Kaum meldet sich Ebola zurück, schaltet die US-Gesundheitsbehörde CDC auf höchste Alarmstufe. Was sonst nur bei Jahrhundertkatastrophen wie Hurrikan Katrina oder der großen Ebola-Epidemie in Westafrika passiert, gilt nun auch für den aktuellen Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo.
Die gute Nachricht für Amerikaner lautet dabei wie immer zuerst: „Für die USA besteht nur ein geringes Risiko.“ Die weniger gute Nachricht: Trotzdem werden sofort die größten verfügbaren Krisenstäbe aktiviert. Sicher ist schließlich sicher.
Auslöser ist der seltene Bundibugyo-Ebola-Stamm, der sich nach Angaben der WHO rasant ausbreitet. Mehr als 1.200 Infektionen und über 320 Todesfälle wurden bereits registriert, hinzu kommen erste Fälle im Nachbarland Uganda. Experten sprechen von der höchsten Zahl registrierter Erkrankungen innerhalb des ersten Monats eines Ebola-Ausbruchs.
Washington reagiert entsprechend entschlossen. 19 CDC-Spezialisten wurden bereits entsandt, weitere Kräfte stehen bereit und mehr als 100 Millionen Dollar an Soforthilfen sollen die Ausbreitung eindämmen.
Man könnte fast den Eindruck gewinnen, dass Gesundheitskrisen erst dann ihre volle Aufmerksamkeit erhalten, wenn sie das Potenzial haben, amerikanische Grenzen zu erreichen. Solange Ebola tausende Kilometer entfernt wütet, ist es häufig ein Problem für internationale Organisationen. Sobald jedoch die theoretische Möglichkeit besteht, dass das Virus irgendwann auch die USA erreichen könnte, läuft der Krisenapparat plötzlich auf Hochtouren.
Immerhin zeigt die Reaktion eines: Gegen gefährliche Viren hilft keine politische Debatte. Sie halten sich weder an Landesgrenzen noch an Wahlprogramme.
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