England steht im WM-Halbfinale, Jude Bellingham schießt seine Mannschaft mit zwei Toren zum 2:1-Erfolg nach Verlängerung gegen Norwegen – und trotzdem verteilt Trainer Thomas Tuchel nach dem Schlusspfiff erst einmal schlechte Laune.
Der Bundestrainer war mit der Leistung seiner Elf alles andere als glücklich. „Wir haben uns das Spiel selbst unglaublich schwer gemacht“, schimpfte Tuchel und ließ durchblicken, dass er deutlich mehr von seiner Mannschaft erwartet.
Blöd nur, dass sein Matchwinner davon überhaupt nichts wissen wollte.
Als Jude Bellingham auf Tuchels Kritik angesprochen wurde, konterte der Real-Star trocken: „Vielleicht weiß er einfach nicht, wie es ist, unter diesen Bedingungen gegen Haaland, Ødegaard, Nusa und Sörloth zu spielen.“
Übersetzt heißt das wohl: Trainerbank und 31 Grad bei tropischer Luftfeuchtigkeit sind zwei völlig unterschiedliche Arbeitsplätze.
Dabei hatte Norwegen zuvor bereits Brasilien aus dem Turnier geworfen und sich längst als unangenehmer Gegner erwiesen. Bellingham fand deshalb, dass ein Arbeitssieg durchaus gefeiert werden dürfe.
Doch damit nicht genug: Der 23-Jährige verpasste seinem Trainer noch einen kleinen Seitenhieb. Während die Mannschaft versuche, ein positives Klima aufrechtzuerhalten, würden öffentliche Kritik und Nörgeleien nach einem Halbfinaleinzug nicht gerade zur guten Stimmung beitragen.
Zum Abschluss gab es dann noch eine Fußball-Weisheit aus der Kategorie „Schön spielen kann jeder“: „Man gewinnt nicht jedes Spiel mit 1000 Pässen. Manchmal muss man eben dreckig gewinnen.“
Fazit: England steht im Halbfinale, Bellingham ist der Held des Abends – und Thomas Tuchel dürfte auf der nächsten Pressekonferenz trotzdem wieder etwas zu meckern finden. Manche Serien reißen eben nie.
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