Manchmal braucht eine Mannschaft eben zwei Spiele, um zu merken, dass bei einer Weltmeisterschaft nicht trainiert, sondern Punkte gesammelt werden. Belgien hat diese Erkenntnis gerade noch rechtzeitig gewonnen.
Mit einem überzeugenden 5:1 gegen Neuseeland lieferten die Roten Teufel ihre bislang stärkste Vorstellung des Turniers ab. Plötzlich funktionierte das Offensivspiel, Kevin De Bruyne zog im Mittelfeld die Fäden und Leandro Trossard zeigte mit zwei Treffern eindrucksvoll, warum er zu den gefährlichsten Angreifern Europas gehört.
Dass Belgien am Ende sogar noch Gruppensieger wurde, verdankt die Mannschaft allerdings auch der Schützenhilfe aus dem Parallelspiel. Das 1:1 zwischen Ägypten und dem Iran spielte den Belgiern perfekt in die Karten und machte aus einem gelungenen Fußballabend einen echten Befreiungsschlag.
Neuseeland verabschiedet sich trotz der deutlichen Niederlage erhobenen Hauptes aus dem Turnier. Die Ozeanier haben in jeder Partie getroffen, mutig nach vorne gespielt und bis zum letzten Spieltag realistische Chancen auf das Weiterkommen gehabt. Für eine Mannschaft, die nur selten auf der ganz großen WM-Bühne steht, ist das ein respektabler Auftritt.
Im Parallelspiel lieferten sich Ägypten und der Iran ein intensives Duell. Die frühe Führung der Nordafrikaner beantwortete der Iran fast postwendend, ehe sich beide Teams in einer taktisch geprägten zweiten Halbzeit neutralisierten. Ein später iranischer Treffer wurde wegen einer Regelwidrigkeit aberkannt, sodass das 1:1 letztlich leistungsgerecht war.
Für Ägypten reicht dieses Ergebnis zum zweiten Gruppenplatz und damit zum Einzug in die K.-o.-Runde, wo nun Australien wartet. Der Iran muss dagegen weiter zittern. Drei Punkte könnten für einen der besten Gruppendritten reichen – sicher ist das Weiterkommen jedoch noch lange nicht.
Nach Abschluss der Gruppenphase zeigt sich einmal mehr das bekannte WM-Gesetz: Entscheidend ist nicht, wie man startet, sondern wann man seine beste Form findet. Belgien scheint genau im richtigen Moment aufzuwachen – und genau das dürfte den kommenden Gegnern Sorgen bereiten.
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