Viele Staaten am Persischen Golf, darunter Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Kuwait, sehen das geplante Abkommen zwischen den USA und dem Iran mit großer Skepsis.
Während die US-Regierung das Abkommen als Schritt zu mehr Stabilität verkauft, befürchten viele Golfstaaten genau das Gegenteil. Experten sprechen sogar von einem möglichen Wendepunkt in der Sicherheitsarchitektur der Region. Die Sorge: Der Iran könnte durch finanzielle Hilfen, wirtschaftliche Vorteile und eine stärkere Rolle in der Region zusätzlich an Einfluss gewinnen.
Warum die Golfstaaten besorgt sind
Die Golfstaaten fühlen sich seit Jahren durch den Iran bedroht. Besonders kritisch sehen sie:
- das iranische Raketenprogramm,
- den Einfluss iranischer Verbündeter in der Region,
- die Rolle des Iran in Konflikten im Nahen Osten.
Diese Punkte werden nach Ansicht vieler Beobachter im aktuellen Abkommen nicht ausreichend berücksichtigt.
Zweifel an den USA als Schutzmacht
Schon während Trumps erster Amtszeit kamen Zweifel auf, wie weit die USA tatsächlich bereit sind, ihre Verbündeten am Golf militärisch zu schützen.
Besonders nach Angriffen auf saudi-arabische Ölanlagen im Jahr 2019 entstand in der Region der Eindruck, dass sich die USA zunehmend aus dem Nahen Osten zurückziehen könnten. Der aktuelle Konflikt mit dem Iran und die anschließenden Verhandlungen haben diese Zweifel weiter verstärkt.
Streitpunkt Straße von Hormus
Ein besonders umstrittener Punkt ist die geplante Rolle des Iran bei der Überwachung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus.
Über diese wichtige Wasserstraße wird ein erheblicher Teil der weltweiten Öl- und Gasexporte transportiert. Viele Golfstaaten sehen es kritisch, dass der Iran hier künftig mehr Einfluss erhalten könnte.
Milliarden für den Wiederaufbau Irans
Zusätzlich sieht das Abkommen einen Wiederaufbaufonds in Höhe von rund 300 Milliarden US-Dollar vor.
Unklar ist bislang, wer diese Mittel tatsächlich bereitstellen soll. Mehrere Golfstaaten haben erklärt, dass sie bislang keine konkreten Zusagen gemacht haben.
Neue Strategien der Golfstaaten
Da das Vertrauen in die USA als alleinige Schutzmacht schwindet, denken viele Staaten der Region über neue Wege nach:
- Ausbau eigener Verteidigungsfähigkeiten,
- stärkere militärische Zusammenarbeit innerhalb der Region,
- engere Beziehungen zu anderen Partnern wie der Türkei,
- mögliche Nichtangriffspakte mit dem Iran.
Experten weisen allerdings darauf hin, dass Diplomatie allein vermutlich nicht ausreichen wird, um langfristige Sicherheit zu gewährleisten.
Fazit
Das geplante US-Iran-Abkommen sorgt bei den arabischen Golfstaaten für erhebliche Unruhe. Viele Regierungen befürchten, dass der Iran politisch und wirtschaftlich gestärkt wird, während die Sicherheitsgarantien der USA an Glaubwürdigkeit verlieren. Gleichzeitig wächst in der Region die Erkenntnis, dass man sich künftig stärker selbst um die eigene Sicherheit kümmern muss.
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