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Aktuelle Prozesse gegen mutmaßliche Kapitalanlagebetrüger in Deutschland, Österreich und der Schweiz

WilliamCho (CC0), Pixabay
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Die Strafjustiz im deutschsprachigen Raum beschäftigt sich derzeit mit mehreren umfangreichen Fällen von Anlage-, Krypto- und Online-Trading-Betrug. Auffällig sind die hohen Schadenssummen, internationale Täterstrukturen und tausende betroffene Anleger.

Deutschland: Milton Group vor dem Landgericht Bamberg

Seit Januar 2026 steht ein 50-jähriger mutmaßlicher Führungskopf der sogenannten Milton Group vor dem Landgericht Bamberg. Über fingierte Handelsplattformen sollen Anleger weltweit um mindestens 178 Millionen Euro gebracht worden sein. Die deutsche Anklage erfasst einen Schaden von mehr als 52 Millionen Euro; das internationale Dunkelfeld wird deutlich höher geschätzt. Der Angeklagte war 2023 in Armenien festgenommen und später nach Deutschland ausgeliefert worden.

Vor dem Landgericht Leipzig läuft zudem ein Verfahren gegen eine Frau, die mutmaßlichen Cybertrading-Netzwerken die technische Infrastruktur bereitgestellt haben soll. Die Anklage geht von einem Gesamtschaden von mehr als 40 Millionen Euro aus. Auch am Landgericht Frankfurt wird gegen fünf mutmaßliche Mitglieder einer international agierenden Anlagebetrugsbande verhandelt. Sie sollen innerhalb von drei Jahren rund sechs Millionen Euro erbeutet haben.

Österreich: Wienwert, PrivaFund und EXW

Der Wienwert-Großprozess ist weiterhin nicht vollständig abgeschlossen. Dem früheren Vorstand werden im Kern Täuschungen von Anlegern und ein Schaden von rund 41 Millionen Euro vorgeworfen. In einem Nebenstrang wurden im Mai 2026 Freisprüche ausgesprochen, gegen die die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft Rechtsmittel eingelegt hat. Weitere Vorwürfe gegen den ehemaligen Wienwert-Chef sind noch Gegenstand des Hauptverfahrens.

Im Fall PrivaFund wurden mehrere Angeklagte bereits vor dem Wiener Straflandesgericht verhandelt. Rund 7.500 Anleger aus Österreich, Deutschland und der Schweiz sollen fast zwölf Millionen Euro verloren haben. Der EXW-Kryptobetrugsprozess endete im April 2026 rechtskräftig. Das Oberlandesgericht Graz erhöhte mehrere Haftstrafen. Nach den gerichtlichen Feststellungen waren rund 40.000 Anleger betroffen; der Schaden lag bei knapp 20 Millionen Euro.

Schweiz: Swiss-Space-Systems-Gründer vor Gericht

In Freiburg stand im Mai 2026 der Gründer der Swiss Space Systems Holding, Pascal Jaussi, vor dem Wirtschaftsstrafgericht. Die Anklage umfasst unter anderem Betrug, versuchten Betrug, ungetreue Geschäftsführung und Veruntreuung.

In einem weiteren Finanzbetrugsfall hob das Schweizer Bundesgericht im Juni 2026 einen Freispruch auf. Das Verfahren muss deshalb erneut beurteilt werden.

Für sämtliche laufenden Verfahren gilt die Unschuldsvermutung, solange keine rechtskräftige Verurteilung vorliegt.

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