

Carly Simon machte deutlich, dass ihre Krankheit zwar zu ihrem Leben gehöre, sie aber nicht vollständig definiere. Sie sei weiterhin kreativ, neugierig und aktiv – und, wie sie selbst betonte, noch immer da.

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