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Marketport Warendorf:„KI muss im Unternehmen arbeiten – nicht nur auf dem Bildschirm beeindrucken“

AndrzejRembowski (CC0), Pixabay
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Interview mit Tim Schlautmann, Geschäftsführer von Marketport in Warendorf

Künstliche Intelligenz ist längst mehr als ein technisches Schlagwort. Richtig eingesetzt kann sie Arbeitsabläufe beschleunigen, Kosten reduzieren, Mitarbeiter entlasten und Unternehmen auch in Zeiten des Fachkräftemangels neue Wachstumsmöglichkeiten eröffnen.

Das Warendorfer Unternehmen Marketport hat sich bereits früh mit den Chancen der Digitalisierung und künstlichen Intelligenz beschäftigt. Heute versteht sich Marketport zunehmend als KI-Agentur, die individuelle Lösungen für Handwerksbetriebe, den Handel, den Mittelstand und die Industrie entwickelt.

Im Interview erklärt Geschäftsführer Tim Schlautmann, warum es nicht genügt, lediglich ein KI-Programm auf dem Computer zu installieren, welche Aufgaben intelligente Systeme im Unternehmensalltag übernehmen können und weshalb KI für viele Betriebe zu einer entscheidenden Frage der Wettbewerbsfähigkeit wird.

Herr Schlautmann, künstliche Intelligenz scheint plötzlich überall zu sein. Ist das tatsächlich eine neue Entwicklung?

Nein, die Entwicklung ist keineswegs über Nacht entstanden. Wir beschäftigen uns bereits seit Jahren mit Digitalisierung, Automatisierung und intelligenten Systemen. Neu ist vor allem, dass leistungsfähige KI inzwischen für sehr viele Unternehmen praktisch nutzbar und wirtschaftlich interessant geworden ist.

Marketport hat diesen Trend früh erkannt. Deshalb betrachten wir KI nicht als vorübergehende Mode, sondern als nächsten wichtigen Entwicklungsschritt für Unternehmen.

Marketport bezeichnet sich heute zunehmend als KI-Agentur. Was bedeutet das konkret?

Wir wollen Unternehmen nicht einfach irgendeine Software verkaufen. Unser Anspruch ist es, gemeinsam mit dem Kunden herauszufinden, wo künstliche Intelligenz einen konkreten und messbaren Nutzen schaffen kann.

Daraus entwickeln wir maßgeschneiderte Lösungen. Diese können im Kundenservice, im Vertrieb, im Marketing, in der Angebotserstellung, in der Verwaltung oder in internen Arbeitsabläufen eingesetzt werden.

Dabei begleiten wir unsere Kunden von der ersten Analyse über die technische Umsetzung bis zur tatsächlichen Anwendung im Betrieb.

Viele Menschen verstehen unter KI vor allem ein Textprogramm auf dem Computer. Reicht es nicht, den Mitarbeitern einfach einen Zugang zu einem bekannten KI-System zu geben?

Das wäre ungefähr so, als würde man einem Handwerksbetrieb eine neue Maschine vor die Tür stellen, aber niemandem erklären, wie sie funktioniert, welche Arbeiten sie übernehmen kann und wie sie sicher in die vorhandenen Abläufe integriert wird.

KI darf nicht nur auf dem Bildschirm existieren. Sie muss sinnvoll mit den Prozessen eines Unternehmens verbunden werden. Erst dann entsteht ein echter wirtschaftlicher Nutzen.

Ein allgemeines KI-Programm kennt zunächst weder die internen Abläufe noch die Produkte, Qualitätsstandards oder besonderen Anforderungen eines Unternehmens. Genau an diesem Punkt beginnt unsere Arbeit.

Wie sieht eine solche maßgeschneiderte Lösung aus?

Das hängt vollständig vom jeweiligen Unternehmen ab.

Ein Handwerksbetrieb könnte beispielsweise ein System einsetzen, das eingehende Kundenanfragen vorsortiert, wichtige Informationen abfragt und daraus eine Grundlage für ein Angebot erstellt.

Im Handel kann KI Produktbeschreibungen aufbereiten, Kundenanfragen beantworten, Verkaufsdaten analysieren oder Mitarbeiter bei der Sortimentsplanung unterstützen.

Ein mittelständisches Unternehmen kann wiederkehrende Verwaltungsaufgaben automatisieren, Dokumente auswerten oder internes Wissen schneller verfügbar machen.

In der Industrie sind unter anderem Anwendungen in der Dokumentation, Qualitätssicherung, Wartungsplanung, Produktionssteuerung oder technischen Kommunikation denkbar.

Entscheidend ist, dass sich die Technik an das Unternehmen anpasst und nicht das Unternehmen an irgendeine Standardlösung.

Kann künstliche Intelligenz tatsächlich Kosten sparen?

Ja, wenn sie an der richtigen Stelle eingesetzt wird.

In fast jedem Unternehmen gibt es wiederkehrende Aufgaben, die viel Zeit kosten, aber nicht unbedingt die persönliche Aufmerksamkeit eines qualifizierten Mitarbeiters benötigen. Dazu gehören beispielsweise das Übertragen von Daten, das Sortieren von Anfragen, das Erstellen ähnlicher Dokumente oder das Suchen nach Informationen.

Wenn solche Aufgaben teilweise automatisiert werden, gewinnen die Mitarbeiter Zeit für Tätigkeiten, bei denen Erfahrung, Verantwortung, Fachwissen und persönlicher Kontakt gefragt sind.

Die Einsparung entsteht also nicht nur dadurch, dass einzelne Arbeitsschritte schneller erledigt werden. Auch Fehler, Doppelarbeit und unnötige Abstimmungen können reduziert werden.

Geht es bei KI damit vor allem um den Abbau von Arbeitsplätzen?

Wir sehen KI in erster Linie als Unterstützung für Mitarbeiter und Unternehmen.

Viele Betriebe haben heute nicht das Problem, zu viele Beschäftigte zu haben. Sie finden vielmehr nicht genügend qualifiziertes Personal. Gleichzeitig steigen die Anforderungen, die Zahl der Anfragen und der Verwaltungsaufwand.

KI kann helfen, diese Lücke zumindest teilweise zu schließen. Sie übernimmt Routinearbeiten und unterstützt vorhandene Mitarbeiter dabei, mehr Aufgaben in gleicher Zeit zu bewältigen.

Ein erfahrener Mitarbeiter soll nicht stundenlang Informationen aus verschiedenen Dokumenten zusammensuchen müssen, wenn ein intelligentes System diese Vorarbeit in wenigen Augenblicken erledigen kann.

Kann KI auch die Expansion eines Unternehmens absichern?

Das ist einer der wichtigsten Punkte.

Wachstum bedeutete früher häufig, dass ein Unternehmen für jeden zusätzlichen Auftrag und jeden neuen Kunden auch entsprechend mehr Personal einstellen musste. In Zeiten des Fachkräftemangels funktioniert dieses Modell nicht mehr überall.

Mit intelligenten und automatisierten Abläufen kann ein Unternehmen zusätzliche Aufträge bearbeiten, ohne dass der Personalbedarf im gleichen Verhältnis steigen muss.

KI kann beispielsweise neue Anfragen erfassen, Informationen vorbereiten, Termine koordinieren, Dokumente erstellen oder den Kundenservice unterstützen. Dadurch lässt sich Wachstum besser organisieren und vorhandenes Personal gezielter einsetzen.

KI ersetzt dabei keine solide Unternehmensstrategie. Sie kann aber dazu beitragen, dass eine Expansion nicht daran scheitert, dass geeignete Bewerber fehlen.

Welche Unternehmen sollten sich jetzt mit dem Thema beschäftigen?

Grundsätzlich jedes Unternehmen, in dem regelmäßig Informationen verarbeitet, Kundenanfragen beantwortet, Angebote erstellt oder wiederkehrende Aufgaben erledigt werden.

Das gilt für den kleinen Handwerksbetrieb ebenso wie für ein Handelsunternehmen, einen klassischen Mittelständler oder einen Industriebetrieb.

Dabei muss niemand sofort das gesamte Unternehmen umbauen. Häufig ist es sinnvoller, mit einem klar abgegrenzten Anwendungsfall zu beginnen. Dieser sollte einen erkennbaren Nutzen bringen und sich im Alltag zuverlässig bewähren.

Danach kann die Lösung Schritt für Schritt erweitert werden.

Wo liegt der Unterschied zwischen Marketport und einem reinen Softwareanbieter?

Ein Softwareanbieter stellt häufig ein fertiges Produkt bereit. Der Kunde muss anschließend selbst herausfinden, wie er es in seinem Unternehmen sinnvoll einsetzt.

Wir verstehen uns dagegen als Partner bei der Umsetzung. Wir analysieren die Prozesse, entwickeln gemeinsam mit dem Unternehmen einen passenden Anwendungsfall und unterstützen auch bei der Einführung.

Dabei berücksichtigen wir nicht nur die Technik. Ebenso wichtig sind die Menschen, die später damit arbeiten sollen. Eine KI-Lösung kann technisch hervorragend sein. Wenn die Mitarbeiter sie nicht verstehen oder nicht akzeptieren, wird sie dennoch keinen Erfolg haben.

Deshalb gehören Schulung, Begleitung und verständliche Abläufe für uns immer dazu.

Was raten Sie einem Unternehmer, der Interesse an KI hat, aber nicht weiß, wo er anfangen soll?

Der erste Schritt sollte keine Kaufentscheidung sein, sondern eine ehrliche Bestandsaufnahme.

Wo entstehen regelmäßig Engpässe? Welche Aufgaben wiederholen sich ständig? Wo verlieren Mitarbeiter besonders viel Zeit? Welche Prozesse verhindern Wachstum? Und an welcher Stelle fehlen bereits heute geeignete Fachkräfte?

Aus diesen Antworten lassen sich sinnvolle Einsatzmöglichkeiten ableiten.

Nicht jeder Prozess muss automatisiert werden. Wir suchen gezielt nach den Bereichen, in denen KI einen nachvollziehbaren wirtschaftlichen Vorteil schafft.

Was wird künstliche Intelligenz in den kommenden Jahren für den Mittelstand bedeuten?

KI wird zu einem normalen Werkzeug des Unternehmensalltags werden. Ähnlich wie heute niemand mehr darüber diskutiert, ob ein Betrieb E-Mail oder digitale Buchhaltung benötigt, wird künftig auch der Einsatz intelligenter Systeme selbstverständlich sein.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht mehr, ob künstliche Intelligenz kommt. Sie ist bereits da.

Die entscheidende Frage ist, welche Unternehmen sie rechtzeitig sinnvoll einsetzen.

Wer jetzt beginnt, Erfahrungen aufzubauen und geeignete Prozesse zu entwickeln, kann Kosten senken, Mitarbeiter entlasten und seine Wettbewerbsfähigkeit stärken.

Wer dagegen wartet, bis sämtliche Wettbewerber ihre Abläufe bereits optimiert haben, wird den Rückstand später nur mit deutlich größerem Aufwand aufholen können.

Herr Schlautmann, wie würden Sie den Anspruch von Marketport in einem Satz zusammenfassen?

Wir möchten künstliche Intelligenz aus der Welt der theoretischen Möglichkeiten in den konkreten Arbeitsalltag der Unternehmen bringen – verständlich, maßgeschneidert und mit einem Nutzen, der sich nicht nur auf dem Bildschirm, sondern auch im Betriebsergebnis zeigt

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