Manche Kunden feilschen im Leihhaus um den Preis eines Goldrings. Andere kommen gleich mit mehreren maskierten Freunden und nehmen einfach die ganze Auslage mit. Effizienz wird in Berlin eben großgeschrieben.
Am Montagabend legte eine bewaffnete Räubertruppe einen äußerst „kundenorientierten“ Blitzbesuch in einem Leihhaus am Kottbusser Damm in Berlin-Kreuzberg ein. Gegen 18 Uhr rollte das Fluchtfahrzeug vor, die maskierten Herren stiegen aus und verzichteten großzügig auf das Ziehen einer Wartenummer.
Mit einer Schusswaffe verschafften sie sich zügig Gehör und geleiteten die Mitarbeiter direkt zum Tresor. Dort fand offenbar eine spontane Inventur statt – allerdings nach einem sehr eigenen Geschäftsmodell: Alles, was glänzte, wechselte kurzerhand den Besitzer.
Nach ersten Informationen bestand die Beute überwiegend aus Schmuck. Der entstandene Schaden soll im siebenstelligen Bereich liegen. Damit dürfte es sich um einen der erfolgreichsten „Einkaufsbummel“ handeln, bei dem niemand eine Kundenkarte vorzeigen musste.
Bevor sich die Täter verabschiedeten, sorgten sie noch für einen ganz besonderen Service: Mit einem Feuerlöscher verwandelten sie das Geschäft in eine Mischung aus Nebelmaschine und Winterlandschaft. Vermutlich sollte das den Tatort besonders stimmungsvoll wirken lassen – oder einfach nur den Ermittlern die Arbeit erschweren.
Vier Mitarbeiter klagten anschließend über gereizte Atemwege, verzichteten jedoch auf eine medizinische Behandlung.
Die Polizei ermittelt nun mit Hochdruck. Von den Tätern fehlt bislang jede Spur – vermutlich sind sie bereits damit beschäftigt, ihre „Sonderangebote“ irgendwo anders wieder unter die Leute zu bringen.
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