Audi hat nach einem schwachen ersten Halbjahr seine Jahresprognose deutlich reduziert. Der Autohersteller erwartet für das Gesamtjahr nur noch einen Umsatz von 58 bis 63 Milliarden Euro – rund fünf Milliarden Euro weniger als bisher angenommen. Auch die erwartete Umsatzrendite wurde auf fünf bis sieben Prozent gesenkt. Im ersten Halbjahr lag sie lediglich bei 3,8 Prozent.
Nach Angaben von Finanzvorstand Jürgen Rittersberger reichen die bisherigen Sparmaßnahmen nicht aus. Audi müsse effizienter werden, Kosten senken und Entscheidungen schneller treffen. An den deutschen Standorten Ingolstadt und Neckarsulm sollen weitere Einsparungen umgesetzt werden. In Neckarsulm, wo derzeit ausschließlich Verbrenner produziert werden, wird unter anderem die Nachtschicht gestrichen. Die Produktionskapazität des Werks ist in den vergangenen Jahren von etwa 300.000 auf 225.000 Fahrzeuge gesunken.
Auch im gesamten Volkswagen-Konzern besteht Handlungsbedarf. Konzernchef Oliver Blume zufolge müssen in Europa Überkapazitäten von rund 500.000 Fahrzeugen abgebaut werden.
Unterdessen ist der Ölpreis nach einer vorläufigen Pause der US-Angriffe auf den Iran deutlich gefallen. Rohöl der Sorte Brent verbilligte sich zeitweise um mehr als fünf Prozent auf etwa 92 US-Dollar je Barrel. Zuvor hatten die Angriffe und die damit verbundene Sorge vor einer weiteren Eskalation den Preis auf über 100 Dollar steigen lassen.
Die Hoffnung auf eine Entspannung bleibt allerdings unsicher. Gleichzeitig ging der Schiffsverkehr durch die Meerenge Bab al-Mandab am Roten Meer nach Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz auf saudische Ölanlagen stark zurück. Zuletzt durchquerten nur elf Handelsschiffe die wichtige Wasserstraße – der niedrigste Stand seit Monaten.
In der Steiermark setzt die anhaltende Hitze und Trockenheit zudem die Wasserkraftwerke unter Druck. An größeren Flusskraftwerken an Mur und Mürz ist die Stromproduktion laut Verbund um etwa ein Drittel gesunken. Besonders betroffen sind kleinere Kraftwerke in der Süd- und Südoststeiermark. Einige Anlagen mussten wegen des niedrigen Wasserstands bereits vollständig abgeschaltet werden.
Für die Betreiber bedeutet das laufende Kosten bei gleichzeitig ausbleibenden Einnahmen. Einen Teil des fehlenden Stroms aus Wasserkraft können derzeit Photovoltaikanlagen ausgleichen. Dennoch dürfte die Jahresbilanz der steirischen Wasserkraft selbst bei stärkeren Niederschlägen im Herbst rund 25 bis 30 Prozent unter den Werten der vergangenen Jahre bleiben.
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