Startseite Allgemeines Australiens geplanter Trump Tower scheitert – Entwickler spricht von „toxischer Marke“
Allgemeines

Australiens geplanter Trump Tower scheitert – Entwickler spricht von „toxischer Marke“

GabrielDouglas (CC0), Pixabay
Teilen

Der Traum vom ersten Trump Tower Australiens ist geplatzt, noch bevor überhaupt ein Bagger angerollt ist. Das geplante Milliardenprojekt an der Gold Coast wurde überraschend gestoppt – und der Streit über die Gründe klingt fast so luxuriös wie das geplante Hochhaus selbst.

Geplant war ein 335 Meter hoher Wolkenkratzer mit Hotel, Luxuswohnungen, Restaurants und Privatstrandclub. Mit 91 Stockwerken hätte der Turm sogar Londons Shard überragt und wäre Australiens höchstes Gebäude geworden.

Nun ist davon vorerst nur noch eine Reihe von Werbegrafiken übrig geblieben.

„Die Marke wurde toxisch“

Der australische Entwickler macht vor allem die weltpolitische Lage verantwortlich – und die Marke Trump selbst.

Mit dem Iran-Krieg und den internationalen Spannungen sei der Name Trump in Australien zunehmend „toxisch“ geworden, erklärte der Chef des Entwicklerunternehmens. Man habe deshalb beschlossen, sich nach anderen Luxusmarken umzusehen.

Die Trump Organization sieht das naturgemäß etwas anders. Dort heißt es, der Partner habe grundlegende finanzielle Verpflichtungen nicht erfüllt und immer neue Versprechen gemacht, ohne zu liefern. Der Hinweis auf geopolitische Krisen sei lediglich ein Ablenkungsmanöver.

Mit anderen Worten: Die eine Seite sagt, die Marke sei das Problem. Die andere sagt, das Geld sei das Problem. Wahrscheinlich hatten beide Seiten PowerPoint-Präsentationen dazu vorbereitet.

Luxusprojekt ohne Baustelle

Bemerkenswert ist auch, dass das Projekt offenbar nie besonders weit fortgeschritten war. Die Stadtverwaltung bestätigte, dass bis heute nicht einmal ein offizieller Bauantrag eingereicht wurde.

Trotzdem hatte das Vorhaben bereits die Bevölkerung gespalten. Eine Petition gegen den Trump Tower sammelte über 120.000 Unterschriften. Eine Unterstützerpetition brachte es dagegen auf knapp 3.600 – was ungefähr der Größenordnung einer mittelgroßen Eigentümerversammlung entspricht.

Gold Coast statt Manhattan

Als das Projekt im Februar vorgestellt wurde, sprach die Trump Organization noch vom Beginn ihrer großen Expansion nach Australien. Donald Trumps Sohn hatte damals versprochen, die „Prestige und Anziehungskraft einer Weltklasse-Luxusmarke“ an die Gold Coast zu bringen.

Jetzt zeigt sich: Selbst auf einem Immobilienmarkt, auf dem Luxuswohnungen oft schneller verkauft werden als Konzerttickets, ist der Name Trump inzwischen nicht überall automatisch ein Verkaufsargument.

Der Turm hätte ursprünglich bereits im August in Bau gehen sollen. Stattdessen bleibt vorerst nur die Erkenntnis, dass manche Immobilienprojekte bereits scheitern, bevor der erste Beton gegossen wird – besonders wenn Politik, Luxusmarketing und globale Krisen gleichzeitig mitbauen wollen.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Trumps goldenes T1-Smartphone soll nun ausgeliefert werden

Die Trump Organization will ihr angekündigtes Smartphone nun tatsächlich an erste Kunden...

Allgemeines

Apple veröffentlicht iOS 26.5 – Verschlüsselte Nachrichten zwischen iPhone und Android

Apple hat ein neues großes Software-Update für iPhone und iPad veröffentlicht. Mit...

Allgemeines

Miller Lite bringt Bier-Fußball zur WM 2026 auf den Markt

Pünktlich zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026 setzt die US-Biermarke Miller Lite auf eine Mischung...