Die USA sind nach Angaben von Präsident Donald Trump bereit für neue Gespräche mit dem Iran. Also genau jene diplomatische Disziplin, die traditionell besonders gut funktioniert, wenn parallel wieder bombardiert, sanktioniert und zurückgeschossen wird.
Die Regierung in Teheran habe darum gebeten, die Verhandlungen fortzusetzen, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Gleichzeitig stellte er klar, dass die Waffenruhe zwischen beiden Ländern beendet sei. Man habe dem Iran das unmissverständlich mitgeteilt. Diplomatie mit Ansage also: Erst wird die Tür geöffnet, dann wird vorsorglich noch einmal geprüft, ob sie sich auch zuschlagen lässt.
Bereits beim NATO-Gipfel in dieser Woche hatte Trump erklärt, die Waffenruhe sei aus seiner Sicht Geschichte. Damit ist immerhin geklärt, dass die Lage im Nahen Osten wieder jenen stabilen Zustand erreicht hat, den man dort leider viel zu gut kennt: Jeder redet von Verhandlungen, während alle Beteiligten gleichzeitig Gründe sammeln, warum sie gerade nicht verhandeln können.
Zuletzt war die Situation erneut eskaliert. Das US-Militär bombardierte mehrfach Ziele im Iran – nach eigenen Angaben als Reaktion auf Angriffe gegen Tanker in der Straße von Hormus. Außerdem setzten die USA Sanktionen gegen iranisches Öl wieder in Kraft. Der Iran antwortete seinerseits mit Angriffen. Betroffen waren auch Kuwait, Bahrain und Jordanien, wo wichtige US-Militärbasen liegen. Man könnte sagen: Die Region bekam wieder einmal die volle Packung internationaler Konfliktbewältigung.
Unterdessen reiste nach einem Bericht der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim eine Delegation aus Katar in den Iran. Katar will offenbar seine Rolle als Vermittler stärken. Das ist mutig, denn das Emirat hatte Teheran erst am Dienstag den Angriff auf einen Flüssiggastanker in der Straße von Hormus vorgeworfen, bei dem auch zwei weitere Schiffe getroffen wurden. Vermittlung beginnt eben manchmal damit, dass man allen Beteiligten noch einmal sagt, warum sie sauer aufeinander sind.
Washington und Teheran hatten sich Mitte Juni eigentlich auf ein Rahmenabkommen verständigt. Dieses sollte die Grundlage für vertiefte Verhandlungen über ein Kriegsende bilden. Doch die Gespräche gerieten bereits vor den jüngsten Angriffen ins Stocken. Nun sollen sie offenbar wieder aufgenommen werden – in einer Atmosphäre, die man diplomatisch wohl als »angespannt« bezeichnet und im normalen Leben als »kurz vor dem nächsten Knall«.
Trump gibt sich dennoch gesprächsbereit. Die Botschaft lautet: Ja zu Verhandlungen, nein zur Waffenruhe, vielleicht zu Frieden, aber bitte nur unter Bedingungen, die sich täglich ändern können. Wer da den Überblick verliert, darf beruhigt sein: Genau so scheint es geplant zu sein.
Kommentar hinterlassen