Na gut, Karim. Dann also Barcelona. Ausgerechnet dahin, wo die Sonne öfter scheint, der Ball noch etwas schneller läuft und Hansi Flick offenbar wieder Lust auf Turbo-Fußball hat. Als BVB-Fan bleibt einem da nur, tief durchzuatmen, kurz dramatisch aus dem Fenster zu schauen – und dann ehrlich zu sagen: Viel Glück, Junge.
Karim Adeyemi war in Dortmund nie Langeweile. Mal hat er Verteidiger stehen lassen, als hätten sie Beton in den Schuhen. Mal ist er selbst am Ball vorbeigelaufen, als hätte jemand die falsche Taste auf dem Controller gedrückt. Aber genau das war ja irgendwie Teil des Pakets: Tempo, Chaos, Hoffnung, Kopfschütteln, Jubel. Manchmal alles innerhalb von drei Minuten.
36 Tore in 146 Pflichtspielen sind keine Legende für die Ewigkeit, aber auch kein Grund, so zu tun, als hätte er hier nur die Außenlinie poliert. Adeyemi hatte seine Momente. Und wenn er loslegte, dieses typische Kopf-runter-und-ab-durch-die-Mitte, dann wurde es im Stadion immer ein bisschen lauter. Weil jeder wusste: Gleich passiert etwas. Was genau, wusste allerdings niemand. Nicht mal Karim.
Dass Barcelona jetzt ruft, ist für ihn ein Riesenschritt. Lamine Yamal rechts, Anthony Gordon links – die Konkurrenz dort ist nicht gerade Kreisliga C. Aber vielleicht ist genau das die Herausforderung, die er braucht. Und wenn Flick ihn tatsächlich wieder auf das nächste Level bekommt, dann soll es so sein. Schließlich hat er ihn einst schon in die Nationalmannschaft geholt. Vielleicht weiß Hansi ja etwas, was wir in Dortmund nur in kurzen Blitzen gesehen haben.
Für den BVB ist der Deal finanziell ordentlich. 22 Millionen Euro, neun Millionen mögliche Boni und 35 Prozent Weiterverkaufsbeteiligung – da kann man nicht meckern. Sportlich bleibt trotzdem ein Loch. Denn Tempo kann man nicht einfach im Fanshop nachbestellen, auch wenn in Dortmund sonst gefühlt alles mit Blitz und Biene bedruckt wird.
Also, Karim: Danke für die Sprints, danke für die wilden Abende, danke für die Tore und auch für die Momente, in denen man als Fan erst mal beide Hände vors Gesicht legen musste. Das gehört bei uns schließlich dazu.
Mach’s gut in Barcelona. Grüß Hansi, genieß Camp Nou, pass auf, dass du bei deinem ersten Sprint nicht bis Tarragona durchläufst – und zeig den Spaniern, was ein echter Dortmunder Vollgasflügel ist.
Nur eines noch: Wenn Barça irgendwann wieder gegen den BVB spielt, darfst du gern einen ruhigen Abend haben. Aus alter Verbundenheit.
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