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AfD wirft Matthias Lieschke raus – zu viel Transparenz ist eben auch gefährlich

qimono (CC0), Pixabay
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Aus der beliebten Reihe „Wie schneidet man sich selbst ins Knie und behauptet, es sei Teil des Plans“ präsentiert die AfD Sachsen-Anhalt ihren neuesten Akt: Der Landtagsabgeordnete Matthias Lieschke ist raus – und zwar nicht nur aus der Zoom-Konferenz, sondern gleich aus der ganzen Fraktion.

Der Vorwurf? Schwer partei- und fraktionsschädigendes Verhalten – ein Vorwurf, der in der AfD ungefähr so häufig ist wie ein Verschwörungstheoretiker beim Sommerfest. Konkret soll Lieschke ein parteiinternes Videomeeting aufgezeichnet und die pikanten Töne dem Bundestagskollegen Jan Wenzel Schmidt zugespielt haben. Was genau in dem Video zu hören ist, bleibt offen. Vielleicht nur Smalltalk à la: „Wollen wir diesmal die Dienstreise nach Mallorca abrechnen oder doch lieber wieder nach Meißen?“

Aufnahme läuft, Vertrauen stoppt

Lieschke selbst schweigt – vermutlich aus gutem Grund. In einer „ausführlichen Aussprache“, die man sich wie einen besonders frostigen Elternabend vorstellen darf, konnte er jedenfalls „in keiner Weise“ die Vorwürfe entkräften. Und weil Vertrauen in der AfD-Fraktion bekanntlich auf dünnerem Eis gebaut ist als das politische Weltbild mancher Mitglieder, folgte der Rauswurf mit 20:1 Stimmen. Die eine Gegenstimme war wahrscheinlich jemand, der aus Versehen die falsche Taste gedrückt hat.

Schutz der Fraktion – vor sich selbst

Man habe Herrn Lieschke „zum Schutz der Fraktion“ ausgeschlossen, hieß es. Der Satz lässt tief blicken: Offenbar schützt man sich in der AfD-Fraktion am besten, indem man alle entfernt, die zuhören, mitschneiden oder – Gott bewahre – Dinge belegen könnten. Transparenz ist schließlich etwas für andere Parteien.

Der besagte Mitschnitt landete beim Bundestagsabgeordneten Jan Wenzel Schmidt – ebenfalls derzeit Kandidat für den internen Rausschmiss. Der wiederum wirft anderen AfD-Kollegen vor, Dienstreisen falsch abgerechnet zu haben. Gegen ihn selbst gibt es allerdings auch Vorwürfe, vermutlich wegen zu viel Ehrlichkeit in der Abrechnung. Es ist kompliziert.

Fazit: Vertraue niemandem – nicht mal deinen eigenen Leuten

Man könnte meinen, die AfD versuche gerade, sich selbst zu rebooten – nur leider ohne Update. Statt politischer Inhalte gibt es interne Ermittlungen, statt Oppositionsarbeit interne Operationen „Saubere Fraktion“. Man fragt sich, wann der nächste Ausschluss wegen unzulässigem Blickkontakt oder heimlichem Notizenmachen erfolgt.

Was bleibt? Ein politischer Krimi voller Misstrauen, Mikrofone und Machtspielchen. Oder wie man in der Fraktion vermutlich sagt: Montag.

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