Startseite Allgemeines Britischer Botschafter: „Besondere Beziehung“ der USA gilt wohl eher Israel
Allgemeines

Britischer Botschafter: „Besondere Beziehung“ der USA gilt wohl eher Israel

rachelmatthews7 (CC0), Pixabay
Teilen

Der britische Botschafter in den USA, Sir Christian Turner, hat in einer internen Gesprächsrunde Zweifel am traditionellen Begriff der „besonderen Beziehung“ zwischen Großbritannien und den Vereinigten Staaten geäußert. Seiner Einschätzung nach habe aktuell „wahrscheinlich nur Israel“ eine solche Sonderstellung gegenüber den USA.

Die inzwischen bekannt gewordenen Aussagen stammen aus einem Treffen mit britischen Schülern im Februar und wurden kurz vor dem Staatsbesuch von König Charles III. in Washington publik – ein heikler Zeitpunkt angesichts angespannter Beziehungen zwischen London und Washington.

Das britische Außenministerium betonte, es habe sich um „private, informelle Äußerungen“ gehandelt, die nicht die offizielle Haltung der Regierung widerspiegelten.

In dem Mitschnitt erklärt Turner, der Begriff „special relationship“ sei überholt und belastet. Zwar gebe es weiterhin enge Verbindungen zwischen Großbritannien und den USA, insbesondere in den Bereichen Sicherheit, Verteidigung und Wirtschaft. Dennoch befinde man sich „am Ende einer Ära“, und Europa könne sich nicht mehr uneingeschränkt auf den Schutz durch die USA verlassen.

Turner rief dazu auf, die Partnerschaft neu zu definieren und klarer herauszustellen, welchen Beitrag Großbritannien künftig leisten könne.

Unterstützung erhielt er von Ex-Außenminister Jack Straw, der ebenfalls betonte, dass die engen militärischen und finanziellen Beziehungen zwischen den USA und Israel tatsächlich eine besondere Stellung begründeten.

Kritik kam hingegen von früheren Diplomaten, die die Veröffentlichung der vertraulichen Aussagen als Vertrauensbruch bezeichneten.

Für zusätzliche Irritation sorgten Turners Bemerkungen zum Fall Jeffrey Epstein. Er äußerte Verwunderung darüber, dass der Skandal in den USA vergleichsweise geringe politische Folgen gehabt habe – im Gegensatz zu Großbritannien.

Die Veröffentlichung seiner Aussagen fällt in eine politisch sensible Phase und sorgt für Unruhe während des königlichen Besuchs in den USA.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Kanada schmeißt die USA aus der Eishockey-WM – und in Amerika sucht man vermutlich schon die Schuldigen

Das dürfte den amerikanischen Sportfans überhaupt nicht gefallen haben: Titelverteidiger USA ist...

Allgemeines

Wirt haben da einen Vorschlag für die 250 Dollar Note Herr Trump

Die US-Regierung drängt laut einem Bericht der „Washington Post“ darauf, dass eine...

Allgemeines

Das war doch nur für die Altersvorsorge

Manchmal schreibt selbst Hollywood keine so absurden Geschichten wie die Realität. In...

Allgemeines

Spanien erlebt den nächsten Polit-Thriller – Netflix schreibt schon mit

In Spanien wird Politik derzeit offenbar nur noch in den Kategorien „Korruptionsskandal“,...