Bares scheint überzeugender als virtuelle Währungen

Die Tasche ist zum Einkauf in der City oder die Koffer sind für eine Reise gepackt. Tickets für das Verkehrsmittel – wenn es nicht das Auto sein soll – und der Pass liegen für fernere Gegenden bereit. Das Portemonnaie darf nicht fehlen, gefüllt mit Scheinen und Münzen. Viele Deutsche   – auch Bürger anderer Staaten – bezahlen beim Shopping und im Urlaub gern mit Bargeld. Jüngere haben besondere Vorliebe dafür – wenn sie mehrere Stunden unterwegs sind oder verreisen und sich für längere Zeit im Ausland aufhalten. Dazu gehören Auslandssemester in Italien oder in Australien zu jobben. Dies sind Ergebnisse repräsentativer Umfragen. Wenn Smartphones und andere Geräte für jüngere Menschen unverzichtbar erscheinen, wollen laut der Umfrage mehr als 90 Prozent der 14- bis 29-jährigen Deutschen die Reisekasse ganz klassisch vor allem mit Bargeld bestücken. Bankkarten nehmen junge Erwachsene seltener mit als ältere Befragte.

Die Gründe:

Zwei Drittel der Befragten dieser Altersgruppe halten Banknoten und Münzen für das sicherste Reisezahlungsmittel. Gut die Hälfte der Jüngeren glaubt, dass es die günstigste Art zu bezahlen sei. Dies sei nicht nur falsch, sondern leichtsinnig. Es gibt viele Shops in Europa, in denen für Zahlungen mit Bargeld ein Aufschlag verlangt wird. Wer nur mit Bargeld unterwegs ist oder zu viel Geld einsteckt, geht ein Sicherheitsrisiko ein.

In touristischen Regionen ist die Gefahr groß bestohlen zu werden. Prekäre Situationen im Gedränge sind aus dem Fernsehen bekannt. Belebte Plätze oder Bahnhöfe sind für vorgeblich hilfsbereite Passanten Markt für ihr kriminelles Geschäftsmodell. Während Bargeld bei Diebstahl in der Regel verloren ist, können Bankkarten gesperrt werden. Schaden kann somit vermieden oder begrenzt werden.

Der Bargeldbestand sollte nicht mehr als 100 oder 150 Euro betragen. Bankkarten gehören ins Reisegepäck, denn damit kann in Geschäften bargeldlos gezahlt oder am Automaten Geld in der jeweiligen Landeswährung abgehoben werden.

Vor der Reise sollte mit dem heimischen Kreditinstitut gesprochen werden. Bei der       Deutsche Bank AG muss eine Girokarte für das jeweilige Land freigeschaltet werden. Sind die Karten mit dem europäischen Zahlsystem V-Pay ausgestattet, funktionieren sie in manchen Ländern nicht. Fachleute raten dazu nicht nur eine Karte mit sich zu führen, falls die erste ausfällt oder verlorengeht. Das gilt auch für das Shopping in der Heimatstadt.

Jüngeren Globetrottern seien „Prepaid“-Kreditkarten zu empfehlen. Dies gilt vor allem für Fernreisen. In vielen Ländern ist die Kreditkarte das meistgenutzte Zahlungsmittel im Alltag. Minderjährige können mit dem Einverständnis der Eltern eine solche Karte beantragen.

Die Prepaid-Variante muss anders als eine klassische Kreditkarte im Vorfeld durch Überweisung mit Geld aufgeladen werden. Dann kann mit ihr im Ausland bezahlt oder Geld am Automaten abgehoben werden. Für „Kautions“-Abfragen wie die Hotel- oder Mietwagenbuchung kann diese nicht genutzt werden. Wenn das Guthaben auf der Karte ausgegeben ist, geht nichts mehr. Dies garantiert, dass keine Schulden angehäuft werden. Durch Überweisung „aus der fernen elterlichen Schatulle“ kann sie „häuslich eingeschränkt“ wieder aufgefüllt werden.

 

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