Australien hat gerade exakt das erlebt, was man in einer globalen Energiekrise ungefähr so dringend braucht wie einen Toaster in der Badewanne:
Eine seiner nur noch zwei Ölraffinerien steht in Flammen.
In Geelong südwestlich von Melbourne brach in der Nacht ein Großbrand in der Corio-Raffinerie von Viva Energy aus. Explosionen, meterhohe Flammen, Rauchwolken – kurz gesagt: die denkbar schlechteste Kulisse, wenn das Land ohnehin schon wegen des Iran-Kriegs und steigender Ölpreise kollektiv Richtung Tankstelle schielt.
Die Anlage ist kein kleines Hinterhof-Projekt, sondern produziert rund 50 Prozent des Treibstoffs für Victoria und etwa 10 Prozent des nationalen Bedarfs.
Oder, um es in australischen Einheiten auszudrücken:
sehr viel Zeug, das Leute brauchen, um mit dem SUV drei Minuten zum Flat White zu fahren.
Keine Verletzten – aber die Zapfsäulen bekommen Schweißausbrüche
Immerhin: Verletzt wurde niemand.
Die Raffinerie läuft teilweise weiter, Diesel und Kerosin sollen vorerst in reduziertem Umfang produziert werden.
Aber beim Benzin wird’s heikel.
Energieminister Chris Bowen nannte den Vorfall in bemerkenswerter Untertreibung „nicht gerade gutes Timing“.
Das ist ungefähr so, als würde man bei einem Krokodil im Wohnzimmer sagen:
„Nicht ideal für den Teppich.“
Denn Australien kämpft ohnehin schon mit steigenden Treibstoffpreisen, Engpässen und Panikkäufen. Dieselpreise haben sich in den vergangenen Wochen teils verdoppelt, Airlines streichen Verbindungen, Tankstellen melden Knappheit – und jetzt fackelt auch noch ein zentraler Teil der heimischen Produktion ab.
Australien und seine brillante Strategie: Zwei Raffinerien, was soll schon passieren?
Besonders charmant an der Geschichte:
Australien hat nur noch zwei Ölraffinerien.
Jetzt brennt eine davon.
Das ist energiepolitisch ungefähr so beruhigend wie ein Flugzeug mit zwei Triebwerken, bei dem eines lichterloh brennt und der Pilot sagt:
„Das andere summt noch ganz gut.“
Viva-Chef Scott Wyatt versuchte zu beruhigen: Sicherheit gehe vor, zwei Benzin-Produktionsanlagen seien betroffen, andere Teile der Raffinerie seien intakt.
Was übersetzt ungefähr heißt:
„Es ist schlimm genug, aber wir möchten nicht, dass Sie sofort anfangen, Kanister zu hamstern.“
Importe sollen helfen – also hoffentlich
Experten verweisen nun auf Australiens wichtigste Notfallstrategie:
den Rest einfach importieren.
Das Land bezieht ohnehin große Mengen raffinierter Treibstoffe aus Singapur, Südkorea und Malaysia. Diese „diversifizierte Lieferkette“ solle kurzfristige Ausfälle abfedern.
Das klingt in Experten-Deutsch elegant.
In Alltagssprache heißt es:
„Wenn’s hier brennt, hoffen wir, dass Asien noch was übrig hat.“
Fazit: Es brennt – und zwar genau im falschen Moment
Unterm Strich bleibt:
Keine Verletzten, ja.
Aber mitten in einer weltweiten Ölkrise brennt eine Schlüsselraffinerie, die Lage an den Zapfsäulen ist ohnehin angespannt, und ganz Australien versucht gerade gleichzeitig ruhig zu bleiben und heimlich zu googeln:
„Wie viele Kanister darf man eigentlich legal in der Garage lagern?“
Oder, um es mit dem Energieminister zu sagen:
Nicht great timing.
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