Apple hebt weltweit die Preise für zahlreiche MacBooks und iPads an. Betroffen sind vor allem Modelle mit größerem Speicher. Nach Angaben des Unternehmens steigen die Preise einzelner Geräte um nahezu 20 Prozent. Als Grund nennt Apple die stark gestiegenen Kosten für Speicher- und Speicherchip-Komponenten infolge des weltweiten KI-Booms.
KI-Boom treibt Chippreise in die Höhe
Nach Angaben des Konzerns erlebt die Elektronikbranche derzeit eine beispiellose Verteuerung wichtiger Bauteile. Vor allem die enorme Nachfrage nach Rechenzentren für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz habe die Preise für Arbeitsspeicher (RAM) und Speicherchips massiv steigen lassen.
Apple erklärte, man habe eine derart schnelle und starke Kostensteigerung bei Komponenten bislang nicht erlebt. Das Unternehmen arbeite intensiv daran, die Auswirkungen zu begrenzen.
iPhones vorerst nicht betroffen
Von den Preiserhöhungen ausgenommen sind bislang die iPhones. Dennoch sehen Branchenexperten darin ein deutliches Signal, dass die Folgen des KI-Booms inzwischen auch klassische Unterhaltungselektronik erreichen.
Der Technologieanalyst Paolo Pescatore betont, selbst Apple könne sich den steigenden Kosten nicht länger entziehen. Dass ausgerechnet der finanzstarke iPhone-Hersteller die Preise anhebe, zeige das Ausmaß der Entwicklung.
Deutliche Preisaufschläge
Zu den betroffenen Produkten gehört unter anderem das MacBook Pro mit einem Terabyte Speicher, das im US-Online-Shop von 1.699 auf 1.999 US-Dollar verteuert wurde.
Auch in Großbritannien steigen die Preise. Das erst vor wenigen Monaten eingeführte Einsteiger-Notebook Apple Neo kostet dort künftig 699 statt bislang 599 Pfund.
Apple erklärte, man habe die höheren Einkaufskosten bislang selbst getragen, sehe sich nun jedoch gezwungen, diese teilweise an die Kunden weiterzugeben.
Weitere Hersteller dürften folgen
Marktforscher rechnen damit, dass auch andere Computer- und Tablet-Hersteller ihre Preise anheben werden. Möglich seien höhere Verkaufspreise für ausgewählte Modelle, geringere Rabatte oder eine stärkere Konzentration auf Premium-Geräte mit höheren Gewinnmargen.
Experten sehen geringe Risiken für Apple
Nach Einschätzung von Analyst Dipanjan Chatterjee vom Marktforschungsunternehmen Forrester dürfte Apple die Preiserhöhungen vergleichsweise problemlos durchsetzen können. Die hohe Markentreue vieler Kunden verschaffe dem Konzern einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz.
Auch Chiphersteller warnen vor höheren Kosten
Bereits zuvor hatte der weltgrößte Auftragsfertiger für Halbleiter, TSMC, auf steigende Produktionskosten hingewiesen und mögliche Preiserhöhungen nicht ausgeschlossen. Das Unternehmen produziert Chips unter anderem für Apple, Nvidia und AMD.
Auch andere Hersteller spüren die Entwicklung. So kündigte der Gaming-Konzern Valve an, seinen neuen Gaming-PC deutlich teurer als ursprünglich geplant auf den Markt zu bringen. Als Ursache gelten ebenfalls die stark gestiegenen Kosten für Speicher- und Halbleiterkomponenten.
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