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Außenseiter träumen groß – Favoriten stolpern zum Auftakt

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Der erste große WM-Spieltag hat eindrucksvoll gezeigt, warum Weltmeisterschaften ihre eigenen Gesetze schreiben. Während einige der etablierten Fußballmächte bereits mit drei Punkten gerechnet hatten, hielten ihnen vermeintliche Außenseiter eindrucksvoll entgegen. Drei Spiele, drei Unentschieden – und jede Menge Geschichten.

Lukaku rettet Belgien vor der Blamage

Belgien dürfte sich nach dem 1:1 gegen Ägypten wie ein Boxer fühlen, der in der letzten Runde noch auf den Beinen geblieben ist.

Die „Roten Teufel“ wirkten lange Zeit alles andere als furchteinflößend. Stattdessen waren es die Pharaonen um Mohamed Salah, die den Ton angaben. Der Traumstart für Ägypten kam durch einen spektakulären Distanzschuss von Ashour, der die belgische Defensive in der Mittagshitze von Seattle eiskalt erwischte.

Belgien wirkte danach erstaunlich ideenlos. Die hochgelobte Offensive blieb weitgehend unsichtbar, während Ägypten diszipliniert verteidigte und immer wieder gefährliche Nadelstiche setzte.

Dann kam die 66. Minute.

Romelu Lukaku betrat den Platz – und plötzlich änderte sich die Statik des Spiels. Der Rekordtorschütze musste nicht einmal selbst treffen. Allein seine Präsenz genügte, um Chaos im ägyptischen Strafraum auszulösen. Hany bugsierte eine Hereingabe ins eigene Netz und verhinderte damit den ägyptischen Sensationssieg.

Belgien entging einer Auftaktblamage, überzeugte jedoch nur phasenweise. Ägypten dagegen bewies, dass es bei dieser WM mit jedem Gegner mithalten kann.

Saudi-Arabien schockt Uruguay – und verpasst die Sensation nur knapp

Wenn man die erste Halbzeit betrachtet, könnte man meinen, Saudi-Arabien habe den Spielplan verwechselt und sei als Favorit aufgelaufen.

Während Uruguay überraschend lethargisch wirkte, nutzten die Saudis ihre Chance und gingen verdient in Führung. Die Südamerikaner fanden kaum Lösungen gegen die kompakte Defensive und die enorme Laufbereitschaft des Außenseiters.

Erst nach der Pause zeigte Uruguay sein wahres Gesicht.

Plötzlich rollte Angriff um Angriff auf das saudische Tor. Die Mannschaft von Marcelo Bielsa erspielte sich eine Vielzahl bester Chancen, scheiterte aber immer wieder am eigenen Unvermögen oder am überragenden Torhüter Mohammed Al Owais.

Als die Uhr bereits gegen Uruguay lief, rettete Maxi Araújo die „Celeste“ mit dem Ausgleich.

Für Saudi-Arabien fühlt sich dieser Punkt dennoch wie ein kleiner Sieg an. Gegen einen zweimaligen Weltmeister nicht nur mitzuhalten, sondern lange sogar zu führen, sendet ein klares Signal an die Konkurrenz.

Iran und Neuseeland liefern Spektakel

Das vielleicht unterhaltsamste Spiel des Tages lieferten Iran und Neuseeland.

Die „All Whites“ überraschten früh mit der Führung durch Elijah Just, doch Iran antwortete mit Leidenschaft und Offensivdrang. Nach dem Ausgleich von Rezaeian entwickelte sich eine offene Partie, in der beide Mannschaften mutig nach vorne spielten.

Als Just die Neuseeländer nach der Pause erneut in Führung brachte, schien der Ozeanien-Vertreter auf dem Weg zur Sensation. Doch Team Melli zeigte Moral.

Mohammad Mohebi köpfte den verdienten Ausgleich zum 2:2 und hielt die Hoffnungen der Iraner am Leben.

Beide Teams suchten bis zum Schluss den Siegtreffer, doch letztlich blieb es bei einer gerechten Punkteteilung.

Die WM der Außenseiter?

Nach den ersten Spielen zeichnet sich bereits ein Trend ab: Die großen Namen allein gewinnen keine Spiele.

Kap Verde trotzt Spanien ein 0:0 ab. Katar überrascht gegen die Schweiz. Ägypten bringt Belgien an den Rand einer Niederlage. Saudi-Arabien ärgert Uruguay. Neuseeland ringt dem Iran einen Punkt ab.

Die Außenseiter dieser Weltmeisterschaft haben offenbar beschlossen, nicht nur Statisten zu sein.

Und genau deshalb lieben Milliarden Menschen dieses Turnier.

Denn bei einer Weltmeisterschaft zählt am Ende nicht der Marktwert, nicht die Historie und nicht die Zahl der Superstars.

Es zählt nur das, was auf dem Platz passiert.

Und dort haben die Kleinen am ersten WM-Spieltag ein gewaltiges Ausrufezeichen gesetzt.

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